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Rainer Hohberg

Rainer Hohberg (geb. 1952 in Eisenach) ist ein deutscher Autor von Kinderbüchern? und Hörspielen, Märchendichtungen und Büchern zur Thüringer Kulturgeschichte. Er lebt in Jena.

Leben

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Rainer Hohberg wurde 1952 im Thüringischen Eisenach geboren. Nach seiner 10jährigen Schulzeit studierte er am dortigen Institut für Lehrerbildung in der Fächerkombination Deutsch, Mathematik und Schulgartenunterricht. Nach zwei Jahren als Lehrer folgte ein Studium am Leipziger Literaturinstitut?. 1989 unterrichtete Rainer Hohberg noch einmal für drei Jahre an einer Grundschule. In den 1980er Jahren arbeitete er längere Zeit als Redakteur? der Jenaer Schriftenreihe des Stadtmuseums und als freier Autor.

Rainer Hohberg verfasst Hörspiele, Kinderbücher? und Bücher zur Thüringer Kulturgeschichte. Sein mit Abstand größtes Steckenpferd ist das Schreiben von Märchen. Mit dem Schreiben begann er etwa im Jahr 1974 im Vorfeld seines Buches über Johann Sebastian Bach "Der Junge aus Eisenach".

1985 wurde Rainer Hohberg mit dem DDR-Hörspielpreis? geehrt. 1990 führte ihn sein Weg als Stadtschreiber? nach Tübingen. Förderstipendien des Landes Thüringen bekam Rainer Hohberg jeweils in den Jahren 1995 und 2000. In zahlreichen Lesungen begeisterte er sein Publikum quer durch die Republik.

Rainer Hohberg arbeitet für verschiedene Tageszeitungen. In der Thüringer Allgemeinen und der Ostthüringer Zeitung erscheint seit mehrere Jahren seine Serie „Thüringer Sagengeheimnisse“, in der bekannte und unbekannte Sagen vorstellt und deren historische und volkskundliche Hintergründe erläutert.

Rainer Hohberg war seit 2000 Autor sowie Herausgeber der Edition Profile. In dieser Reihe wurden Bürger einer bestimmten Region in Wort und Bild vorgestellt. Der Bogen reichte dabei vom Handwerker über den Unternehmer bis hin zum Kommunalpolitiker. Und natürlich fanden auch sozial engagierte und künstlerisch tätige Personen Erwähnung. Voraussetzung für eine Aufnahme in das Buch war ein Vorschlag nebst Begründung aus der Bevölkerung heraus. Die Edition Profile wurde inzwischen eingestellt.

Besonders hervorzuheben ist Rainer Hohbergs langjährige Arbeit mit Kindern, bei welcher er besonders deren Kreativität schult und auf das Schreiben neugierig macht. Rainer Hohberg ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller?, in der Literarischen Gesellschaft Thüringen? und im Friedrich-Bödecker-Kreis Thüringen.

Lesungen

Rainer Hohberg bietet verschiedene thematische  Lesungen?, Kreativkurse und Schreibwerkstätten an, bei denen der Teilnehmer aktiv einbezogen wird. Seine Zielgruppe reicht hierbei, wie bei seinen schriftstellerischen Arbeiten auch, vom Grundschüler über den Realschüler oder Gymnasiasten bis hin zum Erwachsenen. Überdies engagiert Rainer Hohberg sich auch in der außerschulischen Jugendarbeit und im Bereich Sonderschule.

Seine Veranstaltung "Schriftsteller - was stellen die mit Schrift eigentlich an?" zum Beispiel ist eine Lesung mit Computernutzung. Der Autor erzählt, wie Geschichten und schließlich Bücher entstehen und bezieht die Schüler dabei mit dem Computer spielerisch in die Spracharbeit ein.

Bei "Die Prinzessin aus dem Walnussbaum" sind Rainer Hohbergs Pflanzenmärchen zu hören, wobei in zahlreichen Anknüpfungspunkten der Zauber der realen Pflanzenwelt lebendig wird. In der Lesung "Von Burgen, Rittern und Gespenstern" lädt er seine Zuhörer auf eine Sagenreise quer durch das an Burgen und Schlössern reiche Thüringen ein.

Bei „Brot und Rosen“ schließlich begegnen alle Altersgruppen einer ungewöhnlichen Heiligen, der heiligen Elisabeth von Thüringen. Über die ungarische Königstochter, welche sich als junge Landgräfin selbstbewusst über die Regeln der höfischen Gesellschaft hinwegsetzt und sich dem Kampf gegen Hunger und Krankheit der einfachen Menschen widmet, hat Rainer Hohberg ein Buch geschrieben. In seinen Lesungen mit Legenden und Sagen über die heilige Elisabeth wird das mittelalterliche Leben von vor 800 Jahren lebendig.

