Hauptseite | Buchmarkt | Verlagswesen | ISBN


ISBN

ISBN ist die Abkürzung für International Standard Book Number bzw. Internationale Standard-Buchnummer. Mit einer solchen Nummer werden Bücher? und Verlagserzeugnisse? gekennzeichnet, die als selbstständige Veröffentlichungen erscheinen.

Verlagserzeugnisse im Sinne des ISBN-Systems sind:

  • Bücher (gedruckt), Broschüren oder Hefte
  • Buchähnliche Dokumente in Blindenschrift
  • Selbstständig erschienene Artikel oder Ausgaben einer speziellen periodischen Reihe (Die Reihe selbst erhält keine ISBN, sondern die Internationale Standard-Seriennummer, ISSN? für Periodika.)
  • Landkarten
  • Visuelle Medien (DVD, VHS oder Folien), die pädagogischen Zwecken dienen.
  • Hörbücher auf MC, CD oder DVD
  • Elektronische Publikationen, entweder auf physischen Datenträgern oder über das Internet veröffentlicht
  • Digitalisierte Kopien von gedruckten monographischen Publikationen
  • Publikationen in Mikroform
  • Lehr- und Lernmaterialien in Form von Software

Vergeben wird die ISBN in Deutschland von der Internationalen Standard-Buchnummer Agentur für die Bundesrepublik Deutschland, die der Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH? in Frankfurt am Main angegliedert ist. In der deutschsprachigen? Schweiz ist diese Aufgabe beim Schweizerischen Buchhändler- und Verleger-Verband? in Zürich und in Österreich beim Hauptverband des Österreichischen Buchhandels? in Wien angesiedelt. Für die internationale Koordination ist die Internationale ISBN-Agentur? zuständig.

Das System der ISBN nahm in England in den 1960er Jahren seinen Anfang. In Deutschland wurde es 1969 eingeführt.

Die ISBN ist die Standardangabe in jedem Buch bzw. in jeder veränderten Auflage oder jeder Ausgabe. Das bedeutet die ISBN muss bei jedem Buch gut sichtbar innen und außen aufgedruckt? werden. Dabei darf die Größe der für die ISBN verwendeten Drucktypen nicht weniger als 9 Punkt (= 3,38 mm) betragen.

Die Angabe auf der Außenseite des Mediums, eventuell auch auf Schubern oder Umschlagpapieren, ist besonders für den Vertrieb wichtig. Buchhändler und Bibliothekare können jedes Buch durch die ISBN unmissverständlich identifizieren.

Zusammensetzung

(c) mknauth
Die fünf Teile der ISBN. (inkl. Strichcode)

Die ISBN beteht aus fünf durch Bindestriche oder Zwischenräume getrennten Teilen mit insgesamt 13 Stellen und den vorangestellten Buchstaben ISBN-13.

Bei der elektronischen Buchrecherche, zum Beispiel der Suche im Internet können die Bindestriche meist weggelassen werden.

Teil 1 – Präfix:

Eine 3-stellige Kennziffer, die bei der verwandten EAN (European/International Article Number ) das Herstellungsland bezeichnet. Im Falle der ISBN definiert sie mit der Zahlenfolge 978 jedoch ausnahmsweise die Produktgruppe, nämlich „Buch“. Daher wird oft scherzhaft bei –978 vom „Land der Bücher“ gesprochen.

Teil 2 - Gruppennummer für nationale, geographische Sprach- oder ähnliche Gruppen:

Diese Nummer kann ein- bis fünfstellig sein. Sie definiert das Gebiet in dem das Buch verlegt wird. z.B.:

  • 0, 1: Gruppe englischsprachiger Länder:Australien, Gibraltar, Großbritannien, englischsprachiges Kanada, Neuseeland, Puerto Rico, Südafrika, Swaziland, USA, Zimbabwe.
  • 2: Gruppe französischsprachiger Länder: Belgien (teilw.), Frankreich, Kanada (teilw.), Luxemburg, Schweiz (teilw.)
  • 3: Gruppe deutschsprachiger Länder: Bundesrepublik Deutschland, Österreich, Schweiz (teilw.)
  • 4 Japan
  • 99930: Armenien
  • usw.
Teil 3 - Verlagsnummer für den einzelnen Verlag innerhalb einer Gruppe:

Diese Nummer kann zwei- bis siebenstellig sein. In Deutschland bekommt jeder Verlag seine Nummer von der deutschen ISBN-Agentur in Frankfurt am Main.

