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Grey, Zane

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Zane Grey, eigentlich Pearl Zane Gray (geb. 31. Januar 1872 in Zanesville, Ohio; gest. 23. Oktober 1939 in Altadena, California), war ein amerikanischer Autor, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts sowohl mit seiner Western-? und Outdoorliteratur als auch mit seinen Reiseberichten über Hochseeangeln weltweit einem Millionenpublikum bekannt war.

Foto: Zane Grey’s West Society

Leben und Schreiben

Erste Lebensjahre und erste Veröffentlichungen

Grey liebte das Abenteuer – zu Lande und zu Wasser. Die Lust am Abenteuer war ihm von seinen Vorfahren mütterlicherseits in die Wiege gelegt, als er am 31. Januar 1872 in Zanesville, Ohio, zur Welt kam. 75 Jahre zuvor hatte sein Urgroßvater Colonel Ebenezer Zane, ein Veteran des Unabhängigkeitskrieges, gemeinsam mit seinem Schwiegersohn die kleine Ortschaft gegründet.

Pearl Zane war das vierte von fünf Kindern des Dentisten Lewis M. Gray und Alice Josephine Zane. Während er einerseits sehr an seiner Mutter hing, litt er andererseits unter der Strenge des Vaters. Nicht zuletzt deshalb zog es den kleinen Pearl immer wieder in die Gesellschaft eines väterlichen Freundes. Old Muddy Miser war ein alter Fischer, der in dem Jungen die Liebe zum Fischen, Lesen und Schreiben weckte.

Inspiriert durch die Lektüre von Coopers? Lederstrumpferzählungen, Defoes? "Robinson Crusoe" und den Groschenheften?, die von den Abenteuern eines Buffalo Bill erzählten, schrieb Pearl Zane mit 15 Jahren seine erste Geschichte. War Lewis Gray schon der Lesestoff? seines Sohnes zuwider, so war es mit seiner Duldung vorbei, als er Pearls erste Schreibübungen entdeckte. Er zeriss sie und verprügelte den Jungen mit einem Lederriemen. Doch damit nicht genug. Von nun an musste Pearl Zane seinen Vater an den Wochenenden als Hilfskraft zu Hausbesuchen begleiten, um nicht weiter seinen Tagträumen nachzuhängen – denn er sollte später die väterliche Praxis übernehmen. So blieb Pearl in der knappen Freizeit noch das Baseballspiel in einem kleinen Verein in Zanesville und das Angeln, das ihm sein Vater gemeinsam mit seinem Bruder Romer gelehrt hatte.

Im Jahr 1890 verspekulierte Lewis Gray das gesamte Familienvermögen an der Washingtoner Börse, traute sich nicht mehr zu seinen Patienten nach Zanesville zurück und die Familie zog nach Columbus, Ohio. Für Pearl war es Glück im Unglück, der 18-Jährige schloss sich hier der örtlichen Baseballmannschaft „Columbus Capitols“ an und seine sportlichen Erfolge als Pitcher brachten ihm ein Stipendium an der University of Pennsylania für ein Studium zum Dentisten ein. Sechs Jahre später eröffnete er in New York seine eigene Praxis als Dr. P. Zane Grey.

Die ersten Jahre im ungeliebten Job waren nicht einfach und Abwechslung boten nur die Wochenendausflüge mit seinem Bruder Romer zum Paddeln und Angeln an den Delaware River. Zwei Dinge sollten in dieser Zeit für ihn zukunftsweisend sein: Auf einem der Ausflüge lernte er seine spätere Frau Lina Elise Roth, genannt Dolly, kennen und der Aufenthalt in der freien Natur inspirierte ihn wieder zum Schreiben. So entstand schon bald eine erste Erzählung – „A Day On the Delaware“. Sie erschien im Mai 1902 im „Recreation Magazin“ und war die erste Arbeit, die den Namen Zane Grey trug.

