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Ilias

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Ein Epos von Homer mit 24 Gesängen und etwa 15.500 Hexameterversen?, das als frühestes Zeugnis der abendländischen Dichtung gilt. Wahrscheinlich ist es um 730 v. Chr. niedergeschrieben worden, doch wird in der Forschung eine Abweichung von bis zu 100 Jahren nach oben und unten diskutiert. Die Odyssee, die etwa 20 Jahre später entstanden sein soll, setzt die Ilias in gewisser Weise fort, beschreibt sie doch die Rückkehr eines der Helden (Odysseus) aus dem Trojanischen Krieg. Ob die Odyssee auch von Homer, dem sie üblicherweise zugeschrieben wird, stammt, ist umstritten.

Jeder kennt die Ilias als Geschichte des Trojanischen Krieges, denn in der Ilias wird der zehnjährige Krieg zwischen den griechischen Belagerern und den trojanischen Verteidigern um die Stadt Troja geschildert, die auch den Namen „Ilion“ trug, wovon sich der Name Ilias für das Epos ableitet. Der Krieg, der in der Ilias geschildert wird, reicht in die Frühzeit der Geschichte zurück und hat etwa | 1.200 v. Chr. stattgefunden. Damals wurde Ilion zerstört. Das alles ist Homer aber nur noch aus der Sage bekannt.

Doch der geschilderte Krieg ist nur die Folie, auf der menschliche Gefühle, Schwächen und Vorzüge dargestellt werden. So ist z. B. die Auseinandersetzung zwischen Agamemnon und Achilleus ein breit dargestelltes Thema oder der Zorn des Achilleus, der für das griechische Heer Verderben bringt. Parallel zu den Menschen kämpfen die Götter im Himmel auf Seiten der Griechen und Trojaner mit den gleichen Leidenschaften wie die Menschen und mischen sich in das irdische Geschehen ein. Vor allem Athena auf der griechischen Seite und Apollo auf der trojanischen Seite beteiligen sich und verleihen Menschen Übermenschen-Kräfte.

Wie die Geschichte durch Leidenschaft bewegt wird, ist eines der Themen, die dieses Epos auch heute noch modern erscheinen lassen.

Kurzbeschreibung des Inhalts

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Der Anfang der Ilias, das so genannte Prooimion? schlägt schon das große Thema des folgenden Epos an:

Singe den Zorn, o Göttin, des Peleiaden Achilleus, Ihn, der entbrannt den Achaiern unnennbaren Jammer erregte, Und viel tapfere Seelen der Heldensöhne zum Aïs Sendete, aber sie selbst zum Raub darstellte den Hunden, Und dem Gevögel umher. So ward Zeus Wille vollendet: Seit dem Tag, als erst durch bitteren Zank sich entzweiten Atreus Sohn, der Herrscher des Volks, und der edle Achilleus.

(Übersetzung von Johann Heinrich Voß?, 1793)
Wegen seines Themas nennt man dieses Prooimion? auch „Zorn des Achilleus“.

Nach dem Prooimion? wird nun nicht der zehnjährige Krieg von Griechen und Trojanern dargestellt, sondern nur noch ein Ausschnitt der Geschehnisse des letzten Kriegsjahres, genau 51 Tage – und von diesen auch nur einige ganz detailliert.

Zwischen dem besten Kämpfer der Griechen, Achilleus, und ihrem obersten Heerführer Agamemnon ist ein Streit um Achilleus´ Sklavin Briseis ausgebrochen, der dazu führt, dass sich Achilleus weigert, weiterhin am Kampf teilzunehmen, was die Trojaner unter Führung des Hektor ermuntert, die Gelegenheit wahrzunehmen und die Griechen mit Hilfe des Zeus, der die Trojaner zeitweise unterstützt, schwer zu bedrängen. Unter anderem fällt der Freund des Achilleus, Patroklos, von Hektors Hand. Um seinen Freund zu rächen, nimmt Achilleus den Zweikampf mit Hektor auf und tötet ihn darin. Der Tod des Freundes hat auch Achilleus´ Zorn auf Agamemnon abflauen lassen und durch die erneute Beteiligung an den Kampfhandlungen besiegelt Achilleus das Schicksal Trojas.

