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Schreibgerät

Schreibgeräte dienen dem Sichtbarmachen von Schriftzeichen auf einem Beschreibstoff?. Man unterscheidet zwischen vier Schreibgeräte-Familien: Federstifte, Minenstifte, Tintenroller und Feinschreiber sowie sonstige Schreibgeräte.

Definition

So unterschiedlich die einzelnen Schreibgeräte in Form, Farbe, Material und Schriftbild auch sind, sie dienen alle demselben Zweck, nämlich: dem Sichtbarmachen von Schriftzeichen auf einem Beschreibstoff?. Nicht jedes Schreibgerät ist mit jedem Beschreibstoff? kombinierbar. So ist es z. B. unüblich mit einem Füllfederhalter auf Glas oder mit einem Schilfrohr auf Millimeterpapier zu schreiben. Die meisten Schreibgeräte können auch zum Zeichnen und Malen verwendet werden, wobei der künstlerische Erfolg von der Fingerfertigkeit des Zeichners bzw. Malers abhängt.

Entstehung

Die Geschichte der Schreibgeräte reicht bis ins Altertum? zurück. Wir wissen jedoch, dass auch die Menschen in prähistorischer Zeit verschiedene Schreibgeräte zum Aufbringen von Bildern oder Schriftzeichen auf einen Untergrund verwendet haben. So bedienten sich z. B. die Menschen der ausgehenden Steinzeit eines Gemischs aus Blut und Wasser, das mit dem Mund an eine Felswand gespuckt und dann mit den Fingern zu Bildern und Zeichen verarbeitet wurde.

Die Babylonier benutzten einen stumpfen Dreiecksgriffel, um mit Keilschrift auf noch feuchten und daher weichen Tontafeln zu schreiben. Die getrockneten Tontafeln zeichneten sich durch gute Lesbarkeit aus, ließen jedoch keine Korrekturen mehr zu. Im alten Ägypten wurde zunächst mit einem Schreibrohr aus Schilf geschrieben. Als Beschreibstoff? diente vor allem Papyrus, der im Altertum? und in der Antike eine ähnliche Funktion wie unser heutiges Papier erfüllte.

Die Ägypter waren es auch, die die Tinte als Schreibstoff? entdeckten und damit den Siegeszug der Vogelfeder als Schreibgerät einleiteten. Theoretisch kann jede Vogelfeder als Schreibgerät verwendet werden, großer Beliebtheit in der griechischen und römischen Antike erfreuten sich die Flügelfedern von Gänsen und Raben. Diese Federn zeichneten sich durch eine gut handhabbare Größe und eine relative Robustheit aus und finden daher noch heute als Schreibgerät in der Kalligrafie? Verwendung.

Entwicklung

Üblicherweise unterscheidet man zwischen vier Schreibgeräte-Familien, die sich hauptsächlich durch Material, Schriftbild und Art der Schriftübertragung voneinander unterscheiden. Diese vier Familien sind: Federstifte, Minenstifte, Tintenroller und Feinschreiber sowie sonstige Schreibgeräte.

Federstifte

Zur Familie der Federstifte gehören Schreibgeräte, die den Schreibstoff? (meist Tinte) auf den Beschreibstoff? (meist Papyrus oder Papier) auftragen.

