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Shakespeare, William

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William Shakespeare (geb. 23. April 1564 in Stratford-upon-Avon; gest. 23. April 1616 in Stratford-upon-Avon) war ein englischer Dramatiker, Dichter und Schauspieler. Sein Werk? ist von überragender Bedeutung für die Weltliteratur?. Es umfasst Dramen und Gedichte, besonders die bedeutenden Sonette?.

Shakespeares wichtigste Stücke „Romeo und Julia“ (1595), „Hamlet“ (um 1601) und „Macbeth“ (um 1608) werden bis heute immer wieder aufgeführt.

Leben

Über Shakespeares Herkunft und Leben ist nur wenig bekannt. Deshalb sind wir bei der Rekonstruktion seines Lebenswegs vor allem auf Vermutungen und nur wenige zuverlässige Quellen angewiesen.

William Shakespeare wurde am 23. April 1564 in Stratford-upon-Avon geboren. Das Geburtshaus ist heute Pilgerstätte für Verehrer aus aller Welt. Sein Vater John war wahrscheinlich Handschuhmacher. Einige Biographen vermuten, dass Shakespeare an der Lateinschule Stratford erzogen wurde und 1582 die acht Jahre ältere Anne Hathaway geheiratet hat. Aus der Verbindung sollen drei Kinder hervorgegangen sein, die Tochter Susanna und die Zwillinge Hamnet und Judith. Shakespeares Leben in den Jahren 1582 bis 1589 liegt weitgehend im Dunkeln, die Forschung spricht deshalb von den „verlorenen Jahren“. Vielleicht war er Lehrer oder Schreiber in einem Anwaltsbüro.

Ab Herbst 1589 hielt Shakespeare sich vermutlich in London auf, wo er 1592 erstmals erwähnt wurde: In einem Pamphlet? diffamierte ihn der Dichter Robert Green? als „Blankverse? schreibenden krähenhaften Emporkömmling“. Ab 1594 war er Mitglied der Theatertruppe der Chamberlain’s Men, bei der er während seiner gesamten Theaterkarriere blieb. In den folgenden Jahren ist er zu beachtlichem Wohlstand gelangt: Ab 1599 war er Teilhaber am Globe Theatre, ab 1608 am Blackfriars Theatre. Außerdem kaufte er Grundbesitz in Stratford (spätestens ab 1612 lebte er wieder in seinem Geburtsort), trat in enge Verbindung mit führenden Kreisen der Gesellschaft und bewarb sich um die Verleihung eines Wappens.

Ab 1613 dürfte er sich aus dem Theaterleben zurückgezogen haben, blieb jedoch in engem Kontakt mit den führenden Köpfen der Londoner Theaterwelt. Auch sein Interesse für Politik und Gesellschaft ließ nur wenig nach. Nach kurzer Krankheit starb Shakespeare am 23. April 1616 und wurde in der Trinity Church in Stratford beigesetzt. Die Büste des Grabmals und der Kupferstich in der ersten Folioausgabe (1623) gelten übrigens als die einzigen Bildnisse Shakespeares, die eine gewisse Echtheit beanspruchen können, da sie von der Familie akzeptiert wurden.

Schreiben

Shakespeares Werk? ist von überragender Bedeutung für die Weltliteratur?. Es umfasst Dramen und Gedichte, besonders die bedeutenden Sonette?. Seine wichtigsten Stücke wie „Romeo und Julia“ (1595), „Hamlet“ (um 1601) und „Macbeth“ (um 1608) werden bis heute immer wieder aufgeführt. Insgesamt hat Shakespeare 35 Dramen geschrieben, an drei weiteren hat er mitgearbeitet. Die 20 zu seinen Lebzeiten erschienenen Einzeldrucke werden als „Quartos“ bezeichnet. Die erste Folioausgabe seiner Werke? (1623) wurde von zwei ehemaligen Schauspielerkollegen zusammengestellt und herausgegeben. Die Chronologie der einzelnen Stücke lässt sich aufgrund der unübersichtlichen Faktenlage nur annäherungsweise nachzeichnen.