Das Ende der Ilias schildert das Mitleid des Achilleus mit Hektors Vater Priamos, der den Leichnam seines Sohnes zur Bestattung erhält. Es folgen die Leichenspiele zu Ehren des Patroklos und der Leichenzug der Trojaner vom Lager der Griechen zurück nach Troja.

Bauplan der Ilias

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Zentralmotiv der Ilias ist der Zorn (menis) des Achilleus, sein Entstehen, die Folgen und sein Vergehen.

Der Zorn des Achilleus entsteht im Buch 1 bei einem Streit zwischen ihm und Agamemnon. Es geht um die Tochter Chryseis des troischen Apollonpriesters Chryses, die Agamemnon nicht herausgeben will, obwohl das griechische Heer wegen ihrer Gefangennahme von Apollon mit einer Krankheit bestraft wird. Agamemnon will sie erst zurückgeben, wenn Achilleus die schöne Sklavin Briseis an ihn abgibt, was er tun muss.

Die Meergöttin Thetis ist Achilleus´ Mutter und erfleht von Zeus die Wiederherstellung der Ehre ihres gekränkten Sohnes, was dadurch geschieht, dass Zeus den Trojanern die Oberhand gegenüber den Griechen verschafft, so lange Achilleus nicht am Kampf teilnimmt.

In Buch 2 und 3 werden die Heere und die Hauptkämpfer detailliert vorgestellt. In den folgenden Büchern, in denen die Trojaner die Griechen bedrängen, zeigt sich aber durch Weissagungen, dass diese trojanischen Erfolge nur befristet sind (Bücher 4, 6, 12, 13 und 17).

Parallel verläuft die „himmlische“ Handlung. Nach dem Versprechen an Thetis (Buch 1) eröffnet Zeus seine Pläne Hera, seiner Gattin ( Bücher 2 und 4) und schließlich auch den anderen Göttern in der Götterversammlung von Buch 15. Dazwischen greifen die Götter in den verschiedensten Büchern und aus den verschiedensten Motiven in die Kämpfe der Irdischen ein (Bücher 5, 8, 11, 13, 14, 15).

Im Buch 15 wendet sich das Zornmotiv. Schon in Buch 9 hatte Achilleus versprochen, wieder in den Kampf einzutreten, wenn die Trojaner die griechischen Schiffe bedrohen würden. Nun lässt Achilleus seinen Freund Patroklos in seiner eigenen Rüstung in den Kampf ziehen, nachdem die Trojaner in das Griechenlager eingefallen sind. In der Folge wird Patroklos von Hektor getötet und Achilleus´ Zorn über seine Kränkung durch Agamemnon wandelt sich in Zorn auf den Mörder seines Freundes (Buch 18). Agamemnon und Achilleus versöhnen sich und die Schlacht geht mit Erfolgen der Griechen weiter und weitet sich sogar auf den Olymp aus, wo Götter gegeneinander antreten. Menschliches und göttliches Handeln verschränken sich unlösbar. Im Buch 22 tötet Achilleus in rasendem Zorn seinen Widersacher Hektor, muss aber in Buch 23 den toten Hektor auf Drängen Apolls herausgeben, obwohl sein Rachedurst unersättlich ist. Erst angesichts des heimlichen und von den Göttern beschützten Erscheinens von Priamos, des Vaters von Hektor, im Lager des Achilleus legt sich der Zorn des griechischen Helden. Die Trauer und die Würde des Alten besänftigen Achilleus.

Dass es in der Ilias um Entstehen und Vergehen des Zornes Achilleus´ geht, wird gerade am Ende deutlich: Das Ende von Troja kommt in der Ilias überhaupt nicht zur Sprache. Man kann es nur angesichts des Todes von Hektor ahnen.

Geschichtlicher Hintergrund

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Dass die Ilias einen historischen Hintergrund hat, bewies Heinrich Schliemann im Jahr 1870 auf dem türkischen Hügel Hissarlik bei den Dardanellen. Dort grub er die Trümmer Trojas aus und riss die Stadt und die Ilias damit aus dem Dunkel der vorzeitlichen Sage in das Licht der Geschichte. Das hatte auch zur Folge, dass die Geschichtlichkeit Homers wieder ernsthaft diskutiert wurde, der im Gefolge der „homerischen Frage“ weitgehende seine Realität eingebüßt hatte.

