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Lindgren, Astrid

Astrid Lindgren (eigentlich Astrid Anna Emilia Ericsson) war eine schwedische Schriftstellerin und zählt zu den berühmtesten Kinderbuchautoren der Welt. Zu ihren bekanntesten Romangestalten gehören Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Meisterdetektiv Kalle Blomquist, Ronja Räubertochter und Karlsson vom Dach.

Leben

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Astrid Lindgren wurde am 14. November 1907 im schwedischen Vimmerby geboren. Ihre Eltern hatten einen Bauernhof und Astrid verlebte dort zusammen mit drei Geschwistern ihre Kindheit. Diese Zeit ihres Lebens galt immer als glücklich und von Geborgenheit geprägt, so wie man auch geneigt ist, von der Heiterkeit der meisten ihrer Bücher auf das Leben der Autorin zu schließen. Jedoch hat Lindgens Biographin Birgit Dankert? in ihrer 2013 erschienenen Monographie? "Astrid Lindgren. Eine lebenslange Kindheit" darauf hingewiesen, dass Lindgren durchaus auch eine düstere, zu Depression neigende Seite gehabt haben muss.

Ihre Kindheit, so Dankert, muss der Schriftstellerin das ganze Leben über auf geradezu unheimliche Weise präsent gewesen sein. Nicht nur die überlieferte Äußerung "Und wir spielten und spielten, sodass es das reine Wunder ist, dass wir uns nicht zu Tode gespielt haben", deute darauf hin. Für ihre Interpretation beruft Dankert sich auf die Auswertung von Gesprächen, die mit Freunden und Kollegen von Astrid Lindgren geführt wurden.

Im Jahre 1923 beendete Astrid Lindgren die Realschule in Vimmerby und begann ein Jahr später ein Volontariat bei der lokalen Zeitung?. Im Jahre 1926 zog sie nach Stockholm und begann eine Ausbildung zur Sekretärin. Im gleichen Jahr kam ihr Sohn Lars (genannt Lasse) zur Welt. Da sie sich aber aufgrund ihrer Ausbildung nicht um ihn kümmern konnte, gab sie ihn zu einer Pflegefamilie nach Kopenhagen.

Sie erhielt eine Anstellung als Sekretärin beim Königlichen Automobilclub, wo sie auch ihren späteren Mann Sture Lindgren kennen lernte, den sie 1931 heiratete. Zu diesem Zeitpunkt holte sie ihren Sohn wieder zu sich und wurde Hausfrau. Im Jahre 1934 brachte Astrid Lindgren ihre Tochter Karin zur Welt. In den folgenden Jahren war sie in erster Linie Hausfrau, veröffentlichte in einer Stockholmer Zeitung? aber von Zeit zu Zeit kleine Geschichten, vor allem Weihnachtsgeschichten. Außerdem arbeitete sie nebenbei als Stenotypistin.

Den Anfang ihrer literarischen Laufbahn verdankte Astrid Lindgren ihrer Tochter Karin. Als diese 1941 an einer Lungenentzündung erkrankte, bat sie ihre Mutter, ihr Geschichten über ein Mädchen namens Pippi Langstrumpf zu erzählen. Als Astrid Lindgren 1944 wegen eines verstauchten Knöchels Bettruhe verordnet bekam, schrieb sie die Geschichten über Pippi Langstrumpf, die sie sich über die Jahre ausgedacht hatte, auf. Sie schickte das Manuskript an einen Verlag, der es jedoch ablehnte.

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Im darauf folgenden Jahr gewann Astrid Lindgren mit ihrem Roman „Britt-Mari erleichtert ihr Herz“ den zweiten Platz bei einem Wettbewerb des Verlages „Rabén & Sjögren“. Bestärkt von diesem Erfolg überarbeitete sie das Pippi-Langstrumpf-Manuskript und fand einen Verleger. Im Jahre 1945 kam „Pippi Langstrumpf“ heraus und überzeugte Kritiker und Publikum gleichermaßen. Vier Jahre später fand das Buch mit dem Friedrich-Oetinger-Verlag? auch in Deutschland einen Verleger.

Von dieser Zeit an schrieb Astrid Lindgren immer wieder |Kinder-? und Jugendbücher. Nebenbei arbeitete sie bis 1970 als Lektorin in einem schwedischen Verlag, verantwortlich für dessen Kinderbuchabteilung?. Über die Jahre entstanden ihre bekannten Romanfiguren? und Astrid Lindgren wurde weltweit als Kinderbuchautorin? berühmt.

In ihrer Lindgren-Biographie von 2013 hat Birgit Dankert? darauf hingewiesen, dass die Zeitspanne, in der diese berühmten Bücher entstanden sind, gerade einmal zehn Jahre umfasst - von 1945 bis 1954: Nach einer Anlaufzeit, in der die Schwedin eher journalistisch tätig gewesen sei, sei es dann, mit Mitte 30, förmlich aus ihr herausgebrochen, zumal nach dem Erfolg des ersten Buches.

