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Fielding, Henry

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Henry Fielding (geb. 24. April 1707 in Sharpham Park; gest. 8. Oktober 1754 in Lissabon) war ein englischer Schriftsteller. Mit seinen scharfsinnig-satirischen Werken gilt er neben Daniel Defoe? und Samuel Richardson? als Begründer des modernen realistischen Gesellschaftsromans.

Sein berühmtestes Buch "The History of Tom Jones, a Foundling" (1749) wurde mehrfach verfilmt.

Leben

Henry Fielding wurde 1707 als Sohn einer aristokratischen Familie geboren. Seine Mutter starb, als er elf Jahre alt war, der Vater heiratete erneut. Henry Fielding wurde standesgemäß in Eton und London erzogen. Er studierte zunächst Jura in London und - 1728 - im niederländischen Leiden. 1729 kehrte er nach London zurück und machte bald als Theaterdirektor? und Dramatiker? Karriere.

1731 brachte ihn seine politische Komödie "The Welsh opera" wegen (immerhin milder) satirischer Angriffe auf den Königshof erstmals in Konflikt mit der Zensur?. Fünf Jahre später griff er in "The historical register for the year" den reaktionären Premierminister Sir Robert Walpole an, den Vater von Horace Walpole, dem Begründer der Gothic Novel. Walpole erließ daraufhin 1737 ein Theaterzensurgesetz, das bis auf zwei alle Londoner Bühnen? betraf und Fieldings Karriere als Bühnenautor beendete.

Fielding, der bis zu jenem Zeitpunkt bereits 16 Komödien und Farcen? geschrieben hatte, entschied sich nun doch für eine juristische Ausbildung. Daneben schrieb er aber weiter und brachte 1741 seinen ersten Roman heraus: "Shamela", eine Parodie auf Samuel Richardsons? im Jahr zuvor erschienen empfindsamen Roman "Pamela oder die bedrohte Tugend". Komik und Realismus verband er in "Die Geschichte von den Abenteuern Joseph Andrews'" (1742, dt. 1765) und begründete so die Untergattung des humorvoll-gesellschaftkritischen Romans mit.

Gesellschaftskritik war auch ein berufliches Motiv, als Fielding 1748 Friedensrichter in Westminster und Sussex wurde: In dieser Funktion engagierte er sich für die Abschaffung sozialer Missstände und versuchte das Polizei- und Rechtswesen zu reformieren, um auf diese Weise der Kriminalität entgegenzuwirken. In mehreren Fachschriften legte er seine Ansätze dar, so etwa in "An Enquiry into the Causes of the Late Increase of Robbers, etc." (1751) und "Proposal for Making Effective Provision for the Poor" (1753). Auch als Journalist setzte sich Fiedling für die Verbesserung der gesellschaftlichen Bedingungen ein.

1749 erschien der Roman "The History of Tom Jones, a Foundling" (dt. Die Geschichte des Tom Jones, eines Findlings, 1771). Es wurde Fieldings bekanntestes Werk. 1751 folgte "Amelia", worin der Verfasser besonders Kritik an der englischen Justiz übte.

In seinen letzten Lebensjahren litt Henry Fielding an starken rheumatischen Beschwerden. Er starb 1754, erst 47-jährig, auf einer Erholungsreise durch Portugal. Nach seinem Tod setzte sein Halbbruder John Fielding die begonnenen Reformen fort.

Literarische Arbeiten

"Die Geschichte des Tom Jones, eines Findlings" (1749)

Henry Fieldings erfolgreichster Roman erzählt das Leben von Tom Jones, den der verwitwete Adlige Squire Allworthy eines Nachts als ausgesetztes Baby findet und an Sohnes Statt bei sich aufnimmt. Ein Rivale erwächst Tom im nur wenig jüngeren Neffen seines Adoptivvaters, dem bösartigen Blifil. Als dieser ihn bei Allworthy erfolgreich verleumdet, verlässt Tom, nunmehr ein junger Mann, sein Zuhause und damit auch die Nachbarstochter Sophie, mit der ihn eine leidenschaftliche Liebe verbindet.

Sophie, die mit Blifil verheiratet werden soll, flieht nach London. Unterwegs muss sie erfahren, dass Tom, der zur See gehen will, eine Affäre mit einer anderen Frau hat. Er wie auch Sophies Vater folgen ihr nun nach London, wo schließlich alle Handlungsstränge zusammenlaufen. Weil er einen Kontrahenten im Duell getötet hat, landet Tom zunächst im Gefängnis. Blifil versucht sogar, ihn an den Galgen zu bringen. Doch dann erkennt Allworthy Blifils wahres Wesen und dass er Tom gegenüber ungerecht gehandelt hat. Als Tom frei kommt, versöhnen sich die beiden. Schließlich stellt sich auch heraus, dass Tom der nichteheliche Sohn von Allworthys Schwester und somit standesgemäß ist. Damit steht einer Heirat mit Sophie nichts mehr im Wege.

Der Roman begeisterte seine Leser direkt nach Erscheinen durch seine turbulente Handlung und die bunte, dabei realistische Zeichnung der englischen Gesellschaft. Nicht zuletzt die lebendig gezeichneten Figuren? machen das Buch auch heute noch zu einer spannenden und unterhaltsamen? Lektüre.

Übrigens ...

Henry Fielding prägte als Vorbild Schriftsteller wie Charles Dickens, Georg Christoph Lichtenberg und Christoph Martin Wieland.

Werke (Auswahl)

  • Werke von Henry Fielding bei Jokers
  • Shamela. Roman. EA 1741.
  • Die Geschichte von den Abenteuern Joseph Andrews'. Roman. EA 1742.
  • Die Geschichte des Tom Jones, eines Findlings. Roman. EA 1749. Insel Verlag, Frankfurt am Main 2006, ISBN: 978-3458349396
  • Amelia. Roman. EA 1751.

Verfilmungen

  • Tom Jones – Zwischen Bett und Galgen (1962)
  • Vagabund in tausend Nöten (1975)
  • Die Abenteuer des Joseph Andrews (1976)
  • The History of Tom Jones, a Foundling (1997)
  • City of Vice (halbfiktionale Fernseh-Serie über Henry und John Fielding, 2007)

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