Ohio-Trilogie

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Ermutigt durch diesen Erfolg begann Grey in den Wintermonaten 1902/03 seine Familiengeschichte? niederzuschreiben. Der erste Band? erzählte von Elizabeth Zane, der kleinen Schwester Colonel Zanes, besser bekannt als Betty Zane, und ihrer Heldentat dem sogenannten „Gun Powder Exploit“. Noch bis zum Beginn des letzten Jahrhunderts war in amerikanischen Schulgeschichtsbüchern zu lesen, wie Betty Zane im September 1782 mit einem Fässchen Pulver das von Engländern und Indianern belagerte Fort Henry in Virginia vor einer Niederlage rettete.

Zane Grey hatte in dieses erste Manuskript sehr viel Arbeit investiert. Seine Freundin Dolly korrigierte das fertige Manuskript und kopierte? es handschriftlich?. Doch als er es im Frühjahr 1903 zu New Yorker Verlegern brachte, lehnten die dankend ab. Er begann an sich zu zweifeln. Dolly Grey ist es zu verdanken, dass auch heute noch die Geschichte der Belagerung von Fort Henry zu den Klassikern der Western-Literatur? zählt. Sie schlug vor, das Buch auf eigene Kosten drucken zu lassen, und so trug Grey die ersten Exemplare im Sommer 1903 eigenhändig in die New Yorker Buchläden?. Der Verkauf lief nur schleppend an und die Kritiken waren nicht ermutigend, trotzdem hatte er schon die nächsten beiden Bücher im Sinn. Die Manuskripte von "Spirit of the Border" („Männer der Grenze“, 1906) und "The Last Trail" („Die letzte Spur“, 1909), den Fortsetzungen von "Betty Zane", waren im Frühjahr 1905 fertig und wenn auch zögernd, so fanden sie schließlich einen Verleger.

Als Zane Grey seine Familiengeschichte – die sogenannte Ohio-Trilogie? – niederschrieb, hatte er den wahren Wilden Westen noch nicht kennengelernt, charakterisierte? daher die Huronen als sehr blutrünstig und grausam. Erst nach einem Besuch in der Navajo-Hopi-Reservation im Jahr 1911 sah er die amerikanischen Ureinwohner mit anderen Augen. In seinen folgenden zahlreichen Wildwest-Romanen? schuf er das romantische Bild eines Indianers. Ähnlich James Fenimoore Cooper?, Karl May und viele anderer Schriftsteller des ausgehenden 19. Jahrhunderts gelang es ihm nie wirklich, unter die Oberfläche der indianischen Kultur zu dringen. So schuf er die literarische Figur eines idealisierten Indianers.

Western- und Outdoorromane

In den Jahren zwischen den Veröffentlichungen? der letzten beiden Bände der Ohio-Trilogie zweifelte Zane Grey wieder an sich und litt unter depressiven Verstimmungen. So schlug Dolly ihm vor, eine Reise zu unternehmen. Und wie sich zeigen sollte, war es genau die richtige Strategie. Denn Zane Grey liebte die Natur und den Aufenthalt im Freien und immer, wenn seine Schreibarbeit im Laufe seiner Karriere durch diese Verstimmungen ins Stocken geriet, suchte er das Abenteuer und die Inspiration? auf Reisen zu Wasser oder zu Lande.

Letztere führten ihn immer wieder in den Südwesten der Vereinigten Staaten, in die faszinierenden, kontrastreichen Landschaften Arizonas, Colorados, Texas’, Wyomings, Utahs oder New Mexicos. Zurück zu Hause brachte er dank dieser Inspirationen in manchen Monaten bis zu 100.000 Worte handschriftlich zu Papier.

Im Jahr 1905 heiratete Grey seine Freundin und sie kauften ein Cottage in Lackawaxen, Pennsylvania, am Delaware River. Die ganze Familie versammelte sich, ein Beschluss wurde gefasst und das gesamte Vermögen vereint. Nun gab Grey seine Praxis in New York auf und konzentrierte sich allein auf das Schreiben.

