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Funke, Cornelia

Cornelia Funke (geb. am 10. Dezember 1958 in Dorsten/Westfalen) ist eine deutsche Kinder- und Jugendbuch-Autorin sowie -illustratorin?.

Leben und Schreiben

Cornelia Funke wurde am 10. Dezember 1958 als die Tochter eines Justizbeamten geboren. Ihre Mutter kümmerte sich als Hausfrau um sie und ihre drei Geschwister Insa, Elmar und Volker. Als Kind wollte Cornelia Funke noch nicht Schriftstellerin werden, sondern Astronautin. Doch als sie erfuhr, dass man dafür zum Militär muss, platzte ihr Traum. Danach wollte sie Pilotin werden oder zu den Indianern ziehen.

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Nach dem Abitur 1977 am Dorstener Gymnasium Sankt Ursula studierte Cornelia Funke bis 1982 Erziehungswissenschaften in Hamburg und wurde Diplom-Pädagogin. Berufsbegleitend absolvierte sie anschließend ebenfalls in Hamburg ein Studium für Buchillustration? an der Fachhochschule für Gestaltung.

Nach dem Studium arbeitete sie drei Jahre als Erzieherin auf einem Bauspielplatz, später schwenkte sie beruflich um und beschäftigte sich ausschließlich mit der visuellen Gestaltung von Kinderbüchern?. Nach eigenen Angaben hat sie als „begeisterte Vorleserin?“ kennen gelernt, welche Themen für Kinder besonders wichtig sind. Da sie dies in manchen der ihr vorgelegten Manuskripte vermisst habe, habe sie mit dem Schreiben von Kinderbüchern? begonnen. Seit 1986 arbeitet Funke als freischaffende Autorin und Illustratorin?. 1988 ließ sie ihr erstes eigenes Buch folgen. Sein Titel: „Die große Drachensuche oder Ben und Lisa fliegen aufs Dach der Welt“. Die Kinder Ben und Lisa begegnen zufällig dem einsamen Drachen Lung und machen sich mit ihm auf die Suche nach gleichgesinnten Drachen.

„Potilla und der Mützendieb“ (1992)

Für Cornelia Funke war dieser Band? der Startschuss für eine äußerst produktive und erfolgreiche Autoren-Karriere. Seitdem sind drei bis vier Publikationen pro Jahr in ihrem Fall keine Seltenheit. Für Kinder und Jugendliche ist ihr Name längst ein Begriff für spannende und phantasievolle Lektüre. In knapp zwanzig Jahren hat sie über vierzig Bücher mit einer weltweiten Auflage? von über zehn Millionen Exemplaren veröffentlicht. In Deutschland sind es über drei Millionen verkaufter Bände.

Von Bilderbüchern über Erstlesebücher? bis hin zu umfangreichen Jugendromanen deckt Funke mit ihren Werken alle Altersklassen der Kinder- und Jugendliteratur ab. Die meisten ihrer Bücher hat sie dabei zunächst selbst illustriert. Ihre Spezialität sind phantastische Geschichten. Zum Beispiel erfand sie für „Potilla und der Mützendieb“ (1992) eine Feenkönigin, die etwa so groß wie eine Limonadenflasche und sagenhaft hochnäsig ist. Oder in „Zwei wilde kleine Hexen“ aus dem Jahr 1994: Hier erhalten die Freundinnen Rosanna und Lilli von einer echten Hexe Nachhilfe im Hexen.

Doch auch mit realistischen Erzählstoffen zieht Funke die meist jungen Leser in ihren Bann. Dabei hat die Autorin ein Faible für freche Mädchen. So erschien 1993 der erste Band der „Wilden Hühner“, für den sie auch gezeichnet hat. Darin geht es um eine Mädchenbande, die jede Menge Alltags-Abenteuer durchlebt und sich dabei auch gegen eine Jungenbande behaupten muss.

„Die wilden Hühner“ ((1993-2003)

Mit „Die wilden Hühner auf Klassenfahrt“ und vier weiteren Bänden (zuletzt 2003 „Die wilden Hühner und die Liebe“) gelang Cornelia Funke die erfolgreichste Mädchenbuchreihe in Deutschland. Die Hörbücher (die sie als Vorleserin auch selbst einspricht), die CD-RO Ms? und nicht zuletzt die Verfilmungen dieser Reihe fanden viele Fans. Im Frühjahr 2007 sorgte die Verfilmung ihres Buches „Hände weg von Mississippi“ unter der Regie von Detlev Buck für Furore.

