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Leitner, Anton G.

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Anton G. Leitner (geb. 16. Juni 1961 in München) ist ein deutscher Schriftsteller, Herausgeber? und Verleger? in Weßling.

Seine bislang wichtigsten Veröffentlichungen sind die Gedichtbände „Das Meer tropft aus dem Hahn“ (2001), „Der digitale Hai ist high“ (2004), „Im Glas tickt der Sand. Echtzeitgedichte 1980 – 2005“ (2006) sowie die Herausgabe der buchstarken Jahresschrift? „Das Gedicht“ (seit 1993).

Leben und Schreiben

Anton G. Leitner studierte nach dem Abitur 1981 am humanistischen Wittelsbacher-Gymnasium (München) von 1982 bis 1988 Rechtswissenschaften und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Im Anschluss an die Erste Juristische Staatsprüfung 1989 absolvierte er von 1990 bis 1993 das juristische Referendariat beim Oberlandesgericht München. Er lebt und arbeitet (seit April 1993 im Hauptberuf) als Schriftsteller, Herausgeber, Verleger und Kritiker in Weßling (Landkreis Starnberg).

Initiative Junger Autoren (IJA)

Zusammen mit Friedrich Ani? und anderen gründete Anton G. Leitner Anfang der 1980er Jahre die „Initiative Junger Autoren?“ (IJA) und war bis 1991 deren Vorsitzender. Unter seiner künstlerischen Leitung veranstaltete? die IJA 1988 im Münchner Gasteig-Kulturzentrum in Zusammenarbeit mit IBM-Deutschland das Festival „Interaktionen / Tage junger Literatur“, die bis zu diesem Zeitpunkt größte Literaturveranstaltung in der bayerischen Landeshauptstadt. Organ der IJA war das „Münchner Flugblatt für junge Literatur, Der Zettel“. Viele Schriftsteller (u. a. Michael Lentz?) veröffentlichten dort ihre ersten Gedichte, hin und wieder verstärkt durch internationale Autoren wie Wladimir Sorokin?.

Die Arbeit für die „Initiative Junger Autoren“ und eine Reihe von öffentlichen Auftritten schulten Anton G. Leitners Vortragsstil?. Bereits als Jurastudent edierte er junge Lyrik und Prosa bei Goldmann?, wo er die Taschenbuchreihe „goldmann blitz“ mitbegründete, und war Juror? beim „Treffen Junger Autoren“ in Berlin (Bundeswettbewerb „Schüler schreiben“).

Zeitschrift „Das Gedicht“

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Im Jahr 1993 hob Anton G. Leitner gemeinsam mit Ludwig Steinherr? die buchstarke Zeitschrift? für Lyrik, Essay und Kritik „Das Gedicht“ aus der Taufe, die er von 1994 bis 2007 alleine herausgegeben hat und seit 2008 mit wechselnden Mitherausgebern (u. a. Friedrich Ani) ediert. Mit dem „Erotik-Special“ von „Das Gedicht“, das im Nachrichtenmagazin „Focus“ auf der Liste „Die 100 besten Bücher“ platziert war (2000), gelang ihm der Durchbruch als Herausgeber.

Zum 15. Geburtstag der Zeitschrift „Das Gedicht“ veranstaltete er am 22. Januar 2008 im Literaturhaus München? einen Galaabend mit Liebeslyrik, zu dem 50 namhafte Dichter? aus dem ganzen deutschen Sprachraum anreisten, um jeweils ein Gedicht aus „Das Gedicht“ live zu rezitieren? („Ich bin dein Nest, du bist mein Fest“). Über diesen „Abend der poetischen Lust“, der eine ganze Anthologie? zur Bühnenaufführung brachte, berichteten u. a. auch die Abendnachrichten von „Das Erste“ (ARD).

Echtzeitgedichte

Schon als Gymnasiast veröffentlichte Anton G. Leitner 1980/1981 ein erstes Gedichtbändchen „Nachböen“ (als Privatdruck); das Vorwort? dafür schrieb sein Jugendfreund und Dichterkollege Helmut Krausser?. Seine erste selbstständige Lyrikpublikation erschien 1986 im Bundesring junger Autoren? (Aachen) unter dem Titel „Schreite fort, Schritt“, als „Appell gleichsam an der Unterseite jenes fatalen Fort-Schritts, den uns die Dialektik der Aufklärung vererbte“ (Ulrich Johannes Beil). 1994 und 1997 folgten im Verlag Landpresse von Ralf Liebe (Weilerswist) seine Lyriksammlungen „Kleine Welt Runde“ und „Bild Schirm schneit, roter Stich“.

Der Durchbruch als Lyriker gelang ihm 2001 mit der Sammlung „Das Meer tropft aus dem Hahn“ (Kowalke & Co. Verlag, Berlin), die „ein einziges Gedicht von Meer, Insel, Liebe“ ist (Joachim Sartorius?). Nach Ansicht der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“ erreicht Leitner damit „in der Kunst des Enjambements? einen Gipfel, der an Scharlatanerie grenzt“. Nach der Liquidation von Kowalke & Co. legte 2002 die Lyrikedition 2000 (München) eine erweiterte Neuausgabe? auf (als Hardcover? und Paperback?), 2003 erschien der Band auch noch als Hörbuch (CD). Im Jahr 2004 publizierte Leitner in der Lyrikedition 2000 einen Lyrikzyklus? mit dreißig Gesängen: „Der digitale Hai ist high“.

2006 versammelte der Lichtung Verlag? Leitners hauptsächliche Gedichte aus 25 Jahren in dem Band? „Im Glas tickt der Sand. Echtzeitgedichte 1980 – 2005“. Ein Jahr später (2007) nahm Leitner zusammen mit den Schauspielern Anna Thalbach und Alexander Khuon sowie dem Gitarristen Martin Finsterlin bei Eichborn? seine CD „Herzenspoesie“ auf.

