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Zweig, Stefanie

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Stefanie Zweig (geb. 19. September 1932 in Leobschütz/Oberschlesien) ist eine deutsche Schriftstellerin und Journalistin?. Ihre Bücher erreichten eine Gesamtauflage? von mehr als sechs Millionen Exemplaren.

Ihr Roman „Nirgendwo in Afrika“ (1995) wurde von Charlotte Link verfilmt und erhielt 2003 den „Oscar“ für den besten ausländischen Film.

Leben und Schreiben

Stefanie Zweig wurde am 19. September 1932 als Tochter einer wohlhabenden jüdischen Familie in Leobschütz/Oberschlesien geboren. Um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entkommen, wanderte die Familie 1938 nach Kenia aus. Dort war ihr Vater – ehemals ein renommierter Rechtsanwalt und Notar – als Farmverwalter tätig. 1947 kehrte die Familie nach Deutschland zurück, wo der Vater in Frankfurt am Main als Richter arbeitete.

Im Jahr 1953 machte Stefanie Zweig in Frankfurt am Main das Abitur und absolvierte danach ein redaktionelles Volontariat bei der „Allgemeinen Wochenzeitung der Juden in Deutschland“. Ihre berufliche Laufbahn begann Stefanie Zweig 1959 als Redakteurin bei der „Frankfurter Abendpost“. Ab 1963 leitete sie für mehr als 25 Jahre das Feuilleton? der „Abendpost Nachtausgabe“. Seit 1988 lebt Stefanie Zweig als freie Schriftstellerin und Journalistin? in Frankfurt am Main.

„Eltern sind auch Menschen“ (1978)

Zu Beginn ihrer literarischen Laufbahn verfasste Stefanie Zweig zunächst Kinder- und Jugendbücher („Eltern sind auch Menschen“ 1978, „Großeltern hat jeder“ 1979, „In gute Hände abzugeben“ 1980), die beim Publikum? große Erfolge waren. In „Eltern sind auch Menschen“ geht es um die 11jährige Liza, die einen mächtigen Dickkopf hat und sich zu ihrem Geburtstag wünscht, ins Internat zu kommen. Dort erkennt sie, dass alle Kinder Probleme (also Eltern) haben. Mit dem treuen Bernhardiner Bello stürzt sich Liza in das größte Abenteuer ihres noch jungen Lebens. Am Ende ist sie erwachsen – naja, fast …

1980 folgte der Jugendroman „Vivian und Ein Mundvoll Erde“, in dem Stefanie Zweig Erfahrungen aus ihrer Kindheit in Kenia literarisch bearbeitet. Darin geht es um die tiefe Freundschaft (und vielleicht auch um so etwas wie die erste zarte Liebe) zwischen Vivian, einem Mädchen aus Deutschland, und Jogona, einem Jungen vom Stamme der Kikuyu. Einfühlsam und mit viel Humor schildert Stefanie Zweig das Glück und die Bitterkeit, die Vivian und Jogona gemeinsam durchleben. 1981 stand „Ein Mundvoll Erde“ auf der Auswahlliste des Deutschen Jugendbuchpreises?.

„Nirgendwo in Afrika“ (1995)

In den folgenden Jahren verfasste Stefanie Zweig weitere erfolgreiche Bücher für Kinder und Jugendliche – der Durchbruch als Bestsellerautorin gelang ihr jedoch mit dem stark autobiographisch gefärbten Roman „Nirgendwo in Afrika“ (1995). Darin blickt die Autorin auf die Geschichte ihrer jüdischen Familie zurück, sie schildert die Flucht aus Oberschlesien, die Ankunft in Kenia und das Leben auf einer einsam gelegenen Farm. Der Vater leidet an seiner Liebe zu Deutschland und fühlt sich in der neuen Heimat als Fremder, ganz anders die Tochter: Sie geht mit bebendem Herzen durch das unbekannte Land und erliegt dem Zauber Afrikas.

„Nirgendwo in Afrika“ eroberte zunächst in Deutschland die Bestsellerlisten?. Die „Welt“ charakterisierte Stefanie Zweig wohlwollend als eine Schriftstellerin des sanften Tons, die sich nicht scheue, auf das Herz zu zielen. 2001 wurde der Roman von Caroline Link verfilmt und erhielt 2003 neben dem Bayerischen und dem Deutschen Filmpreis auch den „Oscar“ für den besten fremdsprachigen Film – eine Entwicklung, die Stefanie Zweig auch international als Schriftstellerin bekannt machte.