Noch einmal kehrte er 1907 nach New York zurück - zu einer Lesung von Charles “Buffalo“ Jones, einem der letzten echten Westmänner. Zane Grey gelang es, Jones zu überreden, ihn auf zwei Expeditionen mitzunehmen, die sie 1907/08 ins südliche Arizona, nach Utah und zum Grand Canyon führten. Seine Erlebnisse an der Seite des alten Büffel- und Berglöwenexperten schrieb Grey in „The Last of the Plainsmen“ („Der letzte der Präriejäger“) nieder. Das Buch erschien 1908 und wurde zwar kein Erfolg, zählt jedoch bis heute zu seinen besten Arbeiten.

Einer der Reisegefährten von Buffalo Jones war ein Mormone namens Jim Emmett. Er brachte Grey schließlich auf die Idee?, einen Roman über die Lebensgewohnheiten der Mormonen vor dem Hintergrund der phantastischen Landschaften Utahs zu schreiben. Jede freie Minute arbeitete Grey am Küchentisch des kleinen Cottage in Lackawaxen an seinem Manuskript. Er wusste, diese Arbeit würde den Durchbruch? bringen. Und wirklich – der Weg dahin war zwar noch steinig – doch endlich veröffentlichte „Harper & Brothers“ 1910 den ersten Zane Grey Westernroman? „The Heritage of the Desert“ („Das Erbe der Wildnis“).

Während Grey in „The Heritage of the Desert“ die Glaubensgemeinschaft der Mormonen in einem positiven Licht darstellte, kritisierte er im nächsten Manuskript „Riders of the Purple Sage“ („Das Gesetz der Mormonen“, 1912) ihren fanatischen Glauben und ihre Polygamie. Doch gerade deswegen zögerten „Harper & Brothers“ den Roman zu verlegen. Im Grunde fanden sie ihn besser als den ersten, aber sie warfen dem jungen Autor nun Intoleranz gegenüber dem Mormonentum vor.

Wieder einmal war Grey verbittert und am Boden zerstört. Während die Verantwortlichen im Verlag diskutierten, reiste Grey erneut nach Arizona. Doch keiner seiner ehemaligen Reisegefährten war verfügbar. So besuchte er mit einem Führer den Handelsposten Kayenta im Gebiet der Navajo-Reservation. Zum ersten Mal in seinem Leben begegnete er den amerikanischen Ureinwohnern persönlich. Sie erzählten ihm von einem faszinierenden Felsengebilde – der Rainbow Bridge. Sein Wunsch, sie sofort zu sehen, erfüllte sich nicht. Der Betreiber des Handelsposten John Wetherill war zwei Jahre zuvor einer der ersten Weißen, die sie besuchen durften, doch jetzt riet er aufgrund der Wegstrapazen davon ab. Sie war 100 Meilen vom Posten entfernt und nur auf dem Pferderücken oder zu Fuß zu erreichen. Erst zwei Jahre später – 1913 – erblickte Zane Grey nach einem Ritt durch das Monumental Valley „Nonnezoshe“, den „zu Stein gewordenen Regenbogen“, wie sie in der Sprache der Navajo heißt – und er vergaß diesen Eindruck ein Leben lang nicht.

Inzwischen hatte sich der New Yorker Verlag für eine Veröffentlichung von „Riders of the Purple Sage“ entschieden und nachdem das Buch 1912 erschien, wurde es schließlich zum bis dahin bestverkauften Westernroman? und war der Beginn einer jahrzehntelangen erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Autor und Verlag.

Immer wieder griff Zane Grey in seinen Romanen auf selbst erlebte Abenteuer, historische Persönlichkeiten oder geschichtliche Begebenheiten zurück. So verarbeitete er seine Eindrücke an der Rainbow Bridge zwei Jahre später in „The Rainbow Trail“ („Dem Regenbogen nach“, 1915), der Fortsetzung von „Riders of the Purple Sage“. In "Wildfire" ("Wildfeuer", 1917) schilderte er die Erlebnisse einiger Wildpferd-Jäger, die mit ihm und Buffalo Jones durch Arizona gereist sind. "Wanderer of the Wasteland" ("Der Wanderer in der Wüste", 1923) dagegen enthält eine symbolhafte, philosophische Autobiographie vor dem Hintergrund der Eindrücke, die er auf einer Reise zu Beginn des Jahres 1919 in der Mojave Wüste und im Death Valley sammelte.