Teil 4 - Band- oder Titelnummer für das einzelne Buch des in Teil 3 bezeichneten Verlages:

Diese Nummer vergibt der jeweilige Verlag innerhalb eines von der Agentur vorgegebenen Kontingents selbst. Sie kann ebenfalls zwei- bis siebenstellig sein. Sie differenziert verschiedene Produkte, so haben Taschenbuch und Hardcover-Ausgabe eines Titels verschiedene ISBN, obwohl sie inhaltlich übereinstimmen.

Eine eigene Bandnummer ist außerdem bei Titeln erforderlich, die in verschiedenen Bindearten erscheinen (Leder, Leinen, usw.). Bei Titeln, die aus mehreren Bänden bestehen, gibt es eine Nummer für das Gesamtwerk, wenn es komplett angeboten wird, sowie eine für jeden einzelnen Band des Gesamtwerkes, sofern diese auch gesondert angeboten werden.

Eine neue Bandnummer erhalten außerdem alle folgenden Auflagen eines Titels, sofern Änderungen an Inhalt oder Format stattfanden.

Teil 5 - Prüfziffer.

Die Prüfziffer ist das fünfte Element der ISBN. Diese wird durch eine festgelegte arithmetischen Formel namens 10er Modulation ermittelt. Die Prüfziffer ist immer einstellig und garantiert die formale Richtigkeit der Zahlenfolge einer ISBN.

Die EAN und die alte ISBN-10

Ursprüngliche war die ISBN 10-stellig. Sie enthielt Gruppen- Verlags und Artikelnummer sowie eine durch 11er Modulation errechnete Prüfziffer zwischen 0 und 10 (Wobei 10 durch das römische X dargestellt wurde).

Aufgrund eines erhöhten Bedarfs an Verlags- und Artikelnummern in Osteuropa und im englischen Sprachraum wurde 2007 die dreizehnstellige ISBN-13 eingeführt. Ohne Bindestriche ist sie mit der EAN (European/International Article Number ) identisch, die in Strichcodes dargestellt werden kann. Die Prüfziffer der ISBN-13 kann 0-9 sein.

Aus jeder ISBN-10 kann die entsprechende ISBN-13 berechnet werden, indem die Ziffern 978- vorangestellt werden und die Prüfziffer neu berechnet wird. Zum Beispiel

ISBN-10: 3-86631-007-2
ISBN-13: 978-3-86631-007-0

Es wird zukünftig (sobald ein größerer Nummernvorrat benötigt wird) auch mit 979- beginnende ISBN-13 geben. Zu diesen gibt es dann keine korrespondierende ISBN-10 mehr.

Regeln und Verbindlichkeit

Mit der ISBN-13 wird eine Veröffentlichung eines Verlags eindeutig identifiziert, eine bereits verwendete ISBN darf nicht noch einmal verwendet werden. Ist eine ISBN gegenstandslos geworden, z.B. durch das Vernichten der gesamten Auflage eines Titels, kann sie erst nach zehn Jahren wieder vergeben werden.

Pro und Contra ISBN

Die Benutzung und Form der ISBN wird durch die DIN ISO 2108 geregelt. Die ISBN ist aber kein per Gesetz verpflichtend vorgeschriebenes Buchmerkmal, sondern lediglich eine gegen Gebühr ausleihbare Nummer in einer Datenbank einer privaten Firma Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH?. Nicht jedes Buch hat denn auch eine ISBN. Da inzwischen aber nicht nur Buchhändler die ISBN zur Recherche verwenden, sondern auch die Leser selbst Bücher im Internet mit der ISBN suchen, ist sie zum Bestandteil der überwiegenden Zahl der Buchveröffentlichungen geworden.

Es gibt jedoch auch deutsche Verlage und Autoren, die ihre Bücher ohne ISBN-Nummern auf den Markt bringen. Weil das Registrieren mit Kosten und Aufwand verbunden und eine Garantie von zusätzlich erzielbaren Verkäufen nicht in jedem Fall zu erwarten ist (man denke z.B. an spezielle Anlass-, Gesang- oder Fachbücher, an Bücher für einen eingegrenzten bzw. bereits erschlossenen Leserkreis, an technische Dokumentationen zu Geräten oder Verfahren, an Bücher innerhalb von Organisationen, Kirchen und Betrieben usw.), verzichten manche Kleinverlage und viele selbst? verlegende Autoren noch bzw. inzwischen wieder auf die ISBN. Sie argumentieren, dass die Leser über das Internet die gesuchten Buchtitel auch ohne ISBN finden werden - zumal dann, wenn sie Titelbilder in Online-Shops anklicken können.

Links


Hauptseite | Buchmarkt | Verlagswesen | ISBN

Daten hochladen
Buecher-Wiki Verlinken
FacebookTwitThis
Pin ItMister Wong
RSS-Feed RDF-Feed ATOM-Feed

schliessen