Übrigens…

… erschien über Rainer Hohbergs schriftstellerische Arbeit für und mit Kindern ein Beitrag von Dr. Ute Frey in der Ausgabe 11/05 der Zeitschrift? "Grundschule" im Westermann-Verlag?.

In der 2008er Ausgabe von "Kürschners Deutscher Literatur-Kalender", 66. Jahrgang, K.G. Saur Verlag München, findet sich ein lexikalischer Beitrag über den Autor.

Erste Leseerlebnisse

Der Autor sagt von sich selbst: "Ich werde den Eindruck nicht los, dass alle meine literarischen Projekte irgendwie mit meiner Kindheit zu tun haben.". Über seine ersten Leseerlebnisse schrieb er dann auch den Text "Es war einmal ein König..." oder "Wie ich beinahe ein Wunderkind geworden wäre", welchen er von Zeit zu Zeit Kindern, die seine Veranstaltungen besuchen, vorliest.

Hier mit freundlicher Genehmigung des Autors einige Auszüge daraus:

Wenn ihr's wirklich wissen wollt: Die meisten meiner wunderbaren ersten Leseerlebnisse verdanke ich nicht jenen Autoren, die in den Schullesebüchern stehen, nicht den berühmten Schriftstellern, deren Namen man in jedem Lexikon findet...

...Zu meinen allerersten Lieblingsbüchern zählt freilich auch ein Klassiker, eines der berühmtesten Märchenbücher der Welt. Ihm verdanke ich, dass man mich in der ersten Klasse einmal fast für ein Wunderkind hielt. Die von Jakob und Wilhelm Grimm aufgeschriebenen "Kinder- und Hausmärchen" gab es bei uns zu Hause in Gestalt einer schon ziemlich abgegriffenen Schwarte. Wie die Widmung verrät, hatte sie einer meiner Onkel Anno 1917 geschenkt bekommen. Das Buch war noch in deutscher Schrift gedruckt...

...Lange bevor ich mich mit Buchstaben und Ziffern beschäftigte, interessierten mich die Geschichten und Bilder dieses Buches. "Bitte vorlesen, lies mir vor", lag ich meiner Mutter ständig in den Ohren...
... Ich war richtiggehend süchtig - märchensüchtig...

...Als ich dann in die Schule kam, konnte ich es gar nicht erwarten, das Buch endlich selbst lesen zu können. Beim Schreibenlernen war ich nicht gerade der Beste...
...Lesen aber lernte ich im Handumdrehen. Um so bitterer war jedoch eines Tages die Enttäuschung. Als ich wieder einmal mein Lieblingsmärchenbuch hervorkramte, stellte ich bestürzt fest, dass mir die Lehrerin offenbar die falschen Buchstaben beigebracht hatte. Jedenfalls waren es nicht dieselben, mit denen meine Märchen gedruckt waren...

...Wutentbrannt knallte ich die Fibel in die Ecke und entschloss mich, nicht mehr in die Schule zu gehen. Wozu Äpfel und Birnen malen, wozu blödsinnige Sätze wie "Rolle nun los, Anne" buchstabieren, wenn man dann nicht einmal "Es war einmal ein König..." lesen konnte....

...Als wir dann zum Ende des ersten Schuljahres einmal unsere Lieblingsbücher zum Vorlesen in den Unterricht mitbringen sollten, kam für mich jedoch nur eines in Frage: Mein zerlesenes und verkritzeltes Lieblingsmärchenbuch von 1907, in dem ich in der Zwischenzeit schon viel gelesen hatte...

...Wieherndes Gelächter. Wütend riss ich ihr das Buch aus der Hand, schlug es auf und bekann zu lesen: "Es war einmal ein König, der hatte drei Söhne..." Ich las ziemlich mühelos, las die ganze Geschichte. Obwohl ich das Lesen der alten Schriftzeichen nicht besonders geübt hatte, waren sie mir inzwischen auf wundersame Weise zugeflogen...

...Meine Mitschüler staunten darüber nicht schlecht, noch mehr aber meine Lehrerin. Wie ein Wunderkind musste ich mein Kunststück dann noch in zwei anderen, älteren Klassen vorführen, um deren Lesebegeisterung zu fördern. Auch die Großen zeigten sich beeindruckt - ich war verblüfft, mit ein wenig Vorleserei so viel Ruhm zu ernten...

...Seither habe ich viele, viele andere Bücher gelesen. Manche haben mich beeindruckt, manche längst vergessen. Unvergesslich sind mir jedoch meine ersten Lieblingskinderbücher geblieben. Diese habe ich bisher bei allen Umzügen mit mir geschleppt - und nie würde ich mich von ihnen trennen...