"The Lone Star Ranger" ("Der Texasreiter", 1915) widmete Grey Captain John Hughes und dessen Texasreitern, indem er auf Grund von Berichten? und Recherchen? hier vom Revolverhelden Buck Duane erzählt, "The Border Legion" ("Die Grenzlegion", 1916) basiert auf der wahren Geschichte Henry Plummers, des berühmten Sheriff-Outlaws. So erzählt Grey in "Desert Gold" ("Wüstengold", 1913) von den chaotischen Ereignissen 1912/13 entlang der Grenze zwischen Arizona und Mexico, in "Fighting Caravans" ("Kämpfende Karawanen", 1929) setzt er dem alten Santa-Fé-Trail ein Denkmal und im Western "The U.P. Trail" ("Der eiserne Weg", 1918) schildert er nach mündlichen Berichten eines Augenzeugen die Ereignisse beim Bau der Union Pacific Railroad in Wyoming und Nebraska 1866-69.

Jedes Jahr brachte "Harper & Brothers" mindestens einen Zane Grey Western? heraus. Zum Zeitpunkt seines Todes im Jahr 1939 hatte der Verlag immer noch 20 unveröffentlichte Manuskripte des Autors in der Schublade. Einige von ihnen waren zwar schon als Serien? in den zwanziger und dreißiger Jahren in verschiedenen Magazinen? erschienen, aber "Harper & Bros." gelang es so, bis 1963 fast jährlich einen neuen Grey Western in Buchform zu veröffentlichen.

Magazine

Magazine? waren das Bindeglied zwischen den diversen Grey Veröffentlichungen. Bis 1911 publizierten „Popular“, „Field & Stream“ u.a. neben Jagdgeschichten vorwiegend Angelerlebnisse und Baseballgeschichten. Es waren Beiträge, die später in Büchern wie „The Short Stop“ (1909), „The Redhead Outfield and other Stories“ (1920), „The Young Lion Hunter“ (1911) oder „Ken Ward in the Jungle“ (1912) zusammengefasst wurden.

Nachdem „Field & Stream“ im Januar 1912 mit der Veröffentlichung von „Riders of the Purple Sage“ begonnen hatte, füllten Blätter? wie „Popular“, „Munsey’s“, „Country Gentleman“ und „Ladies’ Home Journal“ ihre Ausgaben mit Zane Greys Westernromanen – die von 1915 an bis Mitte der 1920er-Jahre immer wieder in Bestsellerlisten zu finden waren. Zane Greys Bücher wie „Tales of Lonely Trails“ (1922) oder „The Wolftracker“ (1930) sowie seine acht Anglerbücher enthielten wiederum Reiseerzählungen und Anglererlebnisse, die bereits die Leser von Heften wie „Outdoor America“, „Pacific Sportsmen“ u.a. begeistert hatten.

Die Magazine? boten neben seinen Romanen eine ständige Geldquelle, die jedoch zu Beginn der dreißiger Jahre – kurz nach der Weltwirtschaftkrise – nicht mehr so ergiebig war. Selbst so exklusive Hefte wie „Cosmopolitan“ und „Country Gentleman“ konnten sich seine Honorare? nicht mehr leisten. In dieser Zeit schlug ihm ein Zeitungsverleger? vor, einen täglichen Comic zu schreiben. Zuerst lehnte der Western-Autor entsetzt ab, doch dann, mit Blick auf die zurückgehenden Einkünfte, lenkte er ein. "King of the Royal Mounted" war geboren. Allerdings ließ Greys Interesse daran rasch nach. Unter dem Namen des Vaters schrieb sein Sohn Romer die Fortsetzungen.

