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Madden, Deirdre

Deirdre Madden (geb. 20. August 1960 in Toomebridge/Nordirland) ist eine irische Schriftstellerin. Am bekanntesten ist ihr 2002 erschienener Roman „Eine Liebe in Dublin“, der 2004 auch auf Deutsch veröffentlicht wurde.

Leben und Schreiben

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Deirdre Madden wurde am 20. August 1960 in der nordirischen Grafschaft Antrim geboren. Antrim County gehört zu den sechs historischen Grafschaften Nordirlands – viele Nordirland-Besucher halten sie sogar für die schönste. Mit Ausnahme der Gegend um Belfast ist das Land stark von der Landwirtschaft geprägt, die Bauern verdienen ihr Geld hauptsächlich mit Schaf-, Geflügel- und Rinderzucht. Deirdre Madden wuchs mit den spannenden Widersprüchen auf, die zwischen Belfast und dem ländlichen Umland bestehen. In ihrer Jugend sammelte sie unzählige Eindrücke, die Jahre später in ihre Erzählungen und Romane eingingen. Deirdre Madden studierte bis 1983 am Trinity College in Dublin. Danach wechselte sie an die University of East Anglia in Norwich, wo sie 1985 ihr Studium erfolgreich beendete.

Sie schreibt wie die junge Virginia Woolf

Deirdre Madden ist eine der wichtigsten und beliebtesten Stimmen der modernen irischen Literatur. Bis 2008 veröffentlichte sie insgesamt acht Bücher, die zum Teil auch auf Deutsch vorliegen. Am bekanntesten ist ihr Roman „Authenticity“ (2002; dt. „Eine Liebe in Dublin“, 2004), der zahllose begeisterte Leser fand. Deirdre Madden wurde für ihr schriftstellerisches Werk? mit verschiedenen Literaturpreisen ausgezeichnet, so erhielt sie unter anderem den Rooney Prize for Irish Literature (1987) und den Somerset Maugham Award (1989). Außerdem stand sie 1996 auf der Shortlist? für den begehrten Orange Prize for Fiction?.

Deirdre Madden schreibt in der Tradition der irischen Schriftstellerin Elizabeth Bowen, die in ihren auch heute noch lesenswerten Romanen den moralischen und intellektuellen Verfall der britischen Oberschicht protokolliert. Maddens Romane und Erzählungen bieten anspruchsvolle Unterhaltung ohne schrille Klischees.

Die Geschichten spielen meist in Irland und behandeln die nicht leicht zu durchschauenden Lebens- und Liebesumstände von jungen Menschen. Wobei Madden vor allem ihre weiblichen Figuren mit analytischer Schärfe und besonderem psychologischem Feinsinn zeichnet – eine in der modernen europäischen Literatur sehr seltene Gabe, was einige Literaturkritiker zu begeisterten Vergleichen mit der jungen Virginia Woolf inspirierte.

Kampf ums kleine Glück

Deirdre Maddens Markenzeichen sind die meisterhaft geschliffenen Dialoge?. Sie verleihen den Hauptfiguren ein erstaunlich hohes Maß an Vitalität und psychischer Authentizität. Das Lebensgefühl der Hauptfiguren, die in einer sinnlos-konfusen Welt um ihr kleines bescheidenes Glück kämpfen, wird meist vom Schrecken einer monströsen inneren und äußeren Zerrissenheit verdunkelt. Die Grundfragen der meisten Romane lauten: Wie ist es zu dieser paralysierenden Zerrissenheit gekommen? Welche Rolle spielt dabei die oft tragische Geschichte Nordirlands? Und vor allem: Welchen Einfluss haben Religion, Politik, Gewalt und Familie auf das Schicksal der Menschen? Deirdre Madden hat keine Patentrezepte parat, was ihre Figuren sehr glaubwürdig macht. Sie lässt ihre sympathischen Helden im Dunkeln tappen. Niemand weiß, ob es auf die existentiellen Fragen überhaupt eine „absolute“ Antwort gibt …

„Licht und Stein“ (1993)

