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Harenberg Kulturführer: Roman und Novelle

von<br> Bibliographisches Institut, Mannheim

Harenbergs Kulturführer Roman und Novelle - (c) Meyers Lexikonverlag

Seit langem sind Harenbergs Kulturführer Maßstab setzende Nachschlagewerke?, nicht nur durch die optische Ausstattung mit hervorragendem Bildmaterial, sondern auch durch die Zuverlässigkeit der soliden Texte. Im Herbst 2006 sind die Kulturführer KONZERT, OPER und SCHAUSPIEL in ganz neuer Bearbeitung erschienen, und erstmals legte Harenberg dannauch einen Kulturführer ROMAN UND NOVELLE vor. Alle vier Kulturführer sind für jeweils 50 Euro im Buchhandel? erhältlich, zu den ersten drei genannten findet sich auch jeweils eine digitale Version auf CD (mit einer Auswahl von Klang- und Tonbeispielen) für 78 Euro.

Der Kulturführer zur Literatur ist ein solides Nachschlagewerk, das informativ durch Roman und Novelle führt. Wenngleich der Verlag mit „fast 4000 Jahre Literaturgeschichte“ wirbt, von den Anfängen also bis zur Gegenwart, so liegt der Schwerpunkt neben wenigen bekannten Namen des Altertums (z.B. Homer, Vergil?) und einigen Namen mehr des Mittelalters? (z.B. Geoffrey Chaucer?, Wolfram von Eschenbach?) deutlich auf den Vertretern und Vertreterinnen der Weltliteratur in Neuzeit? und Moderne.

Das Buch vermeidet jedoch, mit Begriffen wie „modern“ oder „alt“ oder „klassisch“ zu operieren, sondern setzt dagegen die Einteilung in „vergänglich“ und „ewig“, wobei sich gerade bei den Autoren und Autorinnen der Jetztzeit die Zugehörigkeit zur Kategorie „ewig“ noch bewahrheiten muss. Aus dem Bereich des „Ewigen“ also sind die Hauptwerke zusammengestellt, mit Schwerpunkt auf der europäischen Literatur?, aber es sind auch die Literaturen der anderen Kontinente repräsentativ vertreten. Bei einer Beschränkung auf ca. 360 Namen fiel die Auswahl sicher nicht leicht, und für den Benutzer des Werkes ist es umso interessanter zu verfolgen, dass auch einige Jugendbuchautoren den Sprung in dieses Buch geschafft haben.

Als Grundlage der Bemessung und als Auswahlkriterium dienten jeweils die Bedeutung des/der Betreffenden, zum einen für die Literaturwissenschaft, zum anderen für das Lesepublikum, und Letzteres erklärt dann wohl auch Namen wie Michael Ende und Joanne K. Rowling unter den Ewigen.

Den etwa 360 Schriftstellern und Schriftstellerinnen, die lexikongemäß in alphabetischer Reihenfolge stehen, sind insgesamt ca. 500 besprochene Werke? zugeordnet. Der Aufbau der einzelnen Artikel? ist identisch: Dem Namen folgen die Lebensdaten, eine Einordnung der Person in ihre Zeit und eine kurze zusammenfassende Wertung ihrer Bedeutung. Es schließt sich ein umfangreicher biographischer Teil an, dem die Besprechung eines oder mehrerer Hauptwerke? (samt Originaltitel und Originalausgabe) folgt.

Veranschaulicht werden nahezu alle Artikel durch reiches Bildmaterial, entweder Abbildungen der Personen selbst in Form von Fotografien und Gemälden oder ihrer Buchtitel in Original oder Übersetzung. So entsteht ein abgerundetes und trotz der gebotenen lexikalischen Kürze eindruckvolles, informatives Bild vom Leben der Schriftsteller/innen sowie der Wirkungsgeschichte? ihres Werks. Vielfach bieten Tabellen umfangreiche Überblicke über weiteres Schaffen einzelner Autoren; Hinweise auf Verfilmungen samt reichhaltigem Bildmaterial daraus runden die Informationen ab. Eingeschoben sind auch hin und wieder Info-Kästchen mit allerlei wissenswerten oder exotischen Details.

Es schließt sich ein ausgesprochen nützliches Glossar? an, das die in den Texten vorkommenden Fachbegriffe erläutert, etwa Gattungsbegriffe, aber auch Termini den Erzählstil und die Ausdrucksmittel? betreffend. Die besprochenen Werke lassen sich schnell über ein abschließendes Titel-Register? erschließen; hier hätte man sich der schnellen Übersichtlichkeit wegen noch die Angabe des jeweiligen Autors als Klammereintrag gewünscht.

Auch optisch ist das gewichtige Nachschlagewerk ein Prachtstück, in äußerst solider Fadenbindung?, mit stabilem Kunstdruckpapier und einem silberfarbenen Hardcover?-Einband? mit blauen Textstreifen und einem (für ein Lexikon?) ungewöhnlich interessanten Foto: ein dunkelbrauner Ledersessel vor einer dunklen Tür, davor auf dem Boden liegend ein aufgeschlagenes Buch. Das lädt gerade zum Sitzen und Lesen ein. Ein absolut empfehlenswertes Werk für Lehrer, Schüler, Studenten, Literaturwissenschaftler, Journalisten und für alle, die sich mit Literatur beschäftigen – also auch für den „ganz normalen“ Leser ohne spezielles Fachwissen.

Originalbeitrag unter www.alliteratus.com

Literaturangaben

  • Bibliographisches Institut, Mannheim: Harenberg Kulturführer: Roman und Novelle. Meyers Lexikonverlag, Mannheim 2006, 799 Seiten. 50,00 €, ISBN: 978-3411761630

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