„Irgendwo in Deutschland“ (1996)

Mit dem 1996 erschienenen Roman „Irgendwo in Deutschland“ schrieb Stefanie Zweig ihre Familiengeschichte fort. Geschildert wird die Rückkehr nach Deutschland – das Land, das die Eltern auf der Flucht vor den Nationalsozialisten verlassen mussten und das der Vater in der Fremde so schmerzlich vermisst hatte. Der Versuch, irgendwo in Deutschland ein neues Leben zu beginnen, fällt besonders der Tochter schwer: Die Sehnsucht nach Afrika nagt an ihrem Herzen. Erschwert wird die Situation durch das Verhalten der Menschen in der alten neuen Heimat: Überall treffen die jüdischen Heimkehrer auf Unverständnis – nicht selten auch auf Feindseligkeit. Denn der Kampf ums tägliche Brot kehrt nicht nur die guten Eigenschaften im Menschen hervor …

Neben den herausragenden emotionalen Qualitäten des Romans ist „Irgendwo in Deutschland“ auch ein bedeutsames literarisches Zeugnis der deutschen Zeitgeschichte?. In ihrem Roman „Der Traum vom Paradies“ (1999) erzählt Stefanie Zweig die subtile Liebesgeschichte zwischen einem Juden und einer Nichtjüdin – eigenen Worten zufolge ist dieser Roman Ausdruck von Stefanie Zweigs Auseinandersetzung mit ihren jüdischen Wurzeln.

„Und das Glück ist Anderswo“ (2007)

In ihren Romanen „…doch die Träume blieben in Afrika“ (1998), „Karibu heißt willkommen“ (2000) und der Fortsetzung? „Wiedersehen mit Afrika“ (2002) kehrte Stefanie Zweig noch einmal auf den afrikanischen Kontinent und das Land ihrer Kindheit zurück. Das immer wiederkehrende Thema ihrer Afrika-Bücher ist die innere Zerrissenheit der Protagonisten und das seelische Pendeln zwischen zwei Kontinenten – ein Konflikt, der auch für Stefanie Zweigs Leben prägend ist.

Im Juni 2007 legte Stefanie Zweig ihren Roman „Und das Glück ist Anderswo“ vor, der im Kenia der Vergangenheit und Gegenwart spielt. Das Erscheinen des Romans wurde von positiven Kritiken begleitet, die Stefanie Zweigs Qualitäten als Erzählerin mit viel Wärme und Herzlichkeit betonten.

Stefanie Zweig lebt im Haus ihrer Eltern in Frankfurt am Main.

Übrigens ...

besuchte Stefanie Zweig bis 1947 ein britisches Internat in Kenia.

Auszeichnungen

Werke (Auswahl)

  • Bücher von Stefanie Zweig bei Jokers
  • Vivian und Ein Mund voll Erde. EA 1980. Frankfurt am Main, S. Fischer Verlag 2007, ISBN: 978-3596509799
  • Nirgendwo in Afrika. EA 1995. München, Heyne Verlag 2002, ISBN: 978-3453185654
  • Irgendwo in Deutschland. EA 1996. München, Heyne Verlag 2005, ISBN: 978-3453136564
  • Der Traum vom Paradies. EA 1999. Frankfurt am Main, S. Fischer Verlag 2001, ISBN: 978-3596148738
  • Karibu heißt willkommen. EA 2000. Frankfurt am Main, S. Fischer Verlag 2002, ISBN: 978-3596152452
  • Wiedersehen mit Afrika. EA 2002. Frankfurt am Main, S. Fischer Verlag 2006, ISBN: 978-3596509614
  • Es begann damals in Afrika. EA 2004. Frankfurt am Main, S. Fischer Verlag 2006, ISBN: 978-3596169825
  • Nur die Liebe bleibt. EA 2006. München, Heyne Verlag 2007, ISBN: 978-3453405165
  • Und das Glück ist anderswo. EA 2007. München, Heyne Verlag 2007, ISBN: 978-3453811263
  • Das Haus in der Rothschildallee. Heyne Verlag, München 2008, ISBN: 978-3453406179
  • Die Kinder der Rothschildallee. EA 2009. München, Langen/Müller, 2009
  • Heimkehr in die Rothschildalle. EA 2009. München, Langen/Müller 2010
  • Neubeginn in der Rothschildallee. EA 2009. München, Langen/Müller 2011

Hörbücher

  • Katze fürs Leben. 4 CDs. München, Langen/Müller Audio Books 2004, ISBN: 978-3784440453
  • Nirgendwo in Afrika. 4 CDs. München, Langen/Müller Audio Books 2002, ISBN-13: 978-3784440064
  • Owuors Heimkehr. Erzählungen aus Afrika. 4 CDs. München, Langen/Müller Audio Books 2003, ISBN: 978-3784440378

Sekundärliteratur

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