Werke (Auswahl)

Bücher

  • Bücher von Rainer Hohberg bei Jokers
  • Der Junge aus Eisenach, Begegnungen mit Johann Sebastian Bach, Kinderbuch, Weimar 1975
  • Der Lindwurm von Lambton, Kinderbuch, Weimar 1980
  • Schachtelhälmchen, Kinderbuch, Postreiter Verlag, Halle/Saale 1987
  • Die Nacht ist gar nicht finster (mit Manfred Bofinger), Bilderbuch, Halle/Saale 1990
  • Thüringer Burgen sagenhaft, Wartburg Verlag, Weimar 1996, ISBN 3-86160-105-2
  • Auf Schatzsuche, Thüringer Museumsführer für Kinder, Kinderbuch, Weimar 1998
  • Thüringen. Mysteriöses, Geheimnisvolles, Sagenhaftes, Eulen Verlag, Freiburg im Breisgau 1998, ISBN 3-89102-425-8
  • Kunterbunt im Jahresrund, Das Thüringer Kinderbuch, Hain Verlag, Rudolstadt 1998
  • Deutschland. Mysteriöses, Geheimnisvolles, Sagenhaftes (Mitautor), Eulen Verlag, Freiburg im Breisgau 2000, ISBN 3-89102-441-X
  • Märchen aus Thüringen (herausgegeben und kommentiert von Rainer Hohberg), Quartus Verlag, Bucha bei Jena 2000, ISBN 3-931505-626
  • Der Ritter der Posthornschnecke, Märchen, Edition Muschelkalk, Wartburg Verlag, Weimar 2000, ISBN 3-89102-440-1
  • Profile aus dem Saale-Holzland-Kreis, Bürger unserer Zeit, Edition Profile, 2001
  • Jenaer Profile, Bürger unserer Zeit, Edition Profile, 2003
  • Es war einmal ein Zweihorn (Mitautor), Sauerländer Verlag, Düsseldorf 2004
  • Ein Botanischer Märchengarten, Echinomedia Verlag, Thalbürgel 2005, ISBN 3-937107-05-3
  • Brot und Rosen, Die Elisabeth-Legenden (zusammen mit Sylvia Weigelt), Wartburg Verlag, Weimar 2006, ISBN: 978-3861601838
  • Die Hummelshainer Jagdschlösser und die Jagdanlage Rieseneck (gemeinsam mit Claudia Hohberg), Förderverein Schloss Hummelshain, Hummelshain 2007
  • Thüringer Sagengeheimnisse, Tauchaer Verlag, Reihe TATSACHEN, Taucha 2007, ISBN-13: 978-3897721340
  • Thüringen. Ein Reisebegleiter zu 283 geheimnisvollen Sagenplätzen, Mediengruppe König, Greiz 2008, ISBN: 978-3939856115

Hörbücher

  • Tim & Tina und das kleine Burggespenst, Hörbuch, Wartburg Verlag, Weimar 2002, ISBN: 978-3861601135
  • Ein Botanischer Märchengarten, Hörbuch, Echinomedia Verlag, Thalbürgel 2006, ISBN: 978-3937107103
  • Elisabeth von Thüringen, Hörbuch, Wartburg Verlag Weinmar, TMMD-Hörbuchproduktion 2007, ISBN: 978-3861602347

Rundfunkhörspiele

  • Die Mutprobe, Hörspiel, 1984
  • Der Traktorinenkönig, Hörspiel, 1985
  • Wie die Ratte Ratzekahl ihr grünes Wunder erlebte, Hörspiel, 1986
  • Bedenkzeit für Sherlock Holmes, Hörspiel, 1987
  • Der Kopf des Krokodils, Hörspiel, 1988
  • Sherlock Holmes geht baden, Hörspiel, 1988
  • Die neuen Bremer Stadtmusikanten, Hörspiel, 1991
  • Vatermorgana oder Ein Auto dreht durch, Radiomärchen, SFB, NDR und WDR 1997
  • Die Sonnenglocke von Syrila, Radiomärchen, SFB, NDR und WDR 1997

Auszeichnungen und Ehrungen

  • 1985 Hörspielpreis des Rundfunks der DDR
  • 1986 Horst-Salomon-Preis? der Stadt Gera
  • 1990 Stadtschreiber in Tübingen
  • 1995, 2000 und 2007 Arbeitsstipendien des Landes Thüringen

Kontakt

Rainer Hohberg
Sophienstraße 5
07743 Jena
Tel.: 03641/ 697952
E-Mail: r.hohberg@gmx.de

Links

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