„Ich bin eigentlich keine Autorin, die sich zuerst ein Problem aussucht und drumherum die Geschichte spinnt, sondern stolpere eher über eine Geschichtenidee, die ich dann weiterentwickele“, erklärte sie einmal ihre Arbeitsweise. Gerne bedient sie sich dabei einer Mischung aus realistisch anmutender Abenteuer-Erzählung und Fiktion. Geschichten, die mittendrin ins Phantastische kippen, sind typisch für sie.

„Herr der Diebe“ (2000)

Viel gelobt wurde zum Beispiel der Roman „Drachenreiter“ aus dem Jahr 1997, der an ihr Erstlingswerk? anknüpft: der silberne Drache Lung, das Koboldmädchen Schwefelfell und der Waisenjunge Ben sind auf der Suche nach einem sicheren Ort für Drachen und landen dabei sogar am „Saum des Himmels“ auf den Gipfeln des Himalayas. Auch die Bücher „Igraine Ohnefurcht“ (1998) und „Das Piratenschwein“ (1999; mit farbigen Bildern von Kerstin Meyer?) fanden als skurrile Geschichten voll zauberhafte und tierischer Figuren großen Beifall.

Den internationalen Durchbruch bescherten ihr „Herr der Diebe“ (2000) und die „Tintenherz“-Trilogie (ab 2003), die auch in der englischen Übersetzung zu Bestsellern wurden. „Herr der Diebe“ ist 2005 verfilmt worden und kam Anfang 2006 in die deutschen Kinos. Der erste Teil der „Tintenherz“-Trilogie? soll hierzulande im März 2008 über die Leinwände flimmern. Auch für das Theater wurden diverse Bücher von Cornelia Funke adaptiert.

„Herr der Diebe“ ist ein 400 Seiten? starker Jugendroman, der in Venedig spielt. Dort lebt eine Bande von Straßenkindern in einem verlassenen Kino. Ihr Anführer heißt Scipio, der „Herr der Diebe“. Plötzlich taucht ein mysteriöser Graf auf und gibt einen Diebstahl in Auftrag ...

Der große Verkaufserfolg in Deutschland (Auflage? 120.000) regte die Autorin dazu an, es auf dem englischsprachigen Markt zu versuchen. Auf eigene Kosten ließ sie den Roman 2001 von ihrem zweisprachig aufgewachsenen Cousin Oliver Latsch? übersetzen. Barry Cunningham?, der Entdecker der Harry-Potter-Autorin Joanne K. Rowling?, erwarb daraufhin die weltweiten englischsprachigen Buchrechte des Titels. 2002 brachte er die Übersetzung „The Thief Lord“ als Erstauflage? von 60.000 Exemplaren in England und 75.000 in den USA heraus.

Im Herbst 2002 eroberte die englische Fassung Platz 2 der „New York Times“-Bestseller-Liste, im Januar 2003 folgte in der Sparte „Fiction“ Platz eins der Kinderbuch-Bestseller von „Publishers Weekly“. Das Buch hielt sich viele Monate in den US-amerikanischen Bestseller-Listen und kam insgesamt in 27 Ländern auf den Buchmarkt. Cornelia Funke freute sich natürlich über den internationalen Erfolg, vor allem in England und den USA – denn sie sieht sich in der Tradition angelsächsischer Erzähler.

„Tintenherz“ (2003)

Mit „Tintenherz“ veröffentlichte die Schriftstellerin 2003 ihren bis dahin umfangreichsten Band mit über 500 Seiten. Die phantastische Geschichte hat sie von vornherein als Trilogie? angelegt. Realität mischt sich mit Fiktion, böse Mächte und gute Menschen prallen aufeinander. Der Roman erschien zeitgleich in Deutschland, England, den USA, Australien und Kanada. „Tintenherz“ wurde ein Riesenerfolg. Die deutsche Erstauflage? lag bei 400.000 Exemplaren. Cornelia Funke wurde in einem Atemzug mit Michael Ende („Die unendliche Geschichte“) und Joanne K. Rowling? („Harry Potter“) genannt.

