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Forster, Margaret

Margaret Forster (geb. 25. Mai 1938 in Carlisle/England) ist eine englische Schriftstellerin und Journalistin?. Sie hat zahlreiche Romane und Biographien geschrieben und wurde für ihr Werk? mit verschiedenen Literaturpreisen ausgezeichnet. Ihre Bücher werden vor allem von Frauen gerne gelesen, da Margaret Forster mit großer Intensität das Leben von Frauen in vergangenen historischen Epochen schildert. In England gilt sie als „unangefochtene Königin des anspruchsvollen Familienromans“.

Leben

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Margaret Forster wurde am 25. Mai 1938 in Carlisle geboren. Ihre Geburtsstadt liegt in der Grafschaft Cumbria im äußersten Nordwesten Englands, etwa 16 km von der Grenze zu Schottland entfernt. Margaret Forster besuchte von 1949 bis 1956 die County High School für Mädchen. Danach wechselte sie an das Somerville College, wo sie moderne Geschichte studierte und 1960 ihren Abschluss machte. Von 1961 bis 1963 arbeitete sie als Lehrerin an der Barnsbury Mädchen-Schule in London.

Margaret Forster hat drei Kinder und lebt als freie Autorin in London und im Lake District. Sie ist mit dem Schriftsteller und Journalisten? Hunter Davies? verheiratet. Für ihre zahlreichen Bücher wurde sie mit verschiedenen Literaturpreisen ausgezeichnet, so erhielt sie unter anderem den Heinemann Award? (1989) und den (1999). Viele ihrer Romane und Biographien sind auch im Ausland erschienen.

Neben ihren literarischen Arbeiten veröffentlichte Margaret Forster regelmäßig journalistische Beiträge in angesehenen britischen Zeitungen und Magazinen. Außerdem arbeitete sie für den BBC-Hörfunk. 1975 wurde sie Mitglied der Royal Society of Literature?. Von 1977 bis 1980 war sie Chefkritikerin für den Londoner „Evening Standard“ und prägte das Feuilleton? des Blattes.

Schreiben

Margaret Forsters Bücher sind vor allem bei Frauen sehr beliebt, da die englische Bestsellerautorin auf sehr einfühlsame und phantasievolle Weise das Leben von Frauen in vergangenen historischen Epochen schildert. Aber sie greift auch Themen der Gegenwart auf. Von ihrem ersten Aufsehen erregenden Roman „Ich glaube, ich fahre in die Highlands“ (dt. 1990) über ihren bislang erfolgreichsten Roman „Die Dienerin“ (dt. 1992) bis zu ihrer fiktiven Biographie „Ich warte darauf, dass etwas geschieht“ (dt. 2005) hat Margaret Forster auch im deutschsprachigen Raum zahllose Leserinnen begeistert.

„Ich glaube, ich fahre in die Highlands“ (dt. 1990)

Margaret Forsters „Ich glaube, ich fahre in die Highlands“ ist ein typischer englischer Familienroman, in dem die Autorin realistisch und mit einer großzügigen Prise Humor ein Problem schildert, das zahllose Familien betrifft. Es geht um Altersdemenz und die Probleme, mit denen die Betroffenen und ihre Angehörigen konfrontiert werden. Im Mittelpunkt des Romans steht „Grandma“, die sich ihr Leben lang für die Familie aufgeopfert hat und nun an Demenz leidet. Die Familie steht vor der Entscheidung, die alte Frau in ein Pflegeheim zu geben oder ihre Betreuung selbst zu übernehmen. Sie entscheidet sich gegen das Heim. Es zeigt sich, dass es nun vor allem die weiblichen Familienangehörigen sind, die die Last auf ihre Schultern nehmen, die Männer gehen auf Distanz und empfinden „Grandma“ als Zumutung. Der Roman ist abwechselnd aus der Perspektive der Enkelin und der Schwiegertochter geschrieben. Das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ sah in Forsters Roman „Ich glaube, ich fahre in die Highlands“ ein leicht geschriebenes Buch über ein „todernstes, das Leben vieler Menschen verdunkelndes Problem“.

„Die Dienerin“ (dt. 1992)

Margaret Forsters „Die Dienerin“ ist ein bewegender, atmosphärisch geschriebener Frauenroman, in dem die Bestsellerautorin mit großer Intensität ein packendes Zeit- und Sittengemälde des viktorianischen England entwirft. Die Hauptfigur heißt Elizabeth Wilson und ist 24 Jahre alt, als sie 1844 ihre Familie in Newcastle verlässt, um in London Dienerin der 40-jährigen Schriftstellerin Elizabeth Barrett zu werden. Vom ersten Augenblick an fühlt sich „Wilson“, wie sie genannt wird, zu der berühmten Dichterin hingezogen, opfert sich für sie auf und wird zum guten Engel. Barrett heiratet heimlich den Dichter Robert Browning und muss deshalb aus dem Haus ihres Vaters fliehen. Wilson ist auf der Flucht durch halb Europa immer mit dabei und stellt ihre billige Arbeitskraft in den Dienst des verliebten Paares.

