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King, Stephen
Stephen King (geb. 21. September 1947 in Portland / Maine) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller. Er schreibt vor allem Horrorromane?, die ihn zu einem der populärsten Autoren der Gegenwart gemacht haben. King lebt mit seiner Familie in Bangor / Maine.
Leben und Schreiben
Stephen Edwin King wurde am 21. September 1947 in Portland / Maine geboren. Er war der zweite Sohn von Donald King, einem Seemann, und Nellie Pillsbury. Als Stephen zwei Jahre alt war, verließ der Vater die Familie. Angeblich soll der Vater gesagt haben: „Ich bin nur mal schnell Zigaretten holen.“ Die Mutter war gezwungen, ihre Kinder durch schlecht bezahlte Gelegenheitsjobs zu ernähren. Stephen wuchs in schwierigen Verhältnissen auf und zog mit der Mutter häufig um: So lebte er unter anderem in den Bundesstaaten Indiana und Connecticut. Im Jahr 1958 kehrte die Mutter mit ihren Kindern nach Maine zurück.
Von 1966 bis 1970 studierte Stephen King Englisch an der Universität von Maine. Während des Studiums lernte er seine spätere Frau Tabitha Spruce kennen, die er 1971 heiratete. Im Herbst 1971 begann er als Englischlehrer an der Hampden Academy in Maine zu unterrichten. In seiner Freizeit verfasste er zahlreiche Kurzgeschichten, die er hin und wieder an Zeitungen und Zeitschriften verkaufen konnte. Für seine Romane suchte er lange Zeit vergeblich nach einem Verlag. Einige dieser Frühwerke? überarbeitete er später und veröffentlichte sie ab 1977 unter dem Pseudonym Richard Bachman. Ein zweites Pseudonym von King ist übrigens John Swithen, das er allerdings nur ein einziges Mal verwendet hat: für die Kurzgeschichte „Das fünfte Viertel“ (1972) im US-Männermagazin „Cavalier“.
„Carrie“ (1973) bringt den ersten großen Erfolg
Mit der Veröffentlichung seines ersten Romans „Carrie“ (1973; dt. „Carrie“, 1977) kam schlagartig der kommerzielle Erfolg. Im Mittelpunkt des Romans steht die 16-jährige Schülerin Carietta White, die über telekinetische Fähigkeiten verfügt und dadurch in der Lage ist, mit der Kraft ihrer Gedanken Gegenstände zu bewegen und zu verformen. Carrie nutzt die Telekinese, um in der US-Kleinstadt Chamberlain, in der sie lebt, ein grauenhaftes Blutbad und schwere Verwüstungen anzurichten. 1976 wurde das Buch von Brian De Palma mit Sissy Spacek und John Travolta unter dem Titel „Carrie - Des Satans jüngste Tochter“ erstmalig verfilmt. Der große kommerzielle Erfolg seines ersten veröffentlichten Romans ermöglichte es Stephen King, seinen Beruf als Lehrer aufzugeben und ein Leben als Schriftsteller zu führen.
Die Leser in Deutschland sind begeistert
In den folgenden Jahren veröffentlichte King viele weitere Werke?, die unterschiedlichste Elemente aus Horrorliteratur?, Science-Fiction?, Märchen und Psychothriller? auf kunstvolle Weise miteinander verquicken. Oft schildert er gewaltsame Einbrüche des Unheimlichen in ein kleinstädtisches Milieu. Meist ist die amerikanische Mittelschicht von einer übernatürlichen Gefahr bedroht. Zu nennen sind hier vor allem die Romane „The Shining“ (1977; dt. „Shining“, 1980), „Cujo“ (1981; dt. „Cujo“, 1986) und „Pet Sematary“ (1983; dt. „Friedhof der Kuscheltiere“, 1985) sowie die Kurzgeschichtensammlung „Night Shift“ (1978; dt. „Nachtschicht“, 1984). Im Lauf der 1970er Jahre wurde Stephen King zunehmend auch einer internationalen Leserschaft bekannt. Besonders viele begeisterte Leser fanden seine Bücher in Deutschland.
Kunst oder Schund?
Zu Kings einflussreichsten Vorbildern gehören Autoren wie Edgar Allan Poe, H. P. Lovecraft? und Algernon Blackwood?, die er mal mehr und mal weniger leicht erkennbar in seinen Büchern zitiert und deren Stoffe und Motive er immer wieder gekonnt abwandelt. Stephen King sieht sich selber nicht als begnadeten Wortkünstler („Meine Bücher sind das literarische Äquivalent eines Big Mac mit einer großen Portion Pommes“), sondern als ehrlichen und fleißigen Handwerker, der die Ängste der Menschen kennt (und teilt) und diese Ängste in seinen Büchern verarbeitet. Die Literaturkritik zerfällt in zwei Lager: Seine Bewunderer sehen in King eine nahezu unerschöpfliche Quelle für geistreiche und packende Unterhaltungsliteratur?, seine Kritiker werfen ihm Schematismus und eine fehlende literarische Entwicklung vor. Dieser Konflikt trat zuletzt im Jahr 2003 offen zutage, als Stephen King mit dem renommierten National Book Award to American Letters? ausgezeichnet wurde: Kings Bewunderer klatschten Beifall, seine Kritiker schüttelten die Köpfe und protestierten.
