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Stadtbibliothek Stuttgart

Überblick
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Die Stuttgarter Stadtbibliothek ist die öffentliche Bibliothek der Stadt Stuttgart. Neben der Zentralbibliothek im Europaviertel umfasst sie 17 Zweigstellen. Mit ca. 1,4 Mio. Medien? verfügt sie nach der Münchner Stadtbibliothek? und den Hamburger Bücherhallen? aktuell über den drittgrößten Bestand? aller öffentlichen? Bibliotheken in Deutschland.

Gegründet im Jahr 1901, hatte die Stadtbücherei seit 1965 ihren Hauptsitz im Wilhelmspalais, der ehemaligen Residenz des letzten Königs von Württemberg, Wilhelm II. 2011 eröffnete die Stadtbibliothek als moderne Zentralbibliothek im neuen Europaviertel, die im Rahmen des Verkehrs- und Städtebauprojekts „Stuttgart 21“ errichtet worden ist.

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Nach dem Umzug verfolgte die Stadtbibliothek ihre Vision der Bibliothek des 21. Jahrhunderts weiter. Vor allem für ihr Konzept, einen innovativen Lernort zu entwickeln, der alle Bewohner der multikulturellen Metropole offensteht, wurde die Stuttgarter Stadtbibliothek 2013 vom Deutschen Bibliotheksverband? als „Bibliothek des Jahres“ ausgezeichnet.

Entwicklung

Die Gründung der Volksbibliothek Stuttgart

1765 richtete Herzog Karl Eugen in Ludwigsburg – im 18. Jahrhundert zeitweise Residenzstadt Württembergs – eine Bibliothek ein, die offiziell jedermann zugänglich war. Zwölf Jahre später wurde die Herzogliche Öffentliche Bibliothek – heute die Württembergische Landesbibliothek? – nach Stuttgart verlegt. Im städtischen Rathaus existierte zu dieser Zeit bereits eine weitere Bücherei?, die bis ins 20. Jahrhundert die Position der Stadtbibliothek innehaben sollte.

Im Zuge der Industrialisierung gründete sich in Stuttgart ein Arbeiterbildungsverein, der bald mehrere Bibliotheken unterhielt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt von der sogenannten Bücherhallenbewegung? erfasst, die sich für den Aufbau von öffentlichen Bibliotheken nach dem Vorbild US-amerikanischer „Public Libraries?“ einsetzte, finanziell gut ausgestatteten Institutionen, die Ausleihbibliothek? und Lesesaal? unter einem Dach vereinten, allen Schichten der Bevölkerung offenstanden und von Fachkräften geleitet wurden.

1897 wurde der Verein "Volksbibliothek Stuttgart" ins Leben gerufen, dem vom württembergischen Finanzministerium ein Provisorium im Hof der Legionskaserne – heute der Standort des Wilhelmsbaus – überlassen wurde. Am 20. September wurde die Bibliothek durch den Kaufmann Nathanael Rominger, einem der Vorreiter der Stuttgarter Bücherhallenbewegung, eröffnet. Rominger wollte Arbeitern, Handwerkern und Angestellten eine Alternative zu den bestehenden Leihbibliotheken? bieten, die ihr Angebot im Allgemeinen nur während der gängigen Arbeitszeiten zugänglich machten und hohe Gebühren aufriefen. Am 9. Juni/21. August 1901 gab sich der Volksbibliotheksverein eine Satzung, in der das Ziel verankert wurde, „den Bewohnern unserer Stadt eine allgemein zugängliche und leicht benutzbare Gelegenheit zu unterhaltender und bildender Lektüre zu verschaffen“.

Die Bibliothek am Silberbuckel

Zu dieser Zeit war der Bücherbestand? in der baufälligen Kaserne bereits auf 10.000 Bände? angewachsen. Der Verleger Carl Engelhorn erwarb ein Grundstück in der Silberburgstraße, auf dem neben dem neuen Verlagssitz ein Bibliotheksneubau entstehen sollte, für den er 80.000 Mark – heute etwa 1,2 Mio. Euro – zur Verfügung stellte.