Barrett und Browning schreiben Gedichte – humanistische Gedichte, in denen sie die Menschen zu Liebe, Toleranz und Idealismus aufrufen. Als „Wilson“ den Diener Ferdinand heiratet und ein Kind von ihm erwartet, bekommt Barrett die Gelegenheit, die besungenen Ideale in Taten umzusetzen – und versagt. Barrett verweist „Wilson“ kurzerhand des Hauses. In zahlreichen englischsprachigen Ländern stand „Die Dienerin“ lange Zeit auf den Bestsellerlisten?. Auch im deutschsprachigen Raum war das Buch ein großer Erfolg.

„Ich warte darauf, dass etwas geschieht“ (dt. 2005)

Margaret Forsters „Ich warte darauf, dass etwas geschieht“ ist ein fiktiver Tagebuchroman, in dem die preisgekrönte englische Autorin von den Höhen und Tiefen eines Frauenlebens im 20. Jahrhundert erzählt. Im Mittelpunkt des Romans steht Millicent King, geboren 1901, die im Alter von 13 Jahren beginnt, Tagebuch zu schreiben. Als sie mit dem Schreiben aufhört, ist sie über 90 und blickt auf ein wechselvolles Leben zurück. Das bewegte 20. Jahrhundert spiegelt sich mit allen seinen Krisen und Kriegen, aber auch mit seinem ganzen Glück in Millicents Aufzeichnungen.

Der Leser begleitet Millicent in den Süden Londons, wo sie mit sechs Geschwistern aufwächst, der Leser ist auch hautnah mit dabei, als Millicent nach dem Tod des Vaters im Ersten Weltkrieg Verkäuferin wird, um ihre Familie mit zu ernähren. Das Leben in jenen Jahren ist hart und ungerecht, anhand vieler kleiner Details gelingt es Margaret Forster, diese vergangene Epoche zum Leben zu erwecken. Später studiert Millicent und wird Lehrerin, sie reist als Erzieherin durch halb Europa, sie hat Liebhaber, bekommt Heiratsanträge, hat keine Liebhaber, bekommt trotzdem Heiratsanträge und findet schließlich Sicherheit und Erfüllung in ihrem Beruf als Sozialarbeiterin. Als dann der Zweite Weltkrieg ausbricht, stehen plötzlich neue dramatische Veränderungen vor der Tür, eine Zeit der Sehnsucht und des Schreckens bricht an – für Millicent, aber auch für Abermillionen anderer Menschen ...

In Deutschland wurde der Roman glänzend besprochen. Er ist auch als Hörbuch erschienen – gelesen von Eva Mattes?, die ihre Stimme auch schon „Pippi Langstrumpf“ und „David Copperfield“ geliehen hat.

„Ein Zimmer, sechs Frauen und ein Bild“ (dt. 2006)

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Ein Gemälde steht im Mittelpunkt von Margaret Forsters Roman "Ein Zimmer, sechs Frauen und ein Bild", der 2006 in deutscher Übersetzung erschien. Es wurde 1907 in Paris von der walisischen Malerin Gwen John geschaffen - zu einer Zeit, da sie als junge Künstlerin in Paris die Geliebte des 40 Jahre älteren Bildhauers Auguste Rodin war. Im Lauf eines Jahrhunderts geht das Bild verloren. Es wird gestohlen, verkauft, dann wieder verschenkt und schließlich vererbt. Es gelangt an unterschiedliche Orte und in den Besitz ganz unterschiedlicher Frauen. Ganz zuletzt kehrt es dahin zurück, wo einst alles seinen Anfang nahm: in ein helles Zimmer hoch über den Dächern von Paris.

Margaret Forster folgt dem Weg des Bildes durch das Jahrhundert und gewährt den Lesern auf diese Weise Einblicke in das Leben seiner Besitzerinnen. Denn dieses Gemälde ist mehr als ein bloßer Dekorationsgegenstand. Es ruft in der jeweiligen Protagonistin Gefühle wach, macht ihre inneren Entwicklungen deutlich und verändert so das Leben seiner Besitzerinnen. Und deren Wege kreuzen einander durch Zufall immer wieder, ohne dass sie davon wissen ... So erzählt das Buch von Kunst und Selbstfindung, von Liebe und Sexualität und von der schwierigen Kunst, in der jeweils eigenen Zeit den persönlichen Lebensplan zu finden und zu verwirklichen.

Übrigens ...

lebt Margaret Forsters älteste Tochte Caitlin auch als freie Schriftstellerin.

Auszeichnungen

Werke (Auswahl)

Hörbücher

  • Ich warte darauf, dass etwas geschieht. 6 CDs. Zürich, Arche Verlag, ISBN: 978-3716033418

Sekundärliteratur

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