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Deutscher Buchpreis

Seit dem Jahr 2005 wird während der Frankfurter Buchmesse jährlich der beste deutschsprachige Roman mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Gestiftet wird der mit 37.500 Euro dotierte Preis vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels?. Als Partner sind die Stadt Frankfurt, die Frankfurter Buchmesse, Paschen & Companie und seit 2008 die 1822-Stiftung der Frankfurter Sparkasse beteiligt. Weitere Unterstützung kommt vom Deutschlandfunk und der Deutschen Welle.

Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz können sich alljährlich mit bis zu zwei deutschsprachigen Romanen aus dem aktuellen oder geplanten Programm um die Auszeichnung bewerben. Die Bücher müssen zwischen Oktober des Vorjahres und September des jeweiligen Messejahres erscheinen. Die Jury stellt daraus und gegebenenfalls aus eigenen Ergänzungen eine rund 20 Titel umfassende Longlist? zusammen, die im August bekannt gegeben wird. Aus dieser engeren Auswahl ermitteln die Juroren sechs Titel für die Shortlist?, die im September veröffentlicht wird.

Um die Unabhängigkeit des Preises zu garantieren, wurde die Akademie Deutscher Buchpreis gegründet, deren Aufgabe es ist, in jedem Jahr die Jury zu bestellen. Ihren Vorsitz hat der Vorsteher des Börsenvereins inne (Stand 2008: Gottfried Honnefelder). Ferner gehören ihr der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie neun Vertreter der Buch- und Medienbranche an. Die Jury besteht aus verschiedenen Lektoren, Kritikern?, Autoren und Journalisten.

Ziel des Deutschen Buchpreises ist es, deutschsprachige Literatur, besonders Romane, in Deutschland und der Welt bekannter zu machen. Mit Erfolg: Den Romanen der Preisträger 2005 und 2006 hat der Preis sechsstellige Auflagenzahlen auf dem deutschen Markt und den Verkauf zahlreicher Lizenzen ins Ausland eingebracht.

Verzicht und Abschaffungswünsche

Im Jahr 2008 geriet der Deutsche Buchpreis gleich zweimal in die Schlagzeilen: Mit seinem Roman „Die morawische Nacht“ wurde Peter Handke auf die Longlist aufgenommen. Anfang September 2008 trat Handke jedoch in einem Brief an Gottfried Honnefelder?, den Börsenvereins-Vorsteher? und Vorsitzenden der Akademie Deutscher Buchpreis, von der Nominierung "zugunsten der anderen Gelisteten, vor allem der jüngeren, zurück".

Im September 2008 dann schlug der Schriftsteller Daniel Kehlmann in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" vor, den Deutschen Buchpreis abzuschaffen: "Ein solches Spektakel mag die Umsätze des Buchhandels erhöhen, für die Literatur ist es bedauerlich und für die Schriftsteller, die ja niemand gefragt hat, ob sie sich einer solchen Prozedur unterwerfen möchten, eine Quelle der Sorge und der Depression." Gottfried Honnefelder? antwortete ihm in einem offenen Brief?, er könne verstehen, dass die Form der Auswahl für manche oder viele Autoren belastend sei. Aber für die Leser könne der Preis Bereicherung und Hilfe darstellen. Im Übrigen gebe es literarischen Erfolg und Öffentlichkeit für Schriftsteller auch neben dem Deutschen Buchpreis.

Die Jury 2011

  • Maike Albath (Deutschlandfunk und Deutschland Radio? Kultur)
  • Gregor Dotzauer (Der Tagesspiegel)
  • Ulrike Draesner (Autorin)
  • Clemens-Peter Haase (Goethe-Institut)
  • Ina Hartwig (freie Kritikerin), Christine Westermann (Westdeutscher Rundfunk)
  • Uwe Wittstock (Focus)

Die Shortlist 2011

  • Jan Brandt mit "Gegen die Welt"
  • Michael Buselmeier mit "Wunsiedel"
  • Angelika Klüssendorf mit "Das Mädchen"
  • Sibylle Lewitscharoff mit "Blumenberg"
  • Eugen Ruge mit "In Zeiten des abnehmenden Lichts"
  • Marlene Streeruwitz mit "Die Schmerzmacherin"

Die Preisträger

2011 Eugen Ruge? für "In Zeiten des abnehmenden Lichts"
2010 Melinda Nadj Abonji? für "Tauben fliegen auf"
2009 Kathrin Schmidt für "Du stirbst nicht"
2008 Uwe Tellkamp für "Der Turm"
2007 Julia Franck für "Die Mittagsfrau"
2006 Katharina Hacker für "Die Habenichtse"
2005 Arno Geiger? für "Es geht uns gut"

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