Die Stuttgarter Architekten Ludwig Eisenlohr und Carl Weigle, enge Freunde Engelhorns, legten einen Entwurf vor, der Elemente der Neugotik und der Neorenaissance miteinander verband. Am 19. November 1901 konnte die Volksbibliothek ihren neuen Standort, der u. a. über einen geräumigen Lesesaal für ca. 100 Leser verfügte, beziehen. Die Stadt verpflichtete sich zu einem Jahresbeitrag von 5000 Mark, hinzu kamen Spenden der Firmen Daimler und Bosch sowie des Königshauses.

Die Einrichtung wurde begeistert angenommen: Im Jahr 1911 zählte man bereits ca. 120.000 Entleihungen?, im Lesesaal? wurden 56.000 Benutzungen registriert. Sieben Zweigstellen waren schon eröffnet worden.

Mit dem Ersten Weltkrieg blieben private Stiftungen wie öffentliche Zuwendungen aus, was zu erheblichen Einschränkungen im Bibliotheksbetrieb führte. Die Zahl der Bücherentleihungen ging deutlich zurück, von 1922 bis 1927 musste der Lesesaal ganz geschlossen werden. Die Weltwirtschaftskrise setzte die Volksbibliothek? erneut unter Druck. Zeitweise wurde sie der Büchereiabteilung des Vereins zur Förderung der Volksbildung zugeordnet, einem Vorläufer der Stuttgarter Volkshochschule, der von Theodor Bäuerle – dem späteren baden-württembergischen Kultusminister – und dem Unternehmer Robert Bosch gegründet worden war.

1936 lösten die Nationalsozialisten den Verein auf, die Volksbibliothek Stuttgart firmierte nun gemeinsam mit der Volksbibliothek Cannstatt unter dem Namen "Stuttgarter Volksbüchereien". 1938 wurde die Zentrale in der Silberburgstraße nach dem Lyriker Eduard Mörike benannt. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie komplett verwüstet und ein Großteil der Bücher vernichtet. Die anschließende Neuorganisation war mit Vereinsstrukturen nicht zu bewerkstelligen, sodass die Bibliothek von der Stadt übernommen wurde. Ab 1952 kam die Mörike-Bücherei in einem nüchternen Nachkriegsbau unter, der am Ort der Vorgängerbibliothek in der Silberburgstraße errichtet worden war.

Die Stadtbücherei zieht in das Wilhelmspalais

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Auch das Wilhelmspalais – in den 1830er Jahren unter König Wilhelm I. von Württemberg vom Hofbaumeister Giovanni Salucci im Stil des Klassizismus errichtet – war im Krieg bis auf die Grundmauern zerstört worden. Ab 1961 wurde der ehemalige Wohnsitz von König Wilhelm II. vom Architekten Wilhelm Tiedje zum neuen Zentrum der Stuttgarter Stadtbücherei umgebaut. Auf den 3100 Quadratmetern wurden insgesamt 62.000 Medien? zugänglich gemacht, auch eine Kinder- und Musikabteilung gehörten zur neuen Bibliothek. Am 26. März 1965 wurden die ersten Leser empfangen.

Im Laufe der Jahre breitete sich die Bücherei über das gesamte Palais aus, die Süddeutsche Blindenhörbücherei? kam ebenso in ihm unter wie eine Graphothek? mit Kunstraum, später auch ein moderner Lesesalon. In den 1990er Jahren war das Gebäude endgültig ausgereizt. Die Musikbücherei war bereits in ein benachbartes Gebäude gezogen, die Büros der Verwaltung befanden sich einige Straßen entfernt. In der Bibliothek selbst mangelte es an Arbeitsplätzen für die Nutzer, während der Öffnungszeiten fehlte Raum für Veranstaltungen. Der Medienbestand, mittlerweile auf 250.000 Einheiten angewachsen, konnte nicht mehr erweitert werden.

