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Die Sestine

Oskar Pastior? ist uneingeschränkt beizupflichten, das Schema der Sestine verträgt sich hervorragend mit der Technik der Permutation. Folgendes reimlose Sestinenschema ist von ihm übernommen:

1 2 3 4 5 6
6 1 2 3 4 5
3 4 5 6 1 2
5 6 1 2 3 4
4 5 6 1 2 3
2 3 4 5 6 1

2 # 4 5 6 1
1 2 # 4 5 6
4 5 6 1 2 #
6 1 2 # 4 5
5 6 1 2 # 4
# 4 5 6 1 2

# § 5 6 1 2

2 # § 5 6 1
5 6 1 2 # §
1 2 # § 5 6
6 1 2 # § 5
§ 5 6 1 2 #

§ > 6 1 2 #
# § > 6 1 2
6 1 2 # § >
2 # § > 6 1
1 2 # § > 6
> 6 1 2 # §

> 6 * 2 # §
§ > 6 * 2 #
* 2 # § > 6
# § > 6 * 2
2 # § > 6 *
6 * 2 # § >

< * 2 # § >
> < * 2 # §
2 # § > < *
§ > < * 2 #
# § > < * 2
* 2 # § > <

2 3 4 5 1 6
6 1 2 # § 5
2 # § > * <

Nur die Ziffer? „2“ ist konstant, die anderen Ziffern/Zeichen werden im Verlauf der Sestine? ersetzt durch Buchstaben/Buchstabenfolgen/Wörter/Wortfolgen:

die „1“ wird ersetzt durch „*“
die „3“ wird ersetzt durch „#“
die „4“ wird ersetzt durch „§“
die „5“ wird ersetzt durch „>“
die „6“ wird ersetzt durch „<“

Damit keine Langeweile aufkommt, arbeite man mit Assonanz? und Stammreim? bzw. man verwende bei den Ziffern 1 bis 6 unterschiedliche Vokale?, wobei bei *, # etc. die Vokale? kontrastieren sollen (i-a, a-i etc. oder a-i, e-o, i-u, o-a, u-e).

*,
#, §, >, < können das Gegenteil o. ä. benennen (dort - hier, sich - mich, über - unter, kriecht - springt ...).

Am einfachsten ist die Verwendung einsilbiger Wörter. So kann sich der Sinn ändern, ohne das Metrum zu zerstören. Benutzt man mehrsilbige Wörter, was eine intensivere Bedenkzeit erfordert, damit das Ergebnis nicht enttäuschend wird, so halte man sich strikt an Jamben (mit männlichem Zeilenende!). Experimente mit Trochäen etc. sind natürlich nicht ausgeschlossen. Denkbar sind auch die klassischen fünfhebigen Jamben pro Zeile?. Weitere/andere Sinn oder Unsinn gebende Veränderungen des Schemas sind erwünscht!

alle feiern, einer schafft

dort klaus wie er sich müht
müht dort klaus wie er sich
wie er sich müht dort klaus
sich müht dort klaus wie er
er sich müht dort klaus wie
klaus wie er sich müht dort

klaus krumm er sich müht dort
dort klaus krumm er sich müht
er sich müht dort klaus krumm
müht dort klaus krumm er sich
sich müht dort klaus krumm er
krumm er sich müht dort klaus

krumm doof sich müht dort klaus
klaus krumm doof sich müht dort
sich müht dort klaus krumm doof
dort klaus krumm doof sich müht
müht dort klaus krumm doof sich
doof sich müht dort klaus krumm

doof gut müht dort klaus krumm
krumm doof gut müht dort klaus
müht dort klaus krumm doof gut
klaus krumm doof gut müht dort
dort klaus krumm doof gut müht
gut müht dort klaus krumm doof

gut müht man klaus krumm doof
doof gut müht man klaus krumm
man klaus krumm doof gut müht
krumm doof gut müht man klaus
klaus krumm doof gut müht man
müht man klaus krumm doof gut

wenn man klaus krumm doof gut
gut wenn man klaus krumm doof
klaus krumm doof gut wenn man
doof gut wenn man klaus krumm
krumm doof gut wenn man klaus
man klaus krumm doof gut wenn

klaus wie er sich dort müht
müht dort klaus krumm doof sich
klaus krumm doof gut man wenn

Zusätzliche Regel: Bei 1, 2, 3, 4, 5, 6 sind drei Reime?/Reimwörter (Assonanz?, Stammreim?) zu verwenden, bei *, #, §, >, < ebenfalls drei Reime?, die zu denen von Ziffer? 1 bis 6 kontrastieren (i-a, a-i etc. oder a-i, e-o i-u, o-a, u-e).

wo ist si?

dore mifa sola
lado sore fami
mila fado reso
somi rela dofa
faso domi lare
refa laso mido
midola

Hier tritt das klassische Sestinenschema in seiner kürzesten Form auf, wobei die letzte Zeile? wegen der Assoziationsmöglichkeiten abgeändert wurde von 2 4 6 in 3 1 6.

1 2 3 4 5 6
6 1 5 2 4 3
3 6 4 1 2 5
5 3 2 6 1 4
4 5 1 3 6 2
2 4 6 5 3 1
2 4 6

wiegenlied

mau di ho fu we la
la mau we di fu ho
ho la fu mau di we
wo ho di la mau fu
fu we mau ho la di
di fu la we ho mau
ho mau la

Permutation mit sechs Elementen, keine Sestine, sondern ein Kettenreim?, mit permutiertem „3/4-Takt“ (Betonungen):

Mein Schema („’“ = Reimwort):
1 2 3 4 5 6 : 4 5 3 2 6 1’
3 5 1’ 2 4 6’ : 2 1’ 4 5 6’ 3’
4 3’ 6’ 5 1’ 2 : 6’ 5 3’ 1’ 2 4’
5 1’ 4’ 3’ 6’ 2’ : 3’ 1’ 4’ 6’ 2’ 5’

Mögliche Betonungen (im Gedicht als Akzent dargestellt):

Wiegenlied

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