Shakespeares Autorschaft wird bis heute immer wieder angezweifelt. Seine Werke? wurden u. a. dem Philosophen Francis Bacon?, dem Earl of Rutland und dem Dramatiker Christopher Marlowe? zugeschrieben. Keine dieser Theorien ist jedoch stichhaltig.

Die vier Schaffensperioden

Im Allgemeinen werden vier Schaffensperioden unterschieden:

  • 1. Periode bis 1595

Der junge Shakespeare versucht sich mit großer Leidenschaft in allen Gattungen der Dichtkunst. Es entsteht der 1. Historienzyklus? („Heinrich VI.“, ab 1590; „Richard III.“, um 1593), eine Rachetragödie in der Nachfolge Senecas? („Titus Andronicus“, um 1590), Kurzepen („Venus und Adonis“, 1593), Sonette? und verschiedene Komödien? mit teils romantischer Handlung („Verlorene Liebesmüh“, 1593; „Zwei Herren aus Verona“, um 1595).

  • 2. Periode bis 1599

In Shakespeares Stil kommt es zu einem Wandel, anschauliche Sprachbilder, rhetorische? Antithesen? und Einheitlichkeit des Themas treten in den Vordergrund. Er schreibt den 2. Historienzyklus? („Richard II.“, um 1599; „Heinrich IV.“, 1595-1597), eine romantische Tragödie („Romeo und Julia“, 1595), eine romantische Komödie („Ein Sommernachtstraum“, 1596) und die Mehrzahl der Sonette?.

  • 3. Periode bis 1609

Die Anschaulichkeit der Sprachbilder tritt zurück, ihre Symbolkraft nimmt allmählich zu. Es entstehen die großen Tragödien („Julius Cäsar“, 1599; „Hamlet“, 1601; „Othello“, 1604; „Macbeth“, 1608) und die gedankentiefen Komödien („Die lustigen Weiber von Windsor“, 1601; „Troilus und Cressida“, 1601; „Ende gut, alles gut“, 1602/1603; „Maß für Maß“, 1604).

  • 4. Periode

Die reifen Romanzen und Lustspiele? entstehen, die mit Wortwitz, Situationskomik und dem tiefen Humor des verstehenden Herzens eine neue Epoche der unterhaltsamen Romanze einleiten („Ein Wintermärchen“, 1609; „Cymbeline“, 1610; „Der Sturm“, 1611).

Einzelne Werke im Überblick

William Shakespeare war einer der produktivsten Dichter der Weltliteratur?. Er schrieb Dramen, Gedichte und Epen, die den Leser auch heute noch in ihren Bann ziehen.

"Hamlet" (1601)

Aufgeführt wurde das Stück verbürgt zum ersten Mal im Juli 1602 im Londoner Globe Theatre. Das Drama schildert den inneren Konflikt des melancholischen dänischen Prinzen, der vom Geist des Vaters beauftragt wird, seinen Mord zu rächen. Und zwar an seinem eigenen Bruder, der jetzt Ehemann der Mutter Hamlets ist. Sein Ringen um die Entscheidung gipfelt in dem berühmten Monolog "Sein oder Nichtsein".

Shakespeare hat die Figur des Hamlet subtil nuanciert und sein Werk? hat viele Schichten. Dabei hat er hier auf einen überlieferten Stoff zurückgegriffen, den er neu interpretierte. Viele der Verse sind als Redewendungen? in den allgemeinen Sprachgebrauch der westlichen Welt übergegangen.

„Venus und Adonis“ (1593)

Das erotische Kurzepos „Venus und Adonis“ ist um 1592 entstanden, die Erstveröffentlichung datiert aus dem Herbst des Jahres 1593. Shakespeare widmete das Werk? seinem großzügigen Gönner und Fürsprecher Henry Wriothesley, dem Grafen von Southampton und Baron von Titchfield. Shakespeare schrieb „Venus und Adonis“ zu einer Zeit, als in London die Pest grassierte und die Theater geschlossen waren.

