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Hemingway, Ernest

Ernest Miller Hemingway (geb. 21. Juli 1899 in Oak Park / Illinois; gest. 2. Juli 1961 in Ketchum / Idaho) war einer der bedeutendsten amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Er wurde zum Vorbild einer ganzen Generation von Autoren. 1954 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Seine Bücher sind in vielen Millionen Exemplaren verbreitet.

Leben und Schreiben

Ernest Hemingway wurde am 21. Juli 1899 in Oak Park / Illinois geboren, einer Kleinstadt bei Chicago. Sein Vater war Arzt, seine Mutter Opernsängerin. Bereits in seiner Jugend war er fasziniert vom Leben in der Natur, von der Jagd, dem Fischen und Boxen. Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, riss er von zu Hause aus. Er ging nach New York, wo er sich vergeblich als Kriegsfreiwilliger meldete. 1917, als er kurz vor dem Abitur stand, riss er abermals aus, diesmal nach Kansas City, wo er als Reporter? für die Lokalzeitung „The Star“ tätig war. 1918 war Hemingway Sanitätsfreiwilliger an der italienischen Front. Bei Fossalta di Piave wurde er schwer verwundet. Hoch dekoriert kehrte er in die USA zurück. Hemingways Kriegserlebnisse sind in den Roman „In einem andern Land“ eingegangen, der 1929 erschien und zu den klassischen Werken? der modernen Literatur? gezählt wird.

Ernest Hemingway arbeitet 1920 bei einer Gewerkschaftszeitung in Chicago. Dort lernte er seinen literarischen Lehrmeister kennen, den Schriftsteller Sherwood Anderson?, der als Miterfinder der modernen Kurzgeschichte gilt. 1921 bereiste Hemingway als Sonderkorrespondent des „Toronto Star“ den Nahen Osten und die Schweiz. Von 1921 bis 1927 lebte er in Europa, hauptsächlich in Paris. Dort machte er die Bekanntschaft zahlreicher amerikanischer Autoren, die wie er in Europa lebten. Er lernte unter anderem Scott Fitzgerald?, Ezra Pound? und Gertrude Stein? kennen. Hemingway tauchte in der Pariser Künstler-Bohème unter, arbeitete als Reporter? für die Hearstpresse, als Fremdenführer, Lastträger und Küchenhilfe. Die künstlerischen Eindrücke, die er im Kreis um Gertrude Stein empfing, kamen in zwei Bänden mit Kurzgeschichten zum Ausdruck, die er selbst in den Straßen von Paris verkaufte. Ersten Erfolg brachte der Band „In unserer Zeit“, der 1925 erschien und durch seinen lakonischen Stil beeindruckte. Der Durchbruch als Schriftsteller kam 1926 mit dem Roman „Fiesta“, in dem er das desillusionierte und pessimistische Lebensgefühl jener Nachkriegsgeneration beschrieb, die Gertrude Stein als Lost-Generation? bezeichnet hatte. 1927 lebte Hemingway kurze Zeit in Spanien, wo er als Stierkämpfer in der Arena von Cordoba auftrat. Im Herbst 1927 kehrte er in die USA zurück. Im folgenden Jahr beging sein Vater Selbstmord.

Ernest Hemingway ließ sich auf Key West nieder, einer Insel an der Küste Floridas. In seinem Wohnhaus ist heute das Hemingway-Museum untergebracht. Von Key West zog es ihn immer wieder in die Welt, zum Fischfang auf die Tiefsee, zur Großwildjagd nach Afrika oder zum Boxkampf nach Las Vegas. Er arbeitete als Reporter? an verschiedenen Kriegsschauplätzen. Am Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) nahm er als Reporter auf der Seite der Republikaner teil, die den faschistischen Truppen General Francos unterlagen. Den Höhepunkt seiner Popularität erreichte Hemingway 1940 mit seinem Roman „Wem die Stunde schlägt“, dessen Konzeption? er während des Bürgerkriegs in Spanien begonnen hatte und in dem er den Kampf gegen den Faschismus zur Metapher für Leid und Tragik im Leben der Menschen erhebt. Im Anschluss ging er als Korrespondent? nach China.

