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Hardt, Ernst

Ernst Hardt (geb. 09. Mai 1876 in Graudenz; gest. 03. Januar 1947 in Ichenhausen) war ein deutscher Schriftsteller, Theaterintendant und Übersetzer aus dem Französischen.

Leben

Ernst Hardt, so sein bürgerlicher Name, war der Sohn eines Hauptmannes und wuchs im westpreußischen Graudenz auf. Als junger Mann besuchte er zunächst die Kadettenschule Potsdam und wechselte danach auf die Kadettenschule Berlin-Lichterfelde. Letzere beendete er allerdings vorzeitig. Im Alter von 17 Jahren brach er zu einer vierjährigen Studienreise auf, die ihn durch Spanien, Portugal, Griechenland, Marokko und Italien führte. In dieser Zeit entstanden auch seine ersten schriftstellerischen Werke.

1919 wurde Hardt Generalintendant des Deutschen Nationaltheaters in Weimar. 1925 wurde er Intendant des Kölner Schauspielhauses, 1926 dann Leiter der "Westdeutschen Rundfunk AG". Hardt wurde vor allem mit seinen lyrischen Dramen bekannt. Das erfolgreichste war wohl die Tristan-Episode "Tantris der Narr". Aber auch seine Novellen "Bunt ist das Leben" und "Don Hjalmar" fanden Anerkennung.

Zeit seines Lebens hing Hardt linken Einstellungen an, weshalb er von den Nationalsozialisten schon im März 1933 die Kündigung als Intendant des Kölner Schauspielhauses und als Leiter der "Westdeutschen Rundfunk AG" erhielt. In den folgenden Monaten sperrte man ihm die Bezüge, verbrannte seine Bücher und im September wurde er sogar kurzzeitig in Haft gesetzt. Zwar wurde er noch von Hermann Göring teilweise rehabilitiert und überlebte das "Dritte Reich" in Berlin, doch überlebte er es in bitterer Armut.

Nach dem Krieg war er zu krank, um einen ihm angebotenen Posten im neu entstehenden deutschen Rundfunk zu übernehmen. Er starb am 3. Januar 1947 in Ichenhausen (Schwaben).

Übrigens ...

hieß Ernst Hardt nicht mit bürgerlichem Namen Ernst Stöckhardt, wie oft gesagt wurde. Letzterer war ein rheinländischer Maler, der mit dem Künstlernamen "Ernst Hardt" signierte, dies aber unterließ, als er von Ernst Hardt erfuhr.

Auszeichungen

  • 1908 Staats- und Volks-Schillerpreis (gemeinsam mit Karl Schönherr) für "Tantris der Narr"

Bekannteste Theaterstücke

  • Tote Zeit, 1898
  • Der Kampf ums Rosenrote, 1903
  • Aus den Tagen des Knaben, 1904
  • Ninon von Lenclos, 1905
  • Tantris der Narr, 1907
  • Gudrun, 1911
  • Schirin und Gertraude, 1913
  • König Salomo, 1913

Novellen und Erzählungen

  • Priester des Todes, Novellen, 1898
  • Bunt ist das Leben, Novellen, 1902
  • An den Toren des Lebens, Novelle, 1904
  • Der Ritt nach Kap Spartell und andere Erzählungen, 1946

Übersetzungen


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