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Aykol, Esmahan

Esmahan Aykol (geb. 1970 in Edirne, Türkei), ist eine türkische Journalistin und Krimiautorin. Sie lebt in Istanbul und in Berlin.

Leben und Schreiben

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Als Kind verschlang Esmahan Aykol alle Pippi-Langstrumpf-Bücher - und Kriminalromane! In der elterlichen Wohnung, so verriet die türkische Autorin im Interview mit der Krimi-Website "Die Alligatorpapiere?", fand sich genug Lektüre, denn ihre Mutter war ein Fan von Agatha Christie. Erst später las Aykol auch deutschsprachige? Krimis. Heute zählt sie Patricia Highsmith, Ruth Rendell?, Leo Malet?, Friedrich Dürrenmatt? und Georges Simenon zu ihren Lieblingsautoren.

Während ihres Jurastudiums, das sie in Istanbul und in Berlin absolvierte, begann Esmahan Aykol selbst zu schreiben. Ihre Reportagen, etwa über Straßenkinder in Istanbul oder aus den kurdischen Gebieten, erschienen in türkischen Tageszeitungen.

"Hotel Bosporus"

1996 eröffnete Aykol zusammen mit einer Freundin in Istanbul eine Bar, die jedoch bald pleite ging. Daraufhin machte die Freundin eine Buchhandlung auf, und Aykol wandte sich dem Romanschreiben zu. Weil sie Krimis liebt, entschied sie sich für dieses Genre. 2001 erschien ihr erstes Buch unter dem Titel "Kitapci Dükkani" in einem Istanbuler Verlag. Es wurde in der Türkei ein Bestseller. 2003 kam die deutsche Übersetzung unter dem Titel "Hotel Bosporus" heraus.

Bereits in ihrem Erstling? führt Aykol ihre Protagonistin Kati Hirschel ein. Diese, Tochter eines aus Deutschland geflüchteten jüdischen Juraprofessors, betreibt seit 13 Jahren eine Krimibuchhandlung in Istanbul, als sie beschließt, von einer Krimiverkäuferin zur Amateurdetektivin zu werden. Nicht zuletzt deshalb, weil sie ihrer Freundin beistehen will, einer deutschen Schauspielerin, die verdächtigt wird, als bei einer türkisch-deutschen Koproduktion der Regisseur in seiner Suite im Hotel Bosporus ermordet wird. Natürlich darf dabei aufseiten der Polizei ein attraktiver Hauptkommissar nicht fehlen ...

Die Leser liebten an dem Buch dessen Humor und die Schilderung von Land und Leuten in Istanbul - dafür sahen sie gern über kleine Schwächen der Handlung hinweg. "Wer von der Schwermut skandinavischer Krimiautoren genug hat, ist bei Esmahan Aykol an der richtigen Adresse", lobte auch die dpa. Und die Rezensentin der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" war begeistert: Das Buch sei "ein Roman ohne Prätentionen und kommt frisch und unbekümmert daher, dem erfolgreichen Rezept des Krimis mit Weltstadttableau folgend, wie man es aus Donna Leons Venedig- und Petros Markaris'? Athen-Romanen kennt". Besonders lobte sie die "humorige Prosa" von Esmahan Aykol und äußerte die Hoffnung, dass die Autorin ihrer Heldin? weitere Abenteuer gönnen werde.

"Bakschisch"

Diese Hoffnung ging 2004 in Erfüllung, als der Folgeband "Kelepir Ev" (Originalausgabe erschienen 2003) in deutscher Übersetzung unter dem Titel "Bakschisch" herauskam: Wieder herrscht Chaos in Istanbul und ebenso im Herzen von Kati Hirschel. Nach einem Streit mit ihrem Liebsten Selim stürzt sich die schnoddrige Heldin in die Suche nach einer neuen Wohnung (heimlich hoffend, dies werde nur ein Intermezzo sein). Schon bald erhält Kati ein umwerfendes Angebot: eine Wohnung mit Blick auf den Bosporus! Nur dumm, dass es Zoff mit dem Bewohner gibt, der der örtlichen Parkplatzmafia angehört. Als der kurz darauf ermordet wird, gerät Kati ins Visier seiner nicht weniger kriminellen Verwandten, und auch Hauptkommissar Batuhan Ercirpan scheint sie als Schuldige zu sehen. Zwar zerstreut sich dieser Verdacht bald, doch dann geschieht ein zweiter Mord ...

Wie schon bei "Hotel Bosporus" waren die Leser von Aykols humorvoller Art begeistert, ihre türkischen Landsleute zu porträtieren und dabei mit deutsch-türkischen Vorurteilen zu spielen. Die Schwarztee trinkende und sich um ihre Attraktivität (Cellulite!) sorgende Kati Hirschel hatte es einmal mehr in die Herzen des Publikums geschafft. Die beiden ersten Bände mit Kati Hirschel sind als Hörspiele für den SWR bearbeitet worden. Die Rolle der Kati sprach Catrin Striebeck.

2006 unterbrach Esmahan Aykol die Kati-Hirschel-Reihe und brachte den Roman "Savrulanlar" (dt.: "Goodbye Istanbul", 2007) heraus. Im Mittelpunkt dieses Buches steht Ece, eine junge Frau, die ihre Familie in Istanbul verlässt und nach London geht, um die unglückliche Affäre mit einem verheiraten Mann zu vergessen. Doch beim Tellerwaschen in einem Londoner Grillrestaurant stürzen unzählige Erinnerungen auf sie ein, schmerzliche, aber auch schöne. Ece erkennt: Für einen Neuanfang ist Vergessen viel, Erinnern alles.

"Scheidung auf Türkisch"

Der dritte Band mit Kati Hirschel erschien 2007: In "Süpheli Bir Ölüm" (dt.: "Scheidung auf Türkisch", 2008) wird die junge, schöne Umweltschützerin Sani ermordet - wenige Jahre, nachdem ihre Hochzeit mit dem reichen Cem auf den erbitterten Widerstand von dessen Familie gestoßen war. Kati Hirschel mischt sich ein und ermittelt, denn Sanis Schicksal erscheint ihr auf tragische Weise typisch für das vieler junger Türkinnen.

Esmahan Aykol lebt heute in Istanbul und Berlin. Die deutschen Übersetzungen ihrer Bücher redigiert sie stets noch einmal selbst.

Übrigens ...

empfindet Esmahan Aykol das Schreiben als einfach. Nur die Einsamkeit und die Rückenschmerzen seien schwer auszuhalten, verriet sie im Interview mit "Die Alligatorpapiere".

Werke (Auswahl)

  • Bücher von Esmahan Aykol bei Jokers
  • Hotel Bosporus. Roman. OA 2001. Übers. v. Carl Koß. Diogenes Verlag, Zürich 2003, ISBN: 978-3-257-06371-4
  • Bakschisch. Roman. OA 2003. Übers. v. Antje Bauer. detebe, Zürich 2004, ISBN: 978-3-257-06443-8
  • Goodbye Istanbul. Roman. OA 2006. Übers. v. Diogenes Verlag, Zürich 2007, ISBN: 978-3-257-23780-1
  • Hochzeit auf Türkisch. Roman. OA 2007. Übers. v. Antje Bauer. Diogenes Verlag, Zürich 2008, ISBN: 978-3-257-06677-7

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