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Exilliteratur

Als Exilliteratur bezeichnet man allgemein die Literatur, die in der erzwungenen Emigration entstanden ist. Werke? freiwillig ausgewanderter Schriftsteller werden nicht dazugezählt. Die Gründe für das Exil reichen von Zensur? und Schreibverbot? über Unterdrückung und physisch-psychische Bedrohung bis hin zur Verbannung.

Auch wenn in der Fremde nicht selten eine neue literarische Szene entsteht (rund 400 deutschsprachige Zeitschriften allein zwischen 1933 und 1945): Der Verlust der Heimat bedeutet für Exilierte nicht nur den Verlust der sozialen Bindungen, sondern meist auch den Abschied vom muttersprachlichen Raum und oft auch vom angestammten Kulturkreis. Diese Entwurzelung und die fehlende Resonanz durch mangelnde Möglichkeiten, weiter zu veröffentlichen?, hat in der Geschichte nicht wenige exilierte Schriftsteller in den Freitod getrieben (z. B. Kurt Tucholsky und Stefan Zweig). Andere Schriftsteller brachten sich auf der Flucht um, um ihren Verfolgern nicht in die Hände zu fallen (z.B. Walter Benjamin?).

Exlilliteratur ist bereits in der Antike entstanden (z.B. Ovid), ebenso im Mittelalter (Dante Alighieri?), während der Religionskriege, nach der Französischen und der Russischen Revolution sowie vor allem nach 1933. Allein infolge des Faschismus sind über 2000 deutsche Schriftsteller in mehreren Wellen aus der Heimat emigriert, rund ein Fünftel kehrte nach Kriegsende zurück. Nach 1945 zählen zum Beispiel die aus der DDR und anderen Ostblockstaaten ausgewiesenen Autoren zur Exilliteratur.

Innere Emigration

Von der Exilliteratur wird die Literatur unterschieden, die in der inneren Emigration entstanden ist (z.B. Ricarda Huch?, Ernst Wiechert?, Hans Fallada und Frank Thieß?).

Schriftsteller der Exilliteratur

Literatur

  • Die Exilliteratur und Literatur der Emigration bei Jokers
  • Bannasch, Bettina/Rochus, Gerhild (Hg.): Handbuch der deutschsprachigen Exilliteratur: Von Heinrich Heine bis Herta Müller. Verlag Walter de Gruyter, Berlin 2013


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