Heute geht man aufgrund historischer Bezüge im Werk selbst und der Tradierung davon aus, dass die Handlung im 12.? oder 13. Jh. v. Chr.? gespielt hat. Viele archäologische Funde aus Mykene und mykenischer Zeit sind identisch mit Schilderungen in der Ilias, wobei die beschriebenen Gegenstände zur Zeit der Abfassung der Ilias (im 8. Jh. v. Chr.) gar nicht mehr verwendet wurden. Auch sind in der Ilias Schiffsbesatzungen aus 178 Orten aufgeführt, von denen viele zur Zeit Homers nicht mehr existierten. Funde aus der Bronzezeit belegen aber, dass diese Orte z. T. jedenfalls existiert haben.

Das Menschenbild der Ilias

Der Mensch der Ilias ist ein Aristokrat. Nur Aristokraten sind Helden und erwähnenswert. Ausgezeichnet sind sie durch vier Charaktereigenschaften:

  • Aidós – Respekt
  • Éleos – Mitleid
  • Kléos – Ruhm
  • Timé – Ehre

Sie versuchen immer die Besten und anderen überlegen zu sein. Das spiegelt sich in den Kämpfen der Ilias wider, die auch dazu dienen Ruhm und Ehre zu erlangen. Dabei werden sie durch viele innere und äußere Kräfte geleitet. Auch sind sie dem göttlichen Schicksal und gesellschaftlichen Zwängen unterworfen und nur bedingt frei in ihren Entscheidungen.

Ein Übergangswerk

Die Ilias markiert in der abendländischen Geistesgeschichte den Übergang von der Oralität? zur Literalität?. Noch sind in der Ilias viele Merkmale der Rhapsodentradition? enthalten. Sprich: Man erkennt, dass hinter der Ilias mündlich vorgetragene Erzählungen stehen. Typisch sind z. B. vorgeprägte Muster und wiederkehrende Formeln. Sie hatten die Funktion, dem Vortragenden (Sänger) das Memorieren zu erleichtern. In der Ilias sind sie zu einem strukturbildenden Merkmal geworden.

Ein wichtiges Stilmittel

Ein wichtiges Stilmittel? der Ilias ist das Gleichnis. In der Ilias ist es als retardierendes Element der Erzählung eingesetzt und führt zur Totalität der Weltbeschreibung in Homers Werk. Die Gleichnisse sind nämlich meist aus dem friedlichen Alltag der damaligen Zeit entlehnt und stehen so im Gegensatz zu den kriegerischen Schilderungen. Krieg und Frieden – das ist die Gesamtheit der Welt. Liebe und Hass wechseln sich ab.

Diese umfassende Schilderung der Welt wird deutlich in der Beschreibung des Schildes, das Hephaistos für Achilleus im Buch 18 fertigt. Auf dem Schild sind zwei Städte gezeigt. In der einen Stadt sieht man eine Hochzeit und eine Gerichtsverhandlung, in der anderen eine Belagerung und Krieg. Daneben sind Szenen aus dem Landleben abgebildet, auch wird die Vielfalt menschlicher Tätigkeiten ausgebreitet. Darüber ist der Himmel mit den Sternen und der Weltenstrom Okeanos, von dem alles Leben umfangen wird. Der menschliche Kosmos in seiner Gesamtheit.

Die „homerische Frage“

Genau an diese Beobachtung knüpft die so genannte „homerische Frage“ an, die nun schon seit Jahrhunderten diskutiert wird: Wurde die Ilias wirklich von Homer, also einem einzigen Autor verfasst oder wurden verschiedene überlieferte rhapsodische Erzählungen? über den trojanischen Krieg von verschiedenen Autoren aufgezeichnet und erst hinterher von einem Autor, vielleicht Homer, zu einem Ganzen verschmolzen?

Schon die alexandrinischen Philologen der Antike diskutierten die Frage, im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit verglich man gerne die Werke Vergils? mit denen Homers und kam zu dem Ergebnis, bei Vergil? eine einheitliche Schöpfung anzunehmen, bei Homer aber nicht.

