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1000 Jahre habe ich gelebt

von
Livia Bitton-Jackson

Eine Buchvorstellung von Megan Kvale

Zum Inhalt

Das Buch „1000 Jahre habe ich gelebt, eine Jugend im Holocaust“ von Livia Bitton-Jackson handelt vom jüdischen Mädchen Ellike Friedmann, die in der Stadt Samorja in der Tschechoslowakei lebt.

Die 13-jährige Elli träumt davon, eines Tages die Schule in Budapest zu besuchen, so wie ihr 16-jähriger Bruder Bubi. Ellike hat eine unbeschwerte Kindheit, doch als die ungarische Militärspolizei anfängt, in allen jüdischen Familienhäusern „Hausbesuche“ zu machen, fängt sich Ellike an zu wundern. Auch ihre kurze Karriere in der Schule als Klassenbeste scheitert, als plötzlich vorgeschrieben wird, dass jeder Jude einen gelben Judenstern an der linken Brusttasche der Kleidung tragen muss und auch einen großen gelben Stern ans Haus malen muss. Sie wird in der Schule gehänselt und ihr Leben verändert sich auf einen Schlag - ihr wird alles weggenommen, vom Fahrrad über die Freunde bis zu dem Gefühl, ein freier Mensch zu sei.

1944 wird Ellike mit allen jüdischen Bewohnern ihrer Heimatstadt nach Magymagyar ins Ghetto gebracht, in dem sie ein Leben lebt fern abgeschlossen von der normalen Zivilisation. Das Leben dort ist schwer, denn sie können keine Lebensmittel einkaufen und als dann noch ihr Vater an die Front nach Ungarn gebracht wird, bricht ihr Herz. Kurz danach fordert die Polizei die Juden im Ghetto auf, alle Bücher Urkunden, etc. abzugeben, woraufhin sie verbrannt werden.

Sie werden in das Konzentrationslager in Dunaszerdahely gebracht, in dem sie und ihre Familie gefoltert werden. Es werden ihnen die Köpfe geschoren, Arbeitskleidung angelegt und sie werden brutal geprügelt, wenn sie sich einmal ausruhen wollen. Weil sie viel zu wenig zu essen haben, magern sie ab und viele sterben.

Später werden sie in Viehwaggons nach Auschwitz gebracht. Sie muss sich von ihrem Bruder, Vater und vielen Onkels und Tanten trennen, um zu überleben. Sie und ihre Mutter werden auf sich alleine gestellt. Durch eine kurzfristige Lähmung ihrer Mutter wird alles noch schwieriger, aber Elli schafft es, sich nicht von ihrer Mutter trennen zu müssen. Sie werden nach und nach in verschiedene K Zs? gebracht.

Als sie nach Augsburg kommen, war das ein wahres Paradies für sie. Ihre Mutter kann sich ausruhen und dann wird sie ins Waldlager gebracht. Tagelange Zugfahrten ohne Essen und Trinken schwächen sie. Doch sie bekommt neue Hoffnung, als sie in dem Lager ihren Bruder findet. Sie erfährt, dass die Amerikaner im Anmarsch sind und sie bald befreien. Doch als sie ohne angegebenes Ziel in den Zug gebracht werden, ändert sich alles. Amerikanische Flugzeuge bombardieren den Zug und bringen tausende von Juden um. Sie muss zusehen wie enge Freunde erschossen werden und schwer verletzt langsam vor sich hin sterben.

Sie überlebt mit ihrer Mutter und ihrem Bruder und fährt mit dem Zug zurück in ihre Heimatstadt. Als sie erfahren, dass ihr Vater gestorben sei, sehen sie keinen Sinn mehr in Samorja zu leben und fahren zusammen zu ihrem Onkel nach New York, wo sie ein neues Leben anfangen.

Zum Buch

Ich fand das Buch sehr spannend. Alle Taten und Ereignisse werden genau beschrieben und sind sehr fesselnd. Wenn man das Buch gelesen hat, weiß man einfach genau, was alles passiert ist und bewundert die Personen, die dieses schreckliche Kapitel der Weltgeschichte überlebt haben. Die Geschichte lässt einen mitfühlen und sich Gedanken machen, wie es wohl wäre, wenn man zu dieser Zeit gelebt hätte. Ob man auch so viel Überlebenswillen gehabt hätte, wie die kleine Ellike oder ob man schon lange aufgegeben hätte - sich einfach erschießen lassen hätte.

Literaturangaben

Livia Bitton-Jackson?: 1000 Jahre habe ich gelebt, Urachhaus, Stuttgart 2004, ISBN: 978-3825174521


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