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Kruse, Max

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Max Kruse (geb. 19. November 1921 in Bad Kösen an der Saale) ist ein deutscher Schriftsteller. Seine zahlreichen Kinder- und Jugendbücher gelangten durch das Marionettentheater Augsburger Puppenkiste zu großer Bekanntheit und wurden in viele Sprachen übersetzt.

Max Kruses populärste Figur ist Urmel – ein kleiner, drolliger Dinosaurier, der auf der sagenhaften Insel Titiwu von einem Abenteuer ins nächste stolpert.

Leben und Schreiben

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Max Kruse wurde am 19. November 1921 in Bad Kösen an der Saale geboren. Sein Vater war der Bildhauer Prof. Carl Max Kruse, der im deutschen Kaiserreich der legendären Künstlergruppe der Secession angehörte und dessen Werke heute in der Berliner Nationalgalerie ausgestellt sind. Seine Mutter war die berühmte Puppenmacherin Käthe Kruse, deren in Handarbeit angefertigte Puppen in den 1920er Jahren einen Beliebtheits-Siegeszug rund um den Globus antraten. Max Kruse wuchs mit insgesamt sechs Geschwistern auf, zwei der Brüder fielen im Zweiten Weltkrieg.

Von 1933 bis 1935 lebte Max Kruse mit seiner Mutter in der Schweiz. 1942 machte er in Weimar das Abitur. Im Anschluss ging er nach Jena, wo er von 1942 bis 1943 Philosophie und Volkswirtschaft studierte. Da die Jenaer Universität im Zweiten Weltkrieg geschlossen wurde, konnte er das Studium nicht beenden. Nach dem Krieg baute er die Puppenwerkstatt seiner Mutter wieder auf – jedoch nicht in Bad Kösen, sondern in Bad Pyrmont. 1949 siedelte Max Kruse nach Donauwörth über, wo er die bis heute existierende Produktionsstätte leitete. 1958 übergab er die Firma an seine Schwester Hanne Adler-Kruse und zog nach München, wo er unter anderem als Werbetexter? und später als freier Schriftsteller lebte.

„Der Löwe ist los“ (1952)

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Bereits als Jugendlicher wollte Max Kruse Schriftsteller werden. Er träumte davon, in seiner Phantasie prächtige und buntscheckige Welten zu erschaffen und damit die Leser für einige Stunden aus ihrem grauen und tristen Alltag zu befreien. 1952 erschien das Buch „Der Löwe ist los“, das auf Bitten von Kruses Mutter entstanden war, die sich zur Präsentation ihrer Puppen ein Bilderbuch gewünscht hatte. Aus diesem Debüt? ging später sogar eine eigene Kinderbuchreihe? hervor, zu der neben „Der Löwe ist los“ die folgenden Bücher gehören: „Kommt ein Löwe geflogen“ (1966), „Gut gebrüllt, Löwe“ (1967), „Löwe gut, alles gut“ (1969) und „Der dicke Löwe kommt zuletzt“ (1970). Den Durchbruch als Schriftsteller erlebte Max Kruse, als der Hessische Rundfunk 1965 „Der Löwe ist los“ mit dem Marionettentheater der Augsburger Puppenkiste verfilmte.

„Urmel aus dem Eis“ (1969)

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Zu einem Klassiker der deutschsprachigen Kinderliteratur avancierte Max Kruses Buch „Urmel aus dem Eis“ (1969), das von Max Hölle? mit viel Gespür für die Figuren illustriert wurde. Im Mittelpunkt der phantasiereich und ungeheuer fesselnd erzählten Geschichte steht das Urmel – ein kleiner drolliger Dinosaurier, der nach Abermillionen von Jahren aus einem lustigen Ei schlüpft, das im ewigen Eis vergessen wurde, und bei Professor Habakuk Tibatong auf der Insel Titiwu eine neue Heimat findet. Für Hochspannung ist gesorgt: Denn was ein echtes Urmel ist, das lebt gefährlich – um nicht zu sagen: brandgefährlich!

Unzählige haarsträubende Abenteuer muss das pfiffige Urmel bestehen. Besonders brenzlig wird es jedoch, als König Pumponell von Pumpolonien auftaucht und dem kleinen Dinosaurier an die pieksigen Schuppen will … Die König-Pumponell-Geschichte erzählt Max Kruse jedoch erst in einem seiner späteren Urmel-Bände. Denn wie schon bei seinem Debüt? „Der Löwe ist los“ ist es Max Kruse auch bei „Urmel aus dem Eis“ gelungen, an das erfolgreiche Pilotbuch? eine nicht minder erfolgreiche Buchreihe? anzuhängen. Die wohl schönsten Bücher aus der Urmel-Reihe sind: „Urmels großer Flug“ (1980), „Urmel spielt im Schloss“ (1984), „Urmels toller Streich“ (1988) und „Urmels Feuerteufel“ (1989). Im Lauf der Jahre wurde Urmel eine der beliebtesten Figuren der Augsburger Puppenkiste. Im Sommer 2006 kam sogar ein Urmel-Film in die Kinos, die Regie führte Reinhard Klooss. Voller Begeisterung schrieb eine junge Kinobesucherin im Internet: „Ich mag das Urmel, das Urmel ist sooooooo süß!!!“

„Ich will keine Lady sein“ (2002)

Neben der Kinderbuchreihe? um das Urmel schrieb Max Kruse auch verschiedene andere Serien, z.B. „Der Morgenstern“, „Don Blech“ und „Lord Schmetterhemd“. Für seinen 1985 veröffentlichten Fantasyroman „Der Schattenbruder“ wurde Max Kruse sogar zum Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Außerdem verfasste er Theaterstücke und das Musical „Ich will keine Lady sein“ (2002), das beim Publikum großen Erfolg hatte. Für seine dreibändige Autobiographie („Die versunkene Zeit“, 1983; „Die behütete Zeit“, 1993; „Die verwandelte Zeit“, 1996) bekam Max Kruse viel Lob vom Feuilleton?. Die Rezensenten lobten vor allem seine sensible Erzählweise und die gehörige Portion Selbstironie?, mit der Max Kruse auf seinen Lebensweg zurückblickt.