Foto: Enslin/ Wikimedia.org

Die Bibliothek 21

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1997 stellte die Bibliotheksleitung das Konzept „Bibliothek 21“ vor. Die Bibliothek des neuen Jahrhunderts sollte nicht nur Bücherspeicher sein, sondern auch den Ansprüchen der Wissensgesellschaft genügen, ein multimedialer Ort werden und selbstgesteuertes Lernen unterstützen. Der Neubau sollte Teil der Bauvorhaben auf dem Gelände des ehemaligen Güter- und Rangierbahnhofs werden – heute auch unter dem Namen „Stuttgart 21“ bekannt. 1999 wurde ein Wettbewerb um die architektonische Gestaltung ausgerufen, in dem sich der Architekt Eun Young Yi durchsetzen konnte.

Sein Entwurf sah vor, mit der Bibliothek 21 „in Stuttgart ein neues geistiges und kulturelles Zentrum zu schaffen“ . Um diesem Anspruch gerecht zu werden, sollte das Gebäude innerhalb des neuen Viertels eine Sonderstellung einnehmen und mit der vorgesehenen Blockstruktur der Umgebung brechen. Yi entwarf einen Würfel mit einer Kantenlänge von ca. 40 Metern, der sich monolithisch nach außen abgrenzte. Die Jury lobte die „schlichte und einfache Kubatur“, die „die öffentliche Bedeutung als Haus des Buches, der Medien und als Zentrum für die Öffentlichkeitsarbeit“ unterstreiche.

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2009 begannen die Bauarbeiten. Im Grundstein der neuen Bibliothek wurde das Buch „Die vielen Seiten der Stadtbücherei“ versiegelt, in dem Bürger der Stadt in rund 600 Texten, Zeichnungen, Bildergeschichten, Fotografien und Computergrafiken ihren Blick auf die öffentliche Bibliothek verewigt hatten.

Wie das gesamte Projekt „Stuttgart 21“ rief auch die neue Zentralbibliothek heftige Proteste hervor. Besonders die Architektur wurde scharf kritisiert, von einem „Bücherknast“ und von „Stammheim II“ war die Rede. Am 24. Oktober 2011 konnte die Bibliothek als erstes öffentliches Gebäude im neuen Europaviertel mit einem Leitspruch von Umberto Eco eröffnet werden: "Wenn die Bibliothek ein Modell des Universums ist, so sollten wir versuchen, sie in ein dem Menschen gemäßes Universum zu verwandeln. Mit einem Wort: in eine lustvolle Bibliothek, in die man gerne geht."

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Nach der Fertigstellung traten an dem 79 Mio. Euro teuren Objekt diverse Probleme auf: So erschien selbst den Bauherren die Fassade zunächst als zu grau und unregelmäßig. Eine wasserabweisende, hellere Beschichtung brachte Besserung. Die beiden Aufzüge waren der Besucherzahl nicht gewachsen, sodass ein dritter, auf den zunächst aus Kostengründen verzichtet worden war, nachträglich eingebaut wurde.

Mängel gab es zudem an den Eingangstüren, an denen es zu starkem Durchzug kam. Aufgrund des Rückstands der übrigen Bauvorhaben im Viertel waren an der Bibliothek nur unzureichend Parkplätze vorhanden. Da der Weg zur Stadtbahn mitten durch die Baustelle „Stuttgart 21“ führte, wurde für eine halbe Mio. Euro ein Steg zur Haltestelle „Türlenstraße (Bürgerhospital)“ – mittlerweile „Stadtbibliothek (Handwerkskammer)“ – errichtet.

Um zu signalisieren, dass sich das Selbstverständnis der Bibliothek vom Bücherspeicher hin zu einem multimedialen Lernort verändert hatte, wurde die Stadtbücherei mit dem Umzug in „Stadtbibliothek Stuttgart“ umbenannt. Trotz des weit verbreiteten Unmuts über die architektonische Gestaltung, der anfänglichen Probleme und des starken Widerstands gegen das Gesamtprojekt konnte die Stadtbibliothek bereits in ihrem ersten Jahr 20.000 Neuanmeldungen verzeichnen. 2012 zählte man 1,15 Mio. Besucher, die 2,7 Mio. Medien entliehen – etwa 700.000 mehr, als erwartet worden waren.