Bis zu ihrem Tod am 28. Januar 2002 im Alter von 94 Jahren lebte Astrid Lindgren in einer Stockholmer Wohnung, in die sie 1941 mit ihrem Mann Sture gezogen war. An der Gedenkfeier für Astrid Lindgren, die am 8. März 2002 stattfand, nahmen – neben Angehörigen des schwedischen Königshauses – mehrere tausend Menschen teil.

Öffentliches Engagement

Astrid Lindgren wird nicht nur für ihre Romane, sondern auch für ihr soziales Engagement geschätzt. Sie hat sich zeitlebens für die Menschenrechte, vor allem von Kindern, eingesetzt. Eine gewaltfreie Kindheit ohne Übergriffe durch Erwachsene war ihr ein Anliegen. Sie gründete 1986 die Stiftung „Solkatten“ (Sonnenkatze) für behinderte Kinder. Auch für den Tier- und Naturschutz setzte sie sich ein und veröffentlichte zahlreiche Zeitungsartikel, um auf die Notwendigkeit einer unberührten Natur und einer artgerechten Tierhaltung hinzuweisen.

Bis Mitte der 1970er-Jahre hielt sich Astrid Lindgren fast immer aus öffentlichen und politischen Debatten heraus, auch wenn sie um Stellungnahmen gebeten wurde. Im Jahre 1976 meldete sie sich aber bei einer Steuerfrage zu Wort. Nach Plänen des Finanzministeriums sollte der Spitzensteuersatz für Selbständige (zu denen in Schweden auch Autoren zählen) so weit angehoben werden, dass sie mehr Steuern hätten zahlen müssen, als sie verdienten. Astrid Lindgren kritisierte diese Pläne scharf, wurde vom Finanzminister aber nur mit höhnischen Worten bedacht. Sie schrieb das Märchen „Pomperipossa in Monismanien“ um auf die Absurdität dieser Pläne hinzuweisen. Später musste der Finanzminister einräumen, dass Lindgren auf einen Fehler aufmerksam gemacht hatte, den man korrigieren musste. Die Sozialdemokratin Lindgren rief in der Folge zur Abwahl der dafür verantwortlichen sozialdemokratischen Regierung auf, denn nur so könne die Sozialdemokratie von ihrer „Machtvergiftung“ geheilt werden. Tatsächlich wurde die Regierung bei den nächsten Wahlen abgewählt. Hier hat Astrid Lindgren bewiesen, dass sie in Schweden eine mächtige Frau mit großem Einfluss auf die öffentliche Meinung war.

Ausgewählte Werke

Pippi Langstrumpf
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Die Hauptrolle in Astrid Lindgrens erster Kinderbuchreihe spielt Pippi Langstrumpf, eigentlich Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminza Efraimstochter Langstrumpf. Das neunjährige Mädchen mit den feuerroten Zöpfen ist bärenstark. Sie wohnt ganz allein ohne ihre Eltern in einer alten Villa, der Villa Kunterbunt. Ihre Mutter ist bereits gestorben, als sie noch ganz klein war, und ihr Vater ist Kapitän und immer auf den Weltmeeren unterwegs. Ganz allein ist sie aber nicht, sie teilt sich die Villa mit einem kleinen Affen namens Herr Nilsson und einem Pferd namens Kleiner Onkel.

Zusammen mit den eigentlich wohlerzogenen Nachbarskindern Thomas und Annika erlebt Pippi, die sich von Erwachsenen in der Regel nichts sagen oder verbieten lässt, eine Menge Abenteuer. Pippi geht einmal mit ihnen zur Schule, stellt aber fest, dass das nichts für sie ist. Die drei gehen sogar auf eine weite Reise ins Taka-Tuka-Land, wo Pippis Vater Negerkönig auf einer Insel ist. Pippi und ihren beiden Freunden wird es nie langweilig, weder in der Villa Kunterbunt noch unterwegs.

Astrid Lindgren hat drei Pippi Langstrumpf-Bücher verfasst: „Pippi Langstrumpf“ (1949), „Pippi Langstrumpf geht an Bord“ (1950) und „Pippi in Taka-Tuka-Land“ (1950). Es ist auch eine Gesamtausgabe mit dem Titel „Pippi Langstrumpf“ erhältlich.

Karlsson vom Dach
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Der kleine Lillebror lebt mit seiner Familie in Stockholm und verbringt dort eine ganz normale und gewöhnliche Kindheit; bis zu dem Tag, an dem er zum ersten Mal Karlsson vom Dach begegnet. Denn Karlsson vom Dach ist alles andere als gewöhnlich. Zum einen wohnt er in einem kleinen Häuschen auf dem Dach, was an sich schon sonderbar genug wäre. Außerdem kann Karlsson fliegen, weil er einen kleinen Motor mit Propeller auf dem Rücken hat. Sobald er an einem Knopf dreht, der etwa auf der Höhe seines Bauchnabels sitzt, springt der Motor an und Karlsson kann fliegt, wohin er möchte.

