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Buchbindung

Unter Buchbinden versteht man das Verbinden der einzelnen Blätter eines Buches sowie die Ergänzung dieses Buchblockes? mit einem aus Rücken? und Deckeln? bestehenden Einband. Bei der Verbindung der einzelnen Seiten unterscheidet man zwischen der Fadenheftung? und der Klebebindung?.

Die Geschichte der Buchbindung geht in Europa bis in das 6. Jahrhundert zurück.

Bestandteile der Buchbindung

Buchblock

Ein Buchblock? entsteht durch das Falten? bedruckter Papierbögen, die danach aufeinandergelegt und an drei Seiten beschnitten werden.

Bindung

Der Zusammenhalt des Buchblocks entsteht, indem man die gefalzten Bögen am Rücken durch Fadenheftung? oder Klebebindung? miteinander verbindet. Faden und Klebstoff können auch miteinander kombiniert werden.

Hinterklebematerialien

Hinterklebematerial? steigert bei Hardcoverbüchern? die Stabilität eines Buches und wird auf den Rücken des Buchblockes geklebt. Meist findet dabei Gaze Verwendung, ein lockeres Baumwollgewebe, das sehr klebefreundlich ist. Aber auch Krepppapier kann eingesetzt werden. Das Hinterklebematerial wird über den Buchrücken und gleichzeitig auf die Innenseite der Pappe des vorderen und hinteren Buchdeckels geklebt. Der Buchblock wird dadurch fest mit dem Einband verbunden.

Kapitalband

Das Kapitalband? wird auf den oberen und unteren Rand des Buchblockrückens geklebt. Es dient zur Verstärkung und Verzierung. Ursprünglich wurde der Buchblock am oberen und unteren Ende mit dem Einband durch einen Faden mittels vieler Kettstiche fest miteinander verbunden. In heutiger Zeit wird das Kapitalband als stabilisierendes Schmuckbändchen am Kopf und am Fuß des Buchblocks angebracht.

Vor- und Nachsatzpapier

Zur Verbindung von Einband und Buchblock wird ein stabiles Papier in die vordere und hintere Innenseite des Bucheinbandes sowie auf die erste und letzte Seite des Buchblocks geklebt. Außerdem überdeckt dieses sogenannte Vorsatz- und Nachsatzpapier das Hinterklebematerial, wobei es sich gleichzeitig mit ihm verbindet. Das dient wiederum dem Zusammenhalt des Buches. Notwendig ist das Vor- und Nachsatzpapier nur bei Hardcoverbüchern.

Bucheinband

Der vordere und rückwärtige Buchdeckel? sowie der Buchrücken? ergeben zusammen den Bucheinband oder auch Einband beziehungsweise Buchdecke. Er wird durch Kleben um den Buchblock herum angebracht. Beim Taschenbuch besteht der Einband nur aus einem Karton. Bei einem Hardcoverbuch setzt er sich aus drei mit einem Einbandstoff überzogenen Pappteilen zusammen. Häufig benutzte Einbandstoffe sind Leder, Kunstleder, Rohhalbleinen, Zellwollgewebe, Molton und Kaschierfolien. Früher wurde gern Kalbsleder - verwendet. Es ist sehr glatt und auch sehr empfindlich. Seine Haltbarkeit lässt allerdings zu wünschen übrig. Besonders gern wurde Kalbsleder in England zwischen 1600 und 1800 verwendet.

Der Einband dient vorrangig dem Schutz eines Buches. Durch den Einband lässt sich das Buch aber auch besser handhaben und somit lesen. Weiterhin verschönert er das Buch, bietet Informationen zum Inhalt und regt zum Kauf des Buches an. Die Vielfalt der Einbandarten, deren Gestaltung und Verarbeitung, betont nicht zuletzt die Kunst des Buchbinders.

