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Musil, Robert

Robert Rudolf Matthias Edler von Musil (geb. 6. November 1880 in Klagenfurt; gest. 15. April 1942 in Genf) war ein österreichischer Romancier?, Erzähler und Journalist?. Der Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ hat seinen Weltruhm begründet.

Leben und Wirken

Kindheit und Jugend

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Robert Musil wurde am 6. November 1880 als Sohn eines Waffenfabrikdirektors und späteren Hochschulprofessors in Klagenfurt geboren. Heute hat das Geburtshaus die Adresse Bahnhofstraße 50. Die erhaltende Geburtsurkunde der katholischen Diözese Gurk für Robert Mathias Alfred Musil gibt an, dass er um 5 Uhr früh zur Welt kam und weist als Geburtsort "St. Ruprecht bey Klagenfurt" aus. Damals war St. Ruprecht eine eigene Gemeinde, heute ist es Stadtteil von Klagenfurt.

In seinem Tagebuch schreibt Robert Musil später: "Man hat mir in meiner Kindheit und Jugend oft gesagt: du bist wie dein Großvater (vaterseits)! Das hieß: eigensinnig, energisch, auch erfolgreich, schwer umgänglich ... Der Tagebucheintrag bezieht sich auf den Großvater väterlicherseits, Matthias Musil, Sohn eines Kleinbauern aus Rychtarow in Mähren. Er war früher Militärarzt, bewirtschaftete dann aber mit seiner Frau Aloisia den "Plachelhof" bei Graz.

Robert Musils Vater Alfred erblickte 1846 in Temesvar/Timisoara (heute Rumänien) das Licht der Welt, wuchs aber in Graz auf. Dort an der Grazer Technischen Hochschule brachte er es zum Maschinenbauingenieur, war Assistent und für kurze Zeit Versicherungsinspektor in Brno/Brünn (heute: Tschechien). In Klagenfurt arbeitete er ab 1873 für die "Hüttenberger Eisenwerks-Gesellschaft AG". 1878 veröffentlichte er im Braunschweiger Vieweg-Verlag? eine in Klagenfurt verfasste Abhandlung ("Die Motoren für das Kleingewerbe"). Die Mutter Robert Musils, Hermine Musil, geborene Bergauer, kam aus Oberösterreich und war eine so genannte "höhere Tochter". Deshalb erhielt sie eine Erziehung zur Führung eines "standesgemäßen" Haushalts. Im Sommer 1874 verlobten sich Hermine Bergauer und Alfred Musil. Noch im gleichen Jahr heirateten sie in der Pfarrkirche St. Ruprecht bei Klagenfurt, wo sie von 1874 bis 1881 in einer Dienstwohnung in dem heute als "Musil-Haus" bezeichneten Gebäude wohnten.

Hermine war in der Musil-Ehe die dominierende, während der sieben Jahre ältere Alfred pedantisch und eher ängstlich veranlagt war. Robert Musil schrieb in seinem Tagebuch, die beiden hätten sich in ihren Neigungen wenig entsprochen.

Weil 1881 die "Hüttenberger Eisenwerksgesellschaft" mit der "Österreichischen Alpine Montan Gesellschaft" vereinigt wurde, sah Alfred Musil seine Karriere beeinträchtigt, wechselte seinen Arbeitgeber und die Familie zog von Klagenfurt nach Komotau/Chomutov (Tschechien), wo Alfred Musil Direktor der Mechanischen Lehrwerkstätte wurde. Aber schon 1882 übersiedelte die Familie nach Steyr in Oberösterreich. Dort leitete Musils Vater bis 1889 eine Fachschule und Versuchsanstalt für Eisen- und Stahlindustrie.

In Steyr besuchte Robert Musil von 1882 bis 1891 die Volksschule und erste Klasse des Realgymnasiums. Er war ein guter Schüler mit sehr guten Noten, musste den Unterricht aber mehrmals wegen einer "Nerven- und Gehirnkrankheit" unterbrechen. Während dieser Krankenzeiten bekommt er Privatunterricht.

