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Kommentar

Der Kommentar bezeichnet

Definition

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Ein Kommentar ist die Erläuterung eines Textes. Sie bezieht sich auf dessen Inhalt und Entstehungsumstände sowie auf seine sprachlichen und ästhetischen Eigenschaften. Die Kommentierung erfolgt durch Fußnoten? oder in einem Anhang?. Der Kommentar muss von der Glosse? unterschieden werden, der Erklärung oder Übersetzung eines oder mehrerer Wörter zwischen den Zeilen? oder am Rand? eines Textes.

Foto: knipseline / www.pixelio.de

Entstehung und Entwicklung

Der Begriff kommt aus dem Lateinischen. Commentus bedeutet das ins Gedächtnis Gerufene. Mit commentarius konnte zum einen eine Denkschrift? gemeint sein, also eine Aufzeichnung für eine später geplante Geschichtsschreibung?. Cäsar zum Beispiel hat die "commentarii de bello gallico" verfasst. Aber auch Gesetzestexte oder wissenschaftliche Texte konnten commentarius genannt werden.

Kommentiert wurden zunächst nur Gesetzestexte und heilige Schriften?. Bei ihnen war es besonders wichtig, ein verbindliches, allgemein für richtig gehaltenes Verständnis festzulegen und zu sichern. Doch zwischen 300 und 600 n. Chr., zur Zeit der sogenannten Alexandrinischen Schule?, begann man, auch literarische Texte zu kommentieren.

Bis die Interpretation als neue Zugangsweise aufkam, war der Kommentar eines der vorherrschenden Genres der Philologie. Kommentiert wurden bis ins 19. Jahrhundert hinein vor allem die Klassiker. Auch in Schulbüchern erfahren die dort abgedruckten? Werkauszüge? bis heute in der Regel eine Kommentierung. Ferner sind Kommentare wesentlicher Bestandteil historisch-kritischer? Ausgaben?.

Inhalt

Der philologische Kommentar hat in der Regel folgende Bestandteile:

Erst wenn diese Dinge geklärt sind, ist überhaupt eine fundierte Interpretation möglich. Erst dann kann also über den Sinn des betreffenden Textes nachgedacht werden. Walter Benjamin? hat darauf hingewiesen, dass ein Kommentar immer im Dienst des jeweiligen Textes steht, nicht umgekehrt. Dieser Gedanke findet sich auch im Ansatz der werkimmanenten Interpretation? wieder, bei der sich ein Werk? ausschließlich durch sich selbst erklären soll und nicht durch Hinzuziehung von z.B. historischen und biographischen Informationen. Auf andere Weise greift ihn außerdem die Dekonstruktion? auf, wie sie Jacques Derrida? vorgenommen hat.

Sekundärliteratur

  • Schweikle, Günther und Irmgard (Hgg.): Metzler Literatur Lexikon (Begriffe und Definitionen). J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung Stuttgart, 2. Aufl. 1990
  • Wilpert, Gero von: Sachwörterbuch der Literatur von Gero von Wilpert. Alfred Kröner Verlag Stuttgart, 8. Aufl. 2001

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