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Blutmale

von
Tess Gerritsen

Heiligabend in Boston. Detective Jane Rizzoli freut sich auf das erste Weihnachtsfest mit ihrer kleinen Tochter. Auch Gerichtsmedizinerin Dr. Maura Isles ist weihnachtlich gestimmt und besucht die Mitternachtsmette. Doch die Weihnachts-Idylle wird durch einen grausigen Leichenfund jäh zerstört. Die 28-jährige Lori-Ann Tucker liegt tot in ihrer Wohnung, grausam verstümmelt. Sie wurde geköpft, ihr rechter Arm und ihre linke Hand abgetrennt. Ihr Kopf liegt in einem ockerfarbenen Kreis mit erloschenen schwarzen Kerzen. An der Wand prangt in Großbuchstaben das lateinische Wort „Peccavi“, ich habe gesündigt. Die Polizei stellt fest, dass Lori-Ann kurz vor ihrer Ermordung versucht hatte, die bekannte Psychiaterin Dr. Joyce O’Donnell anzurufen. Deren Spezialgebiet sind die Gewaltphantasien von Massenmördern. Warum?

Eine abgetrennte Hand

Die Sache wird noch vertrackter, als Pathologin Isles bei der Obduktion ein grausiges Detail entdeckt: Die abgetrennte Hand, die neben der Toten lag, stammt von einer anderen Frau.

Kurze Zeit später taucht eine weitere Frauenleiche auf. Auch sie ist völlig entstellt. Es ist die junge Polizistin Eve Kassovitz aus Janes Ermittlungsteam. Eve hatte an eine Verbindung zwischen Psychiaterin Joyce O’Donnell und dem Tucker-Fall geglaubt und diese auf eigene Faust observiert. Sie war O’Donnell in die luxuriöse Villa von Anthony Sansone gefolgt und hatte ihre Observation nicht überlebt. Sansones Butler fand die erstochene junge Polizistin blutüberströmt im Schnee. In Eves nackten Oberkörper wurden umgedrehte Kreuze geritzt. Auf der Hintertür der Nobelvilla finden die Ermittler das altägyptische Zeichen „Udjat“, „das Auge des Horus“, gemalt. Es ist ein satanisches Symbol.

Nichts für schwache Nerven!

Sansone behauptet, nichts von dem Mord auf seinem Grundstück zu wissen. Doch Jane Rizzoli glaubt dem undurchsichtigen Mann nicht. Schließlich gründet sein Reichtum auf der geheimnisvollen Stiftung „Mephisto“. Dann wird Maura Isles überraschend zum Dinner von Sansone eingeladen. Sie nimmt die Einladung an, um mehr über den mysteriösen Mann, die Stiftung und Pathologin O’Donnell zu erfahren. Doch die Psychiaterin erscheint nicht zum gemeinsamen Abendessen. In Maura Isles keimt ein schrecklicher Verdacht. Sie fährt gemeinsam mit Sansone zum Haus der Psychiaterin. Doch sie kommen zu spät...

„Blutmale“, im Original „The Mephisto Club“, ist der sechste Band der Krimireihe um die beiden Frauen Maura Isles und Jane Rizzoli. Auch wer die vorausgegangenen fünf Bände nicht kennt, findet sich mühelos in die Geschichte hinein. Die Charaktere und ihre Beziehungen untereinander werden vorgestellt, während sich die Handlung entwickelt. Obgleich das Thema – und der Originaltitel – Assoziationen zu Teufelskult und Übernatürlichem wecken, schafft es Autorin Tess Gerritsen immer wieder, mit ihrem klaren und knappen Schreibstil kein falsches Pathos aufkommen zu lassen. Als ehemalige Ärztin beschreibt Gerritsen die Tatorte so realistisch, dass man sie detailgetreu vor sich zu sehen meint. Nichts für schwache Nerven! Wer sich dennoch an die Lektüre wagt, sollte den Kurzzeitwecker am Backofen einschalten – bei diesem Pageturner ist sonst der Braten garantiert verkohlt!

Literaturangaben

  • Gerritsen, Tess: Blutmale. Roman. Übersetzt aus dem Amerikanischen von Andreas Jäger. Limes Verlag, München 2007. 416 S., ISBN: 978-3809025054


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