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Wallace, David Foster

ein US-amerikanischer Schrifsteller? und Professor für Englische Literatur?

The best people you will ever know

von Claudia Sherman [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons David Foster Wallace im Hammer Museum in Los Angeles, mit seinen Fans Claudia Sherman und Amanda Barnes (Januar 2006)

Leben

David Foster Wallace wurde am 21. Februar 1962 in Ithaca, New York, geboren.

1990 hatte Wallace mit 28 Jahren schon mehr erlebt, als viele andere Menschen zusammen. Er war als "Starautor" gefeiert worden, er war Dozent und hatte schon an Depressionen gelitten. Nun landete er im Drogen- und Alkoholentzug. Zunächst wurde er in einem Krankenhaus behandelt, dann kam er in eine Reha-Klinik in Brighton (Massachusetts). Jonathan Franzen bot ihm ein Treffen an, doch glaubte Wallace sich dem nicht gewachsen, weil er sich in dieser Zeit eines aufkeimenden Wettbewerbs mit dem Brieffreund nicht als "würdigen Gegner" sah. Er schrieb: "Zurzeit bin ich ein kläglicher und sehr verwirrter junger Mann, ein 28-jähriger gescheiterter Autor, der so eifersüchtig ist, so scheußlich schreiend neidisch auf dich ..., dass ich die Selbsttötung als logische - wenn auch im Moment nicht wünschenswerte - Lösung des ganzen jämmerlichen Problems betrachte."

Nach sechs Monaten verließ er die Reha-Klinik wieder und lebte sich in der Region Boston wieder ein. Bei einem Meeting der Anonymen Alkoholiker lernte er kurz danach die Dichterin Mary Karr? kennen, die sieben Jahre älter als er war und freiwillig in der AA-Klinik aushalf. Wallace erkannte in ihr eine verwandte Seele und verliebte sich so sehr in sie, dass die Beziehung bald eine Art Besessenheit wurde. Karr lehnte seine überfallartigen Avancen ab, weshalb er sich bald als leidenden Werther bezeichnete. Im Kontakt mit ihr entwickelte sich sein Schreiben weiter und er lernte seinen Intellekt hinter das Gefühl zu stellen, "aus dem Herzen zu schreiben" und wirklich etwas zu sagen.

1991 zog Mary Karr? mit ihrer Familie nach Syracuse, New York, wo sie eine Dozentenstelle annahm. David Foster Wallace brach daraufhin zusammen und wurde im November des Jahres wegen einer suizidalen Depression in die geschlossene Abteilung einer Psychiatrie eingeliefert. Es wundert nicht, dass Wallace in dieser Zeit zwar den verzweifelten Wunsch zu schreiben hatte, jedoch keine Prosa schreiben konnte. Erst nach seiner Entlassung gelangen ihm wieder neue Texte.

Mary Karr?, deren Ehe schon längere Zeit labil war, trennte sich im Frühjahr 1992 von ihrem Mann. Schon einen Monat später zog Wallace mit wenigen Habseligkeiten nach Syracus in die Nähe der Dichterin. Nun begann eine leidenschaftliche und stürmische Beziehung zwischen den beiden, die jedoch nicht anhielt. Über die Trennung hinaus arbeitete Wallace an "Unendlicher Spaß". Erst 1996 erschien dieses Ausnahmewerk, das Chad Harbach?, ein amerikanischer Autor als den wichtigsten amerikanischen Roman der letzten dreißig Jahre bezeichnete.

2005 hielt Wallace in Kenyon/Ohio eine Abschlussrede für Absolventen seines eigenen alten Colleges. Darin behandelte er zugleich tiefgründig wie leichtfüßig heutige Probleme des Miteinanders von Ich und Gesellschaft. Der Text erschien mit dem Titel "This ist Water" und wurde in Amerika zu einem großen Erfolg. Auf Deutsch erschien das 64 Seiten dünne Buch erst 2012.

Gestorben ist der als "Genie" apostrophierte Autor am 12. September 2008 in Claremont, Kalifornien. Er beging Suizid.

Werk

Schon kurz nach seinem Tod ernannten ihn Nachrufe in seiner Heimat zu einem der bedeutendsten Autoren der Gegenwart. Bis dahin war im deutschsprachigen Literaturbetrieb? erst sein Debütroman? "Der Besen im System" als Übersetzung angekommen. Darin erkannte man zwar Talent, sein Genie jedoch konnte man erst erahnen. Als 2009 das Opus Magnum? "Unendlicher Spaß" auf Deutsch erschien, begann sich das zu ändern, jedoch gelang der Einstieg in das postmoderne Werk? nur wenigen Lesern.

2012 erschienen auf Deutsch "This ist Water" und "Alles ist grün".

Werke (Auswahl)

Alles ist grün

Das Buch ist eine Sammlung von "Storys". Darunter sind vier erzählerische Miniaturen? und eine etwa 200 Seiten lange Novelle. In den Erzählungen geht es um für Wallace typische Themen wie Glück und Identität, Liebe, Angst, Geld und das Schreiben.

Unendlicher Spaß

Wann das Werk genau entstand, ist unsicher. Teile des Romans entstanden schon 1986. Möglicherweise hatte Wallace zunächst eigenständige Geschichten konzipiert. Die Teile sind durch unterschiedliche Stimmungen und literarische Stile gekennzeichnet. Zum einen ist da der spielerisch-humorvolle Stil seiner College-Jahre, aber auch Postmodernes wie er es während seiner Zeit als Doktorand an der University of Arizona schrieb, und der Stil der Eindeutigkeit, wie er ihn in Boston entwickelte.

Am 15. April 1992 schickte er einen Entwurf und Teile des Manuskripts an seine Agentin? Bonnie Nadell.

Übrigens ...

David Foster Wallace hatte und hat nicht nur Bewunderer. So schrieb Bret Easton Ellis? über seinen literarischen Gegenspieler: "Jeder, der David Foster Wallace für ein literarisches Genie hält, muss ins Pantheon der literarischen Warmduscher-Trottel eingemeindet werden."

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