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Im August 2013 wurde die Stadtbibliothek Stuttgart vom Deutschen Bibliotheksverband? zur „Bibliothek des Jahres?“ gewählt. Gelobt wurde, dass die Stuttgarter Bibliothek „schon früh ihr Zukunftskonzept der ‚Bibliothek als innovativer Lernort‘ entwickelt und konsequent umgesetzt“ und besonders nach „dem Umzug in ein neues Haus […] im Bereich der Vermittlung digitaler Kompetenzen viele neue, kreative Wege beschritten“ habe.

Die Jury hob außerdem hervor, „dass sich die neue Zentralbibliothek hinter dem Bahnhof als Anlaufstelle in einem schwierigen Stuttgarter Stadtteil der gesamten Bevölkerung der Stadt öffnet und das Viertel belebt und aufwertet“ . Weiterhin habe sich die Stadtbibliothek „schon beim ersten Spatenstich des Neubaus für Toleranz ausgesprochen und sich ganz bewusst an Menschen mit Migrationshintergrund gewandt“.

Die Zentralbibliothek am Mailänder Platz

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Die neue Zentralbibliothek hat eine Grundfläche von 44 mal 44 Metern und ist 40 Meter hoch. Die äußere Hülle besteht aus einer Doppelfassade aus Sichtbeton und 288 Glasbausteinen, die nachts blau beleuchtet werden können. Der Zwischenraum kann als Flanierweg genutzt werden. An den vier Seiten des Quaders ist in verschiedenen Sprachen das Wort "Bibliothek" zu lesen: Neben Deutsch als Landessprache sind auch Englisch als Weltsprache und das Arabische, stellvertretend für alle außereuropäischen Kulturen, untergekommen. Die koreanische Variante auf der Ostseite ist der Herkunft des Architekten geschuldet, Eun Young Yi stammt aus Südkorea und lebt zeitweise in Seoul.

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Im Erdgeschoss befinden sich Ausleihterminals, digitale Ausstellungsflächen für Netzkunst sowie eine Infotheke, an der man sich Audioguides über die Architektur der zentralen Bibliothek und deren Nutzung ausleihen kann. Die Rückgabe der Medien funktioniert über eine Sortieranlage, die die Einheiten automatisch auf die verschiedenen Ebenen verteilt.

Weiterhin wurde eine von außen zugängliche „Bibliothek für Schlaflose“ eingerichtet: 24 Stunden am Tag kann man sich aus einem der 40 blau leuchtenden Fächer am Osteingang Bücher, Hörbücher und Filme ziehen.

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Den Kern des Gebäudes bilden drei übereinander angeordnete Räume. Im Untergeschoss ist mit dem Max-Bense-Forum ein Veranstaltungssaal für ca. 300 Personen eingerichtet worden. Darüber erhebt sich das sogenannte „Herz“ der Bibliothek, ein Würfel im Würfel, 14 Meter lang, breit und hoch. Der viergeschossige kathedralenhafte Raum, der über keinerlei Möblierung oder Gestaltungselemente verfügt, soll dem Besucher Momente innerer Einkehr und Entschleunigung ermöglichen. An der Decke befindet sich ein quadratisches, blau illuminiertes Lichtfenster. Über dem Herzen erhebt sich ein Galeriesaal in Form einer Negativpyramide, der sich in seiner Gestaltung an einem Entwurf Étienne-Louis Boullées' orientiert, den der Architekt im 18. Jahrhundert für die französische Nationalbibliothek vorgeschlagen hatte.

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Auf den neun Stockwerken verteilen sich verschiedene Lesewelten, eine Musik- und eine Kinderbibliothek, ein Abschnitt zur Literatur der Region und eine Graphothek. Zusätzlich zu den 400 Lese- und Arbeitsplätzen wurden spezielle Medienkabinette und multimediale Lernstudios eingerichtet. Unter dem Dach befindet sich das über 40 Sitzplätze verfügende Café LesBar, das von den zum Caritasverband gehörenden Neckartalwerkstätten betrieben wird, die Menschen mit Behinderungen eine Arbeit bieten. Zur Entspannung kann man sich auch auf die Leseterrasse zurückziehen.

