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Schrott, Raoul

ein bekannter österreichischer Literaturwissenschaftler, Komparatist?, Essayist und Schriftsteller

Raoul Schrott beim Literarischen März 2005 in Darmstadt. By Tobias Falberg.Bonzo* at de.wikipedia.Later version(s) were uploaded by EvaK at de.wikipedia. ], from Wikimedia Commons

Leben und Schreiben

Geboren wurde Raoul Schrott am 17. Januar 1964 in Landeck, Tirol. Dort, in Tunis und Zürich wuchs der Sohn eines Außenhandelsvertreters auf.

Nach der Matura studierte Raoul Schrott Literatur- und Sprachwissenschaft in Norwich, Paris, Berlin und Innsbruck.

In den Jahren 1986 und 1987 arbeitete er als Sekretär des französischen Surrealisten und Autors Philippe Soupault?.

1988 beendete er an der Universität Innsbruck seine Arbeit über Dada 1921–1922 in Tirol. Von 1990 bis 1993 fand er eine Anstellung als Lektor für Germanistik am Istituto Orientale in Neapel.

1996 habilitierte sich Raoul Schrott am Institut für Komparatistik? der Universität Innsbruck.

Bekannt wurde Raoul Schrott besonders durch seine sog. Troja-Frage. Von 2005 bis 2008 arbeitete er an einer Neuübersetzung von Homers Illias?, die der Hessische Rundfunk als Hörspielfassung in Auftrag gab. In seiner Übersetzung zeigte Raoul Schrott die vielfachen Zusammenhänge zwischen Homer und assyrischen Texten auf und stellte auch Bezüge zu altorientalischen Schriften und dem Alten Testament? her. Dies veranlasste Raoul Schrott zu der kritisch diskutierten These, dass der Orient und der Okzident in der Literaturwissenschaft noch immer ideologisch und kulturell getrennt voneinander betrachtet würden.

Im Wintersemester 2008/2009 berief die Freie Universität Berlin Raoul Schrott auf die Samuel-Fischer-Gastprofessur und 2012 hatte er die Tübinger Poetik-Dozentur zusammen mit Christoph Ransmayr an der Universität Tübingen inne.

Den Texten Raoul Schrotts geht es um die Auslotung der menschlichen Erkenntnisfähigkeit und die Frage nach dem Zusammenhang von Individuum und Kosmos. Wenn Raoul Schrott diesen Fragen nachspürt, mischt er Textsorten und Gattungen, Fakten und Fiktionen. Raoul Schrott gilt als Grenzgänger zwischen Literatur und Wissenschaft und bezieht die Naturwissenschaft in sein Denken ein.

Raoul Schrott arbeitet sich mit seinen Texten in die Tradition ein und arbeitet diese im Sinne eines neuen Weltverhältnisses produktiv um.

Als Übersetzer beschäftigt sich Raoul Schrott mit Poesie aus allen Epochen und Kulturen und widmet sich neben altägyptischen und assyrischen Texten auch modernen, randständigen Literaturen. Er geht wissenschaftlich der Geschichte der Poesie nach und setzt sich aus kognitionswissenschaftlicher und linguistischer Perspektive mit den Eigenheiten des poetischen Schreibprozesses auseinander. Das Gedicht ist für ihn die „präziseste erkenntnistheoretische Maschine, die es überhaupt gibt

Übrigens ...

Auszeichnungen (Auswahl)

Werke (Auswahl)

Bücher
  • Finis terrae. Ein Nachlaß. Roman. Innsbruck: Haymon 1995
  • Hotels. Gedichte. Innsbruck: Haymon 1995
  • Fragmente einer Sprache der Dichtung. Grazer Poetikvorlesung. Droschl, Graz 1997
  • Die Erfindung der Poesie. Gedichte aus den ersten viertausend Jahren. Eichborn, Frankfurt am Main 1997
  • Die Musen. Fragmente einer Sprache der Dichtung. Belleville Verlag Michael Farin, München 1997
  • Tropen. Über das Erhabene. Hanser, München/Wien 1998
  • Bakchen. Nach Euripides. Hanser, München 1999
  • Die Erde ist blau wie eine Orange. Polemisches, Poetisches, Privates. Hanser, München 1999 (= Fragmente einer Sprache der Dichtung, 1997)
  • Mutmaßungen über die Poesie. Zus. m. Hans Magnus Enzensberger. Eichborn, Berlin 1999
  • Die Wüste Lop Nor [Novelle]. Hanser, München 2000
  • Gilgamesch. Epos. Hanser, München 2001
  • Das Geschlecht der Engel, der Himmel der Heiligen. Ein Brevier. Mit Bildern von Arnold Mario Dall'O. Hanser, München 2001
  • Khamsin. Die Namen der Wüste. S. Fischer, Frankfurt am Main 2002
  • Tristan da Cunha oder Die Hälfte der Erde [Roman]. Hanser, München 2003
  • Weißbuch. Hanser, München 2004
  • Handbuch der Wolkenputzerei. Gesammelte Essays. Hanser, München 2005
  • Die fünfte Welt. Ein Logbuch. Fotos von Hans Jakobi. Haymon, Innsbruck 2007
  • Homers Heimat. Der Kampf um Troia und seine realen Hintergründe. Hanser, München 2008
  • Die Blüte des nackten Körpers. Liebesgedichte aus dem Alten Ägypten. Hanser, München 2010
  • Gehirn und Gedicht. (Gemeinsam mit Arthur Jacobs). Hanser, München 2011
  • Das schweigende Kind. Drei lange Erzählungen. Hanser, München 2012
Hörspiele
  • Sub rosa. UA ORF Tirol, Regie: Martin Sailer, 1994
  • Hotels. Akustische Triptychon. BR, 1995
  • Hippokrene. ORF Tirol, Regie: Martin Sailer, 1997
  • Gebirgsfront. ORF Tirol, Regie: Martin Sailer, 2009

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