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Anmerkung

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Eine Anmerkung ist eine Erläuterung, ergänzende Beschreibung oder ein Verweis zum Text. Anmerkungen stehen meist im Anhang? (Appendix) am Schluss eines Kapitels oder des Gesamtwerkes (Endnote?) oder am Fuß der Seite? (Fußnote?). In mittelalterlichen? Texten fanden sich Anmerkungen, die vor allem der Worterklärung oder Übersetzung dienten, auch auf Seitenrand (Marginalglossen?) oder zwischen den Zeilen? (Interlinearglossen?).

Anmerkungen können verschiedenen Zwecken dienen und in unterschiedliche Kategorien unterteilt werden. z.B. Quellennachweise?, Worterklärungen, Erläuterungen, Kommentare, Stichwortverzeichnisse?, Glossar?, Exkurse? oder Literaturhinweise. Sie können mit Hilfe von Nummerierungen, Asterisken? oder anderen Zeichen geordnet werden. Die Nummerierung der zu kommentierenden Stellen erfolgt in fortlaufenden Werken oder Kapiteln immer in chronologischer Reihenfolge (Indizierung mit Hilfe von Zahlen oder Buchstaben?) oder mit steigender Anzahl (Asterisk).

Anmerkungen finden bei wissenschaftlichen, künstlerischen und historischen Werken und in einigen Bereichen der Literatur (vor allem in der Dichtung) häufige Verwendung.

Einzelbegriffe

  • Asterisk? (griechisch asteriskos = Sternchen) - das einzelnen vorangestellte Zeichen*‚ bezeichnet in der Textkritik der griechischen Grammatiker Korruptelen, das heißt Stellen, in denen die Überlieferung? keinen Sinn ergibt. Daneben bezeichnet der Asterisk Fußnoten, verschleierte Namen (Asteronym?) und unterdrückte, nicht salonfähige Wörter.
  • Glossar? (griechisch glossarion, zu = Glosse) - erklärendes Verzeichnis schwer verständlicher Wörter (Glossen) eines bestimmten Textes, oft als dessen Anhang gedruckt; auch selbständiges Wörterbuch? ungebräuchlicher Ausdrücke oder seltener Bezeichnungen für Wörterverzeichnisse und Sprachwörterbücher.
  • Scholion? (griechisch: kurze Erklärung, Kommentar) - stichwortartige Erläuterung historisch-sachlicher Zusammenhänge oder sprachlich schwieriger Wendungen zu Werken griechischer und römischer Schriftsteller; ursprünglich als »Randbemerkungen«, das heißt am Rande der Handschriften?. Im Gegensatz zu den Glossen bringen sie nicht nur Worterklärungen, im Gegensatz zum Kommentar jedoch auch keine fortlaufende, selbständige Erläuterung. Überliefert sind bedeutende Scholien zu Homer, Hesiod?, Pindar?, Theokrit?, den Tragikern, Aristophanes?, Platon?, Cicero?, Horaz?, Vergil? und anderen.

Entwicklung

Anmerkungen zu Werken alter griechischer und römischer Schriftsteller wurden in Form von Scholien gemacht. Diese Form der Kommentierung führt ihre Tradition fort bis in das Byzanz des 14./15. Jahrhunderts. Im Mittelalter wurden verschiedene Möglichkeiten genutzt, um Anmerkungen einzufügen (siehe oben).

Die Dichter des Barock? lieferten Anmerkungen zu ihren Dichtwerken; z. B. Sacherklärungen, Verdeutlichungen, Quellennachweise, so Angelus Silesius? zu seinen Sinnsprüchen?, Hallmann zu seinen Dramen, Gryphius? zu "Catharina von Georgien", Lohenstein?, Klaj?, Opitz? und andere. Viele Werke dieser Zeit wurden wegen der Übertreibungen in der Aufklärung? verspottet (z. B. G. W. Rabener?, "Hinkmars von Repkow Noten ohne Text", in: "Sammlung satyrischer Schriften", 1751-55). Als Stilmittel bei Jean Paul? ("Des Feldpredigers Schmelzle Reise nach Flätz, mit fortgehenden Noten").

In den historischen Romanen des 19. Jh. (W. Hauff?, "Lichtenstein" 1826; J. V. von Scheffel?, "Ekkehard" 1855) und in der modernenLiteratur (z. B. R. Hochhuth?, "Der Stellvertreter" 1963) sollen Anmerkungen die Authentizität der Darstellung dokumentieren.

Sekundärliteratur

  • Best, Otto F.: Handbuch literarischer Fachbegriffe (Definitionen und Beispiele) von Dr. Otto F. Best. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main, 8. Aufl. 1994
  • Habicht, Werner/Lange, Wolf-Dieter u.a. (Hgg.): Der Literaturbrockhaus in 8 Bänden (Band 1: A bis BOS). B.I.-Taschenbuchverlag, Mannheim 1995
  • Schweikle, Günther und Irmgard (Hgg.): Metzler Literatur Lexikon (Begriffe und Definitionen). J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung Stuttgart, 2. Aufl. 1990
  • Wilpert, Gero von: Sachwörterbuch der Literatur von Gero von Wilpert. Alfred Kröner Verlag Stuttgart, 8. Aufl. 2001


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