  • Federkiel - Der Ursprung des Federkiels als Schreibgerät liegt im Altertum?. Um mit der Flügelfeder einer Gans (Gänsekiel) oder eines Raben (Rabenkiel) schreiben zu können, muss die Feder entsprechend bearbeitet werden: Zunächst wird der Kiel schräg angeschnitten und das Mark entfernt. Anschließend weicht man den Kiel in einem Glas Wasser solange ein, bis er eine weißliche Färbung annimmt. Nun steckt man den eingeweichten Kiel in heißen Zuckersand. Man wartet solange, bis die Spitze transparent ist. Dann wird mit einem scharfen Messer die Haut vom Kiel gekratzt. Abschließend erfolgt der Zuschnitt - schneidet man den Kiel spitz zu, ist der Strich dünn und die Spitze nutzt sich schnell ab, schneidet man den Kiel breit zu, ist der Strich voller, neigt aber zum Ausufern und Klecksen. Beim Zuschnitt ist also Erfahrung und Fingerspitzengefühl gefragt.
  • Glasfeder -
  • Schreibfeder -
  • Füllfederhalter - Die ersten Füllfederhalter im heutigen Verständnis entstanden in den 1850er Jahren in den USA. In Deutschland begann die Massenproduktion Anfang der 1870er Jahre, wobei der Unternehmer und Erfinder Friedrich Soennecken? eine Vorreiterrolle einnahm. Die Füllfederhalter sind mit einer rostfreien Metallfeder ausgestattet, die die Tinte auf das Papier überträgt. Dabei fließt die Tinte von einem Speicher (z. B. Tintenpatrone) an die Spitze der Metallfeder und wird dort vom Papier aufgesogen. Der Füllfederhalter mit seinem gleichmäßigen Tintenfluss löste den weniger leicht handhabbaren Federkiel im 19. Jahrhundert als wichtigstes Schreibgerät ab. Die Preisskala reicht heute vom günstigen Einweg-Füllfederhalter bis zum mit Diamanten besetzten Luxus-Utensil mit einem Wert von über 120.000 Euro. Inzwischen hat sich sogar eine Liebhaber-Szene herausgebildet, die Füllfederhalter sammelt, tauscht und auf Auktionen anbietet.
Minenstifte

Zur Familie der Minenstifte gehören Schreibgeräte, die aus schreibfähigem Material und einem festen Mantel bestehen.

  • Bleistift - Die Geschichte des Bleistifts reicht bin ins Altertum? zurück. Vom römischen Gelehrten Plinius ist überliefert, dass in der Antike zu dünnen Stangen gegossenes Blei als Schreibgerät verwendet wurde. Heute enthält der Bleistift kein Blei mehr, sondern eine Mine aus einem gebrannten Graphit-Ton-Gemisch, dessen Mischungsverhältnis für die Härte entscheidend ist und das den charakteristischen grauschwarzen Strich erzeugt. Je höher der Anteil des Graphits ist, desto weicher wird die Mine. Als Hülle der Mine wird häufig lackiertes Holz verwendet. Üblich ist die Einteilung in drei Härtegrade: weich, mittel und hart. Die Vorteile des Bleistifts gegenüber anderen Schreibgeräten liegen in der Wischfestigkeit, der hohen Lichtechtheit und der Möglichkeit, das Geschriebene mit einem Radiergummi wieder zu entfernen. Diese Vorteile gelten übrigens nicht nur zu Lande und in der Luft, sondern auch im Wasser: Taucher können mit einem Bleistift unter Wasser auf Kunststofftafeln schreiben, deren Oberfläche z. B. mit handelsüblichem Schmirgelpapier leicht aufgeraut wurde.
  • Kopierstift -
  • Buntstift - Erstaunlicherweise ist über die Geschichte des Buntstifts nur wenig bekannt. Erste Erwähnung fand er Anfang des 19. Jahrhunderts, wo er vereinzelt in Unternehmen und Behörden als Markierstift verwendet wurde. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Buntstifte auch schon vorher hergestellt wurden - aber wohl in geringen Auflagen. Anders als beim Bleistift zeichnen die Minen von Buntstiften nicht grauschwarz, sondern farbig. Der Farbton entsteht durch die Vermischung von Farbpigmenten, Fetten, Wachsen, Bindemitteln, Talkum und Kaolin. Diese Zubereitung führt dazu, dass die Linien von Buntstiften sich nur schwer, in vielen Fällen auch gar nicht mit einem Radiergummi entfernen lassen. Beliebt sind Buntstifte vor allem bei Kindern und Modedesignern.
Tintenroller und Feinschreiber

Zur Familie der Tintenroller und Feinschreiber gehören Schreibgeräte, die ihren Strich durch das Abrollen des Schreibstoffes auf das Papier bringen.