Anglerliteratur

Zane Greys erstes längeres Abenteuer zu Wasser war eine Flussfahrt. „Down An Unknown Jungle River“ schildert eine Expedition Greys mit einem Freund und einem mexikanischen Führer zu den unbekannten Quellen des Santa Rosa Rivers in Mexiko. Der Reisebericht?, erschienen ab März 1911 im Magazin? „Field & Stream“, war ein Teil seines zweiten Anglerbuches „Tales of Southern Rivers“ (1924). Das Jugendbuch „Ken Ward in the Jungle“ (1912) enthielt eine belletristische? Version.

Um seiner Anglerleidenschaft intensiver nachgehen zu können zog Grey mit seiner Frau und den inzwischen drei Kindern im Jahr 1918 an die kalifornische Küste. Von hier aus erreichte er die besten Anglerparadiese im Pazifik und Atlantik auf schnellstem Weg. Um noch entferntere Anglerparadiese zu entdecken, kaufte er sich 1924 einen Dreimastschoner, den er „Fisherman“ taufte.

Die erste Reise führte ihn zu den Cocos Islands und in den Galapagos-Archipel. Über seine Erlebnisse machte er zahlreiche Notizen und als sie wieder vor der kalifornischen Küste Anker warfen, schrieb er das letzte Wort von "Tales of Fishing Virgin Seas" (1925), was "Harper & Bros." noch im gleichen Jahr veröffentlichte. Es war bereits das dritte in einer Reihe von acht Büchern, in denen Grey seine Anglerabenteuer beschrieb.

Bis Mitte der 1930er-Jahre führten Grey weitere Reisen, mit und ohne eigenen Schoner, immer wieder nach Tahiti, Neuseeland und Australien. Besonders angetan war er von dem Südseeparadies Tahiti. Zwischen 1926 und 1938 besuchte Grey die Insel insgesamt acht Mal. Hier gab es Schwertfische, Thunfische und Marlins. Grey stellte mehrere Hochsee-Weltrekorde auf, von denen einige erst Jahrzehnte später gebrochen wurden.

Seine Eindrücke verarbeitete er in weiteren Anglerbüchern wie "Tales of Tahitian Waters" (1931) und "Tales of the Angler's Eldorado New Zealand" (1926). Selbst bis Australien führten ihn seine Reisen auf hoher See. Sein letztes Anglerbuch „An American Angler in Australia“ (1937) berichtet davon.

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Zudem verarbeitete Grey seine Tahiti-Reiseeindrücke in einem Non-Western „The Reef Girl“ (1977) Auf dem roten Kontinent sammelte er sieben Monate lang Material für seinen einzigen Australien-Roman "The Wilderness Trek" ("Treck durch die Wildnis"). Das Buch wurde erst nach seinem Tod 1944 von "Harper & Brothers" veröffentlicht, doch die Serienrechte konnte Grey noch 1936 an die "New York News" verkaufen.

Filme

Zane Grey war der erste Westernautor?, dessen Bücher verfilmt wurden. Über seinen Verleger „Harper & Brothers“ lernte Grey zu Beginn des Jahres 1916 William Fox kennen - einen Pionier des Filmgeschäfts an der amerikanischen Westküste. Er bot dem Autor 2.500 Dollar für die Rechte? an „Riders of the Purple Sage“. Grey zögerte, doch als Fox den gleichen Betrag noch einmal für „The Light of Western Stars“ (1914) anbot, willigte der Autor ein. Zwei Jahre später liefen die beiden Stummfilme? sehr erfolgreich über die Kinoleinwand.

