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Fatah, Sherko

Sherko Fatah (geb. 28. November 1964 in Ost-Berlin) ist ein deutschsprachiger Schriftsteller. Er lebt in Berlin.

Leben und Schreiben

Sherko Fatah wurde am 28. November 1964 als Sohn eines irakischen Kurden und einer Deutschen in Ost-Berlin geboren. Er wuchs in der DDR und im Irak auf. 1975 ging er nach West-Berlin, wo er Philosophie und Kunstgeschichte studierte.

„Im Grenzland“ (2001)

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2001 legte Fatah unter dem Titel „Im Grenzland“ seinen Debütroman? vor. Darin führt er den Leser in das karge Niemandsland zwischen Irak, Iran und der Türkei. Karg wie die Landschaft sind auch die Menschen: Holzschnittartig und namenlos tauchen sie vor dem Leser auf und verschwinden wieder hinter Bergen und in Wüsten. Fatah verwebt viele verschiedene Geschichten und Schicksale zu einem surrealistischen Panorama der Fremdheit – jedenfalls aus der so genannten ‚zivilisierten’ Perspektive der Westeuropäer. In diesem Niemandsland regieren Gewalt, Folter, Krieg und Willkür. Die Stammeszugehörigkeit hat größeren Einfluss auf das Leben und Überleben der Menschen als die Zugehörigkeit zu einer Nation.

Fatahs Erzählton ist leise und bedächtig. Seine Bilder sind von großer Intensität und beschwören immer wieder archaische Zeiten herauf. Den Rezensenten der „Süddeutschen Zeitung“ erinnerte „Im Grenzland“ an die Romane von Franz Kafka. Die Rezensentin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ war begeistert, denn ganz offensichtlich habe Fatah sein Ziel erreicht: Es nämlich dem Leser schwer zu machen, aus der Buchwelt wieder in die Realität zu gelangen. 2001 wurde Fatah für seinen Roman „Im Grenzland“ mit dem „aspekte“-Literaturpreis? ausgezeichnet.

„Donnie“ (2002)

Es folgte der in Tirol spielende Roman „Donnie“ (2002), in dessen Mittelpunkt der ehemalige Fremdenlegionär Gotthard steht. In dem Mann geht etwas Schreckliches vor: Immer wieder wird er von den Erinnerungen an Krieg und Mord heimgesucht. In einer Sprache, die ein hohes Maß an visueller Eindringlichkeit erreicht, ergründet Fatah die menschlichen Abgründe und stößt dabei auf Gewaltbereitschaft und Sadismus, aber auch auf Liebessehnsucht und Selbstentäußerung. Im Urteil der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ ist „Donnie“ ein gelungenes Buch, da in viel sagenden symbolischen Bildern Ungeheuerliches sichtbar werde. Aber dennoch fehle etwas, moniert die Rezensentin: die psychologische Begründung der geschilderten Gewalt.

„Onkelchen“ (2003)

Auch in dem 2003 erschienenen Roman „Onkelchen“ behandelt Fatah das Thema Gewalt und stellt ein irakisches Folteropfer in den Mittelpunkt der Handlung. Mit „Onkelchen“ rief Fatah beim Feuilleton? große Resonanz hervor. Die Rezensentin der „Frankfurter Rundschau“ lobte, dass nicht nur der gefolterte Iraker, sondern auch alle anderen Figuren fremd und mehr oder weniger sprachlos seien. Außerdem fühlte sich die Rezensentin mit „Onkelchen“ an den Roman „Guantanamo“ von Dorothea Dieckmann? erinnert.

„Das dunkle Schiff“ (2008)

Anfang 2008 legte Fatah den Abenteuerroman „Das dunkle Schiff“ vor. Mit diesem Roman wurde er für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Zudem stand er auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis. In „Das dunkle Schiff“ führt Fatah den Leser erneut in das Niemandsland zwischen Irak, Iran und der Türkei. Dort lebt Kerim, der unter die Gotteskrieger geraten ist, nun aber dem Leben voller Gewalt, Willkür und Menschenverachtung entkommen will. Das ersehnte Ziel seiner Flucht ist Deutschland. Dort angekommen, lernt er seine erste große Liebe kennen – aber, und das bringt Kerim bis an den Rand der Verzweiflung, er kann die Vergangenheit nicht vergessen.

Laut Verlagsangaben erzählt Fatah in „Das dunkle Schiff“ die Geschichte eines kleinen, konkreten Lebens inmitten großer Umwälzungen. Dabei seien Kerims spirituellen wie auch seine realen Abenteuer nicht so außergewöhnlich, wie sie aus europäischer Sicht scheinen mögen. Die Rezensentin der "Frankfurter Rundschau" lobte an dem Roman, dass sein Protagonist sowohl als Täter wie auch als Opfer erscheine und dass der Verfasser darauf verzichtet habe, das Phänomen des religiösen Extremismus erklären zu wollen.

Sherko Fatah lebt in Berlin.

Übrigens ...

wurde Sherko Fatah mit einer Dissertation über den Technik-Begriff bei Heidegger? promoviert.

Auszeichnungen

Werke (Auswahl)

  • Im Grenzland. EA 2001. Salzburg, Verlag Jung und Jung 2001, ISBN: 978-3902144010
  • Donnie. EA 2002. Salzburg, Verlag Jung und Jung 2002, ISBN: 978-3902144478
  • Onkelchen. EA 2003. Salzburg, Verlag Jung und Jung 2004, ISBN: 978-3902144775
  • Das dunkle Schiff. EA 2008 . Salzburg, Verlag Jung und Jung 2008, ISBN: 978-3902497369

Hörspiele

Sekundärliteratur

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