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Philologie

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Die Philologie (von griech. "phílos - Freund" und "lógos - Wort") ist die Wissenschaft von der Literatur in deren geistigen, kulturellen, sprachlichen und sozialen Zusammenhängen. Damit umfasst sie die Sprach- wie die Literaturwissenschaft einer Sprache oder eines Sprachzweiges?.

Foto: Gerd Altmann / www.pixelio.de

Teilbereiche

Die Philologie umfasst folgende Teilbereiche und -aufgaben:

  • Textkritik zur Sicherung des Wortlautes und der Verfasserschaft (Text- oder Editionsphilologie) - dies ist die erste Aufgabe der Philologie, die zeitweise sogar auf diese eingeengt wurde
  • Textanalyse in phonetischer?, morphologischer?, syntaktischer und semantischer Hinsicht (Wortphilologie)
  • Verifizierung auf der Sachebene mithilfe anderer Wissenschaften wie etwa der Archäologie (Sachphilologie)
  • Untersuchung von Stoff und Form, Struktur? und Gehalt?
  • Historische Analyse (Einordnung der Texte in ihren (literatur-)historischen und gesellschaftlich-politischen Kontext)

Die Philologie arbeitet demzufolge mit vielen anderen Wissenschaftszweigen, die teilweise als ihre Teilgebiete, teilweise als benachbarte Disziplinen gelten. Darunter sind folgende:

Entstehung und Entwicklung

Die Anfänge der Philologie liegen in der Antike, als man im 6. Jh. v. Chr. begann, sich um das Verstehen und die Auslegung der Werke? Homers zu bemühen.

Im Zeitalter des Hellenismus? forschten im Umfeld der Bibliothek von Alexandria? Gelehrte zu den Entstehungsumständen der hier aufbewahrten Texte und Textfragmente?. Sie versuchten die Verfasserschaft zu klären und die Lebensläufe der Verfasser zu ermitteln, sie behandelten Fragen der Grammatik ebenso wie solche der Textauslegung und verfassten Kommentare und Glossen? zu den jeweiligen Texten. Wissenschaftszweige wie Poetik, Grammatik und Rhetorik bildeten sich heraus.

Weitere Zentren der Philologie entstanden in Pergamon, Byzanz und Rom. Die Spätantike? hinterließ Lehrbücher? mit Auszügen? aus Werken?, die mittlerweile kanonischen? Status bekommen hatten, sowie eine Unmenge von Kommentaren, Grammatiken und Enzyklopädien. Auf dieser Grundlage wurde der philologische Wissensstand im Mittelalter? weitergegeben.

In Renaissance? und Humanismus? bekam die Philologie neuen Schwung. Man entdeckte und sammelte Handschriften? und bemühte sich, mit dem Ziel der Herausgabe, um die Erhellung von deren Entstehungsumständen und um die Sicherung der ältesten Textgestalt (Textphilologie, Philologie im engeren Sinn). Man untersuchte die Geschichte und den Bedeutungswandel einzelner Wörter (Wortforschung) ebenso wie den in den Texten behandelten Sachgehalt. Bekannte Namen in diesem Zusammenhang sind Erasmus von Rotterdam? und Daniel Heinsius?.

Durch die Beschäftigung mit den Texten und deren Hintergründen bildeten sich nun die Wissenschaft von der Antike als kultureller Epoche und zugleich die klassische Philologie? als ältester der philologischen Zweige heraus. "Klassisch" deshalb, weil die Antike als das klassische, zeitlose Maßstäbe setzende Zeitalter galt.

Die Methoden der klassischen Philologie ließen sich auch auf andere Sprachen und deren Literatur übertragen. So begründeten im 19. Jh. u. a. die Brüder Grimm die Germanistik? - die Wissenschaft von der deutschen Sprache und der deutschsprachigen? Literatur. Auch für andere Sprachen entstanden nun neue Philologien wie Slawistik?, Skandinavistik? und Orientalische Philologie? mit Unterzweigen von teilweise hohem Spezialisierungsgrad (sogen. Orchideenfächer).

Weil nun die Stoffmenge immer mehr zunahm, spaltete sich die Philologie außerdem auf in Literaturwissenschaft und Sprachwissenschaft.

Sekundärliteratur

  • Schweikle, Günther und Irmgard (Hgg.): Metzler Literatur Lexikon (Begriffe und Definitionen). J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung Stuttgart, 2. Aufl. 1990
  • Wilpert, Gero von: Sachwörterbuch der Literatur von Gero von Wilpert. Alfred Kröner Verlag Stuttgart, 8. Aufl. 2001

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