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aspekte

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Das 1965 erstmals ausgestrahlte Kulturmagazin aspekte des ZDF ist die älteste Kultursendung im deutschen Fernsehen. Das zuschauerstarke Magazin möchte die Kultur einem möglichst breiten Publikum zugänglich machen.

Neben der eigentlichen Sendung bietet aspekte auf seiner Homepage Beiträge zu den Ausgaben selbst sowie zahlreiche Informationen rund um die Kultur. So werden Film- und Buchtipps gegeben, Kulturschaffende vorgestellt und interviewt, die verschiedensten Spielarten der Kultur beleuchtet, von Kulturveranstaltungen berichtet u.v.m. Im Archiv der Website sind die Inhalte der letzten Jahre zu finden und über die ZDF-Mediathek? sind einzelne Beiträge im Video abrufbar.

Besonders bekannt ist „das blaue sofa“ als eine feste Institution auf der Frankfurter und der Leipziger Buchmesse, auf welchem den aspekte-Reportern Autoren Rede und Antwort stehen. Eine weitere bekannte Größe ist der aspekte Literaturpreis, welcher seit 1979 jeweils im Oktober verliehen wird.

Geschichte

Am 17. Oktober 1965 wird unter der Leitung von Walther Schmieding, der seit 1963 beim ZDF als Leiter der Redaktion "Literatur & Kunst" tätig ist, das erste Kulturmagazin im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Es trägt für drei Sendungen den Namen Kulturbericht, wird dann aber ab dem 1. Januar 1966 in aspekte umbenannt.

Von nun an wird alle zwei Wochen dienstags gegen 22:00 für 30 Minuten live über das Kulturleben berichtet. Walther Schmieding gelingt es durch niveauvollen Journalismus? in verständlicher Sprache, kulturelle Themen einem Millionenpublikum schmackhaft zu machen. 1967 wird er daher von der "Hörzu" mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet. Zum Ende des Jahres 1968 wird Wolfgang Schmieding Intendant der Berliner Festspiele?, bleibt dem Magazin aber weiterhin verbunden.

Auf Empfehlung Schmiedings wird ab dem 1. Januar 1969 der Spiegel- und Stern-Redakteur Reinhart Hoffmeister neuer Redaktionschef und Moderator. Unter seiner Leitung wandelt sich aspekte schnell zu einem politisierten Magazin mit bis dato nicht zum Themenbereich Kultur gezählten Inhalten. Mehr und mehr widerspiegelt aspekte den Zeitgeist der 68er, was Hoffmeister nicht nur von außen sondern auch ZDF-intern einigen Ärger einbringt. Schimpfwörter wie "Rotz-As" für „Rote Zelle aspekte" machen die Runde.

Für besondere Aufregung sorgen Reinhart Hoffmeisters Beiträge zum Denkmalschutz, der zu dieser Zeit quer durch alle Parteien als Unwort galt. So ruft aspekte unter dem Motto "Bürger rettet Eure Städte" zu aktivem Protest auf, gibt sogar konkrete Ratschläge zur Gründung von Bürgerinitiativen. Für sein Engagement wird Hoffmeister u.a. mit dem "Bambi" und einem Preis der Stiftung Denkmalschutz geehrt.

Zum Eklat kommt es am 27. Februar 1974. Der Schriftsteller Gerhard Zwerenz? berichtet im Zusammenhang mit den Frankfurter Häuserkämpfen von Gewaltakten gegen Demonstranten sowie von Folterungen seitens der Polizei. Nach dem Dementi des Frankfurter Polizeipräsidenten droht Hoffmeister die fristlose Kündigung. Intendant Karl Holzamer muss nach einer Welle des Protestes mit Protestbekundungen vom Deutschen Städtetag bis hin zum PEN-Club? die Kündigung zurücknehmen. Einige Zeit später werden die beschuldigten Polizisten verurteilt.

Nachdem im Juli 1975 Reinhart Hoffmeister aspekte zugunsten seiner neuen Sendung "Litera-Tour - eine Talk-Show mit Musik“ verlässt, wird das Magazin von bis 1977 im Wechsel von Monika Meynert, Wiltrud Mannfeld und Wolfgang M. Ebert präsentiert. Jeder der drei Moderatoren prägt aspekte durch seine besonderen Vorlieben. Ebert steht dabei für neue Architektur- und Lebensmodelle und die Vorstellung von Aktions-Künstlern. Mannfeld setzt Schwerpunkte im Bereich Jugendprotest und steht für den Sound der Jugendkultur. Meynert fühlt sich der Avantgarde der E-Musik verbunden.

Am 1. März 1977 übernimmt Dieter Schwarzenau das Magazin und wird ab 1978 dessen Chefredakteur. Er gestaltet aspekte zu einer publikumsfreundlicheren Sendung um, die nunmehr wöchentlich ausgestrahlt wird. Nach der Trennung von Redaktion und Moderation kommt es zu einem häufigen Wechsel der Moderatoren, als Beispiele seien Alexander U. Martens, Christina von Braun, Manuela Reichart, Anne Linsel und Hannes Keil genannt.

Ab 1978 wird die Literatur ein neuer Schwerpunkt der Sendung. Vorbehaltlos wird beispielsweise über Ost-Autoren, die Leipziger Buchmesse und Dissidenten berichtet. Einen Höhepunkt bildet die Zusammenarbeit mit dem Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki?, dem die aspekte-Redaktion in der Folge eine eigene Bücher-Sendung anbietet, woraus "Das Literarische Quartett?" hervorgeht. Auch der seit 1979 verliehene aspekte-Literaturpreis basiert auf der Initiative Schwarzenaus, welcher im August 1988 aspekte verlässt und Pressechef? des ZDF wird.

