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Verlagsvorschau

bezeichnet die Informationsbroschüre eines Verlags, mit der vor allem Buchhändler, aber manchmal auch Leser, Journalisten? oder Lizenzpartner? über die Neuerscheinungen? des Verlags informiert werden sollen.

Versandzeitpunkte

Die meisten Verlage veröffentlichen zweimal im Jahr eine Vorschau, einmal im Zeitraum zwischen Dezember und Januar für die Frühjahrssaison und einmal für die Herbstsaisons im Zeitraum zwischen Mai und Juni. Manche Verlage versprechen sich aber durch einen häufigeren Vorschau-Versand einen Vorteil im Buchhandel: Ihre Vorschauen werden vom Buchhändler besser wahrgenommen, weil sie nicht dann bei ihm eintreffen, wenn alle Vorschauen bei ihm eintreffen.

Inhalt

Eine Verlagsvorschau stellt die neuen Bücher oder anderen Medien? eines Verlags vor, die in den zurückliegenden Monaten nach der vorangegangenen Verlagsvorschau produziert wurden. Meist gibt es auch eine so genannte Backlist, in der früher produzierte Titel präsentiert werden, die noch geliefert werden können.

Der Aufbau der Vorstellung eines Verlagsprodukts? ist in allen Verlagsvorschauen ähnlich: Es gibt eine Inhaltsbeschreibung, bibliographische Informationen wie Autor, Herausgeber?, Titel, Übersetzer, Seitenanzahl?, Ladenpreis?, ISBN, EAN?, Illustrator?, Fotograph?, eine kurze Biographie des Autors und eine Abbildung des Covers?.

Durch die Ausweitung dieser Angaben oder die Reihenfolge der Titel kann in einer Verlagsvorschau deutlich gemacht werden, welche Titel der Verlag besonders fördern will. Titel, die für einen Verlag besonders wichtig sind, werden oft mit Leseproben? oder Pressestimmen? und einer besonderen Gestaltung? hervorgehoben. Auch Kritiken, Rezensionen oder Kundenbewertungen? können vom Verlag mit auf den Weg gegeben worden sein.

Oft stellt eine Verlagsvorschau auch den jeweiligen Verlag vor, besonders dann, wenn der Verlag noch nicht alt ist, wenn er ein Jubiläum feiert oder er versucht, in der Öffentlichkeit sein Verlagsprofil? deutlich zu machen oder zu ändern.

Unentbehrlich sind auch die Kontaktdaten und die Auflistung der Ansprechpartner im Verlag, vor allem derjenigen aus Vertrieb? und Marketing?.

Gestaltung

Die Gestaltung einer Verlagsvorschau richtet sich nach mehreren Punkten:

Entscheidend ist das Verlagsprofil?. Ein wissenschaftlicher Fachverlag? wird seine Verlagsvorschau weniger „reißerisch“ aufmachen als ein Publikumsverlag?. Wie viel Text, wie viel Bild eine Verlagsvorschau braucht, richtet sich stark nach dem Verlagsprofil?, das wiederum von den Zielgruppen? abhängt, für die der jeweilige Verlag arbeitet.

Ein zweites entscheidendes Kriterium ist das Budget, das ein Verlag für die Verlagsvorschau zur Verfügung stellt. Generell kann man sagen, dass die Aufwendungen für Verlagsvorschauen immer höher werden, denn der Buchmarkt schrumpft und sich bei immer höherer Titelproduktion? als Verlag in diesem hart umkämpften Markt durchzusetzen, braucht es immer aufwendigerer Methoden und Marketing-Aktionen?. Hochglanzmagazine? bei Verlagsvorschauen sind Standard, versuchen die Verlage doch in der Masse der Verlagsvorschauen ihre eigene nicht untergehen zu lassen.

Auch die Verlagsabsichten sind wichtig bei der Gestaltung? einer Verlagsvorschau. An wen soll sich die Vorschau in erster Linie richten? Nur an den Buchhändler oder sollen auch Endkunden mit der Vorschau erreicht werden, indem der Buchhändler etwa eine solche Verlagsvorschau in der Buchhandlung gratis verteilt?

Funktionen

Die wichtigste Funktion der Verlagsvorschau ist es, den Buchhändler zum Ordern eines bestimmten Titels zu bewegen. Daneben dienen Sie dem Verlagsvertreter zur Vorbereitung seiner Reise und sie stimmen den Buchhandel? auf das Verlagsprogramm ein. Bevor der Verlagsvertreter in die Buchhandlung kommt, bereitet sich der Buchhändler an Hand der Verlagsvorschau auf das Verkaufsgespräch vor und kann so die Fragen an den Verlagsvertreter stellen, die noch offen sind.

Verlagsvorschauen werben aber nicht nur für die Bücher eines Verlags, sondern vermitteln auch einen Eindruck von dem dahinter stehenden Verlag, zeigen also das Verlagsprofil? oder verschaffen dem Verlag ein bestimmtes Image. Durch Verlagsvorschauen lässt sich dieses Image? sehr gezielt beeinflussen.

Kritik

Immer mehr Buchhändler kritisieren den „Firlefanz“, den Verlagsvorschauen betreiben: extreme Formate?, Farben? und Papiere. Auch die zu stark werblich ausgerichteten Texte werden kritisiert. Gewünscht werden mehr Fakten zu den einzelnen Büchern.

Elektronische Verlagsvorschau

Nicht jeder Buchhändler liebt die Verlagsvorschauen. Sie überfluten ihn regelmäßig und führen bei manchem Buchhändler zu einer Übersättigung und inneren Abwehrhaltung gegen die vielen neuen Informationen?. Manche Verlage reagieren darauf mit dünneren, aber schneller getakteten Verlagsvorschauen, was aber viel Aufwand und hohe Kosten bedeuten kann. Als einfachere Lösung bietet sich natürlich der elektronische Vorschau-Versand an. Als PDF verschickt oder als Mail mit einem Link auf die Verlagswebseite mit den Neuerscheinungen? könnten Kosten und Aufwände gespart werden und man wäre saisonal nicht mehr abhängig von Versandzeitpunkten. Allerdings wendet sich diese neue Form der Kommunikation? von Verlagen nur noch an Fachpublikum?, nicht mehr an den Endverbraucher.

Viele Buchhändler lehnen das Lesen der Verlagsvorschau am Bildschirm auch schlicht ab und selbst mit Audio-Dateien, Video-Beiträgen und aufwendig gestalteten Webseiten lockt man sie nicht an den PC. Auch wird bemängelt, dass man einen PDF-Ausdruck oder einen Webseiten-Ausdruck schlecht einem Kunden in die Hand drücken kann.

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