Leitners Gedichte erscheinen auch in Zeitschriften? (u. a. „Brigitte“, „die horen“, „mare“, „ndl“, „Volltext“), Tageszeitungen? (u. a. „Die Welt“, „Die Zeit“, „Süddeutsche Zeitung“), sowie in Funk und Fernsehen (u. a. „Bayerischer Rundfunk“, „BR alpha“, „Mitteldeutscher Rundfunk“, „Radio Bremen“ und „RBB-Kulturradio“). Er ist mit Lyrik in etlichen Sammelbänden? vertreten, u. a. in den Standardwerken „Der Neue Conrady. Das große deutsche Gedichtbuch“ (hgg. von Prof. Dr. Karl Otto Conrady?, Artemis & Winkler, Düsseldorf/Zürich 2000) und „Das deutsche Gedicht. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart“ (hgg. von Prof. Dr. Wulf Segebrecht?, S. Fischer, Frankfurt a. M. 2005).

SMS-Lyrik

Von 1984 bis 2009 edierte Leitner über dreißig Anthologien (vor allem für dtv?, dtv/Hanser? und Reclam?), darunter den Lyrik-Bestseller? „SMS-Lyrik“, mit dem er nach Ansicht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ ein „eigenes“ literarischesGenre“ begründete (vgl. F.A.Z. vom 6. Mai 2003). Von 2007 bis 2008 gab er für die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) eine bibliophile Lyrik-Trilogie? in der edition Chrismon heraus, im Juni 2009 folgte im Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv) seine Serie? „dtv-Lyrik“ für junge? Leserinnen und Leser (mit den Titeln „power“, „relax“ und „smile“).

Im September 2009 haben die Münchner „Turmschreiber“? Anton G. Leitner als neues Mitglied in ihren Kreis berufen.

Auszeichnungen

Werke (Auswahl)

  • Das Meer tropft aus dem Hahn. Fließ, Blätter. Mit einem Vorwort von Joachim Sartorius. EA 2001. Lyrikedition 2000, München 2002, ISBN 978-3-935877-14-5
  • Der digitale Hai ist high. Gesänge. Mit einem Vorwort von Günter Kunert. Lyrikedition 2000, München 2004, ISBN 978-3-86520-052-5
  • Im Glas tickt der Sand. Echtzeitgedichte 1980 – 2005. Mit einem Nachwort des Autors. Lichtung Verlag, Viechtach 2007, ISBN 978-3-929517-75-0

Herausgaben (Auswahl)

  • Experimente mit dem Echolot. Der modernen Dichtung auf den Grund gehen, Lyrikedition 2000, München 2002, ISBN 978-3-935877-13-8
  • SMS-Lyrik. 160 Zeichen Poesie. dtv/Hanser, München 2003 (3. Auflage 2003. EA 2002), ISBN 978-3-423-62124-3
  • Die Arche der Poesie. Lieblingsgedichte deutscher Dichter. dtv, München 2007, ISBN 978-3-423-13561-0
  • ,Kinder, Kinder!’ Gedichte zur Kindheit. Philipp Reclam jun. (UB), Stuttgart 2007, ISBN 978-3-15-018368-7
  • Mutters Hände, Vaters Herz. Familiengedichte aus 2500 Jahren. edition Chrismon, HDV – Hansisches Druck- und Verlagshaus, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-938704-36-3
  • Gedichte für Nachtmenschen (hgg. mit Gabriele Trinckler), dtv, München 2008, ISBN 978-3-423-13726-3
  • Im Ursprung ein Ei sprang. Gedichte vom Werden und Vergehen. edition Chrismon / HDV – Hansisches Druck- und Verlagshaus, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-938704-59-2
  • Ohne dich bin ich nicht ich. Poesie in jeder Beziehung, edition Chrismon / HDV – Hansisches Druck- und Verlagshaus, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-938704-70-7
  • Zu mir oder zu dir? Verse für Verliebte, dtv/Hanser, München 2008, ISBN 978-3-423-62341-4
  • Ein Nilpferd schlummerte im Sand. Gedichte für Tierfreunde (hgg. mit Gabriele Trinckler, mit Illustrationen von Reinhard Michl), dtv, München 2009, ISBN 978-3-423-13754-6
  • Feuer, Wasser, Luft & Erde. Die Poesie der Elemente. Philipp Reclam jun. (Neuausgabe als Hardcover) Stuttgart 2009 (EA 2003 in Reclams UB), ISBN 978-3-15-010727-0
  • power. lyrik, dtv, München 2009, ISBN 978-3-423-13777-5
  • relax. lyrik, dtv, München 2009, ISBN 978-3-423-13778-2
  • smile. lyrik, dtv, München 2009, ISBN 978-3-423-13779-9
  • Der Garten der Poesie (hgg. mit Gabriele Trinckler), dtv, München 2010 (Neuausgabe als Hardcover) München 2010 (EA 2006 als TB), ISBN 978-3-423-13860-4

Hörbücher (Auswahl)

  • Das Meer tropft aus dem Hahn. Insel – Liebe – Leben“ (CD; Interpreten: Anton G. Leitner, Gedichte und Martin Finsterlin, Gitarre), beefree records / DAS GEDICHT audio, Weßling 2003, ISBN 978-3-929433-29-6
  • Herzenspoesie (CD von Anton G. Leitner zusammen mit Anna Thalbach und Alexander Khuon. Musikalische Gestaltung: Martin Finsterlin; Regie: A. G. Leitner und M. Finsterlin), Eichborn LIDO, Frankfurt a. M. 2007, ISBN 978-3-8218-5443-4

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