Im Jahr 1986 debütierte? Deirdre Madden mit dem Belfast-Roman „Hidden Symptoms“. 1988 folgte der düstere Familienroman „The Birds of the Innocent Wood“, der von der irischen Literaturkritik mit viel Lob bedacht wurde. Auch das Publikum? war fasziniert von der Geschichte, die um eine scheinbar normale Familie und ihr düsteres Geheimnis kreist. Eine Besonderheit im Werk? Deirdre Maddens ist der Roman „Remembering Light and Stone“ (1993), der 1998 unter dem Titel „Licht und Stein“ in einer sehr gelungenen deutschen Übersetzung herauskam. Einen Sonderstatus hat „Licht und Stein“ deshalb inne, weil die Handlung nicht in Irland spielt, sondern in einem keinen Städtchen im Herzen Italiens. Dort lebt Aisling – eine aus Irland stammende Übersetzerin, deren Leben durch eine turbulente Liaison plötzlich aus den Fugen gerät. Und im hintersten Eckchen ihrer aufgewühlten Seele ist noch ein anderes Gefühl, das im Lauf der Zeit immer mächtiger wird – die Sehnsucht nach ihrer Heimat, die Sehnsucht nach Irland. Die „Vogue“ urteilte über das Buch: Kristallklar und mit großer Aufrichtigkeit geschrieben!

„Eine Liebe in Dublin“ (2002)

Nach „Nothing Is Black“ (1994; dt. „Die Farben des Sommers“, 1999) erschien der Roman „One by One in the Darkness“ (1996), der Deirdre Madden 1997 eine Nominierung für den begehrten Orange Prize for Fiction? einbrachte. In den folgenden Jahren zog sich Deirdre Madden weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurück. 2002 legte sie dann den Roman „Authenticity“ vor, der 2004 in Deutschland unter dem Titel „Eine Liebe in Dublin“ veröffentlicht wurde.

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Der Roman gilt als sehr ambitioniert, und zwar deshalb, weil Madden darin eine verblüffende Liebesgeschichte mit ungewöhnlichen Reflexionen über die Rolle der Kunst in unserem Leben verbindet. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Julia und Roderic – ein skurriles Künstlerpärchen, das in Dublin lebt und liebt und noch so allerhand erreichen möchte. Auf den ersten Blick läuft auch alles ganz prima: Jedes Happening ist ein Riesenerfolg, und alle Spießer, die vor der brotlosen Kunst warnten, sind längst verstummt. Pures Künstlerglück strahlt vom lachenden Himmel! Als dann aber der smarte Anwalt William Armstrong in Julias Leben poltert, entsteht eine rasante Dreiecksbeziehung, die das junge Glück gefährlich bedroht – oder um Längen übertrifft?

Vor diesem doppeldeutigen Hintergrund denkt Deirdre Madden voller Geist und Esprit über die verschlungenen Pfade nach, auf denen die Menschen nach ihrem persönlichen Glück suchen. Ein erstaunliches Buch – geschrieben für alle, die in ihrem Leben noch viel vorhaben! Die „Sunday Times“ urteilte über „Eine Liebe in Dublin“: Maddens Sprache, das dunkle Mosaik ihres Romans, ist ein anhaltendes Lesevergnügen.

Eine weitere lesenswerte Veröffentlichungen von Deirdre Madden ist der Roman „Thanks for Telling Me, Emily“ (2007).

Übrigens ...

hat Deirdre Madden auch ein witziges Kinderbuch? veröffentlicht, das 2005 unter dem Titel „Snake’s Elbows (Red Apple)“ auf den Markt kam und in kurzer Zeit viele begeisterte Leser fand.

Auszeichnungen

Werke (Auswahl)

  • Bücher von Deirdre Madden bei Jokers
  • Licht und Stein. EA 1992. Stuttgart, Klett-Cotta 1998, ISBN: 978-3-608-93683-4
  • Die Farben des Sommers. EA 1997. Stuttgart, Klett-Cotta 1999, ISBN: 978-3-608-93327-7
  • Eine Liebe in Dublin. EA 2002. Stuttgart, Klett-Cotta 2004, ISBN: 978-3-608-93558-5

Hörbücher

Sekundärliteratur

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