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Deutsches Literaturarchiv Marbach

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach ist das wichtigste Archiv für die neuere deutsche Literatur von 1750 bis zur Gegenwart. Es ist mit dem Schiller-Nationalmuseum?, dem Literaturmuseum der Moderne? und dem Collegienhaus zu einer einheitlichen Institution zusammengeschlossen.

Definition

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Das Deutsche Literaturarchiv Marbach (DLA) ist das größte und wichtigste Archiv für die neuere deutsche Literatur von 1750 bis zur Gegenwart, über das die Bundesrepublik Deutschland verfügt. Es wurde am 12. Juli 1955 gegründet und ist eingegliedert in das Schiller-Nationalmuseum? in Marbach a. N. - wie dieses wird es von der Deutschen Schillergesellschaft? getragen.

Das DLA beherbergt etwa 650 Schriftstellernachlässe, Teilnachlässe und Sammlungen, Handschriften und Briefe, Verlags- und Redaktionsarchive sowie eine der größten Expressionismussammlungen im deutschsprachigen Raum. Zum Bestand gehören kostbare Literatur- und Lebensdokumente u.a. von Friedrich Schiller, Friedrich Hölderlin, Franz Kafka, Alfred Döblin, Kurt Tucholsky, Gottfried Benn?, Hilde Domin?, Martin Walser, Ilse Aichinger und Hans Joachim Schädlich?.

Weitere bedeutende Literaturarchive in Deutschland sind das Goethe- und Schiller-Archiv? in Weimar und das Literaturarchiv des Freien Deutschen Hochstifts? - Frankfurter Goethe Museum.

Das DLA auf einen Blick

Das DLA dient der Literatur- und Geistesgeschichte, der Bildung und der Forschung. Ziel ist es, Erkenntnis aus originalen Quellen zu fördern und Freude an der Literatur zu wecken.

Zentrale Bestandteile des DLA sind:

  • Die Bibliothek des DLA ist eine Spezialbibliothek für neuere deutsche Literatur und Literaturwissenschaft von der Aufklärung? bis zur Gegenwart. Der Bestand umfasst mehr als 750.000 Bände (Stand 2005), mehr als 1.100 literarische und literaturwissenschaftliche Zeitschriften sind abonniert. Daneben gibt es über 100 geschlossen aufgestellte Bibliotheken: Sammlerbibliotheken, Autorenbibliotheken, Verlagsarchivbibliotheken sowie eine Leihbibliothek? aus dem 19. Jahrhundert. Die Bibliothek ist eine Präsenzbibliothek?, deren Bestände in der Regel nur im Lesesaal des Archivs zugänglich sind.
  • Das Cotta-Archiv ist das wichtigste und besterschlossene Verlagsarchiv des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Es vereinigt einen einzigartigen Bestand zur deutschen Klassik und zu verschiedenen Disziplinen der allgemein- und kulturgeschichtlichen Forschung. Die Cotta’sche Verlagsbuchhandlung wurde 1659 in Tübingen gegründet und war u.a. der Hausverlag von Friedrich Schiller, Johann Wolfgang von Goethe und Alexander von Humboldt?.
  • Die Archive der Verlage Suhrkamp und Insel umfassen bedeutende Bestände zur deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts. Das DLA hatte 2009 nach einem Bieterwettstreit mit der Universität Frankfurt das Suhrkamp-Archiv mit Manuskripten und Korrespondenzen von Autoren wie Ingeborg Bachmann, Paul Celan, Max Frisch und Peter Handke erworben. Über den Kaufpreis schwiegen sich beide Seiten aus. Weitere Archivbestände aus dem Siegfried-Unseld-Haus? sollen bis Ende 2010 nach Marbach gebracht werden.
  • Die Handschriftenabteilung gehört weltweit zu den führenden Sammlungen ihrer Art. Im Mittelpunkt stehen Manuskripte, Briefe und Lebensdokumente vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
  • Die Kunstsammlung flankiert die übrigen Sammlungen. Sie besteht aus einer rund 100.000 Bildnisse umfassenden Porträtgalerie zur deutschen Literatur und Geistesgeschichte seit dem 18. Jahrhundert. Kernbestand sind die Werke von Künstlern des württembergischen Klassizismus und der Klassischen Moderne?. Ein Fokus liegt auch auf Ansichten von Lebensstätten, Gräbern und Denkmälern.

Hinweise für Benutzer: Die Sammlungen des DLA stehen allen offen, die sich für Literatur interessieren oder ein literaturwissenschaftliches Forschungsinteresse haben. Bei Vorlage eines amtlichen Ausweises in den Lesesälen der Bibliothek und der Handschriftenabteilung stellt das DLA einen Benutzerausweis aus, der ein Jahr Gültigkeit hat.

Mit dem DLA verbundene Institute

Das DLA ist mit dem Schiller-Nationalmuseum?, dem Literaturmuseum der Moderne? und dem Collegienhaus zu einer einheitlichen Institution zusammengeschlossen.

  • Das Literaturmuseum der Moderne? wurde am 6. Juni 2006 eröffnet und bildet gemeinsam mit dem Schiller-Nationalmuseum? weltweit das einzige ausschließlich für die Ausstellung von Literatur genutzte Ensemble. Ziel ist es, durch die Ausstellung von Archivbeständen die Überlieferungszusammenhänge unserer Kultur zu bewahren.
  • Das Collegienhaus wurde am 1. September 1993 eröffnet und dient den forschenden Gästen, Autoren, Stipendiaten und Seminarteilnehmern als Wohn- und Begegnungsstätte. Die Gäste haben die Möglichkeit, mit eigenen Materialien auch außerhalb der Öffnungszeiten des Archivs zu arbeiten.

Marbacher Stipendien-Programme

Das DLA schreibt gemeinsam mit Verlagen, Stiftungen und Instituten aus dem In- und Ausland Stipendien aus. Dazu gehört u.a. das Gerda-Henkel-Stipendium, das C.H. Beck-Stipendium, das Udo-Keller-Stipendium und das Hilde-Domin-Stipendium für südamerikanische Master-Studenten. Alle Informationen zu Voraussetzungen, Bedingungen und Stipendiensätzen gibt es auf der Webseite des DLA.

Literatur

  • Atze, Marcel u.a.: akten-kundig? Literatur, Zeitgeschichte und Archiv. Praesens Verlag, Wien 2009, ISBN: 978-3706905671
  • Langer, Freddy: Blind Date. 40 Schriftsteller inkognito - Bildband zur Ausstellung im Literaturarchiv Marbach. Knesebeck Verlag, München 2010, ISBN: 978-3868732856
  • Bücher über das Deutsche Literaturarchiv Marbach bei Jokers

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