Von 1941 an lebte Ernest Hemingway in Vinca Vigia auf Kuba, nahm aber schon bald sein Vagabundenleben wieder auf und kreuzte zwei Jahre lang auf seinem Schiff in karibischen Gewässern. Als Kriegsberichterstatter? machte er 1944 den Vormarsch amerikanischer Truppen in Frankreich mit. 1953 wurde Hemingway für seinen Kurzroman? „Der alte Mann und das Meer“ (1952) mit dem Pulitzerpreis? ausgezeichnet. Darin erzählt er die Geschichte des alten kubanischen Fischers Santiago, der vom Glück verlassen ist und plötzlich auf dem Meer vor einer außergewöhnlichen Herausforderung steht, die er allen Rückschlägen zum Trotz und völlig auf sich allein gestellt grandios besteht. 1954 wurde Ernest Hemingway der Nobelpreis für Literatur verliehen. In der Begründung der Jury? hieß es, Hemingway habe einen neuen Stil moderner Literatur? begründet. Für seine Bewunderer wie John Henry O’Hara? war er der größte Schriftsteller seit Shakespeare. Für seine Kritiker wie Johannes v. Jensen? hat Hemingways Kunst hingegen allein darin bestanden, über zwanzig Jahre nichts anderes zu tun, als Blut, Hurerei und Trinkgelage aneinanderzureihen.

Zum Zeitpunkt der Verleihung des Nobelpreises hatte Hemingways körperlicher und künstlerischer Verfall bereits begonnen. Sein Leben lang litt er unter Depressionen und Alkoholismus. Im Alter von 61 Jahren beging Ernest Hemingway in Ketchum / Idaho Selbstmord.

Übrigens …

Für den Helden in "Der alte Mann und das Meer, den Fischer Santiago, gibt es ein Vorbild?: den kubanischen Fischer Gregorio Fuentes. Er starb 2002 mit 104 Jahren.

Auszeichnungen

Werke (Auswahl)

  • Der alte Mann und das Meer. Frankfurt am Main, Suhrkamp Verlag 2006, ISBN-13: 978-3518012147
  • Der alte Mann und das Meer. Reinbek, Rowohlt 1996, ISBN-13: 978-3499103285
  • Der alte Mann und das Meer. Reinbek, Rowohlt 1999, ISBN-13: 978-3499226014
  • Die Hauptstadt der Welt. Reinbek, Rowohlt 2001, ISBN-13: 978-3499229756
  • Die schönsten Geschichten Afrikas. Reinbek, Rowohlt 2002, ISBN-13: 978-3499233852
  • Fiesta. Reinbek, Rowohlt 2003, ISBN-13: 978-3499226038
  • In einem andern Land. Reinbek, Rowohlt 1999, ISBN-13: 978-3499226021
  • Paris, ein Fest fürs Leben. Reinbek, Rowohlt 1999, ISBN-13: 978-3499226052
  • Reportagen 1920 – 1924. Reinbek, Rowohlt 1990, ISBN-13: 978-3499127007
  • Sämtliche Gedichte. Reinbek, Rowohlt 1988, ISBN-13: 978-3499123061
  • Tod am Nachmittag. Reinbek, Rowohlt 1999, ISBN-13: 978-3499226090
  • Wem die Stunde schlägt. Frankfurt am Main, Fischer Verlag 2006, ISBN-13: 978-3596173365

Hörbücher

  • Der alte Mann und das Meer. 3 CDs. Hamburg, Litraton 1998, ISBN-13: 978-3894695248
  • Der Unbesiegte und andere Stories. 2 CDs. Berlin, Universal Music 2004, ISBN-13: 978-3829114097
  • Fiesta. 6 CDs. München, Random House Audio 2003, ISBN-13: 978-3898304078
  • Paris - ein Fest fürs Leben. Erzählt von Mathias Habich. Düsseldorf, Patmos 2007, ISBN-13: 978-3491912250

Sekundärliteratur

  • Hartwig, Wolfgang: Ernest Hemingway. Triumph und Tragik seines Lebens. Berlin, Verlag Neues Leben 1990, ISBN-13: 978-3355008266
  • Müller, Kurt: Ernest Hemingway. Der Mensch. Der Schriftsteller. Das Werk. Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1999, ISBN-13: 978-3534123414
  • Pfeiffer, Martina: Aspekte des Grotesken im Kurzgeschichtenwerk von Ernest Hemingway. Marburg, Tectum 2005, ISBN-13: 978-3828887978
  • Rodenberg, Hans-Peter: Ernest Hemingway. Reinbek, Rowohlt 1999, Reinbek, Rowohlt 1999

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