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Comic

Comics sind Bildergeschichten, die Bildkästen und Sprechblasen verbinden. Die ersten Comics wurden um 1900 in den Unterhaltungsteilen amerikanischer Tageszeitungen veröffentlicht. Die bekanntesten Comicfiguren sind Mickey Mouse und Donald Duck.

Definition

Comics (amerikanisch-englisch, eigentlich comic strips = komische, drollige Streifen) sind mit Texten gekoppelte Bildergeschichten, die Bildkästen (panels) und Sprechblasen (balloons) verbinden, wobei das Bild die Geschichte dominiert. Weitere zentrale Gestaltungselemente sind Lautmalerei? (z. B. „rumpel!“, „knarr!“, „hämmer!“) und eine comictypische Bildsprache (z. B. rasantes Erzähltempo, häufiger Perspektivwechsel).

Man unterscheidet zwischen Comicstrips, die als Streifen in Zeitungen und Zeitschriften erscheinen, und Comicbooks, die als eigenständige Publikationen (Bücher, Hefte?) veröffentlicht werden. Viele Comics sind als Serien angelegt, deren Ende nicht absehbar ist. Comics und Zeichentrickfilme stehen in einem wechselseitigen Verhältnis: Erfolgreiche Comics werden in der Regel zu Zeichentrickfilmen verarbeitet und umgekehrt.

Entstehung

Comics wurden um 1900 zuerst in den Unterhaltungsteilen- und beilagen amerikanischer Tageszeitungen veröffentlicht. Der Ursprung des Comics liegt jedoch im Europa der Aufklärung?: Als Vorläufer gelten die politischen Karikaturen des 18. Jahrhunderts, die Moritaten? mit ihren oft deftigen Illustrationen sowie die Bilderbücher des 19. Jahrhunderts. Ein bedeutendes Vorbild ist „Max und Moritz“ von Wilhelm Busch, das in „The Katzenjammer Kids“ von Rudolph Dirks? erfolgreich imitiert wurde. „The Katzenjammer Kids“ ist übrigens die älteste immer noch fortgeführte Comicserie. Sie erschien erstmals am 12. Dezember 1897 im „American Humorist“, einer Sonntagsbeilage des „New York Journal“.

Bereits in „The Katzenjammer Kids“ zeigt sich die für diese Literaturgattung typische Tendenz zum Grotesken, Absurden und zur satirischen Verzerrung. Weitere Glanzlichter aus der Frühzeit des Comics sind „Little Nemo“ (1905) von Winsor `McCay? und „The krazy kat“ (1913) von George Herrimans?, die für die ganze Familie konzipiert waren und dem Leser vorbildliche Identifikationsfiguren bieten sollten. Die Entstehung und die erste schwunghafte Verbreitung des Comics fällt mit der Entwicklung des Stummfilms zusammen, in dem eine Bildfolge ebenfalls durch einmontierte Texte ergänzt und kommentiert wird.

Entwicklung

Die weitere Entwicklung des Comics in den USA ab etwa 1930 war bestimmt von der zunehmenden Kommerzialisierung: Die Produktion lag in den Händen weniger marktbeherrschender Syndikate. Daraus resultierte eine Standardisierung der Genres, Stile und Sujets?. Viele der bekanntesten Comicfiguren haben ihren Ursprung in den 1930er Jahren, z. B. Tarzan (1929), Mickey Mouse (1930) und Donald Duck (1938). Als erfolgreichster Schöpfer von Comic- und Zeichenfilmproduktionen gilt Walt Disney.

Die amerikanische Comicindustrie entwickelte immer neue Genres und Serien, um möglichst viele Käufer für ihre Produkte zu finden. So entstanden u.a. Detektivcomics („Dick Tracy“, 1931), Rittercomics („Prince Valiant“, 1937) und Superheldencomics („Superman“, 1938), die hauptsächlich in Buch- und Heftform? vertrieben wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die bestehenden Serien durch Fantasiecomics („Conan“, 1970), Undergroundcomics von Robert Crumb? und Gilbert Shelton? sowie adaptierte Klassiker der Weltliteratur? ergänzt („classics illustrated“). Außerdem wurden viele Comichelden in den Dienst der Weltanschauungen genommen: So kämpften „Superman“ und „Batman“ im Kalten Krieg mit einfachen, aber wirkungsvollen Parolen gegen den Kommunismus.