„1000 Stiefel. Ein Märchen mit Musik“ (2007)

Ein Märchen? für Kinder zwischen 5 und 7 Jahren schrieb Max Kruse nach einer wahren Begebenheit: "1000 Stiefel" (2007) erzählt von Ninatschka, der Tochter des Schusters Sohlewitsch. Sie hat sich in Boris verliebt. Doch das Problem: Boris ist der Sohn des reichen Rubelew. Der will seinen Sohn mit einer reichen Frau verheiraten, obgleich er ihm gestehen muss, dass Klugheit bei einer Frau viel mehr wert ist als Reichtum. Als Schuster Sohlewitsch 1000 Paar geerbte Stiefel einführen kann, wenn es ihm nur gelingt, den Zoll zu umgehen, bekommt Ninatschka die Chance, ihre Klugheit unter Beweis zu stellen und sowohl ihrem Vater als auch sich selbst zu helfen ... Dem Bilderbuch ist eine Musik-CD beigefügt.

Plädoyer für eine friedlichere Zukunft

Im Jahr 2008 erschien das Buch „Antworten aus der Zukunft“, das bereits 2007 unter Pseudonym (Friedhelm Schenitz) mit dem Titel „En(t)dzauberung. Herbst des Religionszeitalters“ veröffentlicht worden war. Darin übergab Max Kruse der Nachwelt sein geistiges Testament?. Er zeigt, wie es im Jahr 2251 auf der Erde aussehen könnte. Mit dieser bedrückenden Vision verknüpft er sein emotionales Plädoyer für eine friedlichere Zukunft.

Die Gesamtauflage? seiner mehr als 50 Bücher beträgt mehrere Millionen Exemplare. Sie wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und von Funk, Fernsehen und Kino adaptiert. Max Kruse lebt zurückgezogen im Süden von München und ist seit 1965 mit der chinesischen Musikerin und Malerin Shaofang verheiratet. Er hat fünf Enkel und ist bereits Urgroßvater.

Übrigens ...

bekam Max Kruse die Idee zu „Urmel“ in den 1960er Jahren, als er aus seiner ersten eigenen Tiefkühltruhe eine gefrorene Bachforelle holen wollte.

Auszeichnungen

Werke (Auswahl)

  • Bücher von Max Kruse bei Jokers
  • Der Löwe ist los. EA 1952. Stuttgart, Thienemann Verlag 1995, ISBN: 978-3522168854
  • Gut gebrüllt, Löwe. EA 1967. Stuttgart, Thienemann Verlag 1996, ISBN: 978-3522169141
  • Urmel aus dem Eis. EA 1969. Stuttgart, Thienemann Verlag 1995, ISBN: 978-3522169028
  • Löwe gut, alles gut. EA 1969. Stuttgart, Thienemann Verlag 1996, ISBN: 978-3522169158
  • Im weiten Land der alten Zeit. EA 1997. München, Bertelsmann 1997, ISBN: 978-3570124291
  • Don Blech in Gurkonien. EA 2002. Stuttgart, Thienemann Verlag 2002, ISBN: 978-3522174862
  • Caroline. Die Verschwörung im Schloss. EA 2006. München, Egmont Franz Schneider Verlag 2006, ISBN: 978-3505122552
  • Vorfrühling. Roman. EA 2006, Berlin, List Verlag 2006, ISBN: 978-3471795361
  • Caroline. Die Entführung aus Paris. EA 2007. München, Egmont Franz Schneider Verlag 2007, ISBN: 978-3505122583
  • Caroline. Die Entscheidung. EA 2008. München, Egmont Franz Schneider Verlag 2008, ISBN: 978-3505122590
  • 1000 Stiefel. Ein Märchen mit Musik. Betz Verlag, Wien 2007, ISBN: 978-3219113358
  • (mit Doris Eisenburger) Das große Geschichtenbuch. EA 2009
  • Besen, Besen, seid's gewesen. Eine Vorgeschichte der Aufklärung. EA 2010. Angelika Lenz Verlag 2010
  • Die Tage mit Jantien. Die Geschichte einer Liebe. EA 2010. Roman, Thiele Verlag 2010
  • Die Froki Saga. Neufassung von "Froki und der Schatz der Erde". Angelika Lenz Verlag 2010
  • Im Wandel der Zeit. Wie ich wurde, was ich bin. Biografie. EA 2011. Thienemann Verlag, 2011
  • Ich und du und Müllers Kuh. Geschichten und Gedichte. EA 2011. Boje Verlag, 2011
  • Das silberne Einhorn. Eine Geschichte vom Wünschen. EA 2011. Thiele Verlag, 2011
  • Mein Herz beginnt zu schweben. Gedichte. EA 2013. Thiele Verlag, 2013

Hörbücher

  • Urmel aus dem Eis. 2 CDs. Düsseldorf, Patmos Verlag 2003, ISBN: 978-3491240742
  • Urmels großer Flug. 2 CDs. Düsseldorf, Patmos Verlag 2006, ISBN: 978-3491241190
  • Urmel taucht ins Meer. 2 CDs. Düsseldorf, Patmos Verlag 2003, ISBN: 978-3491240834

Sekundärliteratur

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