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Hoppe, Felicitas

Felicitas Hoppe (geb. 22. Dezember 1960 in Hameln) ist eine deutsche Schriftstellerin, Journalistin? und Dramaturgin?. Sie lebt in Berlin.

Leben und Schreiben

Felicitas Hoppe wurde am 22. Dezember 1960 in Hameln geboren. Sie wuchs dort als drittes von fünf Kindern auf. Im Anschluss an das Abitur ging sie nach Tübingen, wo sie von 1982 bis 1984 Literatur, Rhetorik und Religionswissenschaften studierte. 1985 schloss sie das Studium an der University of Oregon/USA mit dem Master of Arts ab. Seit 1986 lebt sie als freie Autorin in Berlin, wo sie von 1987 bis 1990 an der Freien Universität ihre akademische Ausbildung fortsetzte. Gleichzeitig veröffentlichte sie Texte in Anthologien?, Zeitungen? und Zeitschriften?.

"Picknick der Friseure" (1996)

1996 debütierte? Felicitas Hoppe mit dem Erzählband „Picknick der Friseure“ als Schriftstellerin. Der Band enthält 20 groteske Kurzgeschichten. Die Kritik war begeistert. Man lobte ihren Sprachwitz, ihre Phantasie und ihren bitterbösen Humor. Für ihr Debüt? erhielt sie 1996 den Aspekte-Literaturpreis? und den Ernst-Willner-Preis? im Bachmann-Literaturwettbewerb.

"Pigafetta" (1999)

1999 erschien Felicitas Hoppes erster Roman „Pigafetta“. Darin erzählt sie die Geschichte eines namenlosen Frachters, der von Hamburg aus die Welt umfährt. An Bord ist neben zahlenden Gästen, blinden Passagieren und der Ich-Erzählerin die historische Figur des Antonio Pigafetta, der als Chronist? der ersten Erdumsegelung (1519-1522) bekannt wurde. Die Resonanz auf ihren Romanerstling? war zwiespältig. Dennoch wurde Felicitas Hoppe zu einer der meistgelesenen Autorinnen ihrer Generation.

"Paradiese, Übersee" (2003)

2003 folgte ihr in der Gegenwart spielender Ritterroman? „Paradiese, Übersee“, in dem sie Realität und Märchen zu einem surrealistischen Erlebnisbericht? verknüpft. Im Zentrum des Romans steht die Frage, welchen Sinn das Leben der Menschen hat. In dem Band „Verbrecher und Versager. Fünf Porträts“ (2004) erzählt sie die Lebensgeschichten von fünf historischen Figuren, denen das Scheitern und die Hoffnungslosigkeit gemeinsam ist. Um den Orten ihrer Niederlagen zu entkommen, flüchten sie auf das Meer und in die weite Welt.

"Johanna" (2006)

Für ihren Roman „Johanna“ (2006) wurde Felicitas Hoppe mit dem Bremer Literaturpreis? 2007 geehrt. „Johanna“ gilt als ihr bislang bestes Buch. Der Roman beginnt im Jahr 1412? in einem kleinen Dorf in Lothringen. Obwohl das Buch nach Johanna von Orléans benannt ist, die 1431? nach einem Schauprozess als Ketzerin verbrannt wurde, ist es keine historische Biographie im klassischen Sinn. Mit poetischer Fabulierfreude und psychologischem Feingefühl schildert Felicitas Hoppe die Motive für „Johannas“ Aufbegehren gegen die englischen Eindringlinge.

Im Jahr 2008 erschien "Iwein Löwenritter. Erzählt nach dem Roman von Hartmann von Aue" - eine Aufbereitung des mittelalterlichen Stoffes für Kinder.

"Der beste Platz der Welt" (2009)

Unter dem Titel "Der beste Platz der Welt" brachte Felicitas Hoppe 2009 eine Erzählung heraus, die vordergründig von ihrem Aufenthalt als Preisträgerin des Spycher: Literaturpreises Leuk? 2004 im Wallis handelt. Durch einen Tunnel, beängstigend wie der im Märchen vom Schlaraffenland, gelangt man an diesen Ort, der sich als der beste Platz der Welt herausstellen soll. Er mündet er direkt an den Mauern einer Kirche auf einem Plateau über der Rhône. Hier befindet sich eine alte, frisch restaurierte Einsiedelei: "Einsiedeln heißt, einen Ort finden, einen Platz, eine Stelle."