Wie entsteht ein King-Roman?
Bis heute hat Stephen King mehr als 40 Romane, über 100 Kurzgeschichten, zahlreiche Novellen und einige Drehbücher veröffentlicht. Die Weltauflage? beträgt mehr als 400 Millionen Bücher. In der Autobiographie „On Writing: A Memoir of the Craft“ (2000; dt. „Das Leben und das Schreiben“, 2000) gewährt er dem Leser einen Blick hinter die Kulissen: King berichtet aus seiner Jugend, beschreibt den Entstehungsprozess seiner Romane und schildert den Kampf gegen seine langjährige Alkohol- und Kokainsucht. Zu seinen besten und erfolgreichsten Romanen gehören „It“ (1986; dt. „Es“, 1986), „Dolores Claiborne“ (1993; dt. „Dolores“, 1993) und „Duma Key“ (2008; dt. „Wahn“, 2008).
„Wahn“ (2008)
Unter King-Fans gilt der Roman „Wahn“ als weiteres Glanzlicht aus der Feder des Horrorkünstlers. Im Zentrum der Handlung steht Edgar Freemantle - ein reicher Bauunternehmer, der bei einem schweren Unfall auf einer Baustelle seinen rechten Arm verliert und gefährliche Verletzungen am Kopf davonträgt. Diese Verletzungen verändern Freemantles Wesen und Gemüt vollständig: Er wird von schrecklichen Wut- und Schmerzanfällen heimgesucht und sein Erinnerungsvermögen zeigt gewaltige Lücken. Gleichzeitig blüht jedoch ein bisher im Verborgenen schlummerndes Talent in Edgar auf: Er malt Bilder. Er malt seine Bilder wie im Fieberwahn - und er erkennt, dass er mit diesen Bildern eine unheimliche Macht ausübt, eine Macht über die Lebenden und die Toten … In „Wahn“ verarbeitet King übrigens seinen eigenen schweren Autounfall, der ihn 1999 fast das Leben gekostet hätte.
Zuletzt veröffentlichte King den Roman „Under the dome“ (2009; dt. „Die Arena“, 2009).
Stephen King lebt mit seiner Frau Tabita und seinen drei Kindern Owen Phillip, Joseph Hillstrom und Naomi Rachel in Bangor / Maine.
Übrigens ...
stellte Stephen King im Jahr 1996 einen Rekord auf, als sechs seiner Bücher („The Green Mile“-Episoden) alle zur selben Zeit in den Bestsellerlisten? auftauchten.
Auszeichnungen
- 1980 World Fantasy Award
- 1982 Best Fiction Writer of the Year
- 1986 Golden Pen Award
- 1987, 1990, 1995, 1996, 1999 Bram Stoker Award?
- 1999 British Fantasy Award
- 2003, 2005 Deutscher Phantastik Preis?
- 2003 National Book Award to American Letters?
Werke (Auswahl)
- Carrie. EA 1973. Heyne Verlag, München 2009, ISBN: 978-3404131211
- Shining. EA 1977. Heyne Verlag, München 2009, ISBN: 978-3404130085
- Nachtschicht. EA 1978. Heyne Verlag, München 2006, ISBN: 978-3404131600
- Friedhof der Kuscheltiere. EA 1983. Heyne Verlag, München 2005, ISBN: 978-3548263106
- Es. EA 1986. Heyne Verlag, München 2009, ISBN: 978-3548281278
- Das Leben und das Schreiben. EA 2000. Heyne Verlag, München 2006, ISBN: 978-3548368719
- Wahn. EA 2008. Heyne Verlag, München 2009, ISBN: 978-3453433434
- Die Arena. EA 2009. Heyne Verlag, München 2009, ISBN: 978-3453266285
Hörbücher
- Der Friedhof der Kuscheltiere. 3 CDs. Audio Verlag, München 2006, ISBN: 978-3899409116
- Nachtschicht. Lübbe Audio, München 2008, ISBN: 978-3785731819
- Wahn. Random House Audio, München 2008, ISBN: 978-3866048409
Sekundärliteratur
- Anton, Uwe: Wer fürchtet sich vor Stephen King? Hannibal Verlag, München 2011, ISBN: 978-3854453185
- Kerner, Charlotte: Die Fantastischen 6. Die Lebensgeschichten von Stephen King, Philip K. Dick, Stanislaw Lem, J.R.R.Tolkien, Bram Stoker, Mary Shelley. Beltz Verlag, Weinheim 2010, ISBN: 978-3407810700
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