Der gefeierte, nun jedoch zur Abstinenz verurteilte Bühnenautor landete mit diesem aus der Not geborenen Werk? einen großen Erfolg: Bis 1640 sind mehr als 15 Ausgaben verschiedener Herausgeber? nachgewiesen, teils mit Autorennennung, teils ohne. Die Popularität beim Publikum beruhte vor allem auf der rhetorischen Kunst und den raffinierten erotischen Anspielungen, die den literarischen Geschmack der Zeit gekonnt befriedigten.

Der antike Dichter Ovid als Vorbild

Die Geschichte von Venus und Adonis gehörte im 16. Jahrhundert zum allgemeinen Bildungsgut. Literarische Adaptionen existierten in den unterschiedlichsten Genres und Gattungen. Man vermutet, dass Shakespeare sowohl die klassische Fassung im 10. Buch von Ovids „Metamorphosen“ (2-8 n. Chr.) als auch die von Edmund Spenser? stammende und bei der zeitgenössischen Leserschaft äußerst beliebte Adaption „Feenkönigin“ (1591) kannte.

In Ovids „Metamorphosen“ fand Shakespeare die ebenso spannende wie poetische Fabel: Venus liebt den bleichen schönen Jüngling Adonis, der ihren Lockungen und Verführungskünsten ungerührt widersteht; nur einen flüchtigen Kuss hat er für die heftig werbende Venus übrig; als Adonis zur Eberjagd aufbricht, versucht Venus ihn aufzuhalten, weil sie ein Unglück ahnt - Adonis stirbt bei der Jagd; als Venus den Toten beklagt, entspringt seinem Blut eine purpurrot und weiß gefärbte Anemone.

Shakespeare stellt Konventionen auf den Kopf

Maßgeblich angeregt von Ovids antiker Vorlage, überzeugte Shakespeares „Venus und Adonis“ das zeitgenössische Publikum durch stilistische Brillanz, unerschöpflichen Pointenreichtum und knisternde Sinnlichkeit. Dabei setzte Shakespeare einige Akzente anders als Ovid: So macht Venus (in Shakespeares Version) bei ihrer Werbung nicht nur von ihren üppigen körperlichen Reizen Gebrauch, sondern rückt dem bleichen Jüngling auch mit logischen Argumenten zu Leibe. Adonis tue Unrecht, sagt Venus, wenn er seine Schönheit für sich behalten wolle und bewusst darauf verzichte, der elenden Welt einen schönen und reinen Nachkommen zu schenken.

Außerdem bezog Shakespeare die englische Landschaft mit ein und schilderte in Nebenepisoden? verschiedene Tiere, die das Geschehen zwischen den beiden Hauptfiguren spiegeln und auf witzige Weise kommentieren. Ein wesentlicher Reiz für den Dichter und sein Publikum lag natürlich auch in dem ungewöhnlichen Rollenmodell: Frau wirbt um Jüngling - das war pikant und stellte die Konventionen der damaligen Zeit auf den Kopf.

Der Ehrgeiz, auch außerhalb des Theaters als Meister zu gelten

Als die Pest in London von Tür zu Tür ging und die Theater geschlossen waren, machte Shakespeare sich in der Zeit der erzwungenen Muße an die Niederschrift von „Venus und Adonis“. Als äußere Form wählte er sechszeilige, gereimte? Stanzen?, was dem Autor ein hohes Maß an handwerklichen Fertigkeiten abverlangte. Sein künstlerischer Anspruch, Ovid zu übertreffen, und die für Shakespeare ungewöhnliche Aufmerksamkeit, mit der er die Drucklegung? überwachte, beweisen seinen Ehrgeiz, auch außerhalb des Theaters als ein Meister zu gelten.

Das Publikum nahm Shakespeares erotisches Kurzepos mit Begeisterung und überschwänglichem Lob auf. Sechs Jahre später veröffentlichte der aus Canterbury stammende Dichter und Dramatiker? Christopher Marlowes? sein unvollendetes Langgedicht? „Hero and Leander“ (1598), das im Hinblick auf Sinnlichkeit, Witz und Poesie in direkte Konkurrenz zu Shakespeares „Venus und Adonis“ trat. Empfehlenswert ist es, beide Dichtungen nacheinander zu lesen. Auf diese Weise bekommt man auch heute noch eine Ahnung von der Macht der Erotik und Poesie, die einen einsamen Gegenpol zur Prüderie des elisabethanischen Zeitalters bildeten.