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Die Bibliothek ist auf allen Ebenen barrierefrei gestaltet. Ihr Energiebedarf liegt 40 Prozent unter der Energieeinsparverordnung (EnEV). Dafür sorgen die Solarzellen im beweglichen Sonnenschutz und 94 Erdwärmesonden, die die Erdwärme zur Temperaturregulierung nutzen. Das Gebäude kann sowohl natürlich wie mechanisch belüftet werden.

Ursprünglich hatte Yis Entwurf vorgesehen, den Kubus in die Mitte einer Wasserfläche zu setzen. Aus technischen und wirtschaftlichen Gründen musste darauf verzichtet werden, das Gebäude wird heute von einer Rasenfläche umgeben.

Die Architektur der Zentralbibliothek wurde in den Medien vielfach positiv besprochen. Das US-amerikanische Blog flavorwire.com nahm die Stuttgarter Stadtbibliothek in seine Liste der 25 schönsten Bibliotheken der Welt auf. Vom Fernsehsender CNN wurde sie als eine der sieben schönsten weltweit bezeichnet. Beim „Global Award for the very best in Interior and Architecture” der internationalen Zeitschrift für Architektur und Innenarchitektur AIT kam das Gebäude am Mailänder Platz in die engere Auswahl.

Zweigstellen

Stadtteilbibliotheken und Fahrbibliothek

Die Stadtbibliothek Stuttgart verfügt über 17 Stadtteilbibliotheken?. Stadtviertel, die über keine feste Bibliothek verfügen, werden seit 1971 von den Bücherbussen? „Max“ und „Moritz“ versorgt. Die Fahrbibliothek? fährt 23 Haltestellen an und ist mit den 5000 Medien fassenden Bussen immer zur gleichen Zeit am selben Ort anzutreffen. Was die Busse nicht in ihrem Bestand? führen, wird in der Regel binnen Wochenfrist aus den Magazinen? mitgebracht.

Krankenhausbibliotheken

Jedes Krankenhaus des Klinikums Stuttgart – das Katharinenhospital, das Bürgerhospital, das Olgahospital und das Krankenhaus Bad Cannstatt – verfügt über Patientenbibliotheken? sowie Fachbuchsammlungen?, die der Stadtbibliothek als „Sonderbibliotheken“ zugeordnet sind. Als eigenständige, in sich vernetzte Einheit sind sie der Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Rathausbibliothek

Die Wurzeln der Stuttgarter Rathausbibliothek reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Sie dient den Mitarbeiter der Stadtverwaltung als Wissensquelle in den Bereichen Rechtsprechung und Verwaltung, bietet aber auch Literatur zu Stadt und Land. Ihre insgesamt 128.000 Medieneinheiten können auch von den Bürgern genutzt werden.

Angebot

Die Stadtbibliothek Stuttgart verfügt über 2,7 Mio. Medien aus allen Wissens- und Interessengebieten, von Ratgebern? über Beiträge zum wissenschaftlichen Diskurs bis hin zu anspruchsvoller Unterhaltungsliteratur? und Anregungen zur Freizeitgestaltung. Das Angebot wird durch ein vielfältiges Veranstaltungsprogram ergänzt, das sich aus Lesungen, Vorträgen, Workshops, Konzerten, Podiumsdiskussionen, Expertengesprächen und Ausstellungen zusammensetzt. Der Umgang mit den neuen Medien wird gezielt unterstützt.

In der Regel stehen in den Bibliotheken Computer für die Suche im Online-Katalog? zur Verfügung. In der Zentralbibliothek können 120 Notebooks entliehen werden, mit denen man an jedem beliebigen Ort im Haus arbeiten kann. Darüber hinaus bietet die Stadtbibliothek Audio- und Videoaufzeichnungen ihrer Veranstaltungen als Podcasts an. Die „Onleihe“-Digitalbibliothek ermöglicht es, auf Volltexte zuzugreifen. Über die Online Animation Library kann im Archiv des Internationalen Trickfilm-Festivals Stuttgart gestöbert werden.