Verdichtet diskutiert wurde die „homerische Frage“ in Deutschland, wo man sich in der zweiten Hälfte des 18. Jh. intensiv mit den homerischen Epen beschäftigte. Es war die Zeit der Rückbesinnung auf die Antike. 1795 schrieb der Göttinger Philologe Friedrich August Wolf? das Werk „Prolegomena ad Homerum“, in dem er zum ersten Mal die These vertrat, den Autor Homer habe es nie gegeben und deshalb sei die Ilias auch nicht von ihm verfasst.

Die Gründe, warum an der Historizität Homers gezweifelt wurde, waren vielfältig: Man fand in der Ilias verschiedene Kulturschichten nebeneinander, verschiedene Widersprüche, unmotivierte Verse oder Versgruppen, angeblich ungeschickte Wiederholungen, alte und neuere Stilformen nebeneinander etc. Dazu kam der Eindruck, dass man einzelne Erzählungen leicht aus dem Zusammenhang lösen und eigenständig stehen lassen könnte. Diese Erkenntnisse ließen an der einheitlichen Verfasserschaft Homers zweifeln.

Friedrich August Wolf? verglich die Ilias mit den Gesängen der fahrenden Sänger des Mittelalters, die an Höfen ihre Heldenlieder vortrugen. Sie seien im 6. Jh. v. Chr. entstanden und zwar im Zusammenhang mit der so genannten Peisistratischen Redaktion?. Der athenische Tyrann Peisistratos (ca. 560 bis 527) gab damals den Auftrag, schriftlose frühgriechische Heldenlieder schriftlich zu fixieren.

Neben den Verneinern der Person Homers und der Einheitlichkeit der Ilias gab es im Gefolge von Friedrich August Wolf? natürlich auch diejenigen, die eine Einheitlichkeit der Ilias erweisen wollten, die so genannten „Unitarier“.

Wolfgang Schadewaldts Homer-Forschungen

Neuere Erkenntnisse aus verschiedenen Altertumswissenschaften bereiteten einen Umschwung in der Homer –Diskussion vor. So konnte man nachweisen, dass die Ilias ab der zweiten Hälfte des 8. Jh. v. Chr. Spuren in der griechischen Malerei und Literatur hinterließ. Man konnte auch die in der Ilias geschilderten Ereignisse in die kretisch-mykenische Periode der griechischen Geschichte einordnen. Zwischen dem 8. Jh. v. Chr. und dieser Periode lagen Jahrhunderte, in denen die Vorgänge mündlich tradiert wurden, von Rhapsoden?, die wie in Zünften ihre Texte weitervererbten.

Das führte zu einer neuen Sicht der Ilias durch Wolfgang Schadewaldt. Er geht davon aus, dass die uns überlieferte Ilias eine abschließende Neugestaltung einer langen historischen und epischen Tradition darstellt. Wer genau dieser Neugestalter oder Verfasser der Ilias war, kann man nicht genau sagen. Wahrscheinlich aber stand er selbst in der Tradition der Rhapsoden?.

Wichtigstes Argument für einen einzigen Schöpfer der Ilias ist die Konsequenz, mit der die Gesamthandlung von Anfang bis Ende auf ein Thema, den Zorn des Achilleus, ausgerichtet ist. Dieses Zentralmotiv wird nie aus dem Blick gelassen, auch wenn die verschiedensten epische Überlieferungen? eingebaut werden. Deutlich werden diese epischen Überlieferungen? in einen neuen Zusammenhang gestellt, dem planenden Geist des Autors der Ilias untergeordnet. Und der hat nicht nur eine Kompilation älterer und jüngerer Textteile geschaffen, sondern diese vorliegenden Textüberlieferungen gegliedert und geordnet, dramatisch ausgearbeitet, Szenen zu Höhepunkten gesteigert, die Überlieferung? lesbar gemacht.

