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Dornburger Schlösser

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Nahe Jena, auf einem Muschelkalkfelsen über der Saale, befindet sich die mittelalterliche Kleinstadt Dornburg mit ihren drei Schlössern, dem Alten Schloss, dem Rokokoschloss und dem Renaissanceschloss.

In unterschiedlichen Epochen entstanden sind die Dornburger Schlösser eng mit dem Wirken Goethes verbunden. Der Dichter mochte die Dornburger Schlösser und ihre Gärten sehr, war hier häufig zu Gast, nutzte sie zur Erholung und zur Arbeit, zeichnete sie und schwärmte von ihnen in Gedichten und zahlreichen Briefen.

Museal genutzt werden heute das Rokoko- und das Renaissanceschloss. Beide Schlösser sowie die Gartenanlagen wurden durch die Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur in Weimar gründlich erneuert und am 28. August 1962 wiedereröffnet.

Foto: Dieter Haugk / www.pixelio.de.

Das Alte Schloss

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Stadt und Burg Dornburg wurde erstmals im Jahre 937 von Kaiser Otto dem 1. urkundlich erwähnt. Im ausgehenden 10. Jahrhundert war Burg Dornburg Ort einiger Reichstage. Die Grundmauern des Alten Schlosses stammen noch aus dieser Zeit. 1451 wurde die Burg nahezu komplett zerstört. Das heutige Erscheinungsbild des Alten Schlosses wurde mit dem Wiederaufbau im 15. Jahrhundert geprägt.

Als 1717 das Dornburger Amtshaus ein Opfer der Flammen wurde, siedelte man die landesfürstliche Verwaltung im Alten Schloss an. Goethe erwähnte 1779 bei einer Stippvisite den guten Zustand der Handelsbücher des vierzehn Gemeinden umfassenden Amtes Dornburg.

Ab dem Jahre 1750 verlor das Schloss mehr und mehr an Bedeutung. Es diente zwischenzeitlich als Baumwollspinnerei, als Textilfabrik und als Schule. Im 19. Jahrhundert verfiel es zunehmend, woran auch einige sporadische Erhaltungsmaßnahmen nichts änderten. Nach dem Zweiten Weltkrieg war im Alten Schloss zeitweise ein Altersheim untergebracht. Dennoch verschlechterte sich sein Zustand bis zur deutschen Wiedervereinigung immer weiter.

Am 26. Juni 1995 wurde das Gebäude der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten übertragen und konnte nun in den folgenden Jahren umfassend saniert werden.

Foto: W. Behrends / www.pixelio.de.

Das Renaissanceschloss

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Das ursprüngliche Gebäude wurde 1540 von Volrad von Watzdorf errichtet und 1608 nach einem Besitzerwechsel erstmals umgebaut. 1824 erwarb Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach das ehemalige Rittergut und baute es im Anschluss abermals den Bedürfnissen der Zeit entsprechend um.

Das so entstandene Renaissanceschloss wird häufig auch als Goetheschloss bezeichnet. Immerhin weilte der Dichter mehr als zwanzigmal in diesem Gebäude. Zuletzt verbrachte der 78jährige Goethe nach dem Tod Carl Augusts hier vom 7. Juli bis zum 11. September 1828 den Sommer. Er wohnte in der so genannten Bergstube mit Blick auf das Saaletal. Noch heute kann dort Goethes Schreibtisch besichtigt werden. Die beiden vorgelagerten Zimmer nutzte Goethe als Speise- und Empfangsraum. Zeugnis seines letzten Aufenthaltes sind seine Dornburger Gedichte?, wie beispielsweise:

Dornburg, September 1828
Früh, wenn Tal, Gebirg und Garten
Nebelschleiern sich enthüllen,
Und dem sehnlichsten Erwarten
Blumenkelche bunt sich füllen,
Wenn der Äther, Wolken tragend,
Mit dem klaren Tage streitet,
Und ein Ostwind, sie verjagend,
Blaue Sonnenbahn bereitet,
Dankst du dann, am Blick dich weidend,
Reiner Brust der Großen, Holden,
Wird die Sonne, rötlich scheidend,
Rings den Horizont vergolden.

Aber auch naturwissenschaftliche Studien beschäftigten Goethe während dieses Aufenthaltes. So studierte er Werke zur Botanik und zum Weinanbau. Im Ergebnis verfertigte er ein Essay über den Weinstock.

Heute beherbergt das Renaissanceschloss eine Goethegedenkstätte. Die Einrichtung der Räumlichkeiten orientiert sich an der Zeit des Aufenthaltes von Goethe.

Foto: W. Behrends / www.pixelio.de.

Das Rokokoschloss

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Ab 1736 ließ Herzog Ernst August von Sachsen-Weimar-Eisenach das Rokokoschloss unter Leitung von Gottfried Heinrich Krohne und Johann Adolf Richter als Jagd- und Lustschloss errichten. Das Schloss besticht durch seine Helligkeit, jeder Raum besitzt Fenster nach mindestens zwei Himmelsrichtungen.

War Goethe als Regierungsangestellter im Amt Dornburg unterwegs, weilte er seit 1776 häufig zu Gast im Rokokoschloss, welches er als das neue Schloss bezeichnete. Hier entstanden Teile seiner Werke Iphigenie und Egmont. Auch Goethes Familie weilte häufig auf Einladung des Herzogs in Dornburg.

Das Rokokoschloss dient heute mit seiner noch vorhandenen Originalausstattung als Museum und zählt zu den bedeutendsten Barockbauwerken Mitteldeutschlands.

Foto: W. Behrends / www.pixelio.de.

Übrigens …

Goethe gilt als Wiederentdecker Dornburgs und seiner Schlösser. Von Jena aus bereiste er am 3. März 1779 Dornburg und fand die Gebäude und das Terrain in einem nicht wirklich guten Zustand vor. Seine darüber am Weimarer Hof vorgetragene Verärgerung soll dann auch die Initialzündung für baldige Umbauten und die zukünftige Nutzung gewesen sein.

Kontakt & Öffnungszeiten

Schlösser

Dornburger Schlösser
07778 Dornburg

Telefon: 036427 / 22291

Touristen-Information

Dornburg-Tourist
F.-Ludwig-Jahn-Str. 7
07778 Dornburg

Tel. 036427/20934
Fax: 036427/75598
Email: dornburg-tourist@t-online.de

Klassik Stiftung Weimar

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99423 Weimar

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