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Ende, Michael

Michael Ende (geb. 12. November 1929 in Garmisch-Partenkirchen; gest. 28. August 1995 in Stuttgart), war ein deutscher Schriftsteller. Er schrieb Abenteuergeschichten, in denen sich Fantasy und Romantik begegnen. Seine Bücher, die der Welt eine poetische Seite verleihen, faszinieren bis heute Kinder und Erwachsene.

Leben und Schreiben

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Michael Ende wurde am 12. November 1929 in Garmisch-Partenkirchen geboren. Sein Vater war der surrealistische Maler Edgar Ende. Michael Ende wuchs in München auf, ab 1935 im Künstlerviertel Schwabing, bis er im Kriegsjahr 1943 mit der Kinderlandverschickung wieder nach Garmisch kam. Im selben Jahr begann er zu schreiben, es entstanden hauptsächlich Gedichte und kleine Erzählungen?. In den letzten Kriegstagen sollte Ende noch die Heimatfront verteidigen. Dem entzog er sich, indem er desertierte und sich der Freiheitsaktion Bayern anschloss, die eine gewaltlose Kapitulation anstrebte.

Seinem Vater ist der 1983 erschienene Kurzgeschichtenband "Der Spiegel im Spiegel. Ein Labyrinth" gewidmet. Zum Einfluss seines Vaters auf ihn sagte Michael Ende einmal: "Ich werde mir immer mehr bewusst, im Laufe meines Lebens, wieviel ich meinem Vater zu verdanken habe. In meiner ganzen Grundauffassung von Kunst überhaupt. Und auch die ganze Welt, in die er mich halt eingeführt hat."

Seine letzten Schuljahre schloss Ende 1948 an der Stuttgarter Waldorfschule ab. Dann besuchte er die Schauspielschule Otto Falckenberg in München. Von 1950 bis 1953 war er an verschiedenen Provinztheatern engagiert und schrieb auch Texte für politische Kabaretts und Kleinkunstbühnen, außerdem, von 1954 bis 1962, Filmkritiken sowie eigene Theaterstücke, mit denen er jedoch keinen Erfolg hatte. Er stand innerlich zu sehr unter dem Einfluss Brechts, was ihn in seiner Kreativität lähmte?.

Ende erwog schon, das Schreiben aufzugeben, doch dann machte er einen letzten Versuch, indem er etwas ganz anderes schuf: den Text zu einem Bilderbuch, um den ihn ein Bekannter gebeten hatte. 1958 war Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer fertig - ein dickes Manuskript. Doch auch schien zunächst kein Erfolg beschieden. Zwölf Verlage lehnten das Manuskript ab. Dann brachte der Thienemann Verlag? die erste Hälfte des Textes als Buch 1960 heraus.

Für Michael Ende bedeutete das den Durchbruch. Er bekam den Deutschen Jugendbuchpreis?, das Buch wurde vielfach uebersetzt und mehrfach verfilmt. 1962 erschien die zweite Hälfte des Manuskripts als ebenso erfolgreicher Folgeband Jim Knopf und die Wilde 13. Die Jim Knopf-Geschichten wurden mit Figuren der Augsburger Puppenkiste verfilmt - 1961 und 1962 in Schwarzweiß, 1977 und 1978 in Farbe.

Michael Ende war nun finanziell unabhängig und konnte sich ganz dem Schreiben von Theaterstücken widmen, das weiter seine Leidenschaft war. 1964 heiratete er auf dem Kapitol in Rom seine Freundin Ingeborg Hoffmann. Er hatte die acht Jahre ältere Schauspielerin, die bereits einen Sohn aus erster Ehe hatte, Silvester 1951 auf einer Party kennengelernt. Die beiden blieben bis zum Tod Ingeborg Endes zusammen.

1966 zog das Ehepaar in eine alte Vogtei südlich von München, deren Ausbau fast das gesamte Vermögen kostete. Vier Jahre später verkaufte Michael Ende das Anwesen wieder und kaufte dafür eine Villa in Genzano südlich von Rom. Hier entstand 1972 der Roman Momo, der im Jahr darauf bei Thienemann erschien. Es erhielt 1974 den Deutschen Jugendbuchpreis?, jedoch nur mit einer Stimme Mehrheit in der Jury, denn zu jener Zeit, Anfang der 1970er-Jahre, galt die phantastische Literatur in Deutschland als Eskapismus, als Hilfe zur Flucht aus der Wirklichkeit. Im Lauf der Jahre wurde "Momo" dann in über 20 Sprachen übersetzt, 1986 wurde es verfilmt.

1975 schrieb Michael Ende, in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Mark Lothar, das Libretto? zur Oper Momo und die Zeitdiebe, die 1978 in Coburg uraufgeführt wurde. 1976 verfasste er Das Gaukler-Märchen, ein Zauberspiel für Puppen- und Maskentheater.