Die Stadtbibliothek fördert die Auseinandersetzung mit allen Themengebieten und Kunstrichtungen. Sie „versteht sich als Forum für Literatur und Kultur aus Stadt und Region, als Ort der Begegnung mit der Wissenschaft und als Kooperationspartner für die Kultureinrichtungen in der Stadt“. Schwerpunkte des Angebots liegen auf der Stuttgarter Literaturszene, der Musik der Region und der Stuttgarter Filmszene. Für Kinder werden bibliothekspädagogische Programme wie Medienrallyes, mehrsprachiges Vorlesen?, Bilderbuchshows und Autorenbegegnungen angeboten, die die Lesefähigkeit fördern und Freude an der Sprache vermitteln sollen. Junge Leser werden nicht nur in den Kinderbibliotheken fündig, am Mailänder Platz bspw. wird auf jeder Ebene Literatur für Kinder und Jugendliche präsentiert.

40 Prozent der Einwohner Stuttgarts haben einen Migrationshintergrund – der höchste Anteil aller bundesdeutschen Großstädte. Die Stadtbibliothek versteht sich deshalb als „interkulturelle Bibliothek, die Angebote zum Erlernen und zur Pflege zahlreicher Sprachen macht, regelmäßig interkulturelle Begegnungen arrangiert und immer wieder zur Reflexion der eigenen und fremden Kultur in Veranstaltungen und Gesprächskreisen einlädt“ . Das Medienangebot umfasst derzeit 25 Sprachen, mehrere internationale Tageszeitungen? werden bereitgehalten.

Seit 2012 kann in der Zentralbibliothek am Mailänder Platz auch geheiratet werden. Trauungen finden im Raum „Fräulein Friz“ im sechsten Obergeschoss statt, der nach der ersten Bibliothekarin Stuttgarts benannt wurde. Die gastronomische Begleitung übernimmt das Café LesBar.

Die Stadtbibliothek in Zahlen (Stand 2012)

Stadtbibliothek Stuttgart (gesamt)
  • Besucher pro Jahr: 2.691.892
  • Entleihungen pro Jahr: 6.574.129
  • Medienbestand: 1.372.524
  • Veranstaltungen pro Jahr: 4117
Zentralbibliothek am Mailänder Platz
  • Besucher pro Jahr: 1.153.000
  • Entleihungen pro Jahr: ca. 2.700.000
  • Medienbestand: ca. 500.000
  • Veranstaltungen pro Jahr: 1139

Kontakt

Stadtbibliothek Stuttgart
Mailänder Platz 1
70173 Stuttgart
Tel. +49 (0) 711/216-91100

E-Mail: stadtbibliothek@stuttgart.de

Öffnungszeiten
  • Zentralbibliothek am Mailänder Platz:
Mo.-Sa.: 9-21 Uhr
  • Stadtteilbibliotheken, Fahrbibliothek, Krankenhausbibliotheken und Rathausbibliothek:
Öffnungszeiten siehe hier

Literatur

  • Bussmann, Ingrid: Die Bibliothek 21 – ein mutiges Zukunftsprojekt der Landeshauptstadt Stuttgart. In: Bibliothek 27, Nr. 1/2 2003, S. 52–55.
  • Bussmann, Ingrid/Chen, Huan/Hoffmann-Walbeck, Thomas/Reichert, Nadine: „Die vielen Seiten der Stadtbücherei" und die Feier der Grundsteinlegung am 5. Juni 2009. Stuttgart: Hochschule der Medien, 2009.
  • Ferchl, Irene: Würfel für Wissen, Erkenntnis und Begegnung. Ein Rundgang durch die neue Stadtbibliothek am Mailänder Platz. In: literaturblatt Baden-Württemberg, Sept./Okt. 2011, S. 10ff.
  • González, Brigidia/Hildner, Claudia: Neue Stadtbibliothek Stuttgart. Berlin: Stadtwandel-Verlag, 2012.
  • Jouly, Hannelore: Es könnte auch alles ganz anders sein ...: Innovationen für das Bibliothekswesen. Stuttgart: Stadtbücherei, 2001.
  • Yi, Eun Young/Schrade, Anja: Stadtbibliothek Stuttgart : der Neubau von Eun Young Yi. Ludwigsburg: av-Ed., 2011.

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