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Gaarder, Jostein

Jostein Gaarder (geb. 8. August 1952 in Oslo) ist ein norwegischer Schriftsteller. Internationale Bekanntheit erlangte er mit seinem Roman „Sofies Welt“ (1991), der mittlerweile in mehr als 40 Sprachen übersetzt wurde. Gaarder lebt mit seiner Familie in Oslo.

Leben und Schreiben

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Jostein Gaarder wurde am 8. August 1952 in Oslo geboren. Sein Vater war Direktor an einer Hochschule, seine Mutter arbeitete als Lehrerin und schrieb Kinderbücher?. Nach dem Abitur studierte Gaarder bis 1976 Philosophie, Religion und Nordistik an der Universität Oslo. Während des Studiums heiratete er die Theaterwissenschaftlerin Siri Dannevig, mit der er zwei Söhne, Nikolas und Kristoffer, hat. In den folgenden Jahren unterrichtete Gaarder Religion an einem Gymnasium in Bergen und Philosophie an verschiedenen Volkshochschulen. Er war zudem Gastdozent an den Universitäten in Oslo und Bergen sowie Mitautor mehrerer Sachbücher über Religion und Ethik. Nebenbei entstanden erste Entwürfe zu Erwachsenen- und Jugendromanen.

„Der seltene Vogel“ (1986)

Mit der Novelle „Katalog“ legte Gaarder 1982 sein Debüt? als Schriftsteller vor. Vier Jahre später folgte der Erzählband „Diagnosen og andre noveller“ (1986), der 1997 unter dem Titel „Der seltene Vogel“ auch in einer deutschen Übersetzung erschien. Der Band? enthält insgesamt zehn Kurzgeschichten, in denen Gaarder sich als phantasievoller Grenzgänger zwischen Leben und Tod, Wirklichkeit und Traum erweist. Er spielt raffiniert mit den Erwartungen der Leser und spannt ihre Neugier auf die Folter. Gaarders Figuren sind häufig auf der Suche nach einem neuen Leben – einem Leben jenseits von Alltag und Monotonie. Besonders gelungen ist die Erzählung „Theobald und Theodor“ – spontan verweigert hier der Protagonist dem Autor den Gehorsam, weil er mit dem Leben, das der Autor für ihn vorgesehen hat, nicht einverstanden ist.

„Das Kartengeheimnis“ (1990)

1990 folgte dann der Roman „Kabalmysteriet“ (dt. „Das Kartengeheimnis“, 1995), in dem der jugendliche Ich-Erzähler in die spannende Welt der Philosophie eintaucht und dabei zu erstaunlichen Erkenntnissen gelangt. Für seinen Roman „Das Kartengeheimnis“ erhielt Gaarder 1991 den Preis der norwegischen Literaturkritik. Bereits die frühen Veröffentlichungen verraten Gaarders außergewöhnliches Talent, Bücher zu schreiben, die sowohl von Erwachsenen als auch von Jugendlichen gerne gelesen werden. In den folgenden Jahren stieg Gaarder zu einem der populärsten Autoren Norwegens auf, dessen zugleich leicht lesbare und tiefgründige Bücher auch im Ausland zahllose begeisterte Leser fanden.

„Sofies Welt“ (1991)

Seinen bisher größten Erfolg als Schriftsteller feierte Jostein Gaarder mit dem 1991 veröffentlichten Roman „Sofies verden“ (dt. „Sofies Welt“, 1993). Darin erzählt er die Geschichte der Philosophie des Abendlandes von Sokrates? bis Sartre? – im Mittelpunkt der fesselnden Handlung? steht die vierzehnjährige Schülerin Sofie Amundsen, die durch mysteriöse Briefe? aus ihrem beschaulichen Alltag gerissen und mit den faszinierenden Rätseln des Universums konfrontiert wird. Diese und viele weitere Fragen werden gestellt: Wer bist du? Woher kommt die Welt? Gibt es ein Leben nach dem Tod? Wie sollen wir überhaupt die Antwort auf solche Fragen finden? Und vor allem: Wie sollen wir leben?