Daraufhin gründete Grey 1919 mit Benjamin H. Hampton die Zane Grey Productions. Hampton war für die Filme verantwortlich, Grey überwachte die Drehbücher. Sein Bestreben war es, so nah wie möglich die beschriebenen Landschaften in seinen Romanen zu realisieren. Es gelang ihnen bei „Desert Gold“ (1913), „U.P. Trail“ (1918) und „The Man of the Forest“ (1920) ebenso wie bei vier weiteren Produktionen. Doch letztlich haderte Grey mit Moral und Ethik der Hollywoodmaschinerie. Er zahlte Hampton aus und verkaufte seine Firma an Jesse Lasky, einem der Gründer von Paramount Pictures?. Zwischen 1922 und 1929 drehte Paramount 54 Filme (incl. Remakes) nach Grey-Romanen. Bis in die 1990er-Jahre drehten verschiedene Filmfirmen insgesamt über 100 Filme nach Romanvorlagen? Zane Greys.

Die Namen der Regisseure und Schauspieler, die mit Grey-Filmen berühmt wurden oder damit ihr Handwerk lernten, lesen sich wie das „Who is Who“ der Filmgeschichte: Angefangen von Victor Fleming, der später bei Margaret Mitchells Bestseller „Vom Winde verweht“ Regie führte, bis zu Gary Cooper, dem Hauptdarsteller des ersten Grey-Tonfilms „Fighting Caravans“. Stars wie John Wayne, Robert Mitchum, George Montgomery und Randolph Scott, der in etwas mehr als 20 Grey-Western spielte, nahmen gern Rollen in diesen Produktionen an.

Letzte Lebensjahre

Einer von Zane Greys Lieblings-Angelplätzen befand sich am North Umpqua River in Oregon. Immer wieder kehrte er im Laufe seines Lebens dahin zurück. So machte er dort auch im Sommer 1937 mit seinem Sohn Romer Urlaub beim Fischen nach Steelhead – einer Art Regenbogenforelle. Ohne Vorwarnung brach er plötzlich bewusstlos zusammen. Im Krankenhaus wurden eine Koronarthrombose und ein Schlaganfall diagnostiziert. Grey war fast vollständig gelähmt, aber als Kämpfernatur fand er sich nicht damit ab und begann schon bald entgegen ärztlichem Rat mit gymnastischen Übungen.

Bereits ein Jahr später war er wieder soweit hergestellt, dass er eine weitere Reise nach Australien unternahm. Es wurde ein viermonatiger Triumphzug. Sein ein Jahr zuvor erschienenes Buch „An American Angler in Australia“ schien jeder in Down Under gelesen zu haben.

Zurück in Altadena begann er mit seiner Autobiographie, die er – der sonst zeitlebens jedes Manuskript mit der Hand schrieb – einer Sekretärin? diktieren musste. Noch immer konnte er seine Finger nicht vollständig bewegen. Dieses Manuskript blieb sein letztes – es sollte nie fertiggestellt werden.

Wenige Tage nachdem der Roman „Western Union“ (1939) erschienen war und Zane Grey in seiner Lieblingsbuchhandlung in Pasadena einige Exemplare signiert hatte, erlitt er einen zweiten Herzanfall. Am 23. Oktober 1939 schrieb Dolly Grey in ihr Tagebuch: "Heute Morgen 7.30 Uhr starb Z.G." Er wurde auf dem Union Cemetery in Lackawaxen, Pennsylvania, beerdigt, wo sich heute auch das Zane Grey Museum? befindet.

Übrigens ...

war Ernest Hemingway ein Bewunderer von Zane Greys Anglerliteratur. So erklärte der 21jährige Hemingway, Greys „Tales of Fishes“ (1919) sei für ihn eine Art Bibel gewesen. Greys Satzbau? und Stil halfen dem späteren Nobelpreisträger bei seinen ersten Schreibversuchen und die darin so anschaulich geschilderten Angelabenteuer erweiterten seine Kenntnisse beim Hochseeangeln. Außerdem finden sich Parallelen zwischen Zane Greys Schilderung? des Kampfes mit einem riesigen Marlin in „Tales of Tahitean Waters“ (1931) und Hemingways Novelle „Der alte Mann und das Meer“.

Deutsche Buchausgaben

In Deutschland wurden die ersten Übersetzungen von Zane Grey Romanen in der Reihe? "Romane der Welt" von Thomas Mann und H. G. Scheffauer im Verlag von Th. Knaur Nachf., Berlin, herausgegeben. 1927 erschien als erster von 33 Bänden "Die Grenzlegion". Sie zählen zu den beliebtesten Sammlerobjekten deutscher Zane-Grey-Fans.

