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Damm, Sigrid

Sigrid Damm (geb. 7. Dezember 1940 in Gotha/Thüringen) ist eine deutsche Schriftstellerin. Sie lebt in Berlin und Mecklenburg.

Leben und Schreiben

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Am 7. Dezember 1940 in Gotha/Thüringen geboren, machte Sigrid Damm 1959 das Abitur und studierte von 1959 bis 1965 Germanistik? und Geschichte in Jena. Im Anschluss war sie als Dozentin an den Universitäten Jena und Berlin tätig. 1970 wurde sie zum Dr. phil. promoviert. Neben ihrer Dozentur arbeitete Sigrid Damm an der mehrbändigen? „Geschichte der deutschen Literatur“ mit, die vom DDR-Verlag Volk und Wissen? herausgegeben wurde. Außerdem veröffentlichte sie eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten zur Romantik und zur DDR-Literatur.

Seit 1978 lebt Sigrid Damm als freischaffende Autorin in Berlin und Mecklenburg. 1993 wurde sie als Gastdozentin an die Universitäten Glasgow und Edinburgh eingeladen, 1994 erhielt sie eine Gastprofessur in Hamburg.

„Vögel, die verkünden Land“ (1985)

Sigrid Damm war 45 Jahre alt, als sie unter dem Titel „Vögel, die verkünden Land“ (1985) ihre erste literarische Arbeit vorlegte. In dem Buch schildert sie das wechselvolle Leben des Sturm-und-Drang-Dichters? Jakob Michael Reinhold Lenz?. Diese und die folgende Biographie über Goethes Schwester Cornelia („Cornelia Goethe“, 1987) machten Sigrid Damm beim Publikum? populär. Auch die Fachkritik war begeistert: Sigrid Damm habe mit ihren fesselnd erzählten Biographien literarisches Neuland betreten, denn ihre Verbindung von Tatsachenbericht und dem, was hätte sein können, sei schlechterdings selten in der deutschen Erzählliteratur. Dabei ging Sigrid Damm mit stilistischer Raffinesse vor, denn dem Leser gegenüber gab sie die Fiktionalisierung der historischen Figuren durch sprachliche Wendungen wie „vielleicht“ oder „das mag wohl so gewesen sein“ preis.

„Ich bin nicht Ottilie“ (1992)

Im Jahr 1992 folgte der autobiographisch gefärbte Roman „Ich bin nicht Ottilie“, für den Sigrid Damm von der Fachkritik viel Lob erhielt. Im Zentrum des Romans, der in Thüringen und Ost-Berlin spielt, steht Sara. Eine vertrackte Dreierbeziehung wirft Saras Leben aus der Bahn. Sie muss sich zwischen zwei gegensätzlichen Männern entscheiden: Abenteuer oder Geborgenheit? Nach der Entscheidung, die Sara an den Rand des Nervenzusammenbruchs getrieben hat, stellt sie fest, dass auch die Beziehung zu dem Mann, für den sie sich entschieden hat, kurz vor dem Ende steht. 1994 wurde Sigrid Damm mit dem Mörike-Preis? der Stadt Fellbach ausgezeichnet. In der Laudatio des Literaturkritikers Albert von Schirnding? hieß es, dass ihr Werk? einen herausragenden Beitrag zur Verlebendigung unserer literarischen Vergangenheit darstelle.

„Tage- und Nächtebücher aus Lappland“ (2002)

Nach der Biographie über Goethes Ehefrau „Christiane und Goethe“ (1998) veröffentlichte Sigrid Damm den Text-Bild-Band „Tage- und Nächtebücher aus Lappland“ (2002). Das aufwändig gestaltete Buch war in enger Zusammenarbeit mit ihren beiden Söhnen entstanden, dem Bühnenbildner Joachim Hamster Damm und dem Computergrafiker Tobias Damm. Eine Frau und ein Mann (Mutter und Sohn?) – sie ist 30 Jahre älter als er – haben sich auf den Weg gemacht. Es ist ein ungewöhnlicher Weg, der die beiden in den hohen Norden geführt hat: Jeweils sieben Tage lang und unabhängig voneinander wandern sie durch die einsame Bergwelt des Landes, begegnen der Landschaft und dem Volk der Samen, das dort lebt. Das mutige Experiment mit der Einsamkeit führt zu überraschenden Einsichten – bei beiden! Ein Rezensent sah darin den Reichtum einer Reiseerfahrung in allen seinen sinnlichen, gedanklichen und ästhetischen Facetten erfasst. Ein anderer dagegen verortete die Texte und Bilder des Bandes? in unerfreulicher Nähe zum Kitsch.

„Das Leben des Friedrich Schiller“ (2004)

Ähnlich ambivalent fiel die Kritik zu Sigrid Damms Biographie „Das Leben des Friedrich Schiller. Eine Wanderung“ (2004) aus. In dem Buch folgt Sigrid Damm den Lebensspuren des Schriftstellers, Gelehrten und Theatermannes – ihr besonderes Augenmerk liegt dabei auf dessen Alltag, der das dichterische Werk mit geprägt hat. Ein Rezensent ernannte Sigrid Damm zur Spezialistin für das Menschlich-Allzumenschliche – im negativen Sinn, denn außer über Krankheiten und Schulden wisse die Autorin? nichts zu erzählen. Zudem monierte er unerquickliche Sätze? im Telegrammstil. Ein anderer dagegen fand gerade die intime Schilderung von Alltag und Arbeitsweise im Leben Friedrich Schillers sehr bemerkenswert. Gelobt wurde die fleißige Quellenarbeit? der Autorin.

„Goethes letzte Reise“ (2007)

Im Jahr 2007 legte Sigrid Damm ihren Dokumentarroman „Goethes letzte Reise“ vor, in dem sie von Goethes Reise erzählt, die er mit seinen Enkeln Wolfgang und Walther vom 26. bis 31. August 1831, zu seinem 82. Geburtstag, ein halbes Jahr vor seinem Tod, nach Ilmenau unternahm. In Reflexionen und Erinnerungen kehrt der greise Dichter zu den entscheidenden Orten und Personen seines Lebens zurück. Dabei geht es um Liebe (Ulrike von Levetzow), Dichtung („Faust“) und die große Politik (Julirevolution von 1830). Ein Rezensent urteilte: eine weitere Goethe-Glorifizierung, mit vielen schönen Details. Ein anderer gab sich gutmütig-mokant: Sigrid Damm habe den Goethe für die alternde Gesellschaft entworfen.

Sigrid Damm ist Mitglied in der internationalen Schriftstellervereinigung P.E.N.? und der Akademie der Wissenschaften und Literatur in Mainz.

Sie lebt in Berlin und Mecklenburg.

Übrigens ...

war Sigrid Damm die erste Preisträgerin des Thüringer Literaturpreises?. Sie erhielt ihn für ihr Lebenswerk.

Auszeichnungen

Werke (Auswahl)

Hörbücher

  • Sigrid Damm liest. 5 CDs Frankfurt am Main, Insel Verlag 2005, ISBN: 978-3458172598

Sekundärliteratur

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