Ab September 1988 übernimmt Johannes Willms aspekte. Unter seiner Leitung begleitet das Magazin die Zeit des kulturellen Umbruchs in West und Ost, jedoch nicht nur aus journalistischer Fernsicht. So lässt Willms zwei Regisseure? aus dem Osten und zwei aus dem Westen je einen Kurzfilm über die vier Tugenden drehen und vermittelt dadurch die Stimmungslage dieser Zeit in besonderer Weise. Im August 1992 wird Willms Chef des SZ-Feuilletons?.

Aspekte erscheint von nun an nur noch alle 14 Tage 45-minütig, Willms Nachfolger wird Manfred Eichel. Beim NDR stand dieser 17 Jahre lang für die Sendungen Kultur aktuell? und Kulturreport?. Nach einem Jahr gelingt Eichel die Rückkehr zur wöchentlichen 30-Minuten-Sendung. Manfred Eichel versucht eine Mischung aus Mainstream und Avantgarde, populären Beiträgen folgen kulturelle Nischenthemen. Als Nachfolgerin von Carola Wedel gehört ab 1993 Luzia Braun zum Moderatorenteam von aspekte.

Im Jahr 2000 zieht das Kulturmagazin aspekte nach Berlin und Manfred Eichel verlässt die Redaktion und wird Chef-Korrespondent Kultur. Sein Nachfolger als Chef der aspekte-Redaktion wird am 1. Januar 2000 Wolfgang Herles. Unter seiner Leitung weitet das Magazin sein Spektrum und recherchiert neben rein kulturellen Themen auch hintergründig in der Politik. Neu hinzu kommen Beiträge mit dem weit gefassten Thema "Zukunft" sowie die Reihe "das blaue sofa" von der Frankfurter und der Leipziger Buchmesse.

Der aspekte-Literaturpreis

Der aspekte-Literaturpreis wird seit 1979 jeweils im Oktober wird verliehen und versteht sich als Förderpreis für literarische Debütanten. Dieser muss ein deutschsprachiger Autor sein, der sich im laufenden Kalenderjahr mit seinem belletristischen? Prosawerk erstmals in Buchform der Öffentlichkeit präsentierte.

Der aspekte-Literaturpreis wird in Form eines finanziellen Zuschusses von maximal 7.500 Euro zu einem Arbeitsstipendium? vergeben, wobei der Preisträger selbst entscheiden kann, ob er das Preisgeld für einen Studienaufenthalt, eine Studienreise oder eine sonstige Form verwendet.

Bisherige Preisträger

2010 Dorothee Elmiger? für "Einladung an die Waghalsigen"
2009 Stephan Thome für "Der Grenzgang"
2008 Maria Cecilia Barbetta? für „Änderungsschneiderei Los Milagros“
2007 Thomas von Steinaecker? für "Wallner beginnt zu fliegen"
2006 Paul Ingendaay? für "Warum du mich verlassen hast"
2005 Jens Petersen? für "Die Haushälterin"
2004 Thomas Stangl? für "Der einzige Ort"
2003 Roswitha Haring? für "Ein Bett aus Schnee"
2002 Zsuzsa Bánk für "Der Schwimmer"
2001 Sherko Fatah für "Im Grenzland"
2000 Andreas Maier für "Wäldchestag"

1999 Christoph Peters? für "Stadt Land Fluß"
1998 John von Düffel für "Vom Wasser"
1997 Zoe Jenny? für "Das Blütenstaubzimmer"
1996 Felicitas Hoppe für "Picknick der Friseure"
1995 Ingo Schulze für "33 Augenblicke des Glücks"
1994 Radek Knapp? für "Franio"
1993 Manfred Rumpl? für "Koordinaten der Liebe"
1992 Dagmar Leupold? für "Edmont: Geschichte einer Sehnsucht"
1991 Burkhard Spinnen? für "Dicker Mann im Meer"
1990 Ulrich Woelk? für "Freigang"

1989 Irina Liebmann für "Mitten im Krieg"
1988 Christa Moog? für "Aus tausend grünen Spiegeln"
1987 Erich Hackl für "Auroras Anlaß"
1986 Barbara Honigmann? für "Roman von einem Kinde"
1985 Jochen Beyse? für "Der Aufklärungsmacher"
1984 Herta Müller für "Niederungen"
1983 Beat Sterchi? für "Blösch"
1983 Zsuzsanna Gahse? für "Zero"
1982 Inge Merkel? für "Das andere Gesicht"
1981 Thomas Hürlimann? für "Die Tessinerin"
1980 Michael Schneider? für "Das Spiegelkabinett"
1979 Hanns-Josef Ortheil? für "Fermer"

"das blaue sofa"

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Die "aspekte extra"-Ausgabe unter dem Titel „das blaue sofa“ gilt als eine feste Institution auf der Frankfurter und der Leipziger Buchmesse. Auf der Bühne in Form des aufgeschlagenen Romans "Die Wahlverwandtschaften" von Johann Wolfgang von Goethe wird alljährlich das titelgebende blaue Sofa aufgestellt. Hier steht dann in bis zu 30-minütigen Beiträgen jeweils ein Autor den aspekte-Reportern Rede und Antwort. Eine Zusammenfassung aller Beiträge von der aktuellen Buchmesse? wird in der Sendung „Die lange Nacht des blauen sofas“ im Nachtprogramm des ZDF ausgestrahlt. Außerdem sind die Beiträge in der ZDF-Mediothek und über die Website des Magazins aspekte abrufbar.

Kontakt

ZDF
HR Kultur / Wissenschaft
Redaktion aspekte
Unter den Linden 36
10117 Berlin

Fax: +49(0)30-2099-1328
E-Mail: aspekte@zdf.de

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