1977, nach einer Japanreise, auf der Michael Ende das Kabuki- und No-Theater kennenlernte, begann die Arbeit an Die unendliche Geschichte. Das Buch erschien 1979 und machte Michael Ende endgültig berühmt. Es wurde 1984 von Wolfgang Petersen verfilmt, jedoch distanzierte sich der Autor von dieser filmischen Umsetzung.

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Nach dem Tod seiner Frau, die 1985 an einer Lungenembolie starb, kehrte Michael Ende nach München zurück. Vier Jahre später heiratete er die Japanerin Mariko Sato. Ebenfalls 1989 erschien Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch. 1994 folgte Der Zettelkasten, eine Sammlung von Skizzen und Notizen?. Am 28. August 1995 starb Michael Ende an einem Magenkrebsleiden in Filderstadt-Bonlanden bei Stuttgart. Er ist auf dem Alten Waldfriedhof in München beerdigt.

Seine Werke wurden in über 40 Sprachen übersetzt und haben eine Gesamtauflage von über 28 Millionen (Stand 2010).

Literarische Arbeiten

"Die unendliche Geschichte" (1979)

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Um das Verhältnis von Realität und Fantasie geht es in dem phantastischen Roman "Die unendliche Geschichte", der 1979 erschien. Hauptfigur ist der zehnjährige Bastian Balthasar Bux. Er wird gemobbt, weil er dicklich und wenig sportlich ist. Als er sich in ein Antiquariat flüchtet, entdeckt er dort ein Buch mit dem Titel "Die unendliche Geschichte". Der Junge verkriecht sich damit auf dem Dachboden seiner Schule und taucht immer mehr in das Geschehen des Buches ein. Er identifiziert sich mit dessen Helden Atréju und gelangt so in die Anderswelt von Phantásien.

Dort bekommt er eine wichtige Aufgabe: Phantásien und mit ihm die Kindliche Kaiserin sind vom "Nichts" bedroht. Nur Balthasar, der Fremde aus der Menschenwelt, kann beide retten. Er erfüllt seinen Auftrag und besteht dabei viele Abenteuer. Als er anschließend in die Realität zurückkehrt, ist er fortan auch dort viel selbstbewusster und handlungsfähiger.

Die 26 Kapitel des Buches beginnen, in der Reihe des Alphabets?, jeweils mit einem anderen Buchstaben?. Um den Unterschied zwischen Realität und Fantasiewelt deutlich zu machen, ist Erstere - die Rahmenhandlung? - rot gedruckt? und Letztere - die Binnenerzählung? - grün.

"Die unendliche Geschichte" mit Figuren wie dem weißen Glücksdrache Fuchur wurde ein internationaler Bestseller. Sie fasziniert seit ihrem Erscheinen nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern ebenso Erwachsene.

Übrigens ...

Michael Ende wusste zunächst nicht, wie er den Helden in "Die unendliche Geschichte" wieder aus Phantásien herausbekommen sollte. Die Idee, dass der Ausgang aus dieser Welt im Amulett der Kindlichen Kaiserin verborgen liegt, kam ihm in einem ungewöhnlich harten Winter, als die Wasserleitungen gefroren und ein Rohr platzte, sodass das Haus unter Wasser stand und die Wände zu schimmeln begannen.

Auszeichnungen (Auswahl)

Werke (Auswahl)

Kinder- und Jugendbücher
Prosa und Lyrik für Erwachsene
  • Der Spiegel im Spiegel: Ein Labyrinth. Kurzgeschichten. OA 1983
  • (mit Jörg Krichbaum) Die Archäologie der Dunkelheit. Gespräche über Kunst und das Werk des Malers Edgar Ende. OA 1985
  • Trödelmarkt der Träume. Mitternachtslieder und leise Balladen. OA 1986
  • Das Gefängnis der Freiheit. Erzählungen. OA 1992
  • Die Vollmondlegende. OA 1993
  • Zettelkasten. Skizzen & Notizen. OA 1994
  • Der Niemandsgarten. Aus dem Nachlass. OA 1998
Bühnenstücke und Libretti
  • Die Spielverderber. Theaterstück, 1967
  • Momo und die Zeitdiebe. Libretto, 1978. Musik: Mark Lothar
  • Das Gauklermärchen. Theaterstück, 1982
  • Der Goggolori - Eine bairische Mär. Stück in acht Bildern. 1984, Musik: Wilfried Hiller
  • Die Jagd nach dem Schlarg. Variationen in Lewis Carrolls gleichnamigem Nonsensgedicht. Libretto, 1987. Musik: Wilfried Hiller
  • Das Traumfresserchen. Libretto. 1991, Musik: Wilfried Hiller
  • Der Rattenfänger Libretto, 1993, Musik: Wilfried Hiller

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