Eines Tages nun fliegt dieser kleine, lustige Herr mitten zu Lillebror ins Zimmer und stellt sich als bester Dampfmaschinenaufpasser der Welt vor, weil er Lillebrors Dampfmaschine ausprobieren möchte. Möchte man Karlsson glauben, dann ist er sowieso in allem der Beste. Von sich selbst behauptet er schließlich: „Ich bin ein schöner und grundgescheiter und gerade richtig dicker Mann in meinen besten Jahren und der beste Karlsson der Welt in jeder Weise!“ Wer könnte dem widersprechen? In Karlsson findet Lillebror einen Spielkameraden und zusammen erleben die beiden eine Menge Abenteuer, spielen Streiche und treiben Schabernack.

Astrid Lindgren hat drei Karlsson-Bücher verfasst: „Karlsson vom Dach“ (1956), „Karlsson fliegt wieder“ (1963) und „Der beste Karlsson der Welt“ (1968). Es ist auch eine Gesamtausgabe? mit dem Titel „Karlsson vom Dach“ erhältlich.

Nach Astrid Lindgren benannte Preise

Der Astrid-Lindgren-Preis? für schwedische Autoren wurde 1967 vom schwedischen Verlag Rabén & Sjögren gestiftet.

Der deutsche Friedrich Oetinger Verlag stiftete im selben Jahr einen deutschen Astrid-Lindgren-Preis?.

Seit 2003 wird jährlich der Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis? von der schwedischen Regierung verliehen. Er geht an Autoren, die Kinder- und Jugendliteratur in der Tradition Astrid Lindgrens verfassen.

Anlässlich des 100. Geburtstages von Astrid Lindgren im Jahre 2007 hat der Friedrich-Oetinger-Verlag? einen mit 10.000 € dotierten Preis für ein unveröffentlichtes Kinderbuch gestiftet.

Übrigens …

sind allein in Deutschland mehr als 90 Schulen nach Astrid Lindgren benannt, weltweit sind es rund 150. Und im Jahr 2015 wird in Schweden eine Banknote mit dem Bildnis der Schriftstellerin herauskommen.

Auszeichnungen (Auswahl)

Werke (Auswahl)

Die Jahreszahlen beziehen sich auf die deutsche Erstveröffentlichung.

Pippi Langstrumpf

Pippi Langstrumpf bei Jokers

  • Pippi Langstrumpf (1949)
  • Pippi Langstrumpf geht an Bord (1950)
  • Pippi in Taka-Tuka-Land (1950)
Kalle Blomquist

Kalle Blomquist bei Jokers

  • Meisterdetektiv Blomquist (jetzt: Kalle Blomquist – Meisterdetektiv) (1950)
  • Kalle Blomquist lebt gefährlich (1951)
Kinder aus Bullerbü

Bullerbü-Bücher bei Jokers

  • Wir Kinder aus Bullerbü (1954)
  • Mehr von uns Kindern aus Bullerbü (1955)
  • Immer lustig in Bullerbü (1956)
Karlsson

Karlsson bei Jokers

  • Karlsson vom Dach (1956)
  • Karlsson fliegt wieder (1963)
  • Der beste Karlsson der Welt (1968)
Michel aus Lönneberga

Michel bei Jokers

  • Michel in der Suppenschüssel (1964)
  • Michel muss mehr Männchen machen (1966)
  • Michel bringt die Welt in Ordnung (1970)
  • Als Klein-Ida auch mal Unfug machen wollte (1986)
  • Michels Unfug Nummer 325 (1986)
  • Nur nicht knausern, sagte Michel aus Lönneberga (1987)
Weitere Bücher

Verfilmungen

Die meisten Bücher von Astrid Lindgren wurden im Laufe der Zeit verfilmt, darunter ihre Klassiker "Pippi Langstrumpf", "Karlsson vom Dach", "Michel aus Lönneberga" und "Die Kinder aus Bullerbü". Auch andere, wie "Ferien auf Saltkrokan", "Ronja Räubertochter" oder "Die Brüder Löwenherz" wurden, teils in Schweden, teils aber auch im Ausland, sehr erfolgreich in Filmen und Fernsehserien adaptiert. Mittlerweile gibt es auch Zeichentrickfilme und -serien neueren Datums, die – von Astrid Lindgrens Romanfiguren ausgehend – neue Abenteuer und Geschichten erzählen, wie beispielsweise in der Serie? "Pippi Langstrumpf".

Eines war der Autorin aber immer wichtig; sie wollte nicht, dass ihre Figuren zu Marketing- und Merchandisingzwecken missbraucht werden. Deswegen behielt sie immer die Vermarktungsrechte an ihren Büchern und somit die Kontrolle über deren Verwendung.

In Planung

Die zur Verlagsgruppe Oetinger gehörenden Produktionsfirmen TV60Film und Ogglies Film Productions wollen das Leben der Kinderbuchautorin Astrid Lindgren an Originalschauplätzen verfilmen. Die Erben Lindgrens sollen ihre uneingeschränkte Unterstützung zugesagt haben.

Sekundärliteratur

  • Dankert, Birgit: Astrid Lindgren: Eine lebenslange Kindheit. Verlag Lambert Schneider, Darmstadt 2013, ISBN: 978-3650255266
  • Strömstedt, Maja: Astrid Lindgren - Ein Lebensbild. Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg 2012, ISBN: 978-3841501462

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