Viele seiner Werke? wurden nochmals in neuer Übersetzung in den fünfziger Jahren vom AWA-Verlag E. F. Flatau & Co., München, publiziert während die Reihe "Western Classics" des Heyne-Verlages, München, in den sechziger und siebziger Jahren die meisten Grey-Romane in Deutschland veröffentlichte, viele von ihnen zum ersten Mal. Einen Überblick über die deutschen Ausgaben, die heute allesamt vergriffen und nur teilweise noch antiquarisch erhältlich sind, liefert die Website der Zane Grey’s West Society.

Werke (Auswahl), nur Erstausgaben

Ohiotrilogie
  • Betty Zane. New York, Charles Francis Press, 1903
  • The Last Trail. New York, A.L. Burt, 1909
  • The Spirit of the Border. New York, A.L. Burt, 1909
Westernromane (Auswahl)
  • The Heritage of the Desert. New York, Harper & Brothers, 1910
  • Riders of the Purple Sage. New York, Harper & Brothers ,1912
  • The Border Legion. New York, Harper & Brothers, 1916
  • The Mysterious Rider. New York, Harper & Brothers, 1921
  • Call of the Canyon. New York, Harper & Brothers, 1924
  • Forlorn River. New York, Harper & Brothers, 1927
  • Fighting Caravans. New York, Harper & Brothers, 1929
  • The Shepherd of Guadaloupe. New York, Harper & Brothers, 1930
  • Sunset Pass. New York, Harper & Brothers, 1931
  • Robber’s Roost. New York, Harper & Brothers, 1932
  • The Drift Fence. New York, Harper & Brothers, 1933
  • Thunder Mountain. New York, Harper & Brothers, 1935
  • The Lost Wagon Train. New York, Harper & Brothers, 1936
  • West of the Pecos. New York, Harper & Brothers, 1937
  • Raiders of Spanish Peaks. New York, Harper & Brothers, 1938
  • Western Union. New York, Harper & Brothers, 1939
Anglerliteratur
  • Tales of Fishes. New York, Harper & Brothers, 1919
  • Tales of Southern Rivers. New York, Harper & Brothers, 1924
  • Tales of Fishing Virgin Seas. New York, Harper & Brothers, 1925
  • Tales of the Angler’s Eldorado, New Zealand. New York, Harper & Brothers, 1926
  • Tales of Swordfish and Tuna. New York, Harper & Brothers, 1927
  • Tales of Fresh Water Fishing. New York, Harper & Brothers, 1928
  • Tales of Tahitian Waters. New York, Harper & Brothers, 1931
  • An American Angler in Australia. New York, Harper & Brothers, 1937
Outdoorliteratur (Auswahl)
  • Tales of Lonely Trails. New York, Harper & Brothers 1922
  • Roping Lions in the Grand Canyon. New York, Harper & Brothers 1924
  • Don, the Story of a Dog. New York, Harper & Brothers 1928
Baseballliteratur
  • The Short Stop. New York, A..C. McClure, 1909
  • The Young Pitcher. New York, Harper & Brothers, 1911
  • The Redheaded Outfield and Other Stories. New York, Grossett & Dunlap, 1920

Sekundärliteratur

  • Gruber, Frank: Zane Grey. A Biography. New York, The World Publishing Company, 1970
  • May, Stephen J.: Zane Grey. Romancing the West. Athens, Ohio University Press, 1997, ISBN: 0-8214-1182-9
  • May, Stephen J.: Maverick Heart. The Further Adventures of Zane Grey. Athens, Ohio University Press, 2000, ISBN: 0-8214-1317-1
  • Pauly, Thomas H.: Zane Grey. His Life, His Adventures, His Women. Urbana and Chicago, University of Illinois Press, 2005, ISBN: 0-252-03044-3

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