Die „Zeit“ bezeichnete diesen Erfolgsroman im Jahr 2005 als Funkes „anspruchsvollstes Werk in der Parallelwelt Kinderbuch, auch ein Buch über Bücher“, das um die Magie des Vorlesens kreist. Die Hauptfiguren sind Buchbinder Mo und seine Tochter Meggie. Mo ist ein lesesüchtiger Buchliebhaber und verfügt über ein ihm selbst rätselhaftes Talent. Eines Tages liest Mo, der auch als Vorleser glänzt, seiner Frau Resa aus dem Buch „Tintenherz“ vor. Dabei werden der Verbrecher Capricorn und weitere Figuren aus diesem Buch in die wirkliche Welt gelesen. Im Gegenzug verschwindet Resa lange Jahre in der mittelalterlichen Tintenwelt. Tochter Meggie stellt sich dem Kampf mit dem Bösen.

„Tintenblut“ (2005)

Der zweite Teil („Tintenblut“) folgte im Jahr 2005. Im gleichen Jahr wählte das renommierte amerikanische „Time Magazine“ Cornelia Funke unter die einhundert einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt. Dabei war sie neben dem Rennfahrer Michael Schumacher und Papst Benedikt XVI. die einzige Person aus Deutschland.

Der Umzug mit der Familie von Hamburg nach Los Angeles im Mai 2005 sollte ihr durch die Hollywood-Nähe eine bessere Koordination bei der Verfilmung ihrer Bestseller ermöglichen. Die Filmrechte für „Drachenreiter“ waren bereits 2004 an New Line Cinema und den Produzenten Mark Ordesky gegangen, der auch „Herr der Ringe“ produziert hatte. 2005 starteten die Dreharbeiten für „Tintenherz“. Die Filmrechte an der Trilogie? hatte sich ebenfalls Ordesky gesichert.

Das Leben in L. A. wurde im März 2006 vom Krebstod ihres Mannes Ralf Frahm überschattet, mit dem Cornelia Funke 25 Jahre verheiratet war. Er hinterließ die gemeinsamen Kinder Anna (geboren 1989) und Ben (geboren 1994).

„Tintentod“ (2007)

2007 kam mit „Tintentod“ der abschließende Teil der „Tintenherz“-Trilogie? in Buchform auf den Markt. Am 8. Oktober stieg der Titel in der „Spiegel“-Bestseller-Liste gleich auf Platz 1 ein. Ander als bei den „Harry Potter“-Romanen hatten sich die Herausgeber? der „Spiegel“-Bestseller-Liste zuvor geweigert, Funkes Werke trotz ihrer enormen Verkaufszahlen aufzunehmen. Dennoch wurde sie in einer „Spiegel“-Kritik schon 2002 als phantasievolle Weltenerfinderin mit hohem Anspruch, Herzenswärme, Humor und einem Faible für ungewöhnliche Namen gelobt.

Im Jahr 2009 erhielt Cornelia Funke den Kulturpreis Deutsche Sprache? ("Jacob-Grimm-Preis"). Die Jury begründete ihre Wahl damit, dass Funke "eine Geschichtenerzählerin (ist), der es nicht nur auf eine spannungsreiche Handlung, sondern auch auf die sprachliche Form ankommt - hier steht sie in einer Tradition, die sie mit den Brüdern Grimm verbindet. Spürbar ist die Freude am Spiel mit der Sprache nicht zuletzt an den Titeln ihrer Bücher."

Übrigens ...

hat Cornelia Funke auch Drehbücher geschrieben. Unter anderem arbeitete sie für die Reihe „Siebenstein“ (ZDF).

Auszeichnungen

Werke (Auswahl)

Hörspiele

  • Drachenreiter. CD. Hamburg, Jumbo Neue Medien 2006, ISBN: 978-3833716775
  • Herr der Diebe. 2 CDs . Hamburg, Jumbo Neue Medien 2005, ISBN: 978-3833714771
  • Hinter verzauberten Fenstern. 2 CDs. Dortmund, Igel Records 2001, ISBN: 978-3893536795

Verfilmungen

Mit "Tintenherz" (US-Titel: "Inkheart") kommt am 18. Dezember 2008 die Verfilmung des ersten Bandes der Tintenherz-Trilogie in die deutschen Kinos. Die Dreharbeiten begannen im November 2006 in Italien und England. Regie führte Iain Softley, Brendan Fraser („Die Mumie“) ist der Hauptdarsteller. Produziert wird der Film von der Firma Newline, die beispielsweise auch für den Kinoerfolg „Der Herr der Ringe“ verantwortlich zeichnete.

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