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Zoderer, Joseph

Joseph Zoderer (geb. am 25. November 1935 in Meran) ist ein Autor von Gedichten, Erzählungen, Romanen und Kinderbüchern? aus Südtirol. Er veröffentlich u.a. bei der Edition Raetia. Einige seiner Werke sind unter den Pseudonymen Franz Arthur, Rainer Son, Valentin Tichtl, Joseph Valentin erschienen. Joseph Zoderer lebt und arbeitet in Terenten, im italienischen Pustertal.

Leben

Joseph Zoderer wurde am 25. November 1935 in Meran geboren. Seine Kindheit verbrachte er nur anfangs in Südtirol. Als Sohn von Optanten, seine Eltern entschieden sich für das Deutsche Reich, zog er mit ihnen 1940 nach Graz. Die Familie siedelte 1949 nach Südtirol zurück.

Von 1948 bis 1952 besuchte Joseph Zoderer eine Internatsschule im schweizerischen Widnau. Es schlossen sich weitere Internate in Südtirol an. Seine Schulzeit beendete er 1957 mit dem Erlangen des Abiturs. Von 1957 bis 1963 studierte Joseph Zoderer Philosophie, Rechtswissenschaft, Theaterwissenschaft und Psychologie an der Wiener Universität.

Erste Gedichte veröffentlichte Joseph Zoderer bereits Ende der 1950er Jahre. Während des Studiums begann er mit seiner journalistischen Tätigkeit für österreichische Zeitungen. Diese führte er nach seinem Studium fort und war dabei u.a. für den Kurier, die Kronen Zeitung und Die Presse tätig. In den Jahren 1971 bis 1981 war Joseph Zoderer Redakteur beim Sender RAI in Bozen.

Mit einer Sammlung südtiroler sozialkritischer Dialektgedichte und -texte machte er 1974 auf sich aufmerksam. Sein Lyrikband? „Die elfte Häutung“ erschien 1975. Joseph Zoderers Debüt? als Romanautor war 1976 „Das Glück beim Händewaschen“. Für die Verfilmung wurde er 1983 mit dem Adolf-Grimme-Fernsehpreis ausgezeichnet.

Seit 1981 arbeitet er ausschließlich als freier Schriftsteller?. Zu seinen Werken zählen Gedichte, Erzählungen, Romane und Kinderbücher. Einige Veröffentlichungen erschienen unter den Pseudonymen Franz Arthur, Rainer Son, Valentin Tichtl, Joseph Valentin.

Joseph Zoderer war von 1981 bis 1982 Mitglied der Südtiroler Autorenvereinigung, ab 1982 Mitglied der Grazer Autorenversammlung. Korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt ist er seit 1993.

Schreiben

"Der andere Hügel": Er sucht Nähe, eigentlich Liebe, der Protagonist in Joseph Zoderers Roman "Der andere Hügel", und lässt sich auf Un-Liebe ein. Er will sich von einer schmerzenden Lebenserinnerung befreien, will ein Betäubungsmittel finden, einen Ersatz. Und so sitzt er in der engen Garconnière einer früheren Bekannten und kommt und geht, um ein Netz rücksichtsloser Verführung zu spinnen.

"Die Ponys im zweiten Stock": Das Fremde, das geliebt sein möchte, das Andere, das uns stört, Sehnsucht, Vertrauen, Enttäuschung, Wachtraum und Albtraum wechseln in diesem Erzählband wie in einem Streitgespräch über Eros und Verzicht; Habenwollen und Verlustangst sind durchlaufene Fäden in Joseph Zoderers Erzählpoesie. Im Mittelpunkt bleibt jedoch der Kampf der Einsamen gegen die Einsamen, abzulesen als SOS-Zeichen eines skurrilen, absurden Seismographen der Ohnmacht aber auch des Schuldigwerdens im Wegschauen, im folgenlosen Aufseufzen.

"Schlaglöcher": Schlaglöcher auf der Autobahn machen nervös. Sie irritieren die Ruhe des Reisenden. Joseph Zoderer erzählt in diesem romanhaften Gedicht von der Fremdheit unserer Welt.

Auszeichnungen

  • 1983: Literaturpreis des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie
  • 1986: Literaturpreis Premio Catullo
  • 1987: Franz-Theodor-Csokor-Preis
  • 1997: Preis der Alpen-Adria-Region
  • 2001: Ehrengabe der Weimarer Schillerstiftung
  • 2003: Hermann-Lenz-Preis für deutschsprachige Literatur
  • 2005: Walther von der Vogelweide Preis
  • 2007: Calwer Hermann-Hesse-Stipendium

Werke (Auswahl)

  • Bücher von Joseph Zoderer bei Jokers
  • s Maul auf der Erd oder Dreckknuidelen kliabn, Carl Hanser Verlag, München 1974, Edition Raetia, Bozen 2001, ISBN: 978-8872831618
  • Die elfte Häutung, Carl Hanser Verlag, München 1975
  • Das Glück beim Händewaschen, Roman, Carl Hanser Verlag, München 1976, ISBN: 978-3446135529
  • Pappendeckelgedichte, Eppan 1979
  • Die Walsche, Carl Hanser Verlag, München 1982, ISBN: 978-3446136038
  • Lontano, Carl Hanser Verlag, München 1984, ISBN: 978-3446141360
  • Dauerhaftes Morgenrot, Carl Hanser Verlag, München 1987, ISBN: 978-3446148833
  • Schlaglöcher, Edition Raetia, Bozen 1993, ISBN: 978-8872830345
  • Die Ponys im zweiten Stock, Edition Raetia, Bozen 1994, ISBN: 978-8872830611
  • Der andere Hügel, Edition Raetia, Bozen 1995, ISBN: 978-8872830710
  • Das Schildkrötenfest, Carl Hanser Verlag, München 1995, ISBN: 978-3446180963
  • Und doch das Schweigen verloren, Meran 1995
  • Frühwerk, 3 Bde., Edition Raetia, Bozen 1995, ISBN: 978-8872830727
  • Als Anja dem Christkind entgegenging, Kinderbuch (zusammen mit Linda Wolfsgruber), Carl Hanser Verlag, München 1996, ISBN: 978-3446184862
  • Der Schmerz der Gewöhnung, Roman, Carl Hanser Verlag, München 2002, ISBN: 978-3446201378
  • Wir gingen (mit Umberto Gandini), zweisprachig, deutsch und italienisch, Edition Raetia, Bozen 2004, ISBN: 978-8872832172
  • Der Himmel über Meran, Erzählungen, Carl Hanser Verlag, München 2005, ISBN: 978-3446206670
  • Liebe auf den Kopf gestellt, Carl Hanser Verlag, München 2007, ISBN: 978-3446209329
  • Die Farben der Grausamkeit. Roman. Haymon Verlag, Inssbruck 2011, ISBN: 978-3939557463

Sekundärliteratur (Auswahl)

  • Joseph Zoderer im Spiegel der Literaturkritik, von Stefan Neuhaus und Michael Klein, Lit-Verlag, Wien 2005, ISBN: 978-3825889593

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