Würdigung

In seinen Meisterwerken („Othello“, „Hamlet“, „Macbeth“) brachte Shakespeare überzeitliche Figuren und beispielhaftes Geschehen auf die Bühne. In seinen Tragödien brach Shakespeare mit der Tradition der Antike und siedelte die Macht des Bösen und des Guten in der Brust des Menschen selbst an. Bestimmende Motive sind Verbrechen, Gier, Ehrgeiz, Liebe, Verblendung, Rache, Täuschung und der Konflikt der Generationen. Auch der Glaube an die rettende Macht der Vergebung, des Mitleids und der Reinheit bleiben ganz im innermenschlichen Bereich.

Shakespeares Werk? brach nicht nur mit den Regeln der antiken Dichtkunst, es enthält gleichzeitig zahllose Regelverstöße gegen die strengen Normen der Gattungsreinheit, wie sie z. B. die damals vorherrschende Renaissancepoetik vorschrieb. Shakespeare vermischte das Derbe mit dem Pathetischen, das Tragische mit dem Komischen, das Pathetische mit dem Vulgären – auf diese Weise zeigen seine Dramen die zeitgenössische Gesellschaft in ihrer ganzen Breite und präsentieren dem Leser ein buntes Panorama der englischen Geschichte.

Bis in die Gegenwart werden Shakespeare-Stücke wegen ihrer universellen Gültigkeit bearbeitet und umgeschrieben. Besonders gelungene Adaptionen stammen von Günter Grass („Die Plebejer proben den Aufstand“, 1966), Friedrich Dürrenmatt? („König Johann“, 1968) und Botho Strauß? („Der Park“, 1983).

Übrigens ...

begann die Shakespeare-Philologie im Jahr 1709 – damals veröffentlichte Nicholas Rowes? eine Werkausgabe? in 6 Bänden.

Werke (Auswahl)

  • Bücher, Hörbücher und Filme zum Werk von William Shakespeare bei Jokers
  • Venus und Adonis. Englisch / Deutsch. Entstanden 1592. Reclam Verlag, Ditzingen 2003, ISBN: 978-3150182550
  • König Richard III. Entstanden 1593. Reclam Verlag, Ditzingen 1986, ISBN: 978-3150000625
  • Romeo und Julia. Entstanden 1595. Reclam Verlag, Ditzingen 1998, ISBN: 978-3150000052
  • Ein Sommernachtstraum. Entstanden 1596. Reclam Verlag, Ditzingen 1986, ISBN: 978-3150000731
  • König Heinrich IV. Entstanden 1595-1597. Reclam Verlag, Ditzingen 1998, ISBN: 978-3150000816
  • König Richard II. Entstanden 1599. Reclam Verlag, Ditzingen 1986, ISBN: 978-3150000434
  • Hamlet. Entstanden 1601. Reclam Verlag, Ditzingen 2008, ISBN: 978-3150000311
  • Othello. Entstanden 1604. Reclam Verlag, Ditzingen 1986, ISBN: 978-3150000212
  • Macbeth. Entstanden 1608. Reclam Verlag, Ditzingen 2008, ISBN: 978-3150000175

Hörbücher

  • Die Sonette. 2 CDs. Hoffmann und Campe, Hamburg 2006, ISBN: 978-3455304824
  • Hamlet. 2 CDs. Universal Music, Berlin 2004, ISBN: 978-3829114073
  • Romeo und Julia. Kinski spricht Shakespeare. 2 CDs. Universal Music, Berlin 2003, ISBN: 978-3829113816

Sekundärliteratur

  • Ackroyd, Peter: Shakespeare. Die Biographie. btb, Berlin 2008, ISBN: 978-3442738496
  • Kreiler, Kurt: Der Mann, der Shakespeare erfand. Edward de Vere, Earl of Oxford. Insel Verlag, Frankfurt am Main 2010, ISBN: 978-3458174523
  • Lamb Mary, u.a.: Shakespeare für Eilige. Die zwanzig besten Stücke als Geschichten. Aufbau Verlag, Berlin 2008, ISBN: 978-3746617442

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