Mit „Sofies Welt“ eroberte Gaarder die internationalen Bestsellerlisten. Der Roman, der vom Verlag als Jugendbuch angepriesen wurde, erreichte mittlerweile eine Weltauflage? von mehr als 17 Millionen Exemplaren und wurde in über 40 Sprachen übersetzt. Allein in Deutschland ging das Buch annähernd 2,5 Millionen Mal über den Ladentisch. 1994 wurde „Sofies Welt“ mit dem renommierten Deutschen Jugendliteraturpreis? ausgezeichnet. Gaarders populär-philosophischer Weltbestseller lieferte die Vorlage für zahlreiche Kinofilme, Theaterstücke, Hörbücher und Computerspiele.

In einem Interview sagte Gaarder, dass er mit allen seinen Büchern – nicht nur mit dem Roman „Sofies Welt“ – Jungendliche zum Staunen, Wundern und Nachdenken anregen wolle. Denn nichts sei trostloser, so Gaarder weiter, als ein Leben, in dem der Mensch nichts anderes sei als ein blindes, taubes und stummes Rädchen in einem gigantischen mechanischen Getriebe. Es gab aber auch vehemente Kritik an „Sofies Welt“. Deren Ursprung lag größtenteils in Deutschland, wo verschiedene Thesen Gaarders auf Ablehnung stießen: Überall auf der Welt finden die Leser in „Sofies Welt“ den Satz, dass eine Vernachlässigung der Erbhygiene zur Entartung der Menschheit führen könne – nach Protesten aus Politik und Gesellschaft wurde dieser Satz in Deutschland gestrichen.

„Das Schloss der Frösche“ (2005)

Weitere Bücher von Jostein Gaarder, die in Deutschland veröffentlicht wurden, sind unter anderem das Kinderbuch? „Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort“ (1996), der Briefroman? „Das Leben ist kurz“ (1997), das Vorlesebuch „Das Weihnachtsgeheimnis“ (1998) und das Kinderbuch? „Das Orangenmädchen“ (2003).

Von überwiegend positiven Kritiken wurde das Erscheinen des Kinderbuchs? „Das Schloss der Frösche“ (2005) begleitet. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Kristoffer – irgendetwas ist anders, vollkommen anders, stellt Kristoffer plötzlich fest. Statt des flauschigen Schlafanzugs trägt er eine prachtvolle Prinzentracht. Und im Nu beginnt ein aufregendes Abenteuer, in dem ein weiser alter König, eine tückische Königin und riesiger Feuersalamander wichtige Rollen spielen. Von den komischen Fröschen ganz zu schweigen… Der Rezensent der „Neuen Zürcher Zeitung“ fand es erfreulich, dass es dem Buch an der in Kinderbüchern? so verbreiteten braven pädagogischen Korrektheit fehle. Bedauerlich sei lediglich, dass zum Ende hin alle Figuren in ein Gut-Böse-Raster gepresst würden.

Kritik an Israel (2006)

Mit einem kritischen Zeitungsessay unter dem Titel „Gottes auserwähltes Volk“ („Guds utvalgte folk“) zu den israelischen Militäraktionen im Libanon löste Gaarder im Sommer 2006 eine Debatte in ganz Europa und Israel aus. Manche warfen ihm Antisemitismus vor, andere wiederum nahmen ihn gegen diesen Vorwurf in Schutz. In einem Interview mit Deutschlandradio Kultur präzisierte Gaarder im September 2006 seine Position (siehe unter "Links").

Jostein Gaarder lebt mit seiner Familie in Oslo.

Übrigens ...

gründete Jostein Gaarder im Mai 1997 aus den Einnahmen von „Sofies Welt“ eine Stiftung. „The Sophie Foundation“ vergibt jährlich Preisgelder in Höhe von 100.000 US-Dollar an Umweltaktivisten und Globalisierungskritiker. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem die Organisationen Attac und Environmental Rights Action.

Auszeichnungen

Werke (Auswahl)

Hörbücher

  • Das Schloss der Frösche. CD. Der Audio Verlag 2006, ISBN: 978-3898134989
  • Der Geschichtenverkäufer. 4 CDs. Stuttgart, Kreuz Verlag 2007, ISBN: 978-3783128758
  • Sofies Welt. 5 CDs. München, Der Hörverlag 2003, ISBN: 978-3899402551

Sekundärliteratur

Links


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