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Wittstock, Uwe

Uwe Wittstock (geb. 1955 in Leipzig) ist ein streitbarer Publizist, der im Literaturbetrieb? tätig ist, ihn aber auch aus der Distanz betrachtet.

Leben und Schreiben

Geboren wurde Uwe Wittstock in Leipzig, er wuchs aber im Rheinland auf, weil die Eltern 1957 aus der DDR in den Westen flohen. Die Familie lebte zunächst in Bonn, dann in Köln. In Köln ging Uwe Wittstock auch zur Schule und studierte Germanistik?, Philosophie, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften.

Zwischen 1980 und 1989 arbeitete er in der Literaturredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung?. Vorgesetzter war Marcel Reich-Ranicki, von dem er viel lernte, in kurzweiliger Weise. Zusammen mit Volker Hage? und Franz Josef Görtz? gab er in den Jahren 1987 bis 1994 den jährlich erscheinenden Band „Deutsche Literatur“ im Reclam Verlag? heraus. Von 1990 bis 1999 arbeitete Uwe Wittstock als verantwortlicher Lektor für deutschsprachige Literatur im S. Fischer Verlag? und gab gleichzeitig die renommierte Literaturzeitschrift? Neue Rundschau? heraus. Im Jahr 2000 wechselte Uwe Wittstock wieder zur Presse und ging zur "Welt"?, wo er zuerst die stellvertretende Leitung des Feuilletons? übernahm und ab 2002 als Kulturkorrespondent? erst in Paris und dann in Frankfurt am Main wirkte.

Im so genannten Übersetzerstreit? machte er sich 2007 unter den Übersetzern viele Feinde. In einem Artikel zweifelte er nämlich die Notwendigkeit und Möglichkeit höherer Übersetzerhonorare? an und schrieb, Übersetzer glaubten, dass „gewissenlose Verleger ihre wichtigsten Mitarbeiter zu Tode drangsalieren, um dann aus deren Schädeln Hummersuppe zu schlürfen“. Das fanden viele geschmacklos und zynisch.

Überhaupt nimmt Uwe Wittstock in seinem Werk „Die Büchersäufer“ die Buchbranche hintersinnig und amüsant unter die Lupe. Eine keinesfalls nur für Büchernarren empfehlenswerte Lektüre. In dem Werk verarbeitet er die Recherchen seiner Tätigkeit für Feuilletons? und "Welt"?. Eine seiner Thesen darin ist, dass die Buchhandelsketten? weiter wachsen werden, weil der Konzentrationsdruck in der Buchbranche zunehmen wird. In „Die Büchersäufer“ blickt Uwe Wittstock seiner Meinung nach ein letztes Mal auf die traditionelle Branche, bevor sich alles verändern wird. Die Belletristik? und die Sachbuch–Programme, so sieht er es, werden austauschbarer werden, weil sie nur noch am Geschmack der Masse ausgerichtet werden. Im Buchmarkt der Zukunft werde es nur noch wenige Nischen der Originalität geben.

Seit Oktober 2010 ist Uwe Wittstock Literaturchef der Zeitschrift "Focus". Er gehörte der Jury des Deutschen Buchpreises 2011 an.

Werk (Auswahl)

  • Bücher von Uwe Wittstock bei Jokers
  • Franz Fühmann. Autorenbuch. Verlag C.H. Beck, München 1988, ISBN: 978-3406331572
  • Roman oder Leben. Postmoderne in der deutschen Literatur. Leipzig 1994, ISBN: 978-3379015165
  • Leselust. Wie unterhaltsam ist die neue deutsche Literatur? München 1995, ISBN: 978-3630879819
  • Der Familienplanet. Eltern, Kinder, Katastrophen. Heyne Verlag, München 2004, ISBN: 978-3406522947
  • Marcel Reich-Ranicki. Geschichte eines Lebens. München 2005, ISBN: 978-3896672742
  • Die Büchersäufer. Verlag Zu Klampen?. Springe 2007, ISBN: 978-3866740051
  • Nach der Moderne. Essay zur deutschen Gegenwartsliteratur in zwölf Kapiteln über elf Autoren. Wallstein Verlag, Göttingen 2009, ISBN 978-3835805618
  • Der Fall Esra. Ein Roman vor Gericht. Über die neuen Grenzen der Literaturfreiheit. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2011, ISBN 978-3462600087

Auszeichnungen

1988 erhielt Uwe Wittstock den Theodor-Wolff-Preis? für einen Artikel über Sinn und Form?, eine ostdeutsche Literaturzeitschrift?.

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