Comics in Europa

Die europäischen Comics konnten sich erst seit den 1950er Jahren gegen die Importe aus den USA durchsetzen. Vorreiter waren Comickünstler aus Belgien und Frankreich, die ihre Geschichten mit intelligentem Humor und modernem Zeichenstil erzählten. Zu nennen sind insbesondere Hergé? („Tim und Struppi“, 1929), Morris? („Lucky Luke“, 1947) sowie René Goscinny? und Albert Uderzo? („Asterix“, 1959). Daneben entwickelte sich eine einflussreiche Avantgarde-Szene, die mit Formen und Farben experimentierte und außerordentlich belebend auf die europäischen Comics wirkte. Eine wichtige Mittlerrolle spielte die avantgardistische Zeitschrift „Métal Hurlant“. In den 1960er Jahren drangen Elemente des Comics auch in die Werbung und in die bildende Kunst ein.

In Deutschland verbreiteten sich Comics in West und Ost unterschiedlich. In Westdeutschland entwickelten sich nach 1945 die USA-Comics zu Bestsellern, wenige Jahre später wurde das Angebot durch europäische Produktionen ergänzt. Rolf Kauka? („Fix und Foxi“, 1953) wurde einer der erfolgreichsten deutschen Comicproduzenten. In Ostdeutschland hatten Comics zunächst einen schweren Stand, da sie im Ruf standen, Propaganda für den Westen zu machen. Die DDR-Kulturbehörden reagierten mit Verboten. Auch in Westdeutschland stießen Comics lange Zeit auf Vorbehalte, wenn auch weniger aus politischen Gründen. Im Westen rechnete man Comics bis in die 1980er Jahre vielerorts der Schundliteratur? zu. Viele Pädagogen und Literaturwissenschaftler? vertraten die Meinung, dass von der Comiclektüre schädliche Wirkungen ausgehen und zu einer Abstumpfung der kindlichen Phantasie führen.

Comics heute

Auf dem Comicmarkt herrscht heute eine enorme Vielfalt. Das Repertoire reicht von als jugendgefährdend eingestuften Serien und Einzelpublikationen mit meist pornographischen oder politisch extremistischen Inhalten bis zu Comics für die ganze Familie. Am populärsten sind derzeit ironisch-humoristische Comickünstler wie z. B. Brösel? („Werner“, 1981) oder Walter Moers („Käpt’n Blaubär“, 1988; „Das kleine Arschloch“, 1990). Liebenswürdig und psychologisch fundiert sind die „Peanuts“ (1950) des amerikanischen Comiczeichners Charles M. Schulz?.

Literatur

  • Kästner, Erich / Kreitz, Isabel: Pünktchen und Anton. Dressler Verlag, Hamburg 2009, ISBN: 978-3791511603
  • Knigge, Andreas C.: 50 Klassiker Comics. Von Lyonel Feininger bis Art Spiegelman. Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2008, ISBN: 978-3836925563
  • Spiegelman, Art: Maus. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2008, ISBN: 978-3596180943

Sekundärliteratur

  • Ditschke, Stephan u.a.: Comics. Zur Geschichte und Theorie eines populärkulturellen Mediums. Transcript Verlag, Bielefeld 2009, ISBN: 978-3837611199
  • Frahm, Ole: Die Sprache des Comics. Philo Fine Arts, Hamburg 2010, ISBN: 978-3865726568
  • Schmidt, Kim: Comicfiguren zeichnen. Step by Step. Carlsen Verlag, Hamburg 2005, ISBN: 978-3551768346


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