Einbandarten

Fester Einband

Die geläufige Bezeichnung für einen festen Einband lautet Hardcover?. Fest eingebundene Bücher haben meist einen runden Rücken. Der feste Umschlag besteht dabei aus drei Teilen: Vorderdeckel?, Rücken? und Hinterdeckel?, welche durch Papier oder Leinen zu einem Gesamtumschlag verbunden werden. Die Kanten des Einbandes ragen über den Buchblock hervor. Sehr oft wird um das so gebundene Buch noch ein Schutzumschlag gelegt.

Der Schutzumschlag

Der Schutzumschlag findet bis auf wenige Ausnahmen nur beim Hardcover Verwendung. Neben der Schutzfunktion werden auf das meist feste und glänzende Papier Informationen wie Buchtitel, Buchautor und ein grafisches Motiv gedruckt. Bücher mit Schutzumschlag besitzen darunter häufig einen Leineneinband.
Der Schutzumschlag ist im 19. Jahrhundert aus der illustrativen Gestaltung des Umschlages entstanden - des leichten Einbands aus Papier oder Karton bei Broschuren und Kartonagen.

Broschur

Die einfachste Art des Bucheinbandes ist die Broschur?. Der Umschlag besteht hier lediglich aus Karton, der direkt auf den geraden Rücken des Buchblocks geklebt wurde. Besteht der Umschlag aus flexiblem Karton oder einem Kunststoff, spricht man von einem Softcover. Anwendung findet die Broschur vornehmlich beim Paperback?, dem Taschenbuch.

Die Broschur ist nicht mit der Broschüre? identisch - diese meint lediglich kleinere broschierte Druckerzeugnisse.

Englische Broschur

Ein geklebter Buchblock, dessen Kartonumschlag vierfach gerillt wird, nennt sich Englische Broschur. Über den Karton kommt noch ein Umschlag aus bedrucktem Papier, der nur am Rücken angeklebt wird und Klappen hat, die auf der Vorder- und Hinterseite eingeschlagen werden.

Französische Broschur

Die Französische Broschur ist eine so genannte Übergangsbindung. An den Rücken eines gehefteten Buchblocks wird provisorisch ein wieder leicht zu entfernender Schutzumschlag angeklebt. Die französische Broschur wird heutzutage nur noch sehr selten verwendet, war in früheren Zeiten aber durchaus verbreitet. Nach dem ersten Lesen konnte man sein Buch von einem Buchbinder einbinden lassen, wodurch es in einer Bibliothek optisch einen wertvolleren Eindruck machte.

Japan-Bindung

Eine exotische Bindung ist die Japan-Bindung. Diese Bindung wird besonders geschätzt beim Druck von sehr kontrastreichen Motiven wie etwa Schwarz-Weiß-Zeichnungen. Bei der Japan-Bindung wird der Buchblock an der Vorderseite nicht aufgeschnitten. Dadurch entstehen Blätter, bei denen von vier Seiten, die eine Art Schlaufe bilden, nur die zwei äußeren bedruckbar sind. Somit dringt das Bildmotiv nicht zur folgenden oder vorherigen Seite durch, was die Optik des Bildes schmälern würde.

Die industrielle Bindung eines Taschenbuches

Die industrielle Bindung eines Taschenbuches erfolgt maschinell und in meist großer Stückzahl. 16-seitig bedruckte Papierbögen werden von einer Maschine im Kreuzbruch vier Mal in der Mitte und immer quer zum vorhergehenden Bruch gefalzt. Dieses Verfahren wird auch Kreuzfalz genannt. Bei einem Buch von 160 Seiten also werden dazu 10 Bögen benötigt. Die Bögen werden so aufeinandergelegt, dass sich die fortlaufende Seitenzahl ergibt. Der Fachbegriff dafür lautet Zusammentragen. Der so entstandene Buchblock wird am Rücken aufgeraut und mit Leim versehen. Dann wird der mit dem Titelbild? bedruckte Kartonumschlag um den Block gelegt. Der Umschlag ragt zunächst oben, unten und vorn etwas über den Buchblock hinaus. Zum Schluss wird der Umschlag mit dem Buchblock zusammen beschnitten, so dass alle Seiten des Taschenbuches eine glatte Fläche bekommen.

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