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Remarque, Erich Maria

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Erich Maria Remarque (eigtl. Erich Paul Remark, geb. 22. Juni 1898 in Osnabrück; gest. 25. September 1970 in Locarno) war ein deutscher Schriftsteller. Sein Roman „Im Westen nichts Neues“ gilt als der größte europäische Buchererfolg im 20. Jahrhundert.

Foto: Dt. Bundesarchiv/Wikimedia.org

Leben und Schreiben

Erich Maria Remarque wurde am 22. Juni 1898 in Osnabrück geboren. Sein Vater war Buchbinder. In Osnabrück besuchte Remarque die Volksschule und das Katholische Lehrerseminar. 1916 legte er das Notabitur ab und wurde Soldat. Nach sechs Monaten Ausbildung kam er an die Westfront, wo er durch Granatsplitter verwundet wurde. Bis Oktober 1918 lag er in Duisburg im Lazarett.

Nach dem Ersten Weltkrieg beendete Erich Maria Remarque seine Ausbildung zum Lehrer. Im Anschluss versuchte er sich in verschiedenen Berufen. So war er unter anderem als Volksschullehrer, Organist, Grabsteinagent und Theaterkritiker? für die „Osnabrücker Tageszeitung“ tätig. Sein Romandebüt? „Die Traumbude“ (1920) war ein Misserfolg. Im Auftrag der Werkzeitschrift „Echo-Continental“ bereiste er 1923/24 die Schweiz, England, Belgien, Jugoslawien und die Türkei. Von 1924 bis 1929 arbeitete Remarque als Redakteur? für die in Berlin erscheinende Zeitschrift „Sport im Bild“. 1928/29 schrieb er den Liebes- und Rennfahrerroman „Station am Horizont“, der 1998 erstmals in Buchform vorlag.

1929 veröffentlichte der Berliner Propyläen Verlag? Erich Maria Remarques Roman „Im Westen nichts Neues“, der innerhalb von 18 Monaten in 25 Sprachen eine Auflage? von über drei Millionen erreichte und den Autor weltberühmt machte. Der Verkaufserfolg des Romans war bis dahin in der Geschichte des Buchmarkts ohne Beispiel. Zuvor war der Roman in der „Vossischen Zeitung“ erschienen. 1930 folgte die Verfilmung durch den amerikanischen Regisseur Lewis Milestone. Buch und Film riefen starke Kontroversen hervor. Die einen priesen „Im Westen nichts Neues“ als authentische Schilderung des Frontalltags, die anderen sahen darin eine Verhöhnung des deutschen Frontsoldaten und defätistische antideutsche Agitation. Zum Skandal kam es, als die Uraufführung des Films am 4. Dezember 1930 am Berliner Nollendorfplatz von Nationalsozialisten gestört wurde. Die Folge war, dass die Film-Oberprüfstelle gegen „Im Westen nichts Neues“ wegen Gefährdung des deutschen Ansehens im Ausland ein Verbot erließ. Mit wenigen Änderungen wurde der Film im September 1931 wieder zur Vorführung freigegeben. 1931 veröffentlichte Remarque unter dem Titel „Der Weg zurück“ die Fortsetzung? von „Im Westen nichts Neues“. Im Mai 1933 wurden Remarques Bücher von den Nationalsozialisten verbrannt?. 1938 wurde er ausgebürgert.

Bereits 1932 hatte Erich Maria Remarque Deutschland verlassen und lebte in Porto Ronco im Tessin / Schweiz. Er hatte Kontakt zu anderen deutschen Emigranten, unter anderem zu Thomas Mann, Ernst Toller? und Ludwig Renn?. 1937 erschien im Amsterdamer Querido Verlag? sein dritter Roman „Drei Kameraden“, in dem er die Geschichte dreier ehemaliger Kriegsteilnehmer erzählt, die sich in Berlin während der Zeit der großen Depression und Arbeitslosigkeit durchs Leben schlagen. Der Roman ist unter dem literarischen Einfluss amerikanischer Autoren wie Ernest Hemingway entstanden. 1939 emigrierte Remarque in die USA, deren Staatsbürgerschaft er 1947 annahm. In den USA entstand sein Emigrantenroman? „Flotsam“, der 1941 in London auf Englisch und im selben Jahr unter dem Titel „Liebe deinen Nächsten“ in Stockholm auf Deutsch erschien. In den USA hatte Remarque Affären mit Marlene Dietrich und Greta Garbo.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte Erich Maria Remarque in New York und Porto Ronco. 1946 erschien sein Roman „Arc de Triomphe“ auf Deutsch, in dem er erneut Flüchtlinge und ihre wechselvollen Schicksale darstellt. Dieses Buch wurde sein zweiter Welterfolg. Es folgten weitere Romane wie „Der Funke Leben“ (1952), „Zeit zu leben und Zeit zu sterben“ (1954) und „Die Nacht von Lissabon“ (1963), mit denen er jedoch nicht an seine früheren Erfolge anknüpfen konnte. 1967 wurde Remarque das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Am 25. September 1970 starb Erich Maria Remarque an den Folgen einer Arteriosklerose in Locarno.

Übrigens …

Erich Maria Remarque zu Ehren hat seine Heimatstadt Osnabrück 1991 den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis? gestiftet. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Die Preisverleihung findet in der Woche seines Geburtstags im historischen Rathaus statt.

Ehrungen

  • 1967 Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland

Werke (Auswahl)

  • Bücher von Erich Maria Remarque bei Jokers
  • Arc de Triomphe. Köln, Kiepenheuer & Witsch1998, ISBN: 978-3462027235
  • Der Funke Leben. Köln, Kiepenheuer & Witsch1998, ISBN: 978-3462027242
  • Der Himmel kennt keine Günstlinge. Köln, Kiepenheuer & Witsch1998, ISBN: 978-3462027273
  • Der schwarze Obelisk. Geschichte einer verspäteten Jugend. Köln, Kiepenheuer & Witsch1998, ISBN: 978-3462027259
  • Der Weg zurück. Köln, Kiepenheuer & Witsch1998, ISBN: 978-3462027280
  • Die Nacht von Lissabon. Köln, Kiepenheuer & Witsch1998, ISBN: 978-3462027228
  • Herbstfahrt eines Phantasten. Erzählungen und Essays. Köln, Kiepenheuer & Witsch 2001, ISBN: 978-3462030525
  • Im Westen nichts Neues. Köln, Kiepenheuer & Witsch1998, ISBN: 978-3462027310
  • Station am Horizont. Köln, Kiepenheuer & Witsch2000, ISBN: 978-3462029123
  • Zeit zu leben und Zeit zu sterben. Köln, Kiepenheuer & Witsch1998, ISBN: 978-3462027266

Hörspiele

  • Im Westen nichts Neues. 5CDs. München, Dhv der Hörverlag 2006, ISBN: 978-3899406801

Sekundärliteratur

  • Gilbert, Julie: Erich Maria Remarque und Paulette Goddard. Berlin, List 1997, ISBN: 978-3471793497
  • Schneider, Thomas F. / Fuld, Werner: ‚Sag mir, daß Du mich liebst.’ Erich Maria Remarque - Marlene Dietrich. Zeugnisse einer Leidenschaft. Köln, Kiepenheuer & Witsch 2003, ISBN: 978-3462033380
  • Sternburg, Wilhelm von: ‚Als wäre alles das letzte Mal’. Erich Maria Remarque. Eine Biographie. Köln, Kiepenheuer & Witsch 2000, ISBN: 978-3462029178

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