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Buchhandels-Glossar
Dieses Glossar sammelt das Fachvokabular von Buchgroßhandel, Zwischenbuchhandel, Bucheinzelhandel und Antiquariat.
Weitere Artikel zu Fachbegriffen:
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A
Apart Lieferung?, Apart Bezug? - Beides sind Begriffe aus dem Sortimentsbuchhandel und bezeichnen den Bezug einzelner Stücke von periodischen Reihen oder mehrbändigen Werken.
B
Blurb? - Blurb ist eine Bezeichnung für den Klappentext. Die kuriose Bezeichnung Blurb für den Klappen- oder Werbetext auf Büchern und anderen Medien hat ihre Wurzeln in einem bestimmten Ereignis. 1907 stellte der amerikanische Humorist und Autor Gelett Burgess? sein neuestes Buch, "Are you a bromide?" bei einem Geschäftsessen vor. Auf der Rückseite des Schutzumschlags war die Comicfigur einer jungen Frau abgebildet, die über eine Sprechblase den Inhalt des Buches charmant anpries. Die Dame hieß "Miss Belinda Blurb". Nachdem Burgess, schlagfertig wie er war, sofort eine differenzierte Definition von "Blurbing" geben konnte, nämlich "... flamboyant advertisement; an inspired testimonial" übernahmen Buchhandel und Verlage den Neologismus für die neu entstandene Werbeform umgehend.
Büchersendung - Die Bücher- bzw. Warensendung ist eine preisgünstige Möglichkeit, Bücher und andere Medien zu verschicken.
C
D
E
F
Farbfraß? - Farbfraß, auch als Tintenfraß bezeichnet, ist ein Begriff aus dem Antiquariat und der Buchrestaurierung. Farbfraß ist eine schadhafte Stelle in einem Buch das mit Kupferazetat (Grünspan) koloriert, oder auch mit Eisengallustinte geschrieben ist. Die stark säurehaltigen Essenzen zersetzen das Papier (saure Hydrolyse und Oxidation der Cellulose) und hinterlassen löcherige Seiten.
G
H
I
ISBN - ISBN ist die Abkürzung für International Standard Book Number bzw. Internationale Standard-Buchnummer. Mit einer solchen Nummer werden Bücher und Verlagserzeugnisse gekennzeichnet, die als selbstständige Veröffentlichungen erscheinen.
J
K
Kolportagenbuchhandel? - Das französische Wort setzt sich aus col (= Nacken) und porter (= tragen) zusammen und bezeichnet den Reisebuchhandel, den es seit dem 15. Jhd. gibt. Fliegende Händler boten Ihre Ware aus einem Korb an, den sie, mit einer Schnur im Nacken befestigt, vor dem Bauch trugen. Da so meist billige Broschüren und Traktate vertrieben wurden, stand der Kolportagebuchhandel immer in einem schlechten Ruf. Im 19. Jhd. setzte sich die Bezeichnung Kolportageroman für anspruchslose Unterhaltungsromane in Heftform durch.
L
M
N
O
P
Q
R
Ramschbuchhandel? - Der Ramschbuchhandel bezeichnet den Verkauf von nicht mehr preisgebundenen
Büchern, Restauflagen und Mängelexemplaren. Ramschbuchhandel ist zwar ein offizieller Fachausdruck, wird
heute aber meist durch den Begriff »Modernes Antiquariat« ersetzt. Grund: Unter »Ramsch« versteht man im allgemeinen Sprachgebrauch minderwertige Ware. Doch die Restauflagen und nicht mehr preisgebundenen Bücher unterscheiden sich von regulär verkauften Büchern nicht in der Qualität, sondern durch den niedrigeren Preis. Auch Mängelexemplare weisen in der Regel nur leichte Lagerspuren und eine besondere Kennzeichnung auf.
S

Scharteke? - Scharteke (italienisch; scartata - wegwerfen von Spielkarten) ist ein Begriff aus dem Sortimentsbuchhandel und Antiquariat und bezeichnet ein altes, zerlesenes oder unschön gewordenes Buch. Der Begriff stammt vermutlich aus dem 16. Jahrhundert und wird auch für Bücher verwendet, deren Inhalt veraltet oder überholt ist.
Schmöker? - Der Schmöker (niederdeutsch; smöken - rauchen) ist ein durchräuchertes, abgegriffenes und möglicherweise auch inhaltlich triviales Buch. Schmökern bezeichnet ein vertieftes Lesen zum Zwecke der Unterhaltung. Das Wort bürgerte sich im 18. Jahrhundert aus der Studentensprache ein, früher eher abwertend benutzt, bezeichnet es heute eher ein leidenschaftlich verschwenderisches Umgehen mit Literatur. Leser die schmökern, lesen im heutigen Sprachgebrauch gern und viel.
Schwarte? - Eine wesensverwandte Bedeutung haben die Begriffe Schwarte und Schinken, sie bezeichnen dicke und ursprünglich luxuriös ausgestattete Bücher. Die Herkunft der Worte rührt ganz klar von den schweinsledernen Einbänden barocker Luxusausgaben und bekommen ihre negative Bedeutung durch die Tatsache dass solche Ausgaben oft mehr durch Äußerlichkeiten bestachen als durch Inhalt. Die buchstäblich dickleibige Schwarte wurde, falls sie inhaltlich auch umfangreich und langweilig genug war, als Wälzer bezeichnet, "walzte" der Leser das Buch doch geradezu hin und zurück bis der leidige Inhalt erfasst war.
T
Trunkierung? - Einen Suchbegriff trunkieren (ateinisch; truncare - abschneiden) bedeutet in der Bibliographie, einen Suchbegriff bis auf den Wort- oder Begriffsanfang abzukürzen und mit dem Trunkierungszeichen zu ergänzen. Bei der Recherche in elektronischen Buchhandels- oder Bibliothekskatalogen ist es sinnvoll bei der Suche nach einem komplexen Begriff oder Unsicherheit in der Schreibweise, Suchbegriffe nicht ganz auszuschreiben. Als Trunkierungszeichen fungieren je nach Unterstützung des Suchprogramms: Der Asterisk (*), Das Fragezeichen (?), das Prozentzeichen (%) oder auch drei Punkte (...). Es ist möglich rechtsseitig, linksseitig oder innerhalb des Wortes zu trunkieren, dies wird auch Maskierung genannt.
- Linksseitigen Trunkierung: *Buch sucht z.B. nach Hörbuch, Fachbuch, Kinderbuch.
- Rechtsseitige Trunkierung: Buch* sucht z.B. nach Buchwissenschaft, Buchgeschichte.
- Mittlere Trunkierung (Maskierung): Farb*Bildband sucht z.B. nach Farbphotobildband, Farbfotobildband, Farblitho-Bildband.
U
Untergrundbuchhandel? - Der Begriff bezeichnet den Vertrieb von Büchern außerhalb der regulären Verbreitungswege. Sie werden illegal oder im Ausland gedruckt, über Grenzen geschmuggelt und heimlich verkauft. Ihre Inhalte waren und sind meist politischer, pornografischer oder konfessioneller Natur. Gerade in Epochen gesellschaftlicher oder sozialer Spannungen blüht der Untergrundhandel. Prominente Beispiele sind die Zeit der Französischen Revolution und die Jahre des NS-Regimes. Wer eine Zensur umgehen möchte, druckt oft »Tarnschriften«. Die Sozialisten z.B. versteckten ihre Kampfschriften gegen die Nazis hinter harmlosen Covern. Eines lautete: »Die Kunst des Rasierens. Neue Wege männlicher Kosmetik.«
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