Und dann verwandelt sich die vermeintliche Autobiographie in ein für Hoppe typisches Gespinst aus Mythen, Schicksalen, Märchen und Historien. Unmerklich tritt die Autorin ein in die Reihe ihrer Erfindungen, neben ihre Ritter und Heiligen, ihre Verbrecher und Versager und all die anderen unzuverlässigen Reiseführer der Weltgeschichte. Um schließlich einem Mann die Hand zu reichen, mit dem sie erprobt, wie man Gipfel stürmt ...

Die Literaturkritik nahm das Buch sehr positiv auf. So urteilte etwa "Die Berliner Literaturkritik": "Diese kleine Erzählung ist ein Kleinod unter den poetischen Dichtungen der Gegenwart. Da bleibt die raue, beschädigte und grobe Zivilisation ausgesperrt, und Felicitas Hoppe überlässt sich den Mächten der Natur, von denen die Regeln des Lebens bestimmt werden. Zwischen Traum und Wirklichkeit pendeln die Sätze und Gedanken und stiften den Leser zu eben jener Ruhe an, von der die Schreiberin berichtet."

"Hoppe" (2012)

Im Jahr 2012 erschien "Hoppe" - keine Autobiographie, sondern eine Traumbiographie, in der Felicitas Hoppe eine andere Hoppe lebendig werden lässt. Sie erzählt von einer Kindheit in Kanada (auf dünnem Eis), von einer Jugend in Australien (kurz vor der Wüste), von Reisen über das Meer und von einer Flucht nach Amerika. Dieser Lebens- und Reisebericht wird zum tragikomischen Künstlerroman, mit dem sie uns durch die Welt und von dort aus wieder zurück in die deutsche Provinz führt, wo ihre Wunschfamilie immer noch auf sie wartet. Aus der Perspektive einer Kindheit und Jugend in Kanada und Australien träumt sich Felicitas Hoppe in eine deutsche Provinz, die sie nie gesehen hat. Unbekümmert verwebt sie andere Leben mit ihrem eigenen: das des Eishockeystars Wayne Gretzky, der im Buch als Hoppes erste große Liebe auftaucht, und Starpianist Glenn Gould, angeblich Hoppes Jugendliebe ...

Im Mai 2007 wurde Felicitas Hoppe in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung? aufgenommen. Die Schriftstellerin lebt in Berlin. Sie nimmt Poetikdozenturen und Gastprofessuren in Wiesbaden, Mainz, Augsburg und Göttingen sowie am Dartmouth College in Hanover, New Hampshire, und an der Georgetown University, Washington DC, wahr. Im Jahr 2012 erhielt sie den Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung?. Sie habe „mit ihrer eigensinnigen und abenteuerlustigen Prosa Grundfragen eines postmodernen Daseins mit virtuoser, befreiender Fantasie? durchspielt“, so die Begründung der Jury.

Übrigens ...

"Ich wollte nie Schriftsteller werden, ich war das einfach schon immer", sagte Felicitas Hoppe im Oktober 2012, als sie den Georg-Büchner-Preis erhielt. Dabei sei der Beruf ausgeprochen "asozial". "„Man kann zwar die ganze Welt erfinden, aber faktisch ist man immer allein."

Auszeichnungen

Werke (Auswahl)

  • Bücher von Felicitas Hoppe bei Jokers
  • Johanna. Roman. Frankfurt am Main, S. Fischer Verlag 2006, ISBN: 978-3100324504
  • Paradiese, Übersee. Roman. Frankfurt am Main, S. Fischer Verlag 2006, ISBN: 978-3596171279
  • Picknick der Friseure. Geschichten. Frankfurt am Main, S. Fischer Verlag 2006, ISBN: 978-3596171286
  • Pigafetta. Roman. Reinbek, Rowohlt Verlag 2002, ISBN: 978-3498029500
  • Verbrecher und Versager. Fünf Porträts. Frankfurt am Main, S. Fischer Verlag 2006, ISBN: 978-3596167098
  • Iwein Löwenritter. Erzählt nach dem Roman von Hartmann von Aue. Frankfurt am Main, S. Fischer Verlag 2008, ISBN: 978-3596852598
  • Der beste Platz der Welt. erzählung. Dörlemann Verlag, Zürich 2009, ISBN: 978-3908777519
  • Hoppe. Roman. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2012, ISBN: ISBN: 978-3-10-032451-1

Hörbücher

  • Paradiese, Übersee. 4CDs. Freiburg, Audiobuch 2003, ISBN: 978-3899640014
  • Verbrecher und Versager. 4CDs. Hamburg Marebuchverlag 2005, ISBN: 978-3936384581

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