  • Kugelschreiber - Erste Patente auf Kugelschreiber-Vorläufer gab es Ende des 19. Jahrhunderts in den USA. Zum Durchbruch als Schreibgerät kam es allerdings erst in den 1940er Jahren: Der britische Unternehmer Henry George Martin gründete 1944 die erste Kugelschreiber-Fabrik der Welt - und schon kurze Zeit darauf begann die Serienproduktion. Die ersten Lieferungen gingen an die Royal Air Force, die ihre Piloten fortan mit Kugelschreibern ausrüstete. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die zivile Nutzung des „klecksfreien“ Tinten-Schreibgeräts. Kugelschreiber verfügen über einen Vorratsbehälter von variierender Größe mit zähflüssiger, schnell trocknender Tinte. Schreibt man mit einem Kugelschreiber auf Papier, dann dreht sich die Kugel, nimmt dabei Tinte auf und gibt sie an das Papier ab. Die Kugel wird meist aus keramischem Material hergestellt, um eine möglichst lange Lebensdauer zu gewährleisten.
  • Gelroller -
  • Textmarker -
  • Filzstift - Der Filzstift hat seinen Ursprung in Japan, wo er noch heute als künstlerisches Zeichengerät sehr beliebt ist. Der handelsübliche Filzstift in Deutschland besteht aus einer farbigen Mine aus Fasermaterial und einer Plastikhülle, die in derselben Farbe gestaltet ist wie der farbige Schreibstoff. Zu jedem Filzstift gehört außerdem eine Kappe, die den Stift gegen Austrocknung schützt. Die Spitze variiert in Form und Härte, was zu unterschiedlichen Schriftbildern führt. Beliebt sind Filzstifte vor allem in der Schule, die Farbspuren an Haut und Kleidung lassen sich jedoch oft nur mit Mühe entfernen. Diese Erfahrung mussten auch zwei Einbrecher im US-Bundesstaat Iowa machen, die auf die dumme Idee kamen, ihre Gesichter mit Filzstiften zu schwärzen. So hatten die Polizisten bei der Identifizierung der Ganoven, die kurz nach dem Einbruch gefasst wurden, keine Probleme.
sonstige Schreibgeräte
  • Griffel - Die Geschichte des Griffels beginnt im Altertum?, wo er zur Aufbringung von Keilschriften auf Schrifttafeln verwendet wurde. Bis in die 1960er Jahre war es keine Seltenheit, dass Schüler der unteren Jahrgänge mit einem Schreibgriffel auf Schiefertafeln schrieben und rechneten. Der Vorteil war, dass Fehler leicht durch Abwischen mit Wasser korrigiert werden konnten - außerdem war es billig, denn durch das Schreiben auf Schiefertafeln wurde kein Papier verbraucht. Allgemein können alle Schreibgeräte als Griffel bezeichnet werden, die die Oberfläche eines Beschreibstoffs mit feinen Strichen ritzen. Dabei gilt es zu beachten, dass Griffel und Tafel die gleiche Härte haben - andernfalls kann der Materialverschleiß sehr hoch sein.
  • Pinsel -
  • Wachsstifte -
  • Kreide - Kreide wird als Schreibgerät hauptsächlich in der Schule verwendet, um im Unterricht auf Wandtafeln zu schreiben und zu rechnen. Dabei hinterlässt die Kreide kleine Partikel, die an der Tafel haften bleiben und mit einem feuchten Schwamm leicht wieder abgewischt werden können. Tafelkreide besteht aus Magnesiumoxid. Aus Wasser und Gips kann man Kreide übrigens selbst herstellen. Allergiker sollten dabei allerdings vorsichtig sein, denn der Kreidestaub kann die Atemwege reizen.

Literatur

  • Gruntz-Stoll, Johannes / Steiner, Edmund: Tafeln klappern, Griffel kreischen. Lötschentaler Schulgeschichte(n). Haupt Verlag, Bern 2007, ISBN: 978-3258071589

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