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Meyer, Clemens

Clemens Meyer (geb. 3. Oktober 1977 in Halle an der Saale) ist ein deutscher Schriftsteller. Er lebt in Leipzig. Für seinen Kurzgeschichten-Band "Die Nacht, die Lichter" hat er im März 2008 den Preis der Leipziger Buchmesse für Belletristik erhalten. Die Nacht, die Lichter von Clemens Meyer

Leben und Schreiben

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Clemens Meyer wurde am 3. Oktober 1977 in Halle an der Saale als Sohn eines Krankenpflegers und einer Sozialpädagogin geboren. Er wuchs in Leipzig auf. Wegen Autodiebstahls musste Clemens Meyer zweimal in Jugendarrest. 1996 machte er das Abitur. Im Anschluss war er als Bauhelfer, Möbelträger und Wachmann tätig.

Von 1998 bis 2003 studierte Clemens Meyer am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig?. Das Studium finanzierte er sich selbst. In einem Interview hat Meyer gesagt, dass ihn die Begegnung mit den Autoren Walfried Hartinger? und Sten Nadolny entscheidend beeinflusst habe.

2001 erhielt Clemens Meyer für seine Erzählung „Kinderspiele“ den 1. Preis des MDR-Literaturwettbewerbs?. In „Kinderspiele“ erzählt Meyer die Geschichte einer zerstörten Kindheit, die von Alkohol, Gewalt und Diebstählen geprägt ist. Die überarbeitete Fassung des Textes bildet das erste Kapitel seines Debütromans? „Als wir träumten“, den er als Diplomarbeit am Deutschen Literaturinstitut einreichte.

„Als wir träumten“ (2006)

Nach dem Studium lebte Clemens Meyer zunächst von Hartz IV. 2006 erschien im S. Fischer Verlag? sein autobiographischer Debütroman? „Als wir träumten“, an dem Meyer mehr als sechs Jahre gearbeitet hat. Der Roman war ein Überraschungserfolg, er stand auf der Leipziger Buchmesse im Mittelpunkt des Publikumsinteresses und war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. In „Als wir träumten“ erzählt Clemens Meyer die Geschichte von Rico, Mark, Paul und Daniel, die im Leipzig der Nachwendejahre aufwachsen. Sie prügeln, sie klauen, sie nehmen Drogen und sitzen am Ende fix und fertig auf den Fluren eines Polizeireviers in Leipzig. Neben dem leidenschaftlichen Erzählton? macht Meyers genaue Milieukenntnis den besonderen Reiz des Romans aus.

Clemens Meyer ist ferner mit Beiträgen in den Anthologien? „Nikita“ (2000), „Der wilde Osten“ (2002) und „Die grünen Hügel Afrikas“ (2004) vertreten. Im Mai 2007 wurde er mit dem Clemens-Brentano-Preis? der Stadt Heidelberg 2007 ausgezeichnet. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

„Die Nacht, die Lichter“ (2008)

Für seinen im Jahr 2008 erschienenen Kurzgeschichten-Band "Die Nacht, die Lichter" hat Clemens Meyer den Preis der Leipziger Buchmesse für Belletristik bekommen. In 18 Geschichten lässt er die verschiedensten Charaktere auftreten: einen erfolgreichen, aber ausgebrannten Maler, einen Boxer ohne Talent, einen Hundebesitzer, der auf der Rennbahn alles setzt, weil sein Hund operiert werden muss, einen Junkie ... Ein Rezensent bescheinigte Meyer nicht nur Klugheit und Belesenheit in der Erzähltheorie, sondern stellte darüber hinaus begeistert fest, dass seine Geschichten zugleich tänzelten wie Schmetterlinge und stechen würden wie Bienen.

Ein anderer Rezensent lobte, dass Meyer keine Angst vor großen Gefühlen habe. Das von ihm gewählte Maß an emotionaler Überwältigung sei "ganz großes Kino", das man in der deutschen Gegenwartsliteratur? sonst vergeblich suche. Meyers Erzählungen, die doch alles andere seien als Sozialreportagen?, ergäben ein scharfes Bild der gegenwärtigen sozialen Verhältnisse, so das Urteil eines dritten Literaturkritikers.

Allerdings gab es auch kritische Stimmen: Die Journalistin? Sieglinde Geisel? bemerkte im Internet-Kulturmagazin "Perlentaucher.de", Clemens Meyer sei ein Phänomen, aber kein literarisches. Den Preis der Leipziger Buchmesse habe er nicht für seine Kunst bekommen, sondern für seine Proleten, "die einer spießigen Literaturkritik so schön exotisch erscheinen". Der Bildungsleser lasse sich Authentisches eben lieber zwischen Buchdeckeln? servieren, anstatt selbst in die nächste Eckkneipe zu gehen.

"Gewalten. Ein Tagebuch" (2010)

"Gewalten" spielen eine Rolle im 2010 erschienen Tagebuch von Clemens Meyer. Ereignisse der Gewalt gab es im Jahr zuvor einige. Namen von Menschen und Orten verbinden sich mit ihnen und blitzen wieder auf in den 11 Geschichten Meyers: Kampusch, Fritzl, Winnenden, Kurnaz, der Fall Michelle – um nur einige zu nennen. Daneben tritt das Meyersche Klientel, was man aus seinen Vorgängerwerken kennt – sein Hund Piet, Chemie Leipzig (heute 1. FC Sachsen Leipzig), die Jockeys auf den Rennpferden, die Freunde, die Spieler und Taxifahrer.

Clemens Meyer streift chronologisch durchs Jahr 2009 und spürt das Gewaltige auf. Sein Buch erschien im Rahmen des Tagewerk-Projekts, das die Guntram und Irene Rinke Stiftung durchführt. Mit einem Stipendium unterstützt, schreibt dabei jeweils ein Schriftsteller über das vor ihm liegende Jahr.

"Im Stein" (2013)

Mit seinem 2013 erschienenen Roman "Im Stein" wurde Clemens Meyer für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Clemens Meyer lebt in Leipzig.

Übrigens ...

Im Juni 2006 hat Clemens Meyer beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb? in Klagenfurt aus seiner Erzählung „Reise zum Fluss“ gelesen. Ohne Erfolg. Die Preise gingen an andere Autoren. Die „tageszeitung“ urteilte im Anschluss, dass Meyer den mit Abstand besten Text gelesen habe und unverdientermaßen leer ausgegangen sei. „Reise zum Fluss“ erschien dann im hinteren Teil des hoch gelobten und 2008 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichneten Erzählbandes „Die Nacht, die Lichter“ von 2008.

Auszeichnungen

Werke (Auswahl)

  • Bücher von Clemens Meyer bei Jokers
  • Als wir träumten. Frankfurt am Main, S. Fischer Verlag 2007, ISBN: 978-3596173051
  • Die Nacht, die Lichter. Stories. Frankfurt am Main, S. Fischer Verlag 2008, ISBN: 978-3100486011
  • Gewalten. Ein Tagebuch. Frankfurt am Main, S. Fischer Verlag 2010, ISBN: 978-3100486035
  • Im Stein. Roman. 2013
  • Rückkehr in die Nacht. Erzählung. 2013
Theaterstücke
  • Sirk the East - Der Traum von Hollywood (zusammen mit Sascha Hawemann) UA?: 2011 Centraltheater, Leipzig

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