Vorstufen der Ilias

Auf dem Hintergrund der Erkenntnisse von Wolfgang Schadewaldt kann man heute die folgenden Textvorstufen der Ilias isolieren:

Wirkung der Ilias

Die Ilias entfaltete seit ihrer Niederschrift eine so große Wirkung, dass andere griechische Heldenepen jener Zeit in den Hintergrund traten und neben ihr und der Odyssee in Vergessenheit gerieten.

Ab dem 6. Jh. v. Chr. wurden Ilias und Odyssee in den Schulen gelehrt, durch Rhapsoden? überall in der griechischen Welt verbreitet und oft von Gebildeten auswendig gelernt. Ihr Einfluss auf die griechische Sprache und die Kunst ist nicht hoch genug zu veranschlagen. Sie formten das griechische Selbstbewusstsein und galten als Bilder der griechischen Vergangenheit.

Schon früh setzten sich große Denker und Wissenschaftler mit ihr auseinander. So kritisierten die Philosophen Xenophanes? und Heraklit? das Götterbild der Ilias, der Geschichtswissenschaftler Thukydides? bezweifelte ihre Historizität, Platon? hielt die Ilias für Jugendliche und ihre Erziehung ungeeignet … Andere dagegen sparen nicht mit Lob: Aischylos führt seine Tragödien auf die Beeinflussung durch Homer zurück, sowohl Aristoteles? wie Horaz? loben den Epiker? Homer und Vergil? schielt in seiner Aeneis? sowohl auf die Ilias als auch auf die Odyssee.

Im Mittelalter ist die Ilias im Westen nicht mehr so beliebt wie im oströmischen Reich. Im Westen liest man praktisch nur noch die Kurzfassung in etwa 1.100 Hexametern?, „Ilias Latina“ oder auch „Homerus Latinus“ genannt. Erst in der Renaissance beginnt man im Westen wieder sich mit der homerischen Fassung der Ilias auseinanderzusetzen, wobei man aber Vergils? Aeneis? höher bewertet. Italienische und französische Humanisten sprachen gar von einer Minderwertigkeit der ursprünglichen Ilias.

Erst die Literaturtheorie des Sturm und Drang rehabilitiert Homer, der neben Shakespeare? zum großen Ahnherrn wahrer und „natürlicher“ Dichtung ausgerufen wird. Seine Poesie sei unmittelbar aus der Anschauung der Wirklichkeit entsprungen.

Obwohl man heute nicht mehr an eine „spontane“ Verfassung der Ilias glaubt wie zu Zeiten des Sturm und Drang, so sieht man doch immer noch den Realitätssinn und die Wirklichkeitsnähe der homerischen Dichtung, die sich besonders auch in den verwendeten Gleichnissen aus dem alltäglichen Leben ausdrückt, die ein retardierendes Element der Erzählung darstellen.

Übersetzungen

Die bedeutendste Übersetzung im deutschsprachigen Raum stammt von Johann Heinrich Voß?. 1781 übersetzte er die Ilias und 1793 die Odyssee. Beide Werke sind so kunstvoll von ihm übersetzt, dass er mit den beiden Übersetzungen Maßstäbe setzte und die breite literarische Rezeption im deutschsprachigen Raum förderte. Wie das griechische Original sind die Übersetzungen von Johann Heinrich Voß? in Hexameter? –Form, was dazu führt, dass sie nicht immer genau sind, weil sonst der Hexameter? im Deutschen nicht einzuhalten gewesen wäre.

Eine weitere wichtige deutsche Übersetzung ist die von Wolfgang Schadewaldt. Sie stammt aus dem Jahr 1975 und ist nicht in Hexametern?, sondern frei verfasst und damit leichter lesbar als die Übersetzung von Johann Heinrich Voß?.

Daneben sind noch Nacherzählungen der Ilias für diejenigen zu erwähnen, die sich nicht mit den Übersetzungen abplagen wollen. Von Gustav Schwab? wurde 1838 schon „Troja“ verfasst, die wohl bekannteste Nacherzählung, die auch die Vorgeschichte des Krieges und die Eroberung Trojas umfasst. Franz Fühmann? ist es 1968 gelungen, eine Nacherzählung der Ilias und der Odyssee in anspruchsvollem und doch verständlichem Deutsch für unsere Zeit zu liefern („Das hölzerne Pferd“).

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