1891 wird Alfred Musil an die Technische Hochschule nach Brünn berufen. Dort besucht Robert Musil zunächst die Realschule.

Von 1892-1897 besuchte Robert Musil verschiedene Militärerziehungsanstalten - zuerst in Eisenstadt, dann in Mährisch-Weißkirchen – und wurde Offizier. Dem Entschluss waren familiäre Spannungen vorausgegangen. Bis 1894 besuchte er die Militär-Unterrealschule Eisenstadt. Zwischen 1894 und 1897 die Militär-Oberrealschule in Mährisch-Weißkirchen (Hranice). Diese Jahre bilden die biographische Basis des Romans "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß". Beim Militär beschäftigt sich Robert Musil viel mit dem Artilleriewesen und entdeckt dabei seine technische Fähigkeiten und Interessen.

1897 begann Robert Musil eine Ausbildung zum Artillerieoffizier an der Technischen Militärakademie in Wien. Im Dezember desselben Jahres brach er die Ausbildung aber ab und wechselte an die Technische Hochschule in Brünn, wo er Maschinenbau studierte. Hier unterrichtete auch sein Vater. Robert Musil schloss Freundschaft mit Gustav Donath, dessen Vater ebenfalls an der Technischen Hochschule unterrichtete. Robert Musil begann eine Beziehung zu Herma Dietz und dichtete zum ersten Mal. Er plante ein Werk "Paraphrasen" mit kurzen Texten im Stil von Peter Altenberg?, doch verlor sich das Manuskript. Um die Jahrhundertwende beginnt Musil auch Tagebuch zu schreiben. In dieser Zeit liest er die Werke? von Friedrich Nietzsche, Ralph Waldo Emerson?, Fjodor M. Dostojewski, Novalis?, Maurice Maeterlinck? und Rainer Maria Rilke, die ihn sehr prägen.

1901 albsolvierte Robert Musil die Staatsprüfung zum Ingenieur, worauf er bis 1902 sein Militärjahr im k. u. k. Infanterie-Regiment Freiherr von Heß Nr. 49 in Brünn hinter sich bringt. Von 1902 bis 1903 arbeitete er durch Vermittlung seines Vaters als Volontärassistent an der Technischen Hochschule Stuttgart, wo er mit seiner Arbeit am Törleß beginnt. Nach der zweiten Staatsprüfung schrieb er sich 1903 zum Studium der Philosophie, Psychologie und Mathematik an der Universität Berlin ein. Seine Freundschaft mit Alfred Kerr und Franz Blei? hat ihren Ursprung in dieser Zeit. 1904 holte Musil nebenbei noch die Reifeprüfung am Deutschen Staatsgymnasium in Brünn nach. Sein Studium in Berlin beendete Musil 1908. Danach promovierte er zum Dr. phil. - ebenfalls in Berlin. Eine akademische Laufbahn, die ihm offen gestanden hätte, schlug er aus. Seine Dissertation trug den Titel "Beiträge zur Beurteilung der Lehren Machs".

Entscheidung, Schriftsteller zu werden

Stattdessen entschied er sich für ein Leben als freier Schriftsteller. Schon 1905 finden sich in seinem Tagebuch erste Überlegungen zu dem späteren Werk "Der Mann ohne Eigenschaften".

Ein Jahr später, 1906, erschien Musils Debüt? „Die Verwirrungen des Zöglings Törless“, das ihn als Schriftsteller bekannt machte. Drei Jahre hatte Musil an der Erzählung gearbeitet. Darin schildert er die seelische Krise eines sensiblen Knaben, der ein Internat in der österreichischen Provinz besucht. Im gleichen Jahr konstruierte er einen Variationskreisel zur Untersuchung der Farbwahrnehmung und lernte die damals noch mit einem Italiener verheiratete Berlinerin Martha Marcovaldi (geb. Heimann) kennen, die er 1911 heiratete.

Zwischen 1908 und 1910 weitete Musil seine schriftstellerische Tätigkeit in Berlin aus und schrieb u. a. für die Zeitschrift "Pan" und schloss sich Schriftstellervereinigungen an.

1911 folgte der Band „Vereinigungen“, der die beiden Novellen „Die Vollendung der Liebe“ und „Die Versuchung der stillen Veronika“ enthält. Die Novellen, in denen die psychische Grenzerfahrung des Ehe- und Treuebruchs minutiös dargestellt wird, gelten als Vorstufen zu Musils Hauptwerk „Der Mann ohne Eigenschaften“.

Nachdem Robert Musil geheiratet hatte, arbeitete er von 1911 bis 1914 wieder durch Vermittlung seines Vaters als Praktikant und später als Bibliothekar an der Technischen Hochschule Wien. Martha Marcovaldi brachte die beiden Kinder Annina und Gaetano mit in die Ehe.

1913 wurde Musil u. a. Mitarbeiter der Zeitschriften "Loser Vogel", "Die Aktion", "Die Weißen Blätter" und "Die Neue Rundschau".

1914 siedelten die Musils nach Berlin über, wo er als Redakteur? der im S. Fischer Verlag? erscheinenden Literaturzeitschrift? Neue Rundschau? tätig war. Die Zeitschrift war ein wichtiges Forum für moderne Literatur? in Deutschland.

Erster Weltkrieg und Nachkriegsjahre

Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs zog Robert Musil begeistert ins Feld. Als Reserveoffizier war er in Südtirol und an der italienisch-serbischen Front stationiert. Von 1916-1918 schrieb er für die „Südtiroler-Soldaten-Zeitung“ und die „Heimat“.

1917 empfing Musils Vater den erblichen Adelstitel, weshalb sich sein Sohn Robert Edler von Musil nennen durft.

1918 wurde er als Hauptmann mit einigen Auszeichnungen aus dem Heer entlassen. Im Anschluss ging er nach Wien, wo er das Bildungsamt im Heeresministerium leitete.

1914-1918 Offizier, zuletzt Landsturmhauptmann an der italienischen Front. Verschiedene militärische Auszeichnungen. Seit 1916 ist Musil Redakteur der in Bozen erscheinenden "Soldaten-Zeitung".

In den Jahren 1919 und 1920 ist Musil im Pressedienst beim Österreichischen Außenministerium in Wien beschäftigt, danach bis 1922 als Fachbeirat im Staatsamt für Heereswesen. In diesem Jahr verließ Musil den öffentlichen Dienst, womit für ihn finanzielle Probleme begannen. Schon im Frühjahr 1920 lernte er in Berlin Ernst Rowohlt? kennen, der ab 1923 sein Verleger wird. 1921 begann sich Musil als als Theaterkritiker?, Essayist? und freier Schriftsteller zu betätigen - meist in Wien. Robert und Martha Musil ziehen erneut um und lassen sich in der Wiener Rasumofskygasse nieder. Nun begann Musil mit Vorarbeiten am Roman "Der Mann ohne Eigenschaften".

Freier Schriftsteller

1921 veröffentlichte Robert Musil das Schauspiel?Die Schwärmer“, das am 3.4.1929 in Berlin uraufgeführt? wurde. 1923 wurde Musil von Alfred Döblin für das Stück der Kleist-Preis? zugesprochen. Im Dezember 1923 wurde in Berlin seine Posse "Vinzenz und die Freundin bedeutender Männer" uraufgeführt. Auch in diesem Stück sind bereits Motive? enthalten, die Musil in „Der Mann ohne Eigenschaften“ wieder aufnahm.

Von 1923 bis 1929 war Musil Vizepräsident bzw. Vorstandsmitglied des Schutzverbandes deutscher Schriftsteller in Österreich. Präsident war zu dieser Zeit Hugo von Hofmannsthal?.

1924 legte Musil im Ernst Rowohlt Verlag? den Band „Drei Frauen“ vor, in dem die Erzählungen „Grigia“, „Die Portugiesin“ und „Tonka“ enthalten sind. Im gleichen Jahr sterben Hermine und Alfred Musil nacheinander in Brünn und Robert Musil erhielt den Kunstpreis der Stadt Wien.

1925 begann der Schriftsteller intensiv an seinem Lebenswerk „Der Mann ohne Eigenschaften“ zu schreiben, dessen unvollendeter dritter Band erst nach seinem Tod erschienen ist.

Nach dem Tod Rilkes hielt Musil im Januar 1927 in Berlin eine Rede zur Rilke-Feier und im April des Jahres kommt es zur Uraufführung des Schauspiels "Die Schwärmer" in Berlin, gegen die Musil protestierte, weil sie stark gekürzt war. 1927 erhielt Musil den Gerhart-Hauptmann-Preis.

1931 veröffentlichte Musil den ersten Band des Romans "Der Mann ohne Eigenschaften" im Rowohlt Verlag?. In seinen Notizen bezeichnete das Buch als MoE. Obwohl das Buch großartig besprochen wurde, blieb die finanzielle Lage der Musils angespannt. Noch im gleichen Jahr setzte Robert Musil die Arbeit am zweiten Band des Mannes ohne Eigenschaften in Berlin fort.

Der Roman nimmt in der modernen deutschsprachigen Literatur? eine herausragende Stellung ein, vergleichbar mit Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz“ und Hermann Brochs "Die Schlafwandler".

In „Der Mann ohne Eigenschaften“ sprengte Musil die traditionelle Romanform, indem er wissenschaftliche Essays, kulturkritische Abhandlungen? und umfangreiche Selbstreflexionen des Protagonisten in das Werk integrierte. Bis heute spielt Musils Roman eine wichtige Rolle in der Diskussion um eine zeitgemäße Romanform. Selten wurde im deutschen Feuilleton? ein Roman mit so vielen Superlativen gefeiert. Ein Erfolg beim Publikum wurde das Buch dennoch nicht.

1932 gründen Anhänger Musils in Berlin die Musil-Gesellschaft?, deren damaliger Zweck es war, dem Schriftsteller die Weiterarbeit an seinem Roman "Der Mann ohne Eigenschaften" ermöglichen.

Machtübernahme der Nazis, Exil und Tod

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 ging Robert Musil mit seiner jüdischen Frau wieder nach Wien zurück, wo sie sich erneut niederließen. Als Schriftsteller geriet Musil schnell in Vergessenheit. In Deutschland wurden seine Bücher verboten. Noch 1933 erschien der erste Teil des zweiten Bandes? des "Manns ohne Eigenschaften".

Nach dem Berliner Beispiel wurde 1934 in Wien eine zweite Musil-Gesellschaft? gegründet. Ein Jahr darauf hielt Robert Musil auf dem "Internationalen Schriftstellerkongreß für die Verteidigung der Kultur" in Paris einen Vortrag und befreundete sich mit dem Bildhauer Fritz Wotruba.

Unter dem bitteren TitelNachlass zu Lebzeiten“ (1936) gab Musil in Zürich einen Band heraus, in dem seine frühen Essays und Prosastücke versammelt sind. In diesem Jahr erlitt Musil einen Schlaganfall.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich 1938 siedelte das Ehepaar in die Schweiz über. Sie nahmen zunächst in Zürich, später in Genf ihren Wohnsitz. In Genf arbeitete Musil weiter an seinem Roman "Der Mann ohne Eigenschaften". Die Musils litten unter schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen und menschlicher Vereinsamung. Unterstützung kam von dem Pfarrer Robert Lejeune sowie von verschiedenen Hilfsorganisationen.

In Genf starb Robert Musil am 15. April 1942 mitten in der Arbeit am Schlussband seines Romans „Der Mann ohne Eigenschaften“. Todesursache: Gehirnschlag. Er wurde 61 Jahre alt. Die Witwe verstreute Robert Musils Asche nach Familiensitte in einem Walt bei Genf, weshalb es kein Grab von Robert Musil gibt. Sie sorgte im Selbstverlag? auch dafür, dass der dritte unvollendete Band? von "Der Mann ohne Eigenschaften" 1943 in Lausanne erscheinen konnte. Ihr Vorhaben, eine Gesamtausgabe? des Romans zu veröffentlichen, konnte sie nicht mehr verwirklichen. Mit Hilfe des Schweizer Journalisten Armin Kesser versuchte sie, Musils Werk in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Sie starb 1949 in Rom im Haus ihres Sohnes Gaetano Marcovaldi.

Eine von Adolf Frisé edierte dreibändige Gesamtausgabe? der Werke? Musils erschien in den Jahren 1952 bis 1957 im Rowohlt Verlag?.

Im Juni 1974 gründete sich in Wien eine Internationale Robert-Musil-Gesellschaft? (IRMG), die sich dem Werk? und Nachlass? des Schriftstellers widmet.

Werk

Obwohl Robert Musil neben Franz Kafka, Alfred Döblin und Thomas Mann immer als großer Vertreter moderner deutschsprachiger Romankunst genannt wird, wird sein Werk viel weniger gelesen als das der anderen Genannten. Es sperrt sich gegen eine breite Resonanz.

Woran liegt das? Nur wenige Menschen schaffen es, ein Werk wie "Der Mann ohne Eigenschaften" zu lesen. Denn es ist mit über zweitausend Seiten dicker als die Bibel. Im Zeitalter des Wischens und Klickens im Internet? ist ein solches Buch "von unmodisch langem Atem" (Thomas Mann). Ein solches Werk zu lesen, braucht im übertragenen Sinn den Entschluss zu einer Weltreise. Und dieser Entschluss wird nur von Menschen gefällt, die das geistige Abenteuer lieben und suchen.

Auszeichnungen

Übrigens ...

1930 erschien im Ernst Rowohlt Verlag? der erste Band von Robert Musils Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“. Zwei Jahre später wurde in Berlin die Musil-Gesellschaft? gegründet. Sie bestritt die Lebensgrundlage des Autors, damit er die Arbeit an seinem Roman fortsetzen konnte.

Der persönliche Nachlass des Ehepaares Musil wird seit Anfang der 1980 Jahre in Klagenfurt aufbewahrt. Der schriftliche Nachlass wird in der Handschriften-, Autographen- und Nachlass-Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien verwahrt.

Werke (Auswahl)

  • Werke von Robert Musil bei Jokers
  • Der Mann ohne Eigenschaften. Band I. Erstes und zweites Buch. Berlin, Rowohlt Taschenbuch 1994, ISBN: 978-3499134623
  • Der Mann ohne Eigenschaften. Band II. Berlin, Rowohlt Taschenbuch 1994, ISBN: 978-3499134630
  • Die Verwirrungen des Zöglings Törleß. Berlin, Rowohlt Taschenbuch 2002, ISBN: 978-3499103001
  • Drei Frauen. Berlin, Rowohlt Taschenbuch 2005, ISBN: 978-3499100642
  • Frühe Prosa und aus dem Nachlaß zu Lebzeiten. Reinbek, Rowohlt Verlag 1988, ISBN: 978-3498092887
  • Über die Dummheit. Berlin, Alexander Verlag 1999, ISBN: 978-3895810305

Die Verwirrungen des Zöglings Törless, Erzählung (1906)

„Die Verwirrungen des Zöglings Törless“ ist eine Erzählung von Robert Musil, entstanden 1903, erschienen 1906 in Wien. Obwohl Musil durch eigene Erlebnisse in den Kadettenanstalten Eisenstadt und Mährisch-Weißkirchen angeregt wurde, handelt es sich um keine Autobiographie.

Der sensible Sohn des Hofrats Törless wird auf ein Internat geschickt, wo er eine ausgezeichnete Erziehung erhalten soll. Doch durch den Kontakt mit seinen Mitschülern, unter denen sich zwei Sadisten befinden, gerät Törless in eine schwere geistige und seelische Krise. Als die beiden Sadisten einen anderen Mitschüler auf dem Dachboden des Internats quälen, ist Törless als Zuschauer daran beteiligt. Musil stellt in seiner Erzählung dar, wie das Verlangen nach Demütigung und Erniedrigung in jungen Menschen hervortreten kann.

Robert Musil hat sich lange Zeit vergeblich bemüht, für sein Buch einen Verleger zu finden. Erst durch Vermittlung von Alfred Kerr ist Musil an den Wiener Verlag? gekommen, der die erste Auflage? herausbrachte. Folgeauflagen erschienen 1911 bei Georg Müller? in München und 1930 bei Ernst Rowohlt? in Berlin. „Die Verwirrungen des Zöglings Törless“ war Musils einziger literarischer Erfolg.

Der Mann ohne Eigenschaften, Roman (1930-1952)

„Der Mann ohne Eigenschaften“ ist ein Roman von Robert Musil in drei Bänden, entstanden ab 1902, erschienen 1930, 1933, 1943 unvollendet / 1952 aus dem Nachlass?. Der Roman ist Robert Musils Haupt- und Lebenswerk und hat seinen Weltruhm begründet. Als Vorstufe werden Tagebuchaufzeichnungen aus den Jahren 1902/03 und die Erzählung „Die Verwirrungen des Zöglings Törless“ (1906) angesehen.

Ulrich ist die zentrale Figur des Romans. Seine Existenz hält die verschiedenen Romanteile zusammen. Er ist in seinem Leben mehrfach gescheitert, als Offizier, Ingenieur und Mathematiker. Die Handlung setzt im August 1913 in Kakanien ein, wie Musil die k.u.k. Monarchie nennt. Ulrich, der ein bedeutender Mann werden wollte, nimmt sich Urlaub vom Leben, um einen zureichenden Grund für sein leben zu finden.

Der wichtigste Handlungsstrang ist die Vorbereitung der „Parallelaktion“ – einer Feier zum 70-jährigen Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph im Jahr 1918. Ulrich ist als Sekretär an den Planungen beteiligt. 1918 ist das Jahr, in dem die Doppelmonarchie untergeht. Dadurch erhält die Handlung einen ironischen Unterton.

Robert Musil hat erklärt, sein Roman sei nicht das Porträt einer vergangenen Epoche, sondern ein literarisches Experiment. Dessen Ziel sei es, an der geistigen und seelischen Verfassung Österreich-Ungarns vor dem Ersten Weltkrieg das Charakteristische offenzulegen. Aufgrund seines Experimentalcharakters ist der Roman noch immer ein bedeutender Gegenstand literaturwissenschaftlicher Forschung.

Musil verbindet in dem Roman Reflexion und Zeitgeschichte. Ulrich suspendiert im Lauf der Erzählung das Wirkliche und hält sich offen für das Mögliche. Dies ist konstitutiv für seine "eigenschaftslose" Grundhaltung. So hat Ulrich ebensogute jede Eigenschaft an sich wie keine. Eigenschaften hängen Menschen nur noch lose an.

Hörspiele

  • Drei Frauen. 3 CDs. Bochum, Roof Music 2005, ISBN: 978-3936186789

Sekundärliteratur

  • Berghahn, Wilfried: Robert Musil. In Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Berlin, Rowohlt Taschenbuch 1963, ISBN: 978-3499500817
  • Corino, Karl: Robert Musil. Eine Biographie. Reinbek, Rowohlt Verlag 2003, ISBN: 978-3498008918
  • Mehigan, Tim: Robert Musil. Ditzingen